Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 12 (1914)
- Issue
- Heft 16 (24.4.1914)
- Date
- 1914-04-24
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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16. Hx. 16 Kapita ui f üofni mr ntim ersehen, lute groß! die Zahl der nicht »gelassenen Wischen Emigranten wäre, falls die »laziero jildrmgsstrobe, die in dem neuen Einwandernngs aes Er.xsetzentwürf vorgesehen ist, Gesetzeskraft erlangt, »möglii zcugun n wä nterneh i kaufen g aus ienutzen as heiß ^])iOflSBnbaeher Druckluft-Anlag« I t>c Ren Odinbach a» I. Telefon 123. (Anschlnsa mitFrankfort). I Bewährteste TepplChFelBlOanp (100,000 qm jährlich) I sowie unObertroffeBa Bettenu. Bettfedernrelnl-1 Pling mittelst Drncklnft und Wasaerdampf. rotz bei «einer Aus aller Well. Deutsches «eich. Oldenburg. Der ,Lsüd. Landesgemeinderat es Großherzogt. Oldenburg", die offizielle -aatliche Vertretung der oldenburgischen Synagogeninden, hat in der Tagung vom 19. v. Mts. ein* Alte/ .z ’aM m simmi.g folgende Resolution - wgenommen: „Der Indische Landesgemeinderat-spricht sein tiees Bedauern und seine Mißbilligung aus lber die vor kurzem in den nichtjüdischen Tageszeitungen veröffentlichte Erklärung einer Anzahl Juden, welche gejgnet war,. das Ansehen der deutschen Juden in den lugen Andersgläubiger herabzusetzen und den Zwiespalt nnerhalb der Judenheit zu erweitern und zu verschärfen." Posen. Am bevorstehenden 3. Jjar (29. April), dem kodestage unseres hochverehrten Rabbiners Dr. Wolfs ^eilchenfeld s. A. wird hierorts eine Jeschi wa Lehranstalt zur Förderung der Thorakenntnis) eröfsnet. bas provisorische Komitee besteht aus Rabbinatsassessor ».Krause, Rabbiner Dr. M. Silberberg, Kausmann s. G e l l e r t, Kaufmann APinczower und Kaufmann Rzeszewski. Der Unterricht ist unentgeltlich. Meldungen sind bis spätestens 1. Siwan (26. Mai) in Rabbinatsassessor Krause (Posen, St. Adalbertstr. 161) iu richten. Pose«. Hier fand die Generalversammlung des Verein zur Abwehr des Antisemitismus mter Vorsitz von Abg. Bergrat G o t h e i n statt. Abg. Kanzow erstattete den Bericht, und sodann Apri f Hai prach Generalsekretär T e w s über „Trennung oder Bernnigung in Jugenderziehung und Jugendpflege.^ Anschließend an diesen Vortrag wurde folgende R e s o ution gefaßt: „Die .Hauptversammlung des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus verurteilt alle parteipolitischen Werbungen um die Jugend und das Hineintragen verhetzerischer und trennender Tendenzen in die Organe der Jugenderziehung und Jugendpflege auf das entschiedenste und fordert alle Gesinnungsgenossen auf, der konfessionellen, sozialen und nationalistischen Trennung und Entfremdung der Jugend, insbesondere i» den Jugendpflegeorganisationen, mit allen Mitteln cntgegenzuwirken. Die Versammlung hält die Unterrichtsverwaltung für verpflichtet, wirksame Maßnahmen gegen verhetzerische Agitationen in den staatlich unterstützten Jugendpflegeorganisationen zu treffen." Fclbzii e neue längste, gt wai amp.rgn um c» Theo;. Klo >e. il sind iohn dt «s Herr Abg. Kanzow teilte mit, daß dem Verein auf seine Angabe der Kultusminister antworte, er mißbilige die Ausschreitungen gegen jüd. Schüler, sei aber zu inem Vorgehen gegen die bezeichneten Jugendvereini- «ungen nicht in der Lage, da in allen Jugendorganisaionen die politische und konfessionelle Neutralität streng mrchgcführt sei. Einzelne Uebertretungen dieses Grundatzes würden daher durch die Leitung der genannten Sereinigungen beseitigt werden müssen, die der Schul- - »sziplin überhaupt nicht unterständen. Die Annahme. -GYMM iajj der „Vaterländische Jugendverband" aus staatlichen ileriniw Kitteln finanziell unterstützt werde, treffe nicht zu. sie nu Abg. Wolff-Lissa sprach-über „Naturalisation mt) Aufenthaltserlaubni in, »ci lmfasseil >ie fett! April, der P«;n zugt md Aufenthaltserlaubnis in Theorie und Praxis". Er eKe eine Statistik vor, aus der zu schließen sei, daß . .. >ie Juden bei der Naturalisation zurückgesetzt würden, adt »ci Nit der Aufenthaltserlaubnis ist es noch viel schlimmer, >a gebe es -überhaupt kein geschriebenes Recht. Die Versherrsih faßte eine entsprechende Protestresolu- Oesterreich-U«gar». stlötz ein Lemberg. Hier fand der ßerbandstag der jüd. Turn- und Sportvereine Galiziens tatt, an dem über 30 Delegierte, ferner Vertreter des Zentralkomitees der Zionisten Galiziens, des Vereins der «ebräischen? Schulen Galiziens und der Bukowina, der öochschüler-Berbindnngen und -Vereine teilnahmen. Der Präsident des Organisattonskomitees, Dr. Hein - — ich S terner, erstattete den Bericht. Im Lande wirken lMderun iereits 28 jüdische Turn-, Sport- und Scouttng - Vereine mt 2498 akttven Mitgliedern, hiervon 468 Frauen. ,em Ä Am Tage der Konferenz fand in Lembergs größtem aanol das jährliche Schauturnen des Vereins ° u'..„ Mro r" statt. Zu dieser .Veranstaltung waren über ten sUl WO Zuschauer, darunter alle führenden Persönlich fiersonc, 'eiten der Lemberger jüdischen Gemeinde, erschienen. g. April, für Ei« uli 191 N. ROSENAU Englleohe Herren-Schneiderei » .e IO Go« - ■ XCI|6 •*" Vornehm« Ausführung. eät, .Sr —“— ien etiv cibt un befände i barff Redalt. IO Chxttsitnm IO. Hialge FrtUe. D Telefon-Anlagen Frankfurter Privat-Telefon-Gesellncliatt Frankfurt (Main) m. b. H. TeL-Amt Hansa Stiftstrasse' 29/88 > 6256 u. 6257. Mmckfurter Mraelitischös FamAienAÄt. Seite 8. Türkei. Konstanttnspel, 20. April. Auf Vorschlag des russischen Botschafters hat die türkische Regierung die Beschränkungen in Palästina ab geschafft, die dort für russische Juden hinsichtlich der Aufenthaltserlaubnis bestehen. Deutsches Teehaus Nene Halnzeratr. 77 (im Hanse von Seyd und Santter). - Täglich 5 Uhr Tee. -- Vorzügliche Konditorei, eigene Bäckerei belegte BrSdchen aller Art. — Treffpunkt des vornehmsten Familien-Publikums. — Geöffnet bis 12 TJhr Nachts. Personalien «. Kleine Mitteilungen. Berlin. Professor Dr. Lydia Rabinowitsch- Kempner ist wiederum eine Anerkennung ihrer wissenschaftlichen Leistungen zuteil geworden: sie ist in die Redaktion des Organs des Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose berufen worden. Dr. Susan na Rubin st ein, eine durch psychologische und philosophische Arbeiten bekannt gewordene Schriftstellerin, ist im Alter von 67 Jahren gestorben. Sie lebte in Würzburg, von wo aus sie viele Zeitschriften, mit ihren Aufsätzen und Essays versorgte. Von ihren Schriften ist besonders eine Studie über Philipp Mainländer, den atheistischen Pessimisten, zu nennen. Auch über Schiller hatsie Arbeiten veröffentlicht. Berlin. Prof. Dr. Ferdinand Blumenthal, dirigierender Arzt am isräelit. Krankenhaus, wurde zum leitenden Arzt der inneren Abteilung des neuen Krankenhauses in Lichtenberg gewählt. BreSlan. -Frau Direktor Dr. Minna Lazarus geb. Chotzen ist nach längerem Leiden im 77. Lebensjahre verschieden. Sie war die Witwe, des Direktors des jüd.- theol. Seminars, dem sie als eine hochgebildete Frau verständnisinnig zur Seite stand. Nach seinem Tode leitete sie Jahre lang ein Mädchenpensionat. An ihrer Bahre trauern 3 Söhne (Kausmann Eli Lazarus in Berlin, Prof. Dr. med. Adolf L. in Charlottenburg, Rabb. Dr. Arn. L. in Frankfurt a. M.) und 2 Töchter (die Witwe des Rabb. Dr. Bärwald in Saaz und Fr. Prof. Dr. Cohn in Breslau). 2BreSlan. Eduard Sachs, der Präses der jüd. Gemeinde, beging seinen 80. Geburtstag. — Der Neubau des jüd. Krankenhauses dürfte zum 1. Mai in Benutzung genommen werden. Köln. Professor Dr. Fritz Stier-Somlo, ein Sohn des Berliner Rabbiners, ist zum Leiter des llnterrichts an der Hochschule für kommunale und soziale Verwaltung ernannt worden. Düsseldorf. Das von der Fleck'schen Stiftung errichtete Erholungsheim für Frauen und Mädchen in Rosenau bei Werden a. Ruhr wird am 1. Mai seiner Bestimmung übergeben. Das schöne Heim gewährt für mäßigen Preis eine vorzügliche rituelle Verpflegung. Gesuche um 'Aufnahme: I. Baruch, Düsseldorf, Hüttenstr. 1. Neustadt a. Haardt Die feierliche Eröffnung des Israelit. Altersheims für die Pfalz wird am Sonntag, den 10. Mai, erfolgen. Es haben bereits acht Insassen in dem Heim Wohnung genommen. (L.) Posen. Justizrat L. Peyser, Vorsitzender der Repräsentanten der jüd. Gemeinde in Wreschen und lange Jahre Stadtverordnetenvorsteher, feiert am 25. crt. sein 25 j ä h r i g e s An w a l ts j u bil ä nm. — In Jano w itz verschied der Stadtverordnete und Vorsteher der jüd. Gemeinde Wolfs S ch m u l. Kosten. RendantHermannSteinert, Vorsitzender des Repräsentantenkollegiums, erlag einer Operation. Mit seltenem Fleiß und Pflichtgefühl hat er die Interessen der Gemeinde vertreten, ebenso -sich durch seine ganze Lebensführung die Achtung und Freundschaft aller, welche je zu ihm in Bezug traten, erworben. (Q) Hohensatza. Abgemdneter Dr. L e vy, Vorsitzendedes Verbandes deutscher Kalkwerke, ist in den Ausschuß des Zentralverbandes deutscher Industrieller gewählt worden. (L) Mogilno. Kaunnann Drucker wurde einsttmmig zum Magistratsmitgliede gewählt. (I,., Briefen. Renner Isidor Alexander wurde zum Ratsherrn gewählt. Brüssel. Samson Wiener, der infolge eines Automobilunglücks verstorbene Senator, war eine der markantesten Persönlichkeiten der belgischen Politik. König Leopold hatte ihn seinerzeit in den Obersten Rat des unabhängigen Kongostaates berufen und ihn auch zum ständigen Anwalt der Königlichen Zivilliste bestimmt. So kam es, daß Wiener an allen Sensationsprozessen teilnahm, die unter den Angehörigen des Hauses Kvburg in Brüssel geführt wurden, besonders von den belgischen Prinzessinnen gegen den belgischen Staat. Wenn die Liberalen in Belgien zur Regierung gekommen wären, dann hätte Wiener in einem liberalen Kabinett nicht gefehlt, denn im Senat nahm er stets das Wort bei den Budgets der auswärttgen Angelegenheiten und des Militärwesens, und man pflegte ihn häufig als den zukünftigen Minister des Auswärttgen für ein liberales Ministerium zu bezeichnen. Budapest. Advokat Dr. JlleS Hev esi wurde zum Richter am Handels- und Wechselgerichtshofe ernannt. — Holzgroßhändler Heinrich Holczmann in Raczkeve erhielt das Ritterkreuz des Franz Josef- Ordens. ■ ’•' ' Rew-Nprk. Oskar Straus itz von dyn Präsidenten für' sechs Fahre zum Mitgliede des Haager: Schiedsgerichts ernannt toorben; V Er hat nun zum dritten Male diesen Ehrenposten: A«S der zionistische» Beweg«»». ' Berlin. Das Aktionskomitee erläßt folgenden Schekel-Ausruf: „Die Zionistische Organisation hat sich in dem Kampf für den Geist unseres Erneuerungswerkes in Palästtna bewährt. Jeder einzelne Zionist hat das Bewußtsein der hohen Verantwortung in sich ausgenommen, das die gesamte Zionistische Organisation für die nationale Zukunft unseres Volkstums trägt. Die Zionisttsche Organisation ist das organisierte nationale Judentum. Sie ist der lebendig gewordene Wille des jüdischen Volkes, in den das Wollen der Unzähligen einströmt. Wiederum rufen wir jetzt unsere Gesinnungsgenossen in aller Welt aus zur großen Musterung. 130000 Schekelzahler haben zum 11. Zionistenkongreß ihre Delegierten entsendet. Aufs Neue ist es Pflicht jedes Zionisten, das verpflichtende Bekenntnis zum zionistischen Ideal abzulegen. Die Entrichtung des Schekels bedeutet das immer neue Gelöbnis, mit restloser Hingabe mitzuarbeiten an der Erfüllung unseres Zionistischen Programms. Der Zionismus verlangt von jedem einzelnen Juden, der sich mit uns in der zielbewußten Jlrbeit für unser Ideal der Erneuerung, unseres Volkes in Palästtna einssühlt, vor allem dieses Bekenntnis der Solidarität: den Schekel. Zionisten! Unser Programm und unsere Stellung im jüdischen Volke haben uns schwere Verantwortung anferlegt. Eure Pflicht ist es, zu beweisen, daß das jüdische Volk unser ist. Eure Arbeit kann und muß uns immer wieder das Recht erwerben, imMamen des jüdischen Volkes zu sprechen. Sorgt dafür, daß niemand, dem unsere Hoffnungen teuer sind und .der unser Wirken achtet, außerhalb unserer Reihen bleibt. F e st e r als je muß sich die Zionistische Organisation zusammenschließen. Größer als je muß die Zahl unserer Mitarbeiter werden! Hingebungsvoller als je muß der Eifer sein, der unsere Arbeit trägt! Wir stehen im Kampf für unser Programm. Wir müssen unsere Scharen zählen. Wir brauchen die Kraft der Zionistischen Organisation. Sammelt den Schekel!" Köln. Nach dem Beispiel in Holland, wo sich die Blumentage zu Gunsten des Nationalsonds schon eingebürgert haben' und mit jedem Jahr einen größeren finanziellen Erfolg bringen, hat man vor einiger Zeit in England mit günstigstem Erfolg einen Blumentag arrangiert, — und zur Zeit treffen die Zionisten in den Bereinigten Staaten von Amerika umfassende Vorbereitungen, kurz vor Schewuos einen groß angelegten Blumcntag für den Nationalsonds zu organisieren. Schewuos eignet sich hierfür wie kaum ein anderer Zeitpunkt, denn es ist das Fest, an dem man seit uralter Zeit die Gaben des Frühjahrs einzusammeln pflegte und die-' Erstlinge der Feldfrüchte im Tempel darzubringen gewohnt war. Wien. Im 63. Lebensjahre verschied der Großindustrielle und ehemalige Gemeinderat Lucian Brunner, der seit einigen Jahren auch in der hiesigen zionistischen Bewegung eine Rolle spielte. Cafe Kaisergarten am Opernplatz Erstklassiges Famillen-Cafe Nachmittags Konzerte. Fr. Hansolmaan, Besitzet. Feuilleton. Ei» Gelübde. Roman aus dem jüdischen Semeindeleven. Von S- Luß-Mannheim, (Fortsetzung.) „Ich schwöre zum erstenmal, Herr Lehrer," begann Simon die Privatunterredung> „es ist mir schrecklich, wenn ich daran denke, daß ich die Hand auf das offene Chumesch legen soll, auf die Stelle, wo die zehn Gebote stehen und schwören soll. Wenn ich ein reicher Mann wäre, würde ich, obgleich meine Forderung gerecht ist, lieber auf das Geld verzichten ’ als zu schwören." „Hm," antwortete der Lehrer und begann zu schreiben. „Herr Lehrer," begann Simon nochmals, nachdem er seine Bescheinigung erhalten- - „ist es nicht ein Unrecht gegen die Juden, daß man von ihnen verlangt, die heilige Thora beim Schwur zu berühren, als weim sie es sonst nicht mit ihrem Eide genau nehinen würden^