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Neue jüdische Presse · 1914-03-06 · Heft 9 (6.3.1914) · p. Seite 2

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
12 (1914)
Issue
Heft 9 (6.3.1914)
Date
1914-03-06
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Lütr 2. . Frankfurter Israelitisches FaMllienblatt. erstxnAahr«: nach der Gründung untergegangür, wäre ^ihnen nicht Her Baron mit seinen MWionen zur Seite gestochen; Fo ist er in Her Tat der Mater des neuen Jrschub geworden. Mehr Bewunderung aber noch als seine Tätigkeit für Palästina verdient Baron Rothschild Mbst. Wenn man erst weist welche Schwierigkeiten er zu überwinden, welche Hemmnisse er zu beseitigen hatte, bevor er sein großes Werk hat durchführen können, wird man die ganze Größe Hes Mannes begreifen. Lebend und wirkend in einem Wisch total assimilierten Milieu, bewahrte er sich die tiefe Liebe zum Wischen Molle und seinem Lande in .einem Grade, der dieses Gefühl zum stärksten Anhalt seines Lebens ' werden liest In einer Zeit,' da der palästinensische Gttnmke nur von wenigen zerlegt und propagiert wurde, erkannte der Baron ', die ganze nationale BedeMung Palästinas, und dieser Gedänke wurde ihm zu seinem heiligsten und hehrsten Ideale; denn es war das bitterste Unrecht, das man dem Wirken des Barons antun konnte, wenn man seine Arbeit als nur von philanthropischen Motiven und Zielen diktiert Muhte; heute weist'man es, daß Baron Rothschild von Unbeginn an klar und sicher die nationale SSebeittintg. der palästinensischen Kolonisation erkannt hat, und erst diese Tatsache gibt seiner Tätigkeit ihren ganzen Wert, erst sie läßt es begreifen, wieso er mit solch bewundernswerter Zähigkeit und Geduld. jahrelang seine Tätigkeit fortsetzte, trotz aller Hemmnisse, die sich Hm in den Wvg stellten. .Mm bedenke, unter welchen Umständen der Baron seine Tätiget durchführte: seine Familie, seine Umgebung suchte ihn mit allen Mitteln davon chbzubringen, die westeuropäische Zudenhett stand seinem Wirken völlig verständnislos gegenüber, die Ehewowe-Zion in Rußland kritisierten und tadelten seine Arbeit aufs heftigste, in Palästina .selbst führte seine Arbeit infolge der ungesunden Ädministratorenmißwirtschast zu vielen Mißerfolgen, nirgends fand er Anettämung, nirgends Zustimmung, Nirgends sah er Erfolge, und trotz dkm harrte ver unentjoeot au§, gab er Millionen und Millionen und steckte im Laufe der Jahre au die 7V Millionen in dieses Werk hinein. Mchrlich, wer zu solchem imstande war, der ist kein gewöhnlicher Philanthrop, ist kein Wohltäter im üblichen Sinne, ein solcher Mann must eine überragende Persönlichkeit, ein bewundernswerter Held sein; es ist Feine Mebettreibung, wenn -man Baron Edmund Rothschild als einen der gißten Anden unserer Zeit bezeichnet. Und der Erfolg seines unermüdlichen Wirkens. ist .denn auch schließlich nicht ausgeblieben. Er/Hat allerdings lange genug darauf warten müssen; als er vor 15 Aichren zum ersten Mal das Land besuchte, da. fand er als Resultat seiner Arbeit ein totales Fiasko vor; es waren furchtbar bittere Gefühle, Gefühle echt tragischer Natuch als ex damals bereits nach kurzem Aufenthalt das Land verliest mtt dem nagenden Zweifel in der -Brust, ob vielleicht seine ganze .aufopferungsvolle jahrelmige TätigkÄ nicht vergMich und umsonst gewesen sei. Her es war ihm vergönnt gewesen, bald von seinem Zweifel befreü zu werden und mtt eigenen Augen die Saaten reifen zu sehen, die. er gesät hat. Es waren Gefühle des höchsten GLickes und der Freude, die sein jetziger Besuch Palästinas in ihm ausgelöst hat, uni, die tiefe Rührung und die Begeisterung, die er währeÄ seines Aufenthaltes an den Tag gelegt hat, beweisen, wie üef befriedig er von seinem Besuch« ist. Und als .er jetzt das Land verliest tat er es mtt dem erhebenden Bewußtsein im! /Herzen, daß sein Mühen und Wirken von höchstem Erfolg gekrönt gewHeu ist mit dem Bewußtsein auch,, daß seine Arbeit nicht eine Episode bleiben, sondern mtt unermüdlicher Energie und Geduld Fortgesetzt werden wttd. Wenn inzwischen ist das, was er gewollt und erstrebt hat, das Ideal eines grasten Teiles des Wischen Volkes geworden, und die Arbett, die er tfjrrtge Zeit fast als einziger hat leisten müssen, bildet nun den Lebensinhalt von Tausenden der Besten unseres Volles. „Ach bin überzeugt, daß Hie Zionisten meine Arbeit energisch und gut fottsetzen werden", sagte der Baron bei seinem .Abschied, und diese Ueberzeugung ist vielleicht das Schönste und Beste, was er nun aus DchWna hat mttnehmen können. Aber wtt wollen noch nicht glauben, daß nunmehr der Baron die Kolonisationsarbett in Palästina allein den Zionisten Iberlassen wird. . Noch hofft Palästina und das gesamte Judentum von ihm sehr Großes. Nun,, da xr die Erfolge seiner Arbeit sÄbst hat erblicken Wnnen, wird er wohl mit erneuter Energie seine Tätigkeit aüfnphmen und in dem letzten.Abschnitt seines reichen Lebens fein Werk durch die Lösung großer Aufgaben krönen. „Ich bin wieder jung geworden",, sagte der Baron in Jerusalem. Hoffen wir, daß er jetzt mit der Energie und Frische der Jugend fich wieder seiner Arbeit für Pcüästina zuweräen und noch Großes für Er^-Jsrael leisten wird. S. 3«r Sitzung des «rosten AttionS-Komttees. Mas Große Aktionskomitee der Zionistischen Organisation hat in der letzten Woche eine mehrtägige Sitzung abgehalten. Mer erste Teil der Beratungen goüt naturgemäß einem Rückblick auf den j^t bereits beendigten .Sprachenkampf in Palästina. Es ist nur natürlich, daß das. Aktionskomitee mtt lebhafter Befriedigung auf die letzten Monate hat zurückblicken können, denn hast sowohl der Kampf um das Haifaer Technikum! selbst wie die daran .sich anschließende Mion . zweiL Gründung neuer Schulen an 'Stelle der Hilfsvereinsschulen mit einem vollen Siege des Zionismus geendigt hat, werden heute auch die Gegner des Zionismus in diesem Kantpse zugeben müssen. Das Kuratorium des Technikums hat sich in seiner letzten Sitzung auf denPoden der zionistischen Forderungen gestellt, die neuen Schul«: in Palästina sind gegründet, 200,000 Mark sind bereits eingegangen, also in allen Punkten ist. ein voll«: Erfolg zu verzeichnen. Daran hat aber die.Leitung der Zionistischen Organisation, das E. A. 'K. ge-, wiß große Verdienste. Die ganze Aktion war' von Berlin aus vorzüglich organisiert, und die Zionisten aller.Länder hrchen in diesen erregten Tagen ver- Wrt, daß eine Leitung da ist, die sicher und zielbewußt die Organisatum führt. Und poch eins muß .heute, b«m Mckblick auf den KanHf, konstatiert werden: So zieldewußt und energisch er von zionistischer Sette geführt wurde, so matz- und taktvoll wurde er auch geleitet. Mm braucht nur die anttzionistische Erklärung mit der zionistischen Gegenerklärung zu vergleichen oder'die Broschüre Paul Nathans mit der zionistischen Gegenbroschüre, um zu erkennen, auf wess«r Seite diesmal der Takt und die maßvolle Besinnung gewesen war. Und auch dies ist zum großen Teil ein 'Verdienst des Engeren Mionskomitees, das von vornherein zur Sachlichkeit und Mäßigung bei aller Energie gemahnt hat. ■ Neben dem Mckblick auf den.Sprachenkampf standen im Mittelpunkte der Beratungen neben der Universitätsfrage, die jetzt noch ganz in dem Stadium der Vorbereitungen durch eine besondere Kommission sich befindet, vor allem die Frag«: des Bodenerwerbs und Bodenkredits in Palästina. Es ist sehr zu begrüßen, daß gerade jetzt diese Fragen ernstlich beraten werden; Henn dies zeigt,' daß bei aller. Energie^ die der Zionismus im Kämpf für das hebräische Schulwerk Palästinas aufgewandt hat, er dennoch nicht in Gefahr ist, nun das Schwergewicht seiner Tätigkeit auf die kulturelle Arbeit zu yerlegen, sondern nach wie vor die kolonisatorische Arbeit als seine wichtigste Aufgabe ansieht. Der Beschluß des Mionskomitees, eine rege Agitation für die P. .8. D. C. zu entfallen, ist..sehr erfreulich und wird gewiß gute Erfolge haben. Alles in allem kann man jetzt mjit der Leitung und Organisation des Zionismus recht zufrieden sein. Es wird energisch gearbettet, der Organisationsapparat funktioniert vorzüglich, und überall merkt man., den regen Fortschritt: und die guten Erfolge der zionistischen Arbett. Auch die inneren Streitigkett«: werden durch die positive Arbett immer Miehr überwunden, und so standen denn auch die Beratungen des Mionskomitees unter dem Zeichen des Wiedens und 8er Eintracht. Der Zionismus steht heute nach auß«r hin geschloffen und kräftiger /da .als je. Die letzten Monate haben allen die Macht, der zionistischen Organisation gezeigt in .einem Maße, das wohl viele sehr überrascht hat. >Der Zionismus hat allen Grund, mit Hen Erygnissen der letzten Zett Vollauf' zufrieden zu sein. Kr. 9. Dr. vs Die rmnSrrische Regierung - ««d die Gleichberechtigung der Inden! Bukarest. Die Parlamentswahlen sind zu .Ende, und die Läge ist geklärt: die Regierung wird ihre wiederholten Zusagen, wenigstens den Juden; die: an dem letzten Wldzug. teilgenommjen haben, die Gleichberechtigung zu gewähren, nicht erfüllen. ' . Wahrend des Wahlkampfes erklärten die Füh-! rer sämtlicher Parteien, daß' sie gar nicht daran denk«:, den famosen § 7 der Verfassung zugunsten der Juden zu ändern, wie jede Partei wechselsei-1 tig von der.Gegenseite „beschuldigt" worden war. C. Stere, Führer der Nationalliberalen, sagte in einer Wählmversammlung in Jassy: „Bor allem I müßte, damit es überhaupt zu dieser Aenderung kommen kann, über die .Leiche des rumänischen Volles geschritten werden; unser Volk will jetzt von gleichen Rechten' für die Wischen Fremdlinge nichts wissen und würde sich wie ein Mann dagegen auflehnen." Die Regierung selbst hat für ihre „redliche" Gesinnung in SBegwg auf die Jüdensrage einen tatsächlichen Beweis geliefert, der alle Beteuerungen überflüssig macht. Die beiden Führer der nationalistisch-antisemitischen Partei, die Professoren Jorga und Cuzch wurden mit ihrer Ulfe gewählt. Das Komitee der „Vereinigung der eingeborenen Anden" setzt unter solchen Auspizien den völlig aussichtslosen 'Kampf - um die Gleichberechtigung sott. Kürzlich überreichte es dem Ministerpräsidenten, I. I. Bratianü,' eine Denkschrift, Hie sich auf die vom Minister .des Acußern V. Boerescu im Jahre.1879 in einer Note an Hie Mächte gegebene Versicherung beruft, wonach die im Lande geborenen Juden nicht als Fremde, sondern als rumänische -Staatsangehörige behandelt werden Entgegen den von ausländischen Zeitungen verbreiteten Nachrichten hat dem Komitee weder der Ministerpräsident noch König Carol irgendwelche Zusicherung zugunst«: Her Juden gegeben. man: tourdei tiger .! schon Bücher bibli Z Schult sches Mitgli Mitgli zwei 8 gehöre K nächste Sitzung -es Zion. Aktionskomitees. Berlin, 2. März. Während dreier Tage tagte hier das Großes Mionskomitce. Anwesend, waren 26 Mitglieder undals Gäste David Dellin-Jerusalem, Dr. I. Lurie-Jaffa und S. Pewsner-Haifa. Dr. Tschlenow erstattete deniBericht, dessen wesentlichen Teil, der nunmehr beendete Sprachenstreit beanspruchte, und der dann zur Wage der jüdischen Universität in Jerusalem überging. Er gab eine Uebersicht über die Vorberettungsaröeiteii für dieses Projekt, ferner über die Gründung des hebräisch-wissenschaftlichen Verlags „Mado", über die Fortschritte des . jüdischen Kulturfonds „Kedem", über die Wage des Bodenkredits in Palästina m:d über die Ausgestaltung der zionistischen Organisation und Propaganda. Am Anschluß, an den mit großem,Beifall aufgenommen«: Bericht referierten die drei palästinensischen Bettreter über den dortigen Schulstreit und das neue hebräische.Schulwerk. . An der Diskussion, Hie .sich an die Berichte schloß, erklärten sich alle Pedner mtt den Maßnahmen des Engeren Mionskomitees einverstanden. Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen: . „Nach Anhörung der Berichte des Engeren Aktionskomitees und der Vertreter der palästinensischen .Lehrer- und Bürgerschaft gibt das Große Aktionskomitee seiner lebhaften Genugtuung und Freude Ausdruck über die würdige und erfolgreiche Verteidigung der' hebräischen Sprache in Palästina. Das Große Mionskomitee. beglückwünscht die palästinensische Judenhett zu. ihrer .begeisterten und zielbewußten Haltung; es billigt alle vom Engeren Aktionskomitee bisher getroffenen Maßnahmen zur . Sicherstellung und' Entwicklung unseres nationalen 'Schulwerks in Palästina und fordert die zionistische Organisation zn weiterer energischer Forderung biefetj Tätigkeit auf.!" Am nächsten.Tag«, wurde die Wage des Agrarkredits behandelt. Es wurde beschlossen, für die .LaNdentwicklungsgesellschast (Palestine Land Develotznent Company) eine großzügige Propftgan-I da einzuleiten. . : ' ' . . : «i In berufen strenger berg auch ü Lehrer in der j servativ Weise sich fü Worten äußerst gekünst«!Herr 3 int SB< mnng zum K sich Di ihm se Verhall Roth No und m D. zu | Mannh überzeu j Wert 1 die La ganz l konserv bisyeril für dil auch N kämen, : heiliger 'He! war, b markan Präzise \ Herrn der ko kämpfe ,5. H" das B lund zn lznschliel I Gewerk fvon be Un Id. I. i ,.V Igebildei . . 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