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Neue jüdische Presse · 1914-04-09 · Heft 14 (9.4.1914) · p. Seite 11

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
12 (1914)
Issue
Heft 14 (9.4.1914)
Date
1914-04-09
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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u. ipellr»,;cirl)ict; öie er« nd der sich in t seiner inender »veisen. Erwar- > Name en und uch als chlimmeseir -!», daß Brusr- MUIIgsrnd die achtcnshcnkurswerlich ärztlich be im Zwecke Jahresngs die rannten Wissenckungcii mit hat t tvert- >aß der rn mit in den Kinder ern bei t wolle 8, vor- 5—ö'A stunden ebait; Hansa . 6257. Nr. 14. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Siekovat (Ungarn). Dr. M. F r a n kf u r t er in a v u v a r ist hier einstimmig zum O b e r r a b b i n e r wählt worden. Homberg a. E. Lehrer W. Lothein ist in den Rübeand getreten und hat seinen Wohnsitz nach Frankfurt a. M. rrlegt. Er amtierte 34 Jahre in Braunbach, Netra, alkenberg und hier. Die hiesige Schule wurde wegen der mngen Schülerzahl ausg'löst. Böhl. Lehrer I. Flörsheim, der hier 7 Jahre mtierte, ist an die Fürstenberger Mittelschule zu Frankxrt a. M. versetzt worden. Der Lehrerstelle drohte die luflösung, der Minister hat dem Ersuchen der Gemeinde m Weitcrerhaltung jedoch stattgegeben und Lehrer L. >t eher aus Bremke (Kr. Göttingen) hierher versetzt. )ie Schule in Bremke wurde, weil dort gar keine-Schulinder mehr sind, von der Regierung aufgelöst. 8. )t verm auch Kopeu- :s Zuiür den u'ncrtag : seinem rte für enkanipi lb, daß Univerbeans, er Bcr« ft für >00 und ird, um Heimai szwcckc» )00) so!< and er« t Unter« mt dem vereinoerbendk eilt und enbctrag ng uud übrigen len Ter« n bcab- -rrichtS vei jüd. ulassung dcheu- Franhervor, n Jahre gefunden ung die be. Der Ordens« bestimmt da aber ein Ort Bestände ce Schü« üfnahme ie Kom- : Elternwspräche. zur BelNs der „Agndas Jisroel"-Bewegung. Mainz. Für das gesetzestreue Leven in nserer Gemeinde bedeutet die Gründung der A. j.-Jugendgruppe einen gewaltigen Fortr i t t. Unsere Jugend bekommt Interesse für das Judennm» für seine Lehre und seine Gegenwartsfragen. Die Zersammlungen, die von jungen Leuten und Mädchen jede Loche veranstaltet werden, sind gut besucht und tragen iel dazu bei, den Sinn der Jugend für die Bestrebungen er in der Agudas Jisroel sich organisierenden Orthodoxie ju wecken. Einen ganz ungewöhnlichen Erfolg für die Jugendzruppe bedeutete die jüngst unter großer Beteiligung abzehaltene Purimfeier, was wir Frau Rabbiner Dr. Bondi danken haben. Auch die während des Winters von der Ag'udoh uranstalteten. Freitag abendzusa mm enkünfte;ur Besprechung der wöchentlichen Sidra bewährten sich wrzüglich. Antwerpen, 25. März. Vergangenen Dienstag veranstaltete das provisorische Komitee der hiesigen Ortsgruppe der Agudas Jisroel die erste öffentliche Versammlung. Schon lange vor Beginn des Vortrags war der prachtvolle und sehr geräumige Saal, der „Fortuna" gefüllt. Rabb. Dr. Klein-Nürnberg sprach über „Das Wesen der Agudas Jisroel". Mit meisterhafter Beredsamkeit »erstand es der Vortragende, die Zuhörer an seine Ausführungen zu fesseln. Tosender Beifall folgte, und die neue Ortsgruppe hatte an diesem'Abend einen Zuwachs von 250 Mitgliedern zu verzeichnen.. Hierauf sprach Berisch Steinberg-Rzeschow und begeisterte speziell die chassidischen Kreise für die Idee des Zusammenwirkens aller guten Juden für die Gesamtheit. Den Ausführungen schloß-sich eine lebhafte Diskussion an. Es wurde bereits beschlossen, eine Anzahl Kurse einzurichten. Besonders freudig ist es zu begrüßen, daß der bekannte Historiker 'Wolf Jawetz Vorlesungen über die Geschichte der Juden halten wird. Voranschlag der isr. Gemeinde für O r d i n a r i u m. Einnahmen. Hauptsynagoge Synagoge Börneplatz Synagoge Königsteinerstraße Synagoge und Religionsschule Bockenheini Sonstige Gottesdienste Beerdigungswesen Schlachtwesen u. sonst, rituelle Betriebe Ritualbad Miet- und Pachtzinsen Zinsen Kultussteuern Ausgaben. Allg. Verwaltung Hauptsynagoge Synagoge Börneplatz Synagoge Königsteinerstraße Synagoge und Religionsschule Bockenheini Sonstige Gottesdienste Pensionen Philanthropin Krankenhaus Beerdigungswcsen Schlachtwesen und sonstige rituelle Betriebe Ritnalbad Religionsunterricht usw. usw. 1914 8,000.— JL 24 500,— „ 25 000,— „ 1690,— „ 1 200,- „ 57 100,— „ 27 850,— „ 3 500,— „ 7 205,— „ 43 362,— „ 730 000 „ 42 200,— JL 47 720,— „ 38880 — „ 50 960,— „ 14430 — „ 6 650,— „ 31160,— „ 108500,— „ 153 000,— „ 24 025,- „ 53 630,— ,, 3400,— „ 37 030,— „ Frankfurter Berichte. »Agudas Jisroel"-Ortsgruppe. Bor einem sehr zahlreichen Publikum sprach Donnerstag abend Dr. Meier Hildesheimer -Berlin über seine Eindrücke, die er auf seiner Propagandareise für die Agudas Jisroel-Organisation in Amerika empfangen hat. Man müsse, so begann der beliebte Redner, in Amerika sämtliche Anschauungen, die man von Europa niitbringe, zurückstellen und dürfe sich über nichts verwundern. Was hier z. B. als extreme Reform gelte, sei dort noch konservatives Judentunr. In den Reformsynagogen kenne man dort die hebräische Sprache überhaupt nicht mehr; an der Stelle des Oraun-Hakaudesch stehe dort ein Tisch mit einer aufgeschlagenen englischen Bibel. Jüdische Gemeinden in unserem europäischen Sinne gebe es in Amerika nicht. Denn die Gemeinde sei dort nur eine Vereinigung zu Veranstaltungen von Gottesdiensten in meist gemieteten Räumen. Durch den Mangel jeder Fundierung »nd durch häufige Aenderungen in dem Mitgliederbestände sei auch die Stellung der Gemeindebeamten eine unsichere und zwinge diese zu Nebenerwerben. Wie unter solchen Verhältnissen das jüdische Schulwesen beschasfen sei, könne man sich denken. _ Wie die zahlreichen Stiftungen für jüdische Zwecke unter den amerikanischen Juden zeige, sei viel ideales jüdisches Streben vorhanden. Es handle sich darum, dieses nach der richtigen Richtung zu entwickeln. Diese Einwirkung müsse von Europa konnnen, und zwar hänge viel von einigen als Jirden und als Persönlichkeiten hervorragenden Männern ab. Die Agudas Jisroel habe ein gewaltiges Arbeitsfeld in Amerika. Ausschuß der Israel. Gemeiude. Der Ausschuß genehmigte in seiner Sitzung de» Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1914, der mit 1862 063 balanziert. Für die Anlagen eines neuen Friedhofes. sind 97 000 JL für Terrainerwerb, 100 000- .4L für Straßenherstellung rc., 20 000 JL sür Vorarbeiten vorgesehen, für die Renovierung der Börneplatz- Synagoge 41000 JL Der neue Friedhof kommt an der Hamburger Landstraße nächst der Friedberger Warte zu liegen. Berei« zur Bekleidung bedürftiger israel. Knaben. Der Verein versah im abgelaufenen Jahre 298 Schüler und 78 junge Leute (Lehrlinge rc.) mit Kleidern und Schuhwerk, was eine Ausgabe von 10850 JL verursachte. Der Vorstand besteht aus folgenden Herren: Raph. M. Kirchheim (Vors.), Dan. A. Worms (2. Vors.), Franziska Simon, Maxim. Oppenheimer, Jul. Goldschmidt, Siegm. Morgenstern und Joseph Holzmann. Mädchen-Klub. Am 2. ds. Mts. fand die Generalversammlung im Klublokal, Langestr. 30, statt. Nach einer kurzen Ansprache der 1. Vorsitzenden, Frl. B. P a p P e n h e i m, wurde der Kassenbericht und der Vorstandsbericht durch die Schriftführerin Frl. M. Neu erstattet. Hiernach folgten die Berichte der Unterricht-, Vergnügungs- und Propagandakommission, die vom regen. Leben im Verein beredtes Zeugnis ablegen. Bei der darauffolgenden Vorstandswahl gelangten Frl. .R. Levy und Frl. B. Mandl als neue Mitglieder in den Vorstand. Die meisten zur Debatte stehenden Anträge wurden angenonlmen, so ein Antrag, regelmäßige Führungen durch Museen und Anstalten unter fachkundiger Leitung zu veranstalten, ein anderer aus Wiederholung eines Samariterkurscs u. a. m. Personalien. Der jüngst in Berlin iin 44. Lebensjahre verschiedene Herr Willi Bier verdient es, daß ihm in diesen Blättern ein Gedenkstein gesetzt wird. Sein lauterer Charakter und sein liebenswürdiges? Wesen waren mit einer innigen Herzensfrömmigkeit gepaart. Gegen Arme und Bedürftige war er stets zuvorkommend und stets gern bereit, zu helfen. Da es sein letzter Wille war, neben seinen! Vater s. A., den er gleich seiner Mutter, die Gott noch lange gesund halten mag, grenzenlos verehrt hatte, auf dem Friedhofe der Frankfurter Israelit. Religionsgesellschaft zu liegen, so fand die Bestattung hier statt. Eine überaus große Trauerversammlung erwies ihm die letzte Ehre, damit dokumentierend, welche große Wertschätzung er in den weitesten Kreisen genoß. Moritz Pappenheim. Kleine Notizen. Herr und Frau Meier Selig Goldschmidt haben' anläßlich ihrer. silbernen Hochzeit der Religionsgescllschaft 55 000 JL für den Bau einer Mikwa gespendet. Bunte Chronik. Bon den Inden in Irland. In Irland leben ungefähr 5000 Juden. Es ist interessant, daß, während in Amerika die irisch-jüdische Freundschaft förinlich sprichwörtlich geworden ist und einen amerikanischen Poeten sogar zu einer schwungvollen Lobeshymue ans diese Freundschaft angeregt hat, in Irland selbst die Irländer den Inden kühl gesinnt sind. In den Städten haben die Juden durch Fleiß und. Redlichkeit sich eine Position zu erringen verstanden, und gerade in Belfast, dem Mittelpunkte der gegenwärtigen kritischen Ereignisse, wurde vor kurzem ein Jude zum Bürgermeister gewählt. Auf dem Lande und in den kleineren Städten hingegen,, hat der irische Bauer oder Kleinbürger, der abgeschlossen von der Außenwelt, vielleicht niemals über die Gemarkung seines Heimatortes hinausgekommen ist, die wunderlichsten Anschauungen über die Juden. Besonders bezeichnend hierfür sind zwei Anekdoten, die David Werner Amram in seinem Aufsatze „Century of Jewish Life iu England" erzählt: Ein jüdischer Geschäftsreisender, der einen Kaufmann im südlichen Irland besuchte, wurde von diesem Lefragt: „Nicht wahr. Sie sind Jude?" — „Ja," antwortete der Reisende. — „Ich wußte es wohl," sagte nun der Jrishman, „aber was ich jetzt wissen möchte ist bloß, ivas für ein Jride Sic sind? Ein katholischer oder ein protestantischer Jude." Nicht minder bezeichnend ist die zweite Erzählung, deren Heldin die Lady of Limerick ist, die, als sie 70 Jahre alt geworden, einen ihr bekannten jüdischen Großkaufmann ersuchte, ihr einen hebräischen Lehrer zu empfehlen. Als der jüdische Kauftnann verwundert fragte, wozu die hohe Dame in so vorgerücktem Alter hebräisch zu lernen wünsche, antwortete diese offenherzig: „Gerade weil ich mich schon alt fühle und nicht mehr lange zu leben habe, möchte ich noch rasch Hebräisch lernen, damit, wenn ich von dieser Welt abbrrusen werde und vor den Richterstuhl meines Schöpfers treten muß, ich in der Lage bin, mit seiner Allmacht in 'seiner eigenen Sprache zu sprechen." Erwähnt fei noch, daß sowohl an der Dubliner Universität als auch jetzt an der nationalen Universität von \ < Seite 11 Irland ein Lehrstuhl für die hebräische Sprache und Literatur besteht. Rothschild-Anekdote. Bei einer Gesellschaft im Hanse Rothschild erzählte einer der Geladenen, er habe zehntausend. Franken einem Bekannten im Auslande geliehen und betrachte sie als verloren, da er trotz vieler Briefe keine Nachrichten mehr vom Schuldner bekommen habe und überdies nicht einmal eine Quittung besitze. „Es gibt einen Unterschied von Brief und Brief," erwiderte Rothschild. „Schreiben Sie nur folgendes: „Lieber Freund! Bei der ersten günstigen Gelegenheit, die sich Dir bieten wird, sei so gütig, mir die zw an zigtausend Franken, die ich Dir geliehen hatte, zurückzuschicke,,." „Ich habe ihm aber nur zehntausend Franken geliehen!" „Vortrefflich!" sagte Rothschild mit einem klugen -Lächeln. „Er wird Ihnen ebenso antworten: Mein Herr! Sie sind im Irrtum! Sie haben mir nur zehntausend Franken geliehen! — Und so werden Sie Ihre gewünschte Quittung haben." D- Erste hebräische Lektion.*) Dreißig Jahre alt bin ich geworden. Eh' ich begann, die Sprache meines Volks zu lernen. Da war es mir, als sei ich dreißig Jahre taub gewesen. Und nun erschütterten, — so lang zurückgehalten. Daß losgelassen sie wie Blitz die Lust durchschlugen, — Nun schütterten mein Ohr die alten Laute, Die meine Wiege schön umklungen hätten. Die mir in Knabenschritt. und erstem Spiele Und erster Mannestat Geleit gewesen wären. Nun kam zu spät das Wegenlied und klang nicht süß. Nein, wie erzürnt ob bitterer Versäumnis, Brach es als Blitz und jäher, langer Donnerton Mit Krampf und Wirrwarr her. Doch neigte ich Das Haupt ihnt gern, wie man der Mutter lauscht. Der Zürnenden, und aus dem Grollen war's, :Als klirre Wüste ans. Zusammenlaufen, Ein Spätzerpfiff, ein ganz vergessner Hörnerschall, Und unsres alten Gottes Zuruf vom Gebirge! Max Brod. *) Aus dem Wegweiser sür die Jugendlsteratur. \ Billa Aspira in Bad Sode«. Bei einer Taunustour hatte ich die Freude, ein streng rituell geführtes Erholungsheim kennen zu lernen, nämlich die Villa Aspira in Bad Soden. Soden selbst liegt am Südabhange des Taunus und ist gegen Nordwinde geschützt. Es besitzt den reichen Schatz von 26 Heilquellen. Sein neues Inhalatorium, das größte der Welt, ist auch im Winter geöffnet. Soolbäder und kohlensaure Bäder werden das ganze Jahr verabreicht. wti Hn Die Billa Aspira liegt an wundervolien Parkanlagen und ist nach allen Regeln der Hygiene gebaut und mit allem Komfort (Zentralwarmwasserheizung, elektr. Licht, fließendes Wasser in jedem Zimmer usw.) äusgestattet. Die Verpflegung ist sehr gut und sehr reichlich. (Siehe Inserat.) Briefkasten. E. S. 24. Schreiben Sie an den Verein für israel. Krankenpflegerinnen, hier, Königswarterstraße. Sie werden dann Näheres hören. Allgemeine Mitteilungen^ Deutsches T e e h a u s. In der Neuen Mainzerstraße 77, im Hause Seyd u. Santter, wurde dieser Tage eine neue Teestube eröffnet, welche durch die vornehm und geschmackvoll gehaltene Inneneinrichtung ein gemütlicher Aufenthaltsort, besonders für Damen sein wird. Speziell auch zur Abhaltung von Teekränzchcn eignet sich das Deutsche Teehaus und wir möchten unseren -Lesern empfehlen, die Besichtigung der Lokalitäten nicht zu versäumen. . - :i

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