Mannheim
Compact Memory

Neue jüdische Presse · 1914-05-29 · Heft 21 (29.5.1914) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Neue jüdische Presse
Volume
12 (1914)
Issue
Heft 21 (29.5.1914)
Date
1914-05-29
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2692297-2692872-2692893--08480-2703625
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 4. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Nr. 21 keinen Einfluß auf die Zusammensetzung der Repräsentantenversammlung gewinnen, andererseits fehlt es an einem innern Grunde, Personen, welche seit Jahren an die Synagogengemeinde Abgaben zahlen, die Rechte aus der Mitgliedschaft bezüglichder Wahlen vorzuenthalten, sofern sie im übrigen den Erfordernissen der Wahlberechtigung genügen." . . Dieses erfreuliche Ergebnis danken wir der unausgesetzten Aufklärungsarbeit der Leiter des „Reichsvereins der Deutschen Jüdür" und der tatkräftigen Unterstützung ihrer Aktion durch die deutsche Orthodoxie, insbesondere durch die „Freie Bereinigung". Ihren Bemühungen um die Auf- Lärmig der Oeffentlichkeitt über das Upjüdische und das Ungesetzliche jenes Beschlusses ist es zuzuschreiben, daß der Anschlag auf die religiöse Emheit des Judentums zurückgewiesen worden ist. Neu eröffnet! I Cafe Corso I Ecke Kaiserstrasse and Hoselstrasse. H __ Konferenz jüdischer Emigrationsgesellschaste». Am 16. Mai find in St. Petersburg Vorsteher mehrerer Emigrationsgesellschasten zu einer Konferenz zusammengetreten. Berhandlungsgegen- .stand war die in Hamburg am 5. Juni bevorstehende Zusammenkunft der in Rußland tätigen Emigrationsvereine mit den Vertretern der deutschen Schiffahrtsgesellschaften. Hamburg - Amerika- Linie und Norddeutscher 'Lloyd in Sachen der jüdischen Auswanderungsverhaltnisse. Präsident B. Mandel berichtete über den Gang der vom „Verein für die Regelung der jüdischen Emigration" eingeleiteten Verhandlungen mit ben Vertretern der deutschen Schiffahrtslinien einersefts und den jüdischen .Emigrationsvereinen andererseits. Wie aus der Korrespondenz erhellt, legen die deutschen Schiffahrtsgesellschaften die Bereitschaft an den .Tag, den gerechten .Wünschen der jüdischen Emigrationsvereine entgegenzukommen und etwaige Reformvorschläge — die Verhältnisse in den KoNtrollstationen, Hafen und bei der Ueberfahrt betreffend — gemeinschaftlich mit den Vertretern der jüdischen Emigrationsvereine durchzuberaten. Andererseits haben auf eine Anftage hin seitens des „Vereins für 'die Regelung der jüdischen Emigration" folgende jüdische Vereine ihre Bereitschaft erklärt, an den Beratungen in Hamburg tellzunehmen: Minsker Hilfsverein für jüdische Emigranten, Jüd. Emigrationsgesellschast (Kiew), Warschauer Jnformationsbureau, Kiewer Wteilung des „Vereins für die Regelung der jüdischen Emigration", Lodzer Jnformationsbureau. In der Konferenz wurden detaillierte Berichte über die Lage in den 'Kontrollstationen an der ruffisch-deutschen Grenze verlesen und die entsprechenden Wünsche formuliert, die in Hamburg vorzubringen wären. Nach längeren Debatten und nach Wahl einer Kommission wurde folgende Resolution einstinnnig angenommen: „Die St. Petersburger Konferenz jüdischer Emigrationsvereine mit Anteilnahme namhafter in der Oeffentlichkeit tätigen Persönlichkeiten begrüßt die vom „Verein für die Regelung der jüdischen Emigration" ergriffene Initiative, eine Zusammenftmst in Sachen der jüdisch«! ANswanderungsver- Hältnisse mit den deutschen Schiffahrtsgesellschaften M Wege Au brüten und fordert alle an der jüdischen Emigration Interesse nehmenden Kreise auf, diese Initiative zum Wohl der jüdischen Emigranten zu unterstützen." Spezialität: Francke & Weber fflelnhorKen. 6r-str:«,~11 J Zur Frage des Schächrverdots in Rußland. KonstantiNopel. In der russischen Reichsduma ist bekanntlich ein Gesetzentwurf eingebracht worden, der auf ein BeÄot der jüdisch-rituellen Schlachtmethode abzielt. Da nun ein solches Verbot auch in das Leben von MillionM moslimischer Bewohner des russischen Reiches eingreifen würde, hat sich der Scheichlul-Jslam nach Rücksprache mit denk türkischen Großrabbiner Haim Nahum an die türkische Regierung mit der Bitte gewandt, in dieser Angelegenheit durch die Petersburger Botschaft freundschaftliche Vorstellungen bei dem Petersburger Kabinett zu erheben. Marin hofft hier, daß die Dumr- Kommission flir Volksgesundheit, die dem Plenum ein Gutachten über die Vorlage erstatten soll, schon mit Rücksicht auf die mohammedanische Bevölkerung die Wlehmmg des Entwurfs beantragen wird. Eine neue Boykottzeitnug. Krakau, 23. Mai. Vom 15. Mai ab erscheint in Krakau eine neue polnische illustrierte Tageszeitung, deren einziger Zweck darin besteht, den wirtschaftlichen Boykott! gegen die Juden nach russischpolnischem Neuster zu propagieren, die Bildung eines christlichen Kaufmannsstandes in den Städten zu fördern, überhaupt den Handel .und, die Industrie Galiziens zu „Nationalisieren", d. h. _die jüdische Bevölkerung aus allen bisher innegehabten wirtschaftlichen Positionen zu verdrängen. Die neue Zeitung wlll nur von christlichen Firmen Inserate annehmen; trotzdem sprechen ihre Agenten in den jüdischen Trafiken (Zeitungsverkaufsstellen) vor Nnd suchen diese für eine wirksame Verbreitung der neuen Boykottzeitung zu gewinnen. Die wildesten Boykottagitatoren in Russisch-PoleN ünd in der Provinz Grsen werden an der Neuen Zeitung Mitarbeiten. Ei« «eires jüdisches Hospital in Jaffa. Ein auf Anregung der Jüdischen Aerztegesellschast Palästinas vor 1% Jahren gebildetes Komitee hat inzwischen seine Arbeiten so energisch betrieben, daß hier in Jaffa jüngst der Grundstein zu einem zweiten jüdischen Krankenhaus gelegt werden konnte. Das Terrain .Hat der Jüd. Nationalfonds erworben. Es befindet sich in dem neuen jüdischen Stadtviertel Chewra Chadascha, anschließend an Tel-Awiw, und hat eine bevorzugte Lage. Es ist 4,50 Meter höher als die vorgelagerten Bauplätze und liegt an zwei Straßen. Es wird ein Plateau hergestellt, das, ca. 22 Meter über dem Meeresspiegel liegend, vier von den geplanten Gebäuden tragen soll. Ein fahrbarer Verbindungsweg wird das Plateau durchqueren und auf dem Reststück in einer Serpentine absteigen. Man wird vom Krankenhause die Aussicht auf die Altstadt und das Meer rundum haben, und die kühlen Seewinde werden den Gebäuden zu allen Jahreszeiten frische Lust zuführen. Der Entwurf, der vom Architekten Richard Michel herrührt, sieht vier zweigeschossige und ein eingeschossiges Gebäude vor. Die zweigeschossigen Gebäude kommen, wie bereits angedeutet, auf das Plateau. Ein Nordbau und ein Südbau haben je 45,30 mal 15,80, und ein 'Ambulatorium und ein Wirtschaftsgebäude haben je 15,80 mal 15,80 Meter. Dieser Plan zeigt, daß die Initiatoren hier etwas Ganzes schaffen wollen. Der 'Nordbäu soll im Erdgeschoß eine chirurgische Abteilung mit 18 Betten enthalten. Getrennte Eingänge für ' Männer und Frauen. Je ein TagranM, eine Liegehalle nach der Seeseite, eine TeÄüche, einen Operationssaal mit Nebenräumen, ein Wärterzimmer, ein W. C. Ins Obergeschoß kommt eine Abteilung für Nervenkranke, . Hallen, Terrassen,' Räume für hydropathische, gymnastische und elektrische Therapie. Der Südbau soll im Erdgeschoß .eine Abteilung für Geburtshilfe und'Kinder enthalten; in der Wteilung für Geburtshilfe zwölf Betten, ein ZimMer für Gebärende Mit anschließendem OperationszimMer, Tagraum, Nebenräume; in der Kinderabteilung 10 Betten, ein AmmenzimMer, Rcserveraume. Im Obergeschoß Wteilung für Frauenkrankheiten. Der dritte Bau enthalt das Ambulatorium: im Erdgeschoß'Pförtner, ein Wartezinüner, zwei Sprechzimmer, eines für den Augenarzt Mit Dunkelzimmer, OperationszimMer, Apotheke mit Laboratorium nnd Toiletten. Im Obergeschoß: Sitzungssaal für Konferenzen, zwei Bureanrgume für die Verwaltung, Bibliothek, zwei Zimmer als Wohnung für einen. Arzt. Das vierte Wirtschaftsgebände hat einen Keller für Vorräte und 'Desinfektionsanlage. Im Erdgeschoß befinden sich Wfertigungsräume, Küche, SPüWche, Anrichte, Wäscheküche, Plättstube, Wäschekammern, Kleiderkammer. JNs ^Obergeschoß kommen Wohn- und SchlaftäNMe für das Personal. Außer diesen vier Bauten auf dem Plateau kommt etwas niedriger ein Isolier gebende von 31,40 mal 5,50 Meter. Fünf Systeme mit je einer Vorhalle, ein Krankettzimmer mit je zwei Betten, ein Wärterzimmer, ein W. C. Für Erweiterungen sind Raume reserviert. Wie bereits erwähnt, hat der Jüd. Nationrlfonds das Terrain, welches 20,000 Frcs. kostete, zur Verfügung gestellt. Außerdem spendeten einige russische Zionisten Beträge in Höhe von etwa 100,000 Frs. Dank diesen Zuwendungen werden bereits in diesem Jahre die Erdgeschosse vom Nordbau, nnd vom Ambulatorium.zur Ausführung gelangen. Offenbaeher Druckluft- Anlage UtinblCh R. H. Telefon 123. (Anschluss mitFrankfurt). Bewährteste Tapplchralnlgung (100,000 qm jährlich) sowie unübertroffene Bettenn. Bettfedernrelnigunp mittelst Druckluft und Wasserdampf. Aus aller Wett. Deutsches «eich. Berlin. In der General-Versammlung des Vereins _ „E s r a" erstattete der Vorsitzende Moritz Dorn den Bericht. Danach betrugen die, Einnahmen 19 688 Jk gegen 25 242 Jk int Vorjahre und 23 409 Jk im Jahre 1911. Dieser empfindliche Rückgang ist durch den Ausfall größerer Spenden und Sammlungen entstanden, welche int Vorjahre 6364 resp. 5120 Jk betrugen, während sie ün Berichtsjahre sich, nur auf 1040 Jk beliefen. Die regelmäßigen Einnahinen haben dagegen mit 16127 Jk die der Vorjahre nicht unwesentlich überstiegen. Von den Ausgaben für Palästina in Hohe von 15 82t .11. entfielen Jk 8000 auf die Unsiedlimg voit 6 Arbeiterfamilien als Vollbauern in Kastinje, Jk '4100 warben für die Kolonie Bne-Jehuda verwendet, der Rest für Einwanderung von Jemeniten nsw. verausgabt. Durch die Ansiedelung der jüdischen Arbeiter in Kastinjch hat diese Kolonie frisches Blut und neue jugendliche Kräfte erhalten, wodurch sie dem ihr drohendeit Araberium gegenüber wesentlich gestärkt worden ist. Die 4000 Jk für Bne- Jehuda sind meistens Prozeßunkosten um den Besitztitcl auf 150 Hektar Boden. Der Prozeß dürfte demnächst zu Gunsten der Kolonisten entschieden werden, pvodurch der- Verein „Esra" in den Besitz von etwa 500 Hektar Land gelangen und so in der Lage sein wird, eine große jüdische Kolonie auf Grund der neuesten Erfahrungen ins Leben zu rufen. Das Vernrögen des Vereins, welches im Vorjahre , ca. 57 000 Jk betragen hat, ist ans 54 000 Jk. zurückgegangen. Der Vorsitzende machte darauf aufmerksam, daß der Verein „Esra" im Jahre 1914 vertraglich verpflichtet ist, zur Sanierung der Kolonie Chederah und Ansiedelung von -15 Arbeitern daselbst etwa 45 000 Jk auszugeben und forderte daher alle Mitglieder, Freunde und Gönner des Vereins „Esra" auf, ihr Möglichstes zur Erhöhung der Einnahmen des „Esra" beizntragen. Die General-Versammlung faßte nach erfolgter Dcchargeerteiluiig und Wiederwahl der ausscheidenden Mitglieder des Zentralkomitees (Vorsitzender M. Dorn, Rabbiner Dr. Eschclbacher, Dv. Ed. Biberfeld, Professor Landau und Professor Dr. M. So beruhet inj eine Resolution, in welcher das Zentralkomitee aufgesordcrt wird, eine tatkräftige Agitation in allen jüdischen Gemeinden Deutschlands einzuleiten. Diez, 22. Mai. Eine stille, aber erhebende Feier fand gestern im Deutsch-Jsr. Kinderheim aus Anlaß seines 25jährigen Bestehens statt. Herren des Vorstandes aus Frankfurt a. M., Bürgermeister Scheuern, Schöffe Robert Heck, Stadtverordnetenvorsteher E. Bühl, als Vertreter der Stadt, die Geistlichkeit der beiden Konfessionen, Direktor Dr. Liesau, Haupilehrer Grün, Vertreter der Höheren und Elementarschule sowie eine große Zahl Gäste hatten sich zu der Feier eingefunden. Ein unter Leitung Lehrers Schäfer von Zöglingen der Anstalt vorgetragener Gesang eröffnete die Feier Anschließend daran trug ein noch sehr jugendlicher Zögling in begeisternder Wiedergabe einen der Bedeutung des Tages entsprechenden Prolog vor. Der Vorsitzende des Verwaltungsratcs/ Julius Go ld s-chm id t-Frankfurt, hielt die Begrüßungsansprache. Prof. Dr. S-u lzbach ergriff sodann das Wirt zur Festrede. Bereits 1887 sei, man auf den Gedanken gc- - kommen, ein eigenes Haus zu gründen. Die Verwaltung wurde nach Frankfurt a. M. verlegt, weil dort die meisten Herren wohnten, die der Verwaltung angehörten. Bald war durch Spenden ein größeres Kapital aufgebracht. 1891 knüpfte man dann Verhandlungen wegen Kaufes eines Grundstückes an und kaufte schließlich das. Baucrsche Gruiid- Wck. Es entstand auf luftiger Höhe in der Mhe des

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.