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Neue jüdische Presse · 1914-04-09 · Heft 14 (9.4.1914) · p. Seite 10

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
12 (1914)
Issue
Heft 14 (9.4.1914)
Date
1914-04-09
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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jfc | '.f geite 10; y-/- /; ■ Aialisierung unseres Lebens einher. Die Zahl der Angestellte«, die Masse wächst' die Masse aber verträgt in ihrer 'Mitte nur Individuen, die in ihrer äußeren Lebensgestaltung, in ihren Gewohnheiten sich von der Masse nicht wesentlich unterscheiden. Nun ist die Masse, in der wir Juden uns in den Golusländern befinden, in ihrer großen Majorität nichtjüdisch. Da aber unsere ganze äußere Lebensgestaltung. infolge der Vorschriften unseres Religionsgesetzes "sich scharf von derjenigen unserer nichtjüdischen Umgebung unterscheidet, so wird mit zunehmender Sozialisierung unserer Wirts- Völker die Gestaltung unseres Lebens in jüdischem Sinne immer schwieriger werden. * ' Hat nun die jüdische Frau die Schwierigkeiten des Judentums und die Gefahr seines Untergangs aus dem wirtschaftlichen, sozialen, politischen Leben der Gegenwart heraus erkannt, so wird sie daraus die Konsequenzen für ihr eigenes Tun ziehen. Sie wird begreifen, 'daß sie, soweit es in ihren Kräften stehtauf der einen Seite den Gefahren des Kapitalismus entgegentreten und auf der anderen Seite Gegengewichte gegen die Sozialisierung schaffen muß. Die Gefahr des Untergangs wird sie aufpeitschen zur Einschränkung des Luxus und der Bequemlichkeit, um aus den jüdischen Häusern einen Anlaß Mr die Sucht, mehr und imnter mehr zu verdienen, fortzuschaffen; sie wird, wo es erforderlich sein sollte, selbst in den wirtschaftlichen Kampf mit. eingreifen und sich nicht schämen, nritzuverdienen, um dem Manne den wirtschaftlichen Kampf zu erleichtern; sie wird ihre Kinder, wenn möglich, Berufen zuführen, die ihnen etwas mehr Zeit zur Selbstbesinnung lassen,, den sogenannten .freien akademischen Berufen,, dem Berufe des künstlerisch arbeitenden Handwerkers, des Bauern usw. Die Vorliebe der Juden für die .akademischen Berufe wird unbewußt durch diese Notwendigkeit mit veranlaßt sein Die Erkenntnis der sozialen Gefahr und der Gefahr der alles nivellierenden Masse wird die jüdische Frau veranlassen, ihr Haus so jüdisch wie ' möglich zu gestalten, im Interesse der Zukunft des Judentums ihre Kinder in einem jüdischen Milieu. großzuziehen und sie gerade zur Betonung des Gegmsatzes zu der nichtjüdischen Lebensgestaltung und zur Betonung ihrer jüdischen soweit zu bringen, auch in ihrer nichtjüdischen Umgebung Juden, nichts als Juden sein zu wollen. Damit sind aber die Lehren, die die jüdische .gxau ftir ihr eigenes Handeln aus der Beschäftigung mit der Politik ziehen kann,, noch nicht erschöpft. Sie wird aus ihr die Abhängigkeit der Weltanschauung und damit' auch des 'Jüdentums . von der Wirtschaftsweise e^ennem Sie wird wissen, daß der Grundzug des Kapitalismus; der bis aufs äußerste, .gesteigerte wirtschaftliche Eigennutz,. alles verabscheut, was der Expansion dieses wirtschaft- -Lchen Eigennutzes. entgegensteht. Jede Beschran- Ming; die das Judentum der wirtschaftlichen Betätigung auferlegt, etwa Sabbatheiligungritueller . LÄenswandü . auf Geschäftsreisen, ist dem Kapita- . lismlch daher zuwider. Sie wird fragen, wie sie unter diesen Umständen zu erziehen habe. Auf Diese Frage, werden wir. jedoch erst dann eine Antwort .gebend können, wenn wir in einem . Lande, wo die Juden das Wirtschaftsleben nach ihrem eigenen Belieben einrichten können, die! Gestaltung eines jüdischen Wirtschaftslebens erleben werden, das trotz des modernen Kapitalismus echt jüdisch in gesetzestreuem Sinn sein wird. Wir Juden, die wir in früheren Jahrhunderten auf wirtschaftlichem Gebiete die Führer waren, haben uns allmählich zu Geführten -gradieren lassen. Aus dieser uns Gesetzestreuen erdrückenden Lage müssen wir heraus . uud eine Wirtschaftsweise kombinieren, die auf unseren Leib 'zugeschnitten ist. Die jüdische Fxau wird daher im Interesse, der Kindererziehung die Neugestaltung eines solchen jüdisch-gesetzestreuen Wirtschaftszentrums fördern. So wird das Verständnis' des öffenllichen Lebens und die staatsbürgerliche Einsicht das Pflichtbewußtsein und das Verantwortlichkeitsgefühl der jüdischen Frau: für die jüdische Gesamtheit in ungeahntem Maße^ wecken. Aber wie die Frucht aus der Blüte, so wird auch aus dieser Einsicht die richtige Gesinnung erwachsen, die sich in Taten äußert. Sie wird sich nicht' mehr mit denk Wissen Kankfurte» Israelitisches FamilienKatk. vom Staate begnüge«.; penn Wissen reizt an zur Betätigung des Erkannten. Sie wird sich am öffentlichen, am politischen und sozialen Leben aktiv beteiligen wollen und, wie wir aufzuzeigen versuchen werden, .auch beteiligen müssen. Mit Entsetzen werden dies die meisten unserer Gesetzestreuen hören, die zum großen Teil in der Angst um die alten jüdischchr Ideale — man verzeihe das harte Wort — Philister geworden sind und jedem Wehen eines frischen Luftzuges die Türe verschlossen haben. Die jüdische Frau ^gehöre ins Haus! Vor allen Dingen aber die verheiratete Frau. Es würde dem jüdischen Begriff des „Zniuß", der Zurückgezogenheit, in der die jüdische .Frau leben soll, widersprechen, wenn die Frau in der Oeffentlichkeit sich hervortun soll'; der eigentliche ' Pflichtenkreis der jüdischen Frau, die Hütung des jüdischen Hauses, würde durch die Betätigung im öffentlichen LÄen leiden. Es seien hier nicht halachische Aussprüche erörtert, es sei auch nicht zum Beweise des Gegenteils auf die jüdische Geschichte hingewiesen, - die Prophetinnen und Richteriunen kennt, ohne daß die betreffenden Fälle als Besonderheiten hervvrgehoben werden. Hier mögen nur die Tatsachen die Unrichtigkeit der Forderung:,„Die jüdische Frau .gehöre ins Haus" in dieser allgemeinen, umfassenden Bedeutung aufzeigen. (Schluß folgt.) Deutsches Teeliaiis Nene Hainzerstr. 77 (im Hanse von Seyd und Sautier). - Täglich 5 Uhr Teo. - Vorzügliche Konditorei, eigene Bäckerei belegte Brödchen aller Art. — Treffpunkt des vornehmsten Familien-Publikums. — Geöffoet bis 12 Uhr Nachts. Ljutostausky. ..Petersburg, 3. April. Kein russischer „Gelehrter" hat in der Politik gegen die Inden eine solch verhängnisvolle Rolle gespielt als Hippolyte Ljutostansky. Jahrzehnte hindurch hat er allen Nassefanatikern und Geschästsantisemiten, allen Pogromisten und Ritualmordjägern die „wissenschaftliche" Grundlage der Pogromnotwendigkeit gewährt. Lange Zeit war auch die russische Bureaukratie von seiner großenGelehrsamkeit überzeugt, und selbst Alexander UL hatte ihn ausgezeichnet. So oft es gar einen Ritualmordprozeß gab, hieß es seitens der Vertreter der Ritualmordanklage immer wieder: „Siehe Ljutostausky, Band soundso, Seite soundso." Noch in den achtziger Jahren hatte Ljutostausky zur Widerlegung seiner 'sämtlichen antisemitischen dickleibigen Bücher ein kleineres Werk verfaßt, er hatte es selbst drucken lassen und war damit an die Juden um Unterstützung herangetreten. Ms er aber von den Juden zurückgewiesen wurde, da stampfte er das Anti-Ljutostansky- Werk ein, und nur einzelne Exemplare davon sind in private Hände gelangt. Bon da ab hatte er sich an alle möglichen jüdischen autoritativen Persönlichkeiten mit ähnlichen Angeboten herangemacht und sich anheischig erklärt, seine in früherer -Zeit geschriebenen antisemitischen Hauptwerke der Vernichtung preiszugeben. Me hat er jedoch mit seinen Angeboten bei den Juden Gegenliebe gefunden. So blieb er für die Antisemiten nach wie vor die große Kapazität des Ritnalmordgedankens, der Kabbalagelehrsamkeit und des Talmuds und wurde selbst noch im Kiewer Prozeß oft zitiert. Jetzt ist nun Ljutostausky in einem Prozeß endgültig entlarvt worden. Kein geringerer als der bekannte Politiker Roditschew erzählte unter Eid. wie Ljutostausky eines Tages zu ihm gekommen sei und ihm vorgeschlagen hätte, die neue Auflage seines Werkes über den „Gebrauch christlichen Blutes durch Juden", das der Verfasser selbst als ein schädliches Werk bezeichne, für 7000 Rbl. abzukaufen. Als ihm dann Roditschew bemerkte, daß er keinen Bedarf dafür habe, da meinte Ljutostansky, er besäße ja viele bekannte Juden, denen er den Kauf Vorschlägen könnte. Ljutostansky leugnete naturgemäß vor Gericht die ganze Erzählung Roditschews, es stellte sich aber dabei heraus, daß er mit dem gleichen Ansinnen an den Dumaabgeordneten Gegetschköri herangetreten war. vom Kinderheim in Hofheim. Noch bevor wir Menschen das hohe Lied der Freiheit anheben, singt's in der Natur tausendstimmig den Jubelhymnus der Freiheit. Jede Knospe, jedes schüchterne Veilchen, die aus dem Süden wieoerkehrenden Wandervögel, künden die Befreiung aus den Banden des Winterfrostes, verheißen auch der nach Sonne lechzenden Menschheit, zumal den Schwachen und Kranken, Befreiung von Leid, Erquickung durch die stets neuen Wunder der im Frühling wiedererwachten Naturkräfte. Wie ein Mahnruf klingen diese Frühlingsstürme immer aufs neue dem Ohre der Kräftigen und Gesunden, ein Weckruf, den Hilfsbedürftigen die. heilsame Zeit im Jahre nutzbringend zu gestalten. So regt sich's denn auch in diesem Jahre wieder in den verschiedenen Kurorten, die sich bald nach, dem Pesachfeste bevölkern sollen. Ueberall wird jetzt die letzte Hand angelegt, um für die Erholungsuchenden Behaglichkeit zu schaffen. Nr. U. Nr. 1' Siel» berge, Drüben, im traulichen Hofhciin, am Fuße des Kapelle». >avuv l es, ist das E t t l i n g er- H e i m bereits geeichte!,' Mhlt gleich nach Beendigung unseres' Frühjahrfcstes die er holungsbedürstigen Schulkinder ans Frankfurt und der Homl and getr näheren Umgebung auszunehmen. Das Heim hat sich in erfcgt. den 4 Jahren, da es unter der liebevollen Aussicht seiner edlen Stifterin seiner Bestimmirng diente, znnehmendcr Sympathie und Hochschätzung zu crfrcucu. In der Tat hat es auch vorzügliche Erfolge auszuweisc». die bei weitem die in cs gesetzten anfänglichen Erwartungen übertreffcn. Es gewährt nicht nur, rvic sein Raine besagt, den von der Schule angestrengten, blntarmen unti nervösen Kindern Erholung, sondern es hat sich auch als ein vortreffliches Borbeugungsmittel. gegen den schlimmsten Feind, auch des jiidischen Volkskörpers, erwiesen — gegen die Lnngentuberkulose. Es kann heute keinem Zweifel mehr unterliegen, daß bei Kindern, die infolge eines schlecht entwickelten Brustkorbes oder erblicher Anlage .hinsichtlich ihrer Atmungsorgane gefährdet sind, das Klima von Hosheim und die im Heim angewandten physikalischen Methoden beachtenswerte Erfolge aufzuweisen habe», wie sie in Höhenkurorten, oder an der L-cc. allenfalls erreicht, doch schwerlich übertrosfen werden dürsten. Das Kuratorium des Heims, das dauernd ärztlich überwacht wird, hat dieser seiner Spezialaufgabe, im Vorjahre durch Errichtung geräumiger Hallen für Zwecke der Liegekur. Rechnung getragen. In ihrer letzten Jahres, Versammlung beschloß die Verwaltung, nun neuerdings die Anschaffung der „künstliche Höhensonne" benannten Quarzlampe, mit deren Strahlen die Medizin. Wissenschaft in der letzten Zeit gleiche biologische Wirkungen erzielte, wie mit der natürlichen Höhensonne. Damit hat das Rüstzeug der Hofheiincr .Anstalt eine weitere wertvolle Bereicherung erfahren. Es ist zu hoffen, daß der neue Apparat vor allem den zahlreichen Kindern mit Drüsenschwellnngen zugute kommen wird. Wie in den Vorjahren sollen auch diesmal wieder vorwiegend Kinder aus dem Mittelstände und von unbemittelten Eltern bei der Aufnahme, berücksichtigt werden. Bewerbungen tvolle man bei Herrn Dr. Löffler, Obermäinanlage 18, Vorbringen, der jeweils Dienstag und Mittwoch von 5—5>/» Uhr in Angelegenheiten des Erholungsheims Sprechstunden abhält. alkenber eringen Böhl mtierte, xrt a. ■ luflösun, Wer steh er;ie Schi tnder m l»s * Mal nsere >-Jug chritt um, fü krsamm he v iel daz »er in d iU wecke Eine zruppe : zehaltem iu dan Aus »eranstal nr Bes wrzügln «nt staltete der Agr ung. prachtvo Wesen d Telefon* Anlagen Frankfurter Privat-Telefon-desellschafl Frankfurt (Main) m. b. H. Tel .-Amt Hansa StiftstraBse 29/33 6256 n. 6257. »erstand Aus der ziouistifcheu Bewegung. München. Der jüngst in Burgkundstadt verschiedene Rabb. Dr. G o i t c i n war gleich seinem auch früh verstorbenen Bruder, dem rühmlichst bekannten Kopenhagener Rabbiner, ein begeisterter Anhänger des Zionismus und trat bei jeder Gelegenheit mutig für den Zionismus in die Schranken, so bei dein Rabbincrtag zu Marburg vor etwa fünf Jahren. Noch wenige Stunden vor seinem Tode schrieb er seinem Sohne einen Brief, in dem er begeisterte Worte für den Sieg der zionistischen Sache in dem Sprachenkampi fand und seiner frohen Zuversicht Ausdruck gab, daß in absehbarer Zeit in Jerusalem eine hebräische Universität Wirklichkeit werden wird. London. Twe Order of Ancient MaceabeanS, ein der zionistischen Organisation angeschlossener Verband, hat eine B o d en-e rw erbsg eseils.cha f t für Palästina mit einem Kapital von Lstr. ’o2 000 und Lstr. 10 000 Hypotheken ins Leben gerufen. . Man hosst, daß das Aktienkapital genügen wird, um ein größeres Landgcbiet im Distrikt Modln, der Heimat der Makkabäer, anzukaufen und es zu Ansiedlungszwcckc» bearbeiten zu lassen.' Die Obligationen (Lstr. 10000) so! len Freunden der Gesellschaft, die nicht selbst Land erwerben ivollen, die Möglichkeit geben, sich an dem Unternehmen zrr beteiligen, und diese Obligationen samt dem entsprechenden Zinsbetrag sollen am Ende des vereinbarten Termins zurückgczahlt werden. Das zu erwerbende Land soll in Parzellen von je zwei Acre cingeteilt und diese. an die Aktionäre vergeben werden. Der Aktienbetrag (Lstr. 50) schließt die Kosten für die Bearbeitung und Bepflanzung der einzelnen Parzellen ein, rmd im übrige» sorgt die Gesellschaft für die Berwaltiliig derjenigen Terrains, deren Besitzer sie nicht selbst zu vertvalten bcab sichtigen. sührung Ortsgrii 250 M Hie begeister Zusamn De, ion i Es zurichtei bekannt! Gcschich Aus -er Lehrerwett. Berlin. Im Parlament verhandelte die Unterrichts kommission über folgende Petition: Zwei jüd. Hausväter aus Logel in Hannover bitten um Zulassung ihrer Töchter zum Unterrichte in der höheren Mädchen schule der Schwestern des Heiligen Frau ziskus. Aus dem Inhalt der Petition ging hervor, daß bereits ältere Töchter der beiden Petenten im Jahre 1910 Aufnahme in der Schule der Schwestern gesunde» hatten, daß aber im vorigen Jahre die Regierung die Aufnahme der jüngeren Geschwister untersagt -habe. Der Vertreter der Unterrichtsverwaltung erklärte, daß Ordensschulen prinzipiell nur für katholische Schüler bestimmt wären, daß aber Ausnahme gestattet wurden; da aber die Regierung befürchte, daß die an dem Ort befindliche jüd. Gemeindeschule in ihrem Bestände gefährdet werden könne, wenn ihr weitere Schülerinnen entzogen werden, so habe sie die Aufnahme der jüngeren Töchter der Petenten untersagt. Die Kommission war der Ansicht, daß dieser Eingriff in die Elternrechte den Bestimmungen des ‘ Landrechtes widerspräche Die Petition wurde deshalb der Staatsregierung zur Berücksichtigung überwiesen. Bo tag ab seine E für di Amerik Ml sämtlick zurückst hier z konserv man an de mit c meindc rika ti einigui gemiet und d sei an und z Berhäl man A unter jüdisch nach wirkui viel > hervo, ein g T haltsp balary Hofe für <g gesehe Syn Homb liegen Be I und Schul . 2 M. $ Fra Jul. Jos

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