Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 12 (1914)
- Issue
- Heft 14 (9.4.1914)
- Date
- 1914-04-09
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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m ii Frankfurter Israelitisches Familienblatt. ). in jedes jen, t nr- .und mche, Buch sein, iblioüemetrost adernden, nvermen. keine jenen > sein jrünüberaigc werieiten nders auptiblio- ,thek, ' xnttreihl tzung scheu, auch ideale : die n die wir dürdie spenversiiflern verfi- Bibi>' die meine Herz » der ienten ebräiausiothek »rden. die an o- , die wird, man f, den t hat, , daß lisiert l die Ener- >orbesation üssen. cfolge denen 'chone Vordie diese ihafte am hling Posuu- )dessa Konsich Presse betreffenden Fragen" befassen sollte. Dieses Vorhaben erschien aber selbst dem erzreaktionären Minister des Inneren Maklakow als ein zu deutlicher Pogromversuch, und er verbot die geplante.Konferenz unter der ausdrücklichen Begründung, daß der gewählte Termin unpassend sei. Auch in Kiew trat in den letzten Tagen die Pogromabsicht der Organisation „Doppeladler" sehr deutlich in die Erscheinung. So hat jetzt in vielen Dorfgemeinden Polens — eine Folge der Boykottpropanganda — die gewaltsame Vertreibung der Anden begönnert. Die Polizisten machen kurzen Prozeße sie raffen die Habseligkerteu der armen Dorfbewohner zusammen, werfen sie auf die Transportwagen und schieben sie nach dem nächsten Städtchen ab, dessen Juden durch den unfreiwilligen Zuzug ihre armselige Existenz noch mehr geschmälert wird. In der Duma haben die drei jüdischen Abgeordneten mit Unterstützung von. 63 Kollegen (Kadetten, Progressisten, von den Oktobristen nur zwei) eine Initiativ Vorlage eingebracht zur Aufhebung der Beschränkungen, die fiir Juden und Mohammedaner beim! Eintritt in die Advokatur bestehen. Seit dem Jahre 1889 besteht nämlich durch eine selbstherrliche rninisterielle Verfügung die Bestimmung, daß jeder neu einzutragcndc Rechtsanwalt erst vorn Jüstizminister zu bestätiget! ist. Vom Jahre 1889 bis 1904 tvurde nicht ein einziger Jude bestätigt, 1905^-1908 wurde eine größere Anzahl jüdischer Rechtsanwaltsgehilfen zu Rechtsanwälten ernannt, und seitdem besteht wieder das vorherige System. Die Vorlage wird abgelehnt tverde n. Gleichwohl hat ihre Eittbrittgung zweifelsohne eine hervorragende moralische Bedeutung: wird sich doch endlich abermals eine große Gelegenheit im rlissischen Parlainent bieten, die Tragik des russisch-jüdischen Daseins vorzuführen und die inneren Motive aller Eiferer des Ausnahmerechts bloszustellen. Denn seit dem Gesetzesprojekt, das in der dritten Duma zwecks Abschaffung des Territorialghettos cingebracht wurde, ist dieser Schritt der stärkste Vorstoß gegen die Mauern des Ausnahmerechts, von denen die Juden Rußlands umschlossen sind. Offenbacher Druckluft-Anlage I Offenbach S. 8. Telefon 123. (Anschluss mit Frankfurt). I Bewährteste TepptchrelDiBang (100,000 qm jährlich) | sowie unübertroffene Bettenu. Bettfedernrelni-I ■■■I guno mittelst Druckluft und Wasserdampf. Brief aus Palästina. Die hebräische Mittelschule in Haifa, die einzige Schule init konsequentem Realschul- Typus, Befindet sich seit dem Eintreffen des neuen Direktors Dr. B i r a m aus Berlin in frischer Entwicklung.' Im Laufe dieses Jahres werden zwei neue Klassen eröffnet; in zwei Jahren wird die Schule völlig ausgebaut sein. Baron Edmund Rothschild hat anläßlich seiner Anwesenheit in Haifa der jüdischen Gemeinde den Bau einer Synagoge zugesagt, und seine Gemahlin hat Bauplatz, Baukosten und 6000 Frs. Jahresbeitrag für ein jüdisches Krankenhaus gespendet. Magid Bey, der Gouverneur von Jerusalem, wurde jüngst von dein Chefredakteur der judenfeindlich gesinnten arabischen Zeitung „Jl Jkdam" in Kairo besucht, und dieser hielt es für angebracht, ihn auf die „Gefährlichkeit" der jüdischen Besiedlung Palästinas hinzuweisen. Der Gouverneur bewies jedoch für den freundschaftlichen Hinweis kein Verständnis. Die jüdische Arbeit in Palästina sei musterhaft. Die Konstantinopeler Zentralregierung bestrebe sich, die Eintracht zwischen den verschiedenen Volksstämmen zu fördern und ihnen keine Hindernisse in den Weg zu legen. Cafe Kaisergarten am Opernplatz Erstklassiges Familien-Cafe Nachmittags Konzerte. _Fr. Hanselmann, Besitzet. Zum Ausbau der kaufmännischen Stellenvermittlung. Das kaufmännische Stellenvermittlungswiesen im Kreise der saWattreuen Firmen Md Gehilfen ist bekanntlich in der Frankfurter Stellenverm i t t l u n g s z e n t r a l e' zentralisiert. Die Stellenvermittlung hat sich auf dieser Basis vortrefflich entwickelt, da die rund 45 Prozent der Bewerber und 40 Prozent der Vakanzen durch das Büro erledigt werden, ein Prozentsatz, der dem bei den allgemeinen kaufmännischen Stellenvermittlungen^ Erreichten zum mindesten gleichkommt. Indexen dürste der Kreis derjenigen, die sich — seien es Gehilfen oder Prinzipale — der Dienste des Büros bedienen bedeutend größer sein. ' Um nach dieser Richtung einen weiteren Fortschritt zu erzielen, hat die Zentrale auf Anregung des „Verbandes der Sabbatfreunde" mit den Ortsgruppen: Posen, Nürnberg, Breslau, Berlin, Hamburg, Cöln ab 1. Mai folgendes Abkommen getroffen: „Die Ortsgruppen fungieren als Filialen der Israelit. Stellenvermittlungszentrale zu Frankfurt a. M. Die lokale Stellenvermittlung, der persönliche Verkehr mit den in Nürnberg rc. domizilierenden Chefs und Gehilfen wird den betreffenden Filialen übertragen, während der gesamte schriftliche, anßerlokale Stellenvermittlungsverkehr, selbst wenn es sich um Orte in der Nähe der genannten Städte handelt, ausschließlich Sache der Zentrale ist. Sämtliche Vakanzen und sämtliche Beiverbungen fließen bei der Zentrale zusammen, die ihrerseits die Filialen durch abschriftliches Material in den Stand setzt, im Ortsverkehr den Gehilfen mit Rat und Auskunft zur Seite zu stehen und den Firmen des Orts jederzeit Bewerbungen vorzulegen. .... Die Anmerkung der Vakanzen zu den Kündigungsterminen hat nach wie vor hei der Zentrale zu geschehen, selbst wenn das dazu auffordernde Rundschreiben von einer Filiale ausgeht. Dagegen wird jede Vakanz aus dem Orte einer Filiale dieser sofort von der Zentrale weitergemeldet." Der neue Modus, .der die Vorzüge der Zentralisation mit einer spezialisierenden Lokaltätigkeit vereinigt, wird sicherlich die Erfolge der Stellenvermittlung erheblich steigern. Natürlich ist die verständnisvolle Mitwirkung von Prinzipalen und Gehilfen erforderlich; Besonders die Prinzipale dürfen es nicht versäumen, jede vorliegende Vakanz anzumelden. Bei dieser Gelegenheit sei endlich auf die dein Kaiserlichen Aufsichtsamt für Privatversicherung unterstehende „Versicherung gegen Stellenlosigkeit" hingewiesen, die den sabbattreuen Handlungsgehilfen und -Gehilfinnen die Möglichkeit gewährt, sich durch Z'ahlung einer mäßigen Jahresprämie (Mk. 6, '9.. 12 p. a.) einen Rechtsanspruch auf durchschnittlich 50 Prozent ihres Gehaltes fiir den Fall der Stellenlosigkeit zu erwerben. Jsr. Stellenvermittlnngs- und Verstcherungsverei« „Schomre Schabbos". In der am 26. er. stattgehabten Hauptversammlung erstattete der Vorsitzende den Jahresbericht, der einleitend darauf hinweist, daß das abgelaufene Jahr mit seinen schweren Erchütterungen des wirtschaftlichen Lebens seine Wirkung auch auf die Vereinstätigkeit nicht verfehlt. habe. Es spiegelt sich dies sowohl in der Verdopplung der an die Versicherungskasse gestellten Ansprüche als in deM Verhältnis von Vakanzen und Bewerbungen bei der Stellenvermittlung wieder. Die Versicherungskajse hat ca. 1200 Akk. an 11 Mitglieder ausgczahlt. Die Stellenvermittlungs-Zentrale besetzte 186 Stellen gegen 195 im Vorjahre. Der Bericht verbreitet sich alsdann über das mit den Ortsgruppen des „Verbandes der Sabbatfreunde" geschlossene Abkommen, über das an anderer Stelle' dieses Blattes referiert wird. In der Sonntagsruhe-Angelegenheit hat der Verein, wie seinerzeit an den Bundesrat, jetzt auch an den Reichstag eine Eingabe gerichtet, in der vom Standpunkt der gesetzestreuen jüdischen Gehilfenschaft die Annahme des Regierungsentwurfes dringend empfohlen wird. Eine weitere Verschärfung der Sonntagsruhe ohne Be- «eite 8. rücksichtigung der religiösen Interessen des JM>entnms würde auf die am Sabbat geschlossenen Geschäfte eine geradezu katastrophale , Wirkung ausüben und so zahlreiche sabbattreue junge Leute stellenlos machen. Als unbegreiflich bezeichnet es der Bericht, daß es angesichts der für jeden Kenner der Verhältnisse doch klaren Situation im neologen Lager einzelne Persönlichkeiten gibt, die als unberufene Vertreter der jüdischen Gehilfenschaft gegen den Regierungsentwurf Sturm laufen und die lächerliche Behauptung aufstellen, die 25stündige Sabbatruhe mit dem freien Sonntag-Nachmittag als Zugabe biete für den jüdischen Gehilfen keine genügende Erholung. Nach Verlesung des Berichtes, der mit einem Nachruf auf die verstorbenen Verwaltungsratsmitglieder Emanuel Ettinghausen und Emanuel Lehmann schließt, sowie des Kassenberichtes, der am 31. Dezember 1913 einen Vermögensbestand von 33 000 Mark konstatiert, stellte der Vorsitzende den Bericht zur Diskusiion. Aron Kober-Breslau wies darauf hin, daß es Aufgabe des Stellenvermittlungsvereines sei, anregend auf den „Verband der Sabbatfreunde" zu wirken und der in manchen Ortsgruppen dieses Verbandes eingetretenen Stagnation entgegenzutreten. Der Vorsitzende erwiderte, daß eure derartige Aufgabe dem Delegiertentage des „Verbandes' der Sabbatfreunde" zufalle, nicht aber dem Stellenvermittlungsvereine. Emanuel Landau meinte, daß durch Vorträge und Druckschriften mehr als bisher auf das Verständnis für die ideale Seite des Sabbats hingewirkt werden müsse. Die ausscheidenden Mitglieder des Vorstandes! und Verwaltungsrates wurden sodann wiedergewählt, während Emil Jsaac und Max Goldschmidt-Frankfurt a. M. neu in den Verwaltungsrat berufen wurden. Leo Schweinfest# A Damenschneider«! A empfehle tadellosen Sitz, gute Verarbeitung. Gr. Eschenheimerstr. 19, I. Telet 12206. OP Jiue aller ISteu. Schweiz. Luzern. Am 15. April Kitt für den hiesigen Kanton ein Sonntagsruhegesetz in Kraft, da» den sabbathalienden Firmen Sonntags nur drei Stunden hinter geschlossenen Türen zn arbeiten erlaubt. Leider werden nicht weniger als fünf Geschäfte infolge des neuen Gesetzes Samstags öffnen. — Für unser Land des Schächtverbots ist nachfolgende Notiz recht lehrreich: „In Däniten bei Olten ereignete sich heute früh ein schwerer Unglücksfall. Der bejahrte Metzger Ramel, Bater einer zahlreichen Familie, sollte dem Ammann von Däniken ein Schwein schlachten. Zum Töten verwendete er die übliche Schutzvorrichtung. Unglücklicherweise ging die Kugel am Kopf des Tieres vorbei, schlug auf einen Stein auf und prallte zurück. Auf diesem Wege drang sie dem Metzger unterhalb des Kinns in den Kops ein, sodaß dieser tot zusammensank." Franz Dilliiiti Ml v. MM SchlHoratr. 18. Telephon I, 8630; Seifen, Lichte* Kamm- und Bürstenwaren, Besen etc. Cosmetische Spezialitäten. Rumänien. Jassy. Namentlich diejenigen jungen Leute, die an dem letzten Feldzug gegen Bulgarien teilgeiiommen habeir, und denen die Naturalisation ungeachtet der feierlichen Zusagen der Regierung verweigert wird, befinden sich in verzweifelter Sttmmung. Infolgedessen hat eine neue Auswanderungsbewegung, ähnlich der vom Jahre 1900, eingesetzt. Tausende von jüdischen Reservisten haben sich zu militärisch organisierte» Trupps vereinigt, die das Land zn Futz verlassen, um nach Amerika auszuwandern. Personalien «. Kleine Mitteilungen. Gelnhausen. Sonntag nachmittag hat sich , an der „Abtshecke" auf der Sttaße von Langenselbold nach Rothenbergen ein schweres Unglück ereignet. Das mit 5 Personen besetzte, der hiesigen Firma Heilmann söhne» Metzgerei und Biehhandlung, gehörige Auto nahnr anscheinend eine Kurve zn kurz, wodurch es ins Schleudern kam und die Insassen herausgeworfen wurden. §e;t? ntaitn Heilmann erlitt eine schwere Schädel- Verletzung, während die übrigen Fahrtteilnehmer, dar-