Mannheim
Compact Memory

Neue jüdische Presse · 1914-04-03 · Heft 13 (3.4.1914) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Neue jüdische Presse
Volume
12 (1914)
Issue
Heft 13 (3.4.1914)
Date
1914-04-03
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2692297-2692872-2692885--08353-2703490
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

k. 13 Rr. 13. nzen, cückzust es Und iiters Berich l andy i u. lalästm rgab bräisch Se"'"' sowie i gend ii rgen fahr j, )te ' if ünb hal n Jas [ in K ' Grüi d gehö iber d streite, iisherij nen Ei t, wi'i st nid esse bi : cinnu te itidj schabe ander U 8 r meine, onisch -r 'Zii en' de Z« e in de llem ei, >er feste ährende tion daß sh, ld wurb glänzen chkemon mn pra, anen ge ung de >en, bi ollegiunl derSy»agogengemeinde angehört hat. , Aus hem ^statteten Jahresberichte ist zu entnehmen. Laß iic Ausgaben pro 1912/13 ein Mehr von JL 16 400 gegen icn Gemeindectat Nachweisen. Die Ausgaben für das gohr'sche Kranken- und Siechenhaus beliefen sich auf IL 153 022, wofür JL 142100 vorgesehen waren. Dahingegen überstieg die Einnahme dieser Position um mehr!s JL 6000. Eine geringere Einnahme, etwa JL 1100 sich ans der Schlachtgebühr für Rindvieh und leslügel. Die direkte Steuer der Gemeinde bei 1891 zensiten brachte JL 148 732,71, im Steuerjahre vorher M. 135 000. Die Synagogengemeinde verfügt über ein [Lcrmögen von JL 59 566. Der Depositenbestand, der verschiedene beträchtliche Stiftungen in sich schließt, beziffert sich in Summa auf JL 2366 678. Die erforderlichen Ausgaben für die Instandhaltung der Friedhofs-Predigthalle mt JL 1493 wurden bewilligt. Die Legate von der w »erstorbenen Frau.Rebekka Jafse in Breslau mit JL 1000 »nd dem verstorbenen Kaufmann Max Krahn, elfteres für die Synagogcngemeinde und letzteres für die Ritsche- ^latauschc Waisen-Erziehüngs-Anstalt für jüdische Mädchen, mrden von der Versammlung durch Beschluß angenommen. Oldenburg. Der jüdische Landesgemeindelat hatte vor einigen Jahren ein " Anstrittsgesetz beschlossen, nach dem Muster des preußischen, nach welchem ein Austretcnder ohne Uebertritt zu einer anderen Relizionsgemeinschaft noch zwei bezw. fünf Jahre zu sämtlichen lultussteuern beizutragen verpflichtet ist. Der Kaufmann Neorg Isaak übernahm es, im Namen seines Freundes iieyersbach und auf dessen Kosten, die Giltigkeit dieses Zcsetzes anzugrcifeu mit der Begründung, ein solches Gesetz lönne nur vom Landtage gemacht werden und überschreite die Befugnisse des jüdischen Landesgemeinderates. Er betrat zuerst den Beschwerdeweg. Die Beschwerde wurde jedoch mit der Begründung abgewiesen, daß der Landesgemeinderat eine vom Staate anerkannte gesetzgebende Korporation ei. Nunmehr betrat Isaak den Weg der Klage, nachdem er die Steuern bezahlt hatte, und klagte gegen die üdische Behörde bezw. gegen den Vorsitzenden des jüdischen kandesgemeinderates Landrabbiner Dr. Mannheimer, »er sich seinerseits durch Rechtsanwalt E. L ö w e n st e i n in Oldenburg vertreten ließ. Der Kläger wurde beim Amtsgerichte abgewiesen und zur Tragung sämtlicher Kosten verurteilt. Die gegen das Urteil eingelegte Berufung wurde vom Landgerichte verworfen und das Urteil der Borinstanz wurde bestätigt. WOLFS-ECK unsortiert 12H sortiert G.M HOLZ HOFLIEFERANT FRANKFURT a.M Türkei. Konftantinopel. Großrabbiner Chaim Nah um erwiderte dem russischen Botschafter von Giers den Besuch, den dieser ihm vor kurzem abgestattet hatte. Der Besuch währte länger als eine Stunde. Die Unterhaltung B der jübl drehte sich hauptsächlich um die nach Palästina eingewanderteir russischen Juden und um die Sprachensrage des jüdischen Technikums in Haifa. Der Botschafter erklärte sich für die hebräische Sprache. hundert ei Jahr :oht sind , um bei >ssen »er Ziglderte da des Vor mdlungci t he me 1913 [üi eutschlaiü ^besonder« chen Plai ische M ich bcrei zu gebe» gcntlichei Bau wct ieschlossa in Pali gen drw , Berlin, »dachte « ilberberg, abbinats Palästina. Jerusalem. Am 31. März beginnt die von Dr. Elias Auerbach (Haifa) vorgeschlagcne rrnd von der Jaffaer Jüdischen Aerztegescllschaft inaugurierte erste T r a ch o m k o n f e r e n z. Zweck derselbe» ist Gewimrung der Aerzteschaft für den Kampf, gegen das endemische Trachom, Zusammenfassung und Sichtung des vorhandene» statistischen Materials, Einigung über eine Reihe von Fragen, betreffend einheitliche Statistik, Diagnose und therapeutisches Vorgehen, Aufklärung der Bevölkerung und so weiter. Die Konferenz dauert drei Tage und findet im Anschluß an das Jewisti Health Bureau in dessen Räumen statt. Die kliicischen Demonstrationen und Operationen werden in der Augenklinik /.Lemaan Zion" abgehälten werden. Jaffa. Das Ergebnis der O r a n g e n e r n t e ist.recht günstig. Die Witterung war vorteilhaft. Auch die Preise auf 'dem Weltmarkt sind besser als in den letzten Jahren, so daß bei gutgepslegten Anlagen ein schöner Gewinn sich erzielen läßt. Es hat auch die Ausfuhr der Jaffa-Orangen allmählich einen bedeutenderen Umfang angenommen, indenr jährlich über zwei Millionen Kisten ncit je 120—150 Stück ausgeführt werden, in erster Linie nach Liverpool, aber auch nach Aegypten, Konstantinopcl, Australien und neuerdings auch nach Deutschland. Um nicht mehr wie früher für den Verkauf der Orangen von der Willkür einheimischer Händler abhängig zu sein, haben sich zwei jüdische und eine deutsche Gruppe von Pflanzern zu einer Orangen-Exportgesellschaft zusammengetan und ihre Tätigkeit hat sich bewährt. Die deutsche Gesellschaft will in erster Linie den deutschen Markt gewinnen, und es ist nicht zn bezweifeln, daß ihr dies auch gelingen wird, da die Jcksfaer Orange nicht Frankfurter Israelitisches FamilienAatt ' nur wohlschmeckender, sondern auch haltbarer ist, als die italienische und spanische. Junge Orangenbäume erzeugen außerordentlich große und saftige Orangen; von diesen gehen im Januar viele Kisten an den kaiserlichen Hof von Berlin ab. Personalien rr. Kleine Mitteilungen. Berlin. Der Kaiser hat die vom Senat de Kaiser Wilhelm-Gesellschaft beschlossene Aufnahme decs Geh. Kommerzienrats Louis Grünfeld in B e u t h e n als Mitglied der Gesellschaft bestätigt. Berlin. Der 88jährige Moritz Mannheimer, der vor drei Jahren die Mittel zur Errichtung einer Moses-Mendelssohn-Toleranz-Professm an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Jrcdentums und zu Preisausschreiben für Schriften über Menschenliebe, Gerechtigkeit und Duldsanikeit hergab, hat soeben der Großloge des Unabhängigen Ordens Bnei Brith eine Jahres-Rente von 5200 JL, die durch Zahlung eines einmaligen Beitrages von 130 000 JL abzulösen ist, zu weiteren jährlichen Wettbewerben überwiesen. In den Arbeiten sollen Menschenliebe, Gerechtigkeit und Duldsamkeit. als die Grundpfeiler der menschlichen Gesellschaft behandelt werden. Das Preisausschreiben wird im Mai erlassen, die Verteilung der Preise — 2000, 1000, und zweimal 500 JL — erfolgt im Dezember. Dem Preisgericht gehören an: Geh. Justizrat Dr. Eugen Fuchs, Geheimrat Prof. Dr. Graf Baudissin, Geh. Justizrat Timendorfer und Stadtverordnetenvorsteher Michelet. Berlin. Direktor Minden stiftete für den Sitzungssaal der israelit. Gemeinde die Büste des Großen Kurfürsten, weil dieser religiöse Duldsamkeit übte. Hierfür muß er nun an die Steuerbehörde 600 JL> Schenkungssteuer entrichten. Berlin. KommeAenrat Georg Lieber mann wurde vom Kaiser als Mitglied der Kaiser Wilhelm- Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften bestätigt. Zerbst. Mtt Bezug auf das Parimfest hielt vor vollzählig versammelter Gemeinde unser Lehrer, S. Kanstein, einen fesselnden Bortrag über das' Thema „Die Esterrolle und ihre Moral", dem sich eine anregende Debatte anschloß. Es wurde der lebhafte Wunsch geäußert, daß Herr Kanstein die Gemeinde des öfteren mit solch belehrenden Borträgen erfreuen möge, die gleichzeitig geeignet sind, die Geselligkeit inmitten der Gemeinde zu fördern. Breslau. In der Generalversammlung des Liberalen Vereins der Synagogen - Gemeinde wurde mitten in der Rede der Repräsentant N a t h a na e l Pasch von einem tödlichen Schlaganfall getroffen. Er hätte in einigen Wochen den 70. Geburtstag gefeiert. Mainz- Die israel. Gemeinde Kanel bat aufgehört zu ..Existieren, sie ist ncit der Mainzer verschmolzen worden. Die schöne Synagoge in der Frühlingstraße wird schon seit längerer Zeit Nicht mehr benutzt. Budapest. Der vor einigen Tagen verstorbene Generaldirektor Ludwig S z e n d e verdankte seine hohe Stellung dem Antisemitismus. Er war nämlich als junger Mann von dem Wiener Handschuhfabrikanten Zacharias mit 125 Gulden monatlich angestellt worden. Bei Vollzug des Vertrages fragte ihn Zacharias nach seiner Religion und machte mit den Worten: „Juden engagiere ich nicht!" dann sofort das Anstellungsverhältnis wieder rückgängig. Stellenlos kam Szende nach Budapest und erlangte dort bei der Ungar. Ällg. Kohlenbergbau-Aktiengesellschaft Anstellung, zu deren Generaldirektor er allmählich avancierte. Washington. Die Marineverwaltung hat das von dem 23jährigen Schiffstechniker Abraham Ark i n, einem russischen Juden, entworfene Modelt sür einen Dreadnought angekauft. — Der 38jährige Rechtsanwalt Milton Straßburger ist zum Richter ernannt worden. Er ist der erste Jude, der hier in Washington ein Richteramt bekleidet. Aus der zionistischen Beweg»«-. Frankfurt a. M. Die „Welt" veröffentlicht einen Ausruf für die Entrichtung des Schekel. In diesem Allsruf heißt , cs: '• „Wieder ziehen die Schekeltage in „das Haus Israel" ein, und der Jahrcsruf zur Entrichtung dieser nationalen Kopssteuer kündet allen Gliedern unserer Organisation, daß wir in lebendiger Erinnerung jener grundlegenden Einrichtung eingedenk - sind, die voin ersten Zkonistenkougrcß geschaffen worden ist. Wie eiil erhabenes Vermächtilis der ersten Gründer unserer Organisation leuchtet diese Einrichtung in unsere Gegenwart hinein. Der Schekel lvar das granitne Fundament, auf denr der ganze Bau des organisierten Zionismus ruht, und ist auch jetzt der unverrückbare Pol. der Angelpunkt unserer Bewegung. Je vielseitiger unsere Tätigkeit wird, desto kräftiger muß sich in uns die Ucberzeugnug gestalten, daß wir neben geistiger Vertiefung und Verinnerlichung auch das' organisatorische Gedeihen mit unerinüdlicher Energie fördern müssen . . ." Das Aktionskomitee hat die Landes- und Sonderverbäude anfgefordert, in den nächsten Wochen der Schekelpropagandä besondere Aufmerksamkeit zuzuwcnden und vornehmlich die Zwischenfeiertage des bevorstehenden Pesachfcstcs sür die Schckelsammlung auszunützen. Frankfurt a. M. Das Hauptbüro des Jüd. Nationalfonds ersucht uns um Aufnahme folgender Zeilen: Wir möchten hierdurch Misere Freunde auf eine besonders günstige Gelegenheit aufmerksam niachcn, echte Kunstwerke, Skulpturen in Marnwr, Bronze und Seite 3. Terrequitte, des vor einiger Leit verstorbenen Bildhauers, Professor Frederic Beer in Florenz zu eineur billigen Preise zu erwerben. Beer, der in den Reihen unserer Gesinnungsgenossen als Mitkämpfer für unsere nationale Sache unvergessen ist, darf zu den großen Künstlern gerechnet werden, deren Merke den Namen ihres Schöpfers unvergänglich machen. Wiederholt wurden von Autoritäten außerordentlich günstige Urteile über sein« Arbeiten geäußert. Neben dem rein künstlerischen Interesse Mird gewiß auch der berechtigte Wunsch, die klassischen Schöpfungen eines Mannes zu besitzen, der zu der ersten Gefolgschaft Theodor Herzls gehörte, manchen Kunstliebhaber zum Erwerb eines der Beerschen Kunstwerke veranlassen. Man kann aber auch ohne Uebertreibnng behaupten, daß ihr Ankauf eine vorzügliche Kapitalanlage darstellt, denn es werden voraussichtlich nur wenige Jahre vergehen, so werden die Arbeiten von der Hand Beers sehr gesucht und hoch bezahlt sein. . Es kommt noch hinzu, daß der Nachlaßverwalter, unser geschätzter Gesinnungsgenosse Herr Tobias Markus in Florenz, die Hälfte des Erlöses der Kunstgegenstände für den JüdischenNationalfonds bestimmt hat. Interessenten wollen sich direkt mit Herrn Tobias Markus (Adresse: Florenz, 3 PiaM Jndenpendenza) in Verbindung setzen. Koustaunrwpel. Die Statuten des ersten zionistischen Vereins in der Türkei sind von der Regierung bestätigt worden. Die Gesellschaft heißt .Histadrnth Zionith Qttomanith" und bezweckt, die Niederlassung der Juden in der Türkei zu erleichtern, die Entwicklung der in Palästina einwandernden Juden und der dort ansässigen jüdischen Bevölkerung zu fordern, die Kenntnis der hebräischen Sprache und der jüdischen Geschichte zn verbreiten und das Gemeinschaftsgefühl der Juden zn stärken. Die Gesellschaft unterstützt auch die jüdische Einwanderung und die jüdischen Schulen und beschäftigt sich mit allen Fragen, welche das Leben der Juden in der Türkei betreffen. Sie' hat das Recht, mit anderen Organisationen, welche die gleichen Bestrebungen verfolgen, in Verbindung zu treten, sowie im ganzen Gebiet der Surfet Zweigvereine zu eröffnen. A»S de» Bereise». (L.) Posen. Der 1858 gegründete Darlehnsverein der eine Förderung des Kreditwesens zum Besten des jüdischen Mittelstandes erstrebt, hat im verflossenen Geschäftsjahre Darlehn im Gesamtbeträge von J6, 40990 an Handel- und Gewerbetreibende gewährt. Robert Grerlaoh Frankfurt am Vlaln, Mainzerlandstrasse 166 Telephon-Amt I, 5375. - ■= .=-- Knnatu. Banachlosserei, Eisen-Konstruktionen, Schaufenster-Anlagen, Werkstatt färkunatge-werblicheMetallarbeiten in Eisen, Bronce, Messing, Raparatnrarheiten. leuiMon Ei» Gelübde. Roman aus dem jüdischen Gememdeleben. Von S. Luß-Mannheim, (Fortsetzung.) Und der alte Leib sprach noch lange, bis er endlich, halbohnmächtig vor Erschöpflmg, schloß: „Gott wird geben, daß ich diese Zeü nicht mehr erlebe." Und der Lehrer hatte Feingefühl genug, daß er die erschütternden Worte des Mten nicht abschwächen wollte durch sein Lernen; er erhob sich und sagte die Worte, mft denen er jeden Bortrag ohne Ausnahme schloß: „Rabbi Chananiah, der Sohn Akaschiahs, sagte, daß Gott Israel durch Ueberlieferung seiner Thora und die Auferlegung seiner Pflichtgebotc beglücken woltte, denn aus Liebe mehrte er Lehre und Pflicht." Und der im Trauerjahr befindliche Simon mußte das Kaddischgebet sagen, als ob der alle Leib einen religiösen Bortrag gehalten hätte. Der Eindruck, den die Worte des Allen aus die Zuhörer gemacht hatte, sollte' nach wenigen Stunden noch vertieft werden. Der Sabbat war noch nicht zu Ende, man war noch nicht zum Abendgottesdienst gegangen, als es in der Khille bekannt wurde, daß der alte Leib plötzlich verschieden sei. 13. Kapitel. Im Bordergrunde der Unterhaltung stand nun wieder der näher rückende Prozeß Gottschalk kontra Müller, der in der kvmncenden Woche verhandelt werden sollte. Zur Verhandlung war nur SaMuel Stern als Zeuge geladen. Mer gerade als der Richter festgestekll hatte, daß der geladene Zeuge erschienen sei, erklärte Dr. Hase, daß er in Anbetracht dessen, daß der Zeuge bei der eigentlichen Handlung nicht zugegen gewesen war, auf deffeu Vernehmung Verzicht leiste. „Meschugge!" brummte Simon. „Sei richig," flüsterte ihm Samuel zu, „der ist so llug wie zehn Prokurators, er wird schon semeir Grund haben." TS!

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.