Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 12 (1914)
- Issue
- Heft 18 (8.5.1914)
- Date
- 1914-05-08
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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18. er nidji c -Wanzeugen ibtntun gen i, werde, rei de, ung di, t wird hts. E Angs fürchte sich ein, n. Monte lten de! n. r. Li t will n hieß trotz de «r. 18 Zur Steigerung des Absatzes veranstaltete der Verein in Wien, Brünn und Präg Ausstellungen, die einen Bruttoerlös von 56,000 Kronen ergaben.!Tafe Kaisergarten am Opemplatz Erstklassiges Eamilien-Caie Nachmittags Konzerte. . - ■— Fr. Hanselmann, Besitzer .2 un Viene zu eine Leopold itte, be : groß M hm nt meh Diese chen Er >er Per im Hin en musi , Cohn Stern ner D :, Wz, Cohn c Dr. § ein un he Hei Sal : Stmd erhöh! des ii ms de inlich ersohi intrit n San der Bol m Tätig 'setznngv l Stcllu» u haben ichterlich um di egm i' Zimmer Brief aus Jaffa. In den Monaten Februar und März wurde im hiesigen Häfen der größte Teil der diesjährigen Orangenprodu?tion nach England und anderen europäischen Absatzgebieteir sowie nach Amerika und zum Teil sogar nach Australien verladen. Zu Beginn des Monats Februar waren die erzielten Preise in Liverpool, dem Hauptabsatzge- ,iet, sehr ungünstig; diese besserten sich aber gegen Ende des Monats und während des Monats Mürz, sodaß gegen den Schluß sogar recht gute Preise bezahlt wurden, was einen sehr guten'Einfluß auf >en hiesigen Markt hätte. Die Mehlzusilhren aus europäischen und türkischen Häfen haben in Anbetracht der.günstigen Aussichten für eine gute Getreideernte ehr abgenommen. Da die Spätregen rechtzeitig eingetroffen. sind, rechnet man auf eine sehr gute Getreideernte und somit aus ein recht reges Exportgeschäft in Gerste nach England. Die eingetroffenen Spätregen kommen auch den Sommersaaten, wie Sesam und Mais, .sehr zustatten. Die Touristen- und Pilgersaisonkann nach verschiedenen schlechten Zähren wieder als gut bezeichnet werden. Bemerkenswert'war die große Anzahl jüdischer Touristen aus allen Erdteilen, die am verflossenen Passah-Feste die Straßen von Jerusalem füllten, sodaß die Hotels alle Ankörmnlinge nicht bergen konnten und viele voll ihlien Privatquartiere aufsuchen mußten. In letzter Zeit ist eine st a r k e A b w a n d e - rung des arabisch-ländlichen Elements nach Nord- und Südamerika zu verzeichnen. Nachdem in früheren Zähren die christliche Bevölkerung - und zwar hauptsächlich aus den Städten Bethlehem und dem benachbarten Bedschala — das Häuptkontingent stellte, folgen jetzt auch die mohammedanischen Landleute aus der Umgebung von Jerusalem. Die Ursache der starken Auswanderung ist der Mangel an geeigneter Beschäftigung. Die Auswanderung der arabischen Bevölkerung findet ein gewisies Gegengewicht in der Zuwanderung des jüdischen Elements, doch vollzieht sich diese meist nach der Stadt Jaffa und den benachbarten jüdischen Kolonien. Offenbaiebel Druckluft-Anlage I Ottenbach a. H. Telefon 133. (Anschluss mit Frankfurt,. I Bewährteste TepplOhralnlgiing (100,000 qm jährlich)! sowie unübertroffene Bettenü. Bettf edernrelni-1 guna mittelst Druckluft und Wasserdampf. Hilf lung .a« und für d> ter Hilf idet hl! Tachkemoni-Schnle in Jaffa. Infolge einer hochherzigen anonymen Spende von 55,000 Frs. ist es ermöglicht, in allernächster Zeit mit dem Bau eines neuen Schulhauses zu beginnen. .Man ist bereits mit der Ausarbeitung der Pläne beschäftigt. Die bisherige Mittelschule wird voraussichtlich zu Beginn des nächsten Semesters im Oktober in ein Gymnasium umgewandelt werden, was insbesondere für unsere religiösen Glaubensgenossen in Rußland, die ihren Kindern gern eine Gymnasialschulbildung zuteil werden lassen möchten, von Porteil sein wird, da ja. leider die Aufnahme in den Gymnasien RuUands fast unmöglich geworden ist. Für diejenigen Schüler, die sich dem kaufmännischen oder landwirtschaftlichen Berufe zuwenden wollen, werden Spezialkurse eingerichtet. Zufolge fteundlichen Uebereinkommens mit dem bisherigen Komitee der TachkeMoni-Schule wurde auf einer in Hamburg unlängst stattgefundenen Versammlung ein neues Komitee für die Schule gewählt. Dasselbe besteht aus 74 Personen, wovon 5 dem geschäftsfuhrenden Ausschuß und 11 dem pädagogischen Rat angehören. Wir verweisen noch auf den im Inseratenteil erscheinenden „Aufruf". Frankfurter Israelitisches FamilieiÄatt. Die Aufforstung Palästinas. Jerusalem. Die Hirten und die Kohlenbrenner sorgen ständig für die Verwüstung des Waldbestandes Palästinas, — und angeforstet ivird fast garnichts. Dabei ist aber kein Boden siir die Waldkultur so geeignet wie der Palästinas, da er viel Kalkgehalt hat. Was bei einer sachgemäßen Anforstung hier im Lande zu erreichen ist, beweisen die schönen Baumbestände in den deutschen und den jüdischen Ansiedlungen. Auch ist dem Jüdischen Nationalfonds die Bepflanzung größerer Landstrccken zu verdanken. Die Folgen der zunehmenden Entwaldung machen sich in großer Trockenheit bemerkbar. Die Landwirtschaft hat natürlich den Schaden davon. Geregelte Waldwirtschaft und Wiederaufforstung der abgeholzten Gegenden ist deshalb eine unbedingte Notwendigkeit. Zu biefem Zweck genügt es nicht, daß einige Gesetze erlassen werden, die nachher niemand hält. Es müßte vielmehr für eine wirkliche Waldaufsicht gesorgt werden. Auch müßte die Bevölkerung über die wirtschaftlichen Folgen der Waldverwüstung aufgeklärt werden. Zivei andere Maßnahmen waren zu treffen, um dem llebel der Entwaldung Palästinas vorzubeugen: 1. Wäre durch ein strenges Gesetz das Fällen jedes Fruchtbaumes zu verbieten; 2. wäre an die schleunige Bildung einer Brennholz-Jmport-Gesellschaft zu schreiten. Diese Gesellschaft müßte durch Ermäßigung der bedeutenden Transporttarife llnterstiitzung finden. Im Sandschäk Jerusalem haben die Behörden bereits Versuche gemacht, die .Aufforstung allmählich durchzuführen. Man hat dort eine Pflanzschule zunr Zwecke der unentgeltlichen Verteilung von Pflanzen geschaffen. Weitere ähnliche Anstalten müßten vom Staate gegründet und gefördert werden. Seitens des Gouverneurs in Jerusalem wurden zwar die Abholzungcn bereits verboten, aber zur wirksamen Ausführung dieser Maßnahmen^ müßten staatliche Waldhüter ernannt werden. In den Bezirken Jaffa und Gaza gibt es Dünen, die Tausende von Quadratmetern bedecken. Diese Dünen tvill man vor allen Dingen zunächst einmal bewalden. Die Beivalduug würde die Fieberatmosphäre dieser Gegenden beseitigen imd demSandschak das nötige Brennholz liefern. Man will den jüdischen Kolonisten in Rischon le-Zion und anderen jüdischen Niederlassungen die Konzession zur Bewaldung der Dünen erteilen. r Spezialität: Francke & Weber (Deinkorken. Gr. Friedbergerstr. 7—11 Tel. Hansa 4095. j Mrs aller Meu. Deutsches Reich. Berlin. Im Abgeordnetenhause wurde ein Antrag 'Cassel (Fortschr. Dp.)—Dr. v. Campe (Natl.s, in den nächsten Etat einen Betrag für Beiträge an nicht genügend leistungssä h i g e T Y n a g o g e n g e in e i n d e n cinzustelte», dem Anträge gemäß an die Budgetkommission verwiese».. Berlin. Der Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens versandet folgende Notiz zur Wandervogel-Frage: Wir verurteilen die auf dem Frankfurter Bundestag von der Bundesteitung abgegebene Erklärung wegen ihrer inneren Unwahrhuftigkeit aus das <3 ihärf st e. Trotzdem halten wir vorderhand ein unterschiedsloses allgemeines Ausscheiden aller Juden aus den neutralen Wandervogel-Vereinen zur Zeit nicht sür geboten, vielmehr must jetzt, nachdem die Bundesteitung eine durchaus unbefriedigende Stellung eingenommen hat, der Kamps in den einzelnen G anen und O r ts gruppen zum endgültigen Austrag gebracht und eine klare Stellnngnahine jeder einzelnen Ortsgruppe herbeigeführt werden; dies kann nur geschehen, solange noch Juden in diesen Gruppen und Gauen mittätig sind und an der Klärung ein Interesse haben. Tort, wo mit Rücksicht auf das Gebühren der einzelnen Ortsgruppen ein Ausscheiden der Juden hier noch notwendig wird, sind die vorhandenen neutralen südischen Jugendvcreine in ihren Wanderriege» zu unterstützen.. National-jüdische Wandcrbunde bejürworten wir nicht! klM DM IM. v. WM SchtHen&tr. 13m Telephon I, 8630. Seifen, Lichte, Kammnnd iBürstenwaren, Besen etc. Cosmetische Spezialitäten. Seite 3. München. Nach einem Referate des Rechtsanwalts Dr. Max Feucht wanger nahm die Mitgliederversammlung der ,O>hel Jakob" Israelit. Religio n s g e sellschaft) einstimmig folgende Resolution an: „Die Mitgliederversammlung des Vereins „Ohel Jakob" (Israelitische Religionsgesellschaft) E. B. in München als die berufene Vertretung der Münchner 'Orthodoxie erklärt gegenüber den in Heft 3 nnd 4 der jüdischen Monatshefte" erschienenen, aus die Revisionsbestrebungen in Bayern bezüglichen Aufsätzen folgendes: Wir gestehen, ungeachtet unseres eigenen entschiedenen Eintretens sür die Revision des Judenedikts, jedem unserer Glaubensgenossen das Recht zu, über die Notwendigkeit oder die Ziele der Revision anderer Meinung zu sein wie wir und seiner abweichenden Anschauung in sachlicher Weise Ausdruck zu geben, weil wir eine solche Aussprache nicht zu fürchten haben. Wir weisen es aber mit aller Entrüstung zurück, wenn von unberufener Seite die Gesinnung, die uns bei unserem Kampfe leitet, in der schnlählichsten Weise verunglimpft wird. Ein solches Verfahren, dem ein Blatt mit dem Leitwort „Danresch, tanw leaman" seine Spalten niemals öffnen sollte, kann auch durch die völlige Unkenntnis bayerischer Verhältnisse nicht gerechtfertigt werden. Angrisfe in solcher Form sind am wenigsten geeignet, uns in unserem unerschütterlichen Festhalten an. dem Revisionsgedanken wankend zu machen." N. ROSENAU Engllaoho Herren-Schneiderei IO Goethe«trmasa IO. Vornehm« Anafährnng. Massige Preis«» l'ßuiiletou. Ein Gelübde. Roman aus dem jüdischen Gememdeleben. Von S. L u ß» Mannheim, (Fortsetzung.) Die Vorbereitungen dazn wurden, da sie im Hause ' abgehalten werden sollten, unter Mithilfe von Rahel, der besten Freundin Regines, getroffen, und trotzdem Simon Josefs Haus niied, wurde dessen Tochter Rahel zur Hochzeit geladen, und die Einladung wurde angenommen, tveil ihr von den Geschwistern Gottschalk das Unter--^» führen bei der Mahn angeboten wurde, eine Ehre, die sie nicht ausschlagen konnte, weil diese Ehre auch als religiöse Pflicht geschätzt wurde. Sonst wurde von der Gemeinde niemand eingeladen als die Familie des Lehrers und Samuel Stern, aber der auch nur, weil er besonders darum gebeten hatte. Man wunderte sich in der Khille sehr über diese Auswahl. Die Einladung des Lehrers war als allgemeine Sitte erklärlich, Rahels Einladung wurde auch begriffen, 'da sie Cousine im zweiten Grade, Freundin und Nnterführeriu war, aber wie kam Samuel Stern dazu? David Reinwald, der alles wußte, glaubte auch das zu verstehen, er sagte sich: Der Samuel ist schlau, er will mit Rahel einen gemütlicheu Tag verleben^ Obgleich diese neue Beobachtung ihn in der Hoffnung bestärkte, daß er' doch noch den Schidduch mit Samuetz und Rahel fertig bringen iverde, er sich im Innern also darüber ftcuen mußte, konnte er doch eine hämische' Bemerkung darüber nicht unterlassen. „Du bist sicher eingcladen," sagte er zu Samuel, „weil Du schon zweimal den Kutscher gemacht hast,, einmal von Dingshausen und einmal nach Dingshausen;, kommst Du nun au den Hochzeilstisch oder an den Kutschertisch?" Samuel lachte gutmütig zu der hämischen Frage) und versetzte: „Was liegt Ihnen daran, wo ich 'sitzet Und mir kommt es nur darauf an, daß ich etwas Gutes zu essen bekomme." Da Samuel sich die Ehre ausgebeten hatte, ' bei' Tisch neben Regine, der Unterführerin Lei der Trauung, sitzen zu dürft», und man das dem Hausfreunde nicht abschlagen konnte, mußte Simon, als Unterführer nnd als Bruder der Braut, natürlich Rahel, der. zweiten Unterführerin, die meiste Ehre antun und sicheifrig mit ihr unterhalten. Man sah cs ihm an, daß er diese Pflicht nicht mir mit Eifer, sondern..' auch mit großem Vergnügen erfüllte. Erst bei der Hochzeitstafel, als man nach Beendigung des Trauerjahres zum erstenmal sich wieder der vollen Heiterkeit hingab, erkannte Simon, welch tiefes, heiteres Gemüt seine Tischnachbarin hatte, und er strengte sich an, um' durch Witz und Humor sich seiner klugen Tischdame würdig zu machen. Regine war mit ihrem -Tischnachbar Samuel auch zufrieden- War' Samuel auch nicht so witzig wie ihr.