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Neue jüdische Presse · 1914-05-15 · Heft 19 (15.5.1914) · p. Seite 3

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
12 (1914)
Issue
Heft 19 (15.5.1914)
Date
1914-05-15
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 19 Nr. 19 s ■ 5 0LIJ.C Der Deleaierteutaa -er Agudas Jisroel von Palästina. Am 27. Adar versammelten sich im Hause liabbiners Diskin in Jerusalem die Vertreter palästinensischen 'Ortsgruppen, um den palästi- »cnsischen Gruppenverband der Agudas Jisroel zu «gründen und über laufende Angelegenheiten der ^lästinensischen Jädenheit zu beraten. Rabb. Dis k i n nnd Rabb. B er Ep st ein jiclten Begrüßungsansprachen. Die sodann vorgelommene Wahl des Büros ergab: Rabb. Diskiu, hrenprasident, Rabb. Epstein-Jerusalem und , . . JSr. Anerbach-Petach TiKvah, Vizepräsidenten, n der k |jj Bl an-Jerusalem und M. Chodorowskysaffn, Schriftfi'chrer. Den ersten Punkt der Tagesordnung bildete Das E r z i e hu n g s w e s e n im h c i l i g-e n a n d e im G e i st e des g e s e tz e s t r e u e n u den t ums". Das. einleitende Referat hielt Dr. A u e r - acki mit einer Darstellung der kritischen Lage, der sich die gesetzestreuc Bevölkerung Palästims in Bezug auf die Jugenderziehung befindet, AgenUeitdem die europäischen Organisationen begonnen gkeit eil >abcn, in Palästina Schulen zu errichten, die reicht das lai >en religiösen Grundsätzen der Eltern entsprechen. Als Korreferent sprach I. M. Tukatzi.nski- Nationi Jerusalem über das Erziehungsweseu in Jerumcn wWalcm. Der Redner schließt sich in allen Stücken en Ausführungen des Vorredners an und verweist »^besondere auf die Gefahr, die der Jugend der eiligen Stadt durch die gegenwärtige Planlosigeit droht. Er schlägt vor, mit den Vorarbeiten ur Gründung 'einer Zentrale für 'Erzieh-- ii g s w e s e n i n P a l ä st i n a zu beginnen. Diese Zentrale soll alle Erziehungsanstalten, die im Geiste M ö f I cj »es überlieferten Judentums zu wirken berufen ind, sowie alle gesetzestreuen Lehrer des heiligen!andes umfassen. An diese beiden Referate kirüpftc sich eine Verte Mründlichc und teilweise sehrerregte Debatte, in achkemo! »er sowohl das Gemeinsame als auch' das Divericrende der einzelnen palästinensischen kulturellen ntercsscnsphären zum Ausdruck kamen. Es becitigten sich daran Rabb. S. Rubin-Jerusalem, Stampscr-Petach Tikwah, I. Lipschützsasja, Rabb. M. Brader-Ekron, Rabb. I. B. so ro Witz-Jerusalem, Rabb. Epstein-Ferusaem, Rabb. Porath-»Jerusalem, I. M. Choorowsky-Jaffa, S. Slokoiowsky-Petach ukivah, I. S. Minzbcrg-Jerusalem, Rabb. ische« lbureni Dr. M g. Ka ttiiig, ner Re tionsarh Organi aamte Stell» kleidet ch u l c ir 65ei m, fand als :ett, ihi en für Verte achtem t furchende ben im ntb M. Blau -Jerusalem. Nachdem die Frage nach allen Seiten hin erm stail ftert worden war, wurde sie zur Beschlußfassung erfamilii wer Kommission übergeben. Die Ki^ininission teilte n Aussi herauf ihren Beschluß mit, wonach die gegenwär-;faiitut(ii ige Lage der palästinensischen Jugenderziehung größei ufs dringendste eine Besserung erheischt. Da es :lten So ^dpch dem Dclegiertcntage momentan an den Mitteln fehlt, um einen detaillierten einheitlichen Interrichtsplan auszuarbeiten, lege die Versamm- >ing der Leitung in Jerusalem, Jaffa, den Kolonen und den anderen palästinensischen Städten c NotM Pflicht auf, im Sinne der dargelegten Grund- Arb . fiir die Hebung des .Thorageistes in der Jugenderziehung zu wirken. Als zweiter Punkt gelangt der Bericht Rabbiners Horowitz-Jerusalem zur Verhandlung über isdruck lentde» verstär >en sonds fortgcfü lgabe ci« Spendr vor einigen Monaten unternommene ExPediiesem Z in die galiläischen Kolonien. Diese ine Ro ,ar aus hervorragenden Rabbinern und Laien aus er den Palästinensischen Städten und Kolonien zusammedlun» '"'besetzt,. und ihr Zweck war, in den Kolonien etztere w cp religiösen j Peist nnd das religiöse Pflichtleben r den nä " flärkcn. Die Expedition fand in den meisten olonicn bei Einzelnen den aufrichtigen Willen vor, u Geiste des Jüdentunis ihr Leben einzurichten, üc werden aber vielfach daran gehindert, weil die tzichnng meistens in Händen solcher Lehrer liegt, cv «.a K alles daran setzen, um gesetzesfremden .Geist ■°' ^cn Kolonien heimisch zu machen. Die Expedion wurde von den meisten Kolonisten, zum Teil M'gar von ' den landwirtschaftlichen Arbeitern, t0.na L cundlichst ausgenommen Und gewann die llebe'reme daß es noch nicht zu spät sei, in den olonien den Geist des wahren Judentums aufiihen zu lassen und die fremden Einftüsse uNirlsam zu machen. Aus den Kolonien selbst tvur-; von a Real! n Ein» Im Hi geplant daß ' onalj eiitei Frankfurter Israelitisches FamAienölait. den hierzu eine Anzahl sehr beachtenswerter Mittel in Vorschlag gebracht. An erster Stelle sei cs erforderlich, die Kenntnis des jüdischen. Gesetzes durch geeignete Lehrkräfte zu mehren. Es wird beabsichtigt, eine Anzahl tüchtiger Jerusalemer jüngerer Gelehrten zur Niederlassung in den Kolynien zu veranlassen, um durch das Vorbild zu wirken. Die Versammlung nahiü den Bericht zur Kenntnis tytd beschloß, solche Expeditionen in Zukunft in kürzeren Zwischenräumen nach den Kolonien zu entsenden. Hierauf gelangt der Vorschlag Rabbiners Epstein - Jerusalem zur Errichtung e i n e r H o chschule fiir die weitere Ausbildung solcher Schüler der Jerusalemer Jeschiwos, die sich als besonders befähigt erwiesen haben, zur Beratung. Aus dieser Hochschule sollen dann hervorragende rabbinischc Autoritäten hervorgehen, die sowohl in Palästina als. auch außerhalb des Landes als Rabbiner, Danajim, Lehrer ustv. ein großes Wirkungsfcld finden würden. Der Vorschlag findet allgemeinen Beifall und cs wird beschlossen, ihn der Hauptversammlung der Agudas zu .unterbreiten. Die Vorschläge zur Gründtmg einer Landkausgcsellsch aft und eines Auskunftsbüros finden altseitige Shmpathie, und es wird beschlossen, zur Ausführung dieser Pläne Kommissionen einzusetzcn. In die Kommission fiir die Landkaufgesellschaft werden Lipschütz, Cahn, Schach o r und M. S. R a b, und in die des Auskunftsbüros Dr. Auerbach und Lipschitz gewählt. In Angelegenheit der Gesellschaft „Esrog Hakascher", die sich zur Aufgabe stellt, Palästinensische Esrogint unter zuverlässiger Aufsicht zu verbreiten, wird beschlossen, der Organisationsleitung die Förderung dieses Unternehmens, das sowohl dem alten als auch dem neuen Jischuw zugute kommt, dringend zu empfehlen. Wahlen und Schlußreden beschlossen die Tagung. Cafe Kaiserganten am Opernplatz Erstklassiges Familien-Cate — Nachmittags Konzerte. Fr. Hanselmann, Besitzer. Aus aller Welt. Deutsches Reich. Nürnberg. Die '4. General-Bersammlung des Allgemeinen Deutschen Kantoren Verbandes faßte bezüglich, der A n s l ä n d e r f r a g e folgende Entschließung: „1. Der 4. Kantorentag des Allgemeinen Deutschen Kantorenverbandes nimmt nach eingehender Besprechung mit Bedauern davon Kenntiris, daß die Anstellung nicht -einwandfreier und allgemein >vie fachlich ungenügend vorgebildeicr Beamten, entgegen den bestehenden Ansiellungsvorschriften und unter gänzlich unzureichendenGchaltsverhältnissen, insbesondere in den östlichen Provinzen Preußens in erschreckendem Maße zunimmt. Der Ä. D. K.-B. protestiert aufs schärfste gegen eine derartige Herabwürdigung des Kantorenberufes und die dadurch bedingte Schädigung des jüdischen Gcmeiiidelebens und erwartet von den Ge- - meindcn Und den zuständigen Behörden tatkriftige Unterstützung in feinem Bestreben, einen nach, jeder Richtung geeigneten, seiner hohen Aufgabe durchaus würdigeil deutsche» Kantorenstand heranzubilden. 2. Ausgehend von der Erkenntnis, daß inländisches Beamtcnmaterial zur Zeit in Deutschland nicht ausreichend vorhanden ist, weist der- A. D. K. - L. auf folgende Wege zur Beseitigung der oben bezeichncten Mißständc hin: a) Gründung einer Kautorenfachschule bezw. Umgestaltung bestehender Lehrer - Bildnngsanstalten in solche zur Ausbildung vop Kantoren und Lehrern. b) Unterstützung finanziell schwacher Gemeinden bei Anstellung von Beamte». ' ' e) Schaffung von Stipendien zur Gewinnung deutscher Jünglinge zum Kantorenberufe. 3. Der 4. Kantorcntäg beauftragt, den Ausschuß des Allgeineiiien Deutschen Kantorenverbandcs geeignete Maßnahmen zur ^luSführuug dieser Vorschläge zu treffen." . . Ferner wurde beschlossen, in Zukunft alle 2 Jahre eine Generalversammlung abzuhaltcn. Aus der Borstandswahl gingen hervor: H e n l c -Hamburg (1. Vorsitzender), Fabisch-Göttingen (2. Vorsitzender), Zivi- Elberfeld (Schatzmeister), L e v y - Frankfurt a. Main (1. Schriftführer), B e l l a k - Zittau (2. Schriftführer), D av i d so h n -Berlin, H e hin a n n - Straßburg,. H o f st e i n - Dresden, R e u st a d t - Berlin (Beisitzer). Schließlich wurde mitgetcilt, daß der Verband sich' mit der Unterstützungskasse des Lchrerverbandes dahin geeinigt habe, zwei Vorstandsmitglieder in die Verwaltung Leite 3. der Kasse zu delegieren nnd gegen völlige Gleichberechtigung der Mitglieder des Kantorenverbandes mit denen des Lchrerverbandes aus Gründung einer eigenen Hilfskasse zu verzichten. Oesterreich-U«gar». Lemberg. Die unendlichen wirtschaftlichen Verheerungen, welche die antijüdische Boykottbewegung der Polen in Galizien bereits angerichtet hat, zwingt die gesetzlichen Vertreter der galizische» Judenschaft zu einer Abwehraktion. Die L e m b e r g e r K n l t u s g e m e i n d e als die größte nn Lande beschäftigte sich in einer jhrer letzten Sitzungen mit je einer Zuschrift aus Szambor und Szanok, welche Hilferufe aus den bedrängten Provinzorten darstellen. In diesen Zuschriften wird verlangt, daß der Lembcrger Kultusvorstand sich an die Spitze einer Abwehraktion gegendenpolnische »Boykott stelle, der bisher schon so viele Existenzen vernichtet hat. Nach eingehender Debatte, in welcher von allen Rednern die Dringlichkeit' einer solchen Aktion anerkannt wurde, hat der Kultusvorstand beschlossen, so rasch als möglich eine Versammlung der Delegierten der galizischen Kult ns gemeinden behufs Beschlußfassung über die zu ergreifenden Maßnahmen gegen den polnischen Boykott einzuberufen. i»lußer den Delegierten der Kültusgemeinden werden auch die jüdischen Reichsrats- und Landtagsabgeordneten an der Tagung tciluehnien. Rutzlaud. Petersburg, 10. Mai. Die in der geschlossenen Sitzung der Rcichsduma angenommene Vorlage über die Rekrutenzahl für 1914 enthält eine Formel, die schleunigst eine Regierungsvorlage über die Abänderung der Bestimmungen betreffs Wehrpflicht der Inden wünscht. Es handelt sich um das unerhörte Verlangen, die Juden von der Wehrpflicht auszuschließen und sie dafür . mit einer besonderen Steuer zu belege». Palästina. Jerusalem. Die von der jüdischen Aerztegesellschast Palästinas einbcrufene T r achom k o n fe r c u z faßte folgende Beschlüsse: 1. Die Trachom-Konferenzen sind jährlich abzuhalten; 2. Es sollen Kurse zum Studium der Trachom-Krankheit eingerichtet werden. Diese Kurse sollen etwa einen Monat dauern und 'den Aerzteu soll dabei Gelegenheit geboten werden, sich in der Technik der Operationen zu vervollkommnen. Für die Dauer der Kurse sollen die teilnehmendeu Aerzte Tagesgelder erhalten; 3. Besondere Heilstätionen sollen für die Kinder der Armen, die am meisten der Gefahr der Trachom-Krankheit ausgesetzt sind, errichtet werden; 4. Schwestern sollen die Häuser der Armen besuchen und jeden Trachom-Fall der Trachom- Kommission melden, die daun einen Arzt zur Heilung entsendet; 5. Für Schwestern und Feldscher sind Trachom- Kurse einzurichten: 6. Für trachomkranke Kinder sind besondere Kindergärten einzurichten. Ferner sprach die Konferenz den Wunsch aus, daß jede' Schule einen Schularzt anstelle. Nach dem Voranschlag sind für diese großzügige Aktion zirka 100 000 Frcs. notwendig. Die größere Hälfte dieses Betrages erscheint bereits gedeckt. Amerika. New-Nork. In New-Pork, Baltimore, Chicago, St. Louis, und Cincinnati sind unter Leitung Professors Boris Schatz Bez a ke 1-AussheIln n g en veranstaltet worden. Der finanzielle Erfolg war ein guter. In Newhork betrug die Bareinnahme, ohne die Summe, die für Eintrittsgelder eingenommen wurde, ungefähr 3000 Dollar, in Baltimore 6000 Doll., in St. Louis 2500 Dollar, in Chicago 3000 Doll, nnd in Cincinnatr 6000 Dollar, im ganzen ungefähr 30 000 Doll. Der moralische Erfolg der Ausstellung war noch viel bedeutender- Biele, die früher nicht mit den zionistischen Bestrebungen sympathisiert haben, bewundern seht die Unternehmungen des Zionismus in Palästina. Die „Bez alel"-W are n haben viele Kunstkenner lebhaft interessiert, und von vielen Kunsthändlern sind Bestellungen eingelanfen. Professor Schatz hat es verstanden, eine Anzahl amerikanischer Fabrikanten für Palästina zu interessieren, sodaß sie es jetzt als Feld für 'industrielle Unternehmungen betrachten. Rew-Aork. Einem ArKel der „New - Jork Times" über jüdischen Religionsunterricht in Newyork entnehmen wir folgendes: Es giht in Newyork 29 jüdische Sonntagsschulen mit 5669 Schülern nnd 217 Lehrern. 42 Synagogenschulen mit 4131 Schülern und 130 Lehrern, 17 .^nstitntional Thora schools" mit 6952 Schülern nnd 140 Lehrern. 224 Talmndschulen mit 10 710 Schülern nnd -163 -Pehrern, 468 Chcders mit 13 952 Schülern und 653 Lehrern: im ganzen also 580 Schulen mit 41'414 Schülern und 1303 Lehrern bei etwa 200000 schulpflichtigen jüdischen Kindern. f Spezialität: Francke & Weber \ {(DeinRorken. Gr. Friedbergerstr. 7—11 | Tel. Hansa 4095. J Leo Schweinfest• Damenschneider«! empfehle tadellosen Sitz, gute Verarbeitung. Gr. Eschenheimerstr. 19,1. "WU ' '1 j;! j l t ■; V. j'i I I ti t k i 1 K % " Ji

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