Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 12 (1914)
- Issue
- Heft 5 (6.2.1914)
- Date
- 1914-02-06
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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€ette 2. Frankfurter Israelitisches Fainilienblatt. SK. 5' äußeren Verhalten ist «ne dringende Aufgabe aller Erziehung eine besonders dringende Aufgabe aber «für bir ErKehuug dieser ans Rußland kommenden undisziplinierten Fügend. Mhlutz folgt.) . . Aus de« Ereignisse« deS Tages. Der AnSgaug des Sprachenkampfes- Die entscheidende Wendung .in der Frage des Kaifaer Technikums, die der Beschluß der amerikanischen KuratoriumsmitAieder zur Folge Habe» mußte, ist bereits eingetreten: die Herren James Simon und Dr. Paul Nathan sind aus dem Kuratorium ausgetreten. Sie haben erkannt, daß sie in der Minorität find, wollen aber sich nicht der Ansicht der Majorität fügen, sondern geben ihre Mitarbeit am Technikum auf. Mit diesem Austritt ist der eigenlliche Kampf selbst, ist die Angelegenheit, die den ganzen Spracherckampf. hervorgerufen hat, so gut.wie erledigt. Denn nun, nachdem Lames Simon und Paul Nathan nicht mehr im Kuratorium sitzen, wird sich wohl ein Weg finden, der den ausgetretenen. Mitgliedern den Wiedereintritt ermöglichen wird. Und wenn auch der Beschluß der amerDmischen Kuratoren keineswegs in allem den Forderungen entspricht, die diese drei Mitglieder rn der vorigen Kuratoriumssitznng gestellt, haben und gewiß auch nicht den vollen Beifall des palästinensischen Judentums finden wird, so ist 'doch sicherlich zu hoffendaß zwischen diesen zwei Standpunkten ohne Mühe sich eine Verständigung sinden lassen wird. Daß die Existenz des Technikmns durch den Austritt James Simons und Paul Nathans keineswegs gefährdet wird, haben wir schon betont. Bei energischer Mitarbeit aller Küratoriumsmitglieder und der Unterstützung der weiten jüdischen Oeffentlichkeit werden die noch fthlenden Mittel gewiß aufgebracht werden können. So kann man denn jetzt bereits behaupten, daß das Technikum aus einem deutschen ein Hebräisches geworden jst Nimmt man hinzu, daß int Kampf, um die Schulen in Palästina der. volle Sieg auf der Seite Jungpalästinas ist, daß die Hilfsvereinsschulen von ihren besten.Lehrern und Mer die Hälfte , ihrer Schüler verlassen sind, so wird man von einem vollen Sieg des Hebraismus sprechen dürfen. Die nationale Idee, das große Ideal hat sich stärker als alle Finessen der Taktik und Politik. erwiesen. Und was nun? Wie wird sich in Zukunft die Arbeit des Hilfsvereins und die Stellung , des nationalen hebraistischen Jut^ntums zu ihm ge- -stcüten? Schon hat der Hllfsverein der Presse mügetellt, daß er wieder Las Jahresbudget von 225,000 Mark für sein Schulwerk bewilligt hat, wodurch, scheinbar der Eindruck erweckt werden soll, -alss ob nichts geschehen sei und der ganze Kampf den Hllfsverein gar nicht üefer berühre. In Wahr- Hell liegt aber die Sache so, daß die Schulen des Hllfsvereins nur noch ein Wrack darstellen. Nun weiß jeder, der PMstina kennt, sehr wohl, daß es^ fein Leichtes ist, dort Schulen, zu gründen und ja erhalten, und Mich SWler zu finden, wenn man nur das nötige Geld hierzu' hat. Bei 60,000 der ärmsten Proletarier kann es nicht schwer fallen, einige Hundert zu bekommen. Der . Hllfsverein wird also Schüler auch weiterhin bekommen und seine Schulen forterhalten können. .Trotzdem wird sein Schulwerk nur ein Wrack bleiben. Der Teil seiner Lehrer, der seinen Stolz gebildet hat, K von ihm fort; die besten und begabtesten seiner Schüler haben ihm den Micken gekehrt; die Krone seines Schulwettkes, ein. Lehrerseminar vom Range des . bisher bestandenen, wird Er nicht wieder gründen können; und vor allem: ine.Glorie, die ihn bisher umgeben hat, der Ruhm, das beste Schulwerk in Palästina zu. unterhalten, ist ihm für immer genommen. . Es mag manchen eine gewisse .Trauer ergreifen, wenn er dieses Ende sieht, dieses Ergebnis jahrelanger Arbeit. Aber solche SentimentMiäteit find hier völlig unangebracht. Die Geschichte iknnt sie Gottlob nicht, sondern schreitet mll eiserner Konsequenz auch, über Leichen und Trümmer fort. Der Hllfsverein. hat bei allen guten und edlen Absichten seiner Lehrer, bei allem Entgegenkommen gegen die Forderungen des hebräischen Palästina doch nicht vermocht, eine wahrhaft jüngjüdische Orgmnsation zu werden, ein wahrhaftes Verständnis für die großem historischen Aufgaben Palästinas zu gewinnen, hat sich nicht einmal so well überwinden können, um jeden Versuchs von außen her .das Schicksal Palästinas bestimmen zu «ollen, zu unterlassen. und dem jungen Judentum Palästinas es selbst zu überlassensein Geschick zu formen. Diese Fehler, notwendige Produkte der philanthropischen Methoden, haben sich jetzt gerächt. PMstina hat..gezeigt, daß.es berells die Kraft hat, alle, .die seine fteie Entwicklung hemmen wollen. Ms seinen Grenzen.zu verdränge« Beugen wir uns in Bewunderung vor .dieser Kraft des neuerwachten Landes und freuen wir uns ob .dieser wunderbaren Erneuerung unserer alten Heimat. Ei» neues Ei«wa»der«»gsgesetz. New Hork, Ende Januar. Buruett, der Vorsitzende der Einwanderungskommission. im Repräfcntantenhause, hatte im! Dezember .seine Vorlage — nach, ihm die „Burnettbill" genannt —wieder eingebracht, da sie bei der gegenwärtigen demokratischen Mehrhell Aussicht auft Annahme hat. Schon in der Kommission wurde die Kill'.mit einer geradezu unanständigen-.Eile durchgepeitscht. Dannchielt der Ausschuß Pier Älge lang Dauersitzungen ßb. Schließlich wurde das, was man im Kongreß hie „Dampfwalze" nennt, in Bewegung gesetzt,. um der Opposition gegen die Bill, ein Ende zu machen. Am 31: Januar hat nun im Plenum die Debatte begonnen. Eine Abstimmung über die Geschäftsordnung, die als eine .Art. Vorschau gelten kann, hat. deutlich gezeigt, daß die Vorlage Mf eine Zweidrittelmehrheit rechnen kann. Die Forderung der Beschränkung geht hauptsächlich von den .Arbeiter-Gewerkschaften aus, die niemand. einlassen wollen, von dem zu erwarten 'steht, daß er zu-wenig Lohn verlangen werde: Das sind.. in der Hauptsache die slawischen, italienischen und jüdischen Arbeiter. Die jüdischen Abgeordneten erklären sich gegen die ganze Bill. Mg. Goldfogle .führte aus, der verlangte Bildungsnachweis widerspreche dem Geist der amerikanischen Institutionen. Manche der besten Bürger .des Landes hätten weder lesen noch schreiben können, als sie nach Amerika kamen. Tie Einwandung habe in außerordentlicher. Weise dazu beigetragen, die Vereinigten Staaten zu entwickeln. Die wirtschaftliche Entwicklung des amerikanischen Volkes habe aber dazu geführt, daß die Amerikaner die niedrigsten Arbellen nicht mehr tun wollen, und . da müßten die Einwanderer aushelfen. Auch der Deutschamerikanische Nationalbund, der zwei Millionen Mitglieder zählt, hat dem Repräsentantenhause einen Protest gegen den Gesetzentwurf zugehen lassen. Bei den einwanderungsfeindlichen Anschauungen der herrschenden demokratischen. Partei ist aber leider kaum daran zu zweifeln, daß .die Burnett-Bill diesmal — vielleicht mll einigen unwesentlichen Amendements — Gesetzeskraft erlangen wird. James Simon und Dr. Paul Rathau zurückgetrete»! Berlin, 2. Febr. Vergangene Woche brachten die „Hazephira" (Warschau) und der „Jewish Chronicle" (London) Meldungen von dem Austritt der Herren James Simon und Dr. Paul Nathan aus dem Kuratorium des jüdischen Technikums in Haifa. Die „N. I. K." erfährt ans zuverlässiger Quelle, daß diese Nachrichten zutreffen. Haifa. (Depesche.) Auf telegraphische Anordnung des geschäftsführenden Ausschusses aus Berlin wurden die Arbeiten am jüdischen Technikum in Haifa eingestellt. Bisher sind bereits 65 jüdische Arbeiter entlassen worden. Leo Schweinfest Damenschneiderel empfehle tadellosen. Sitz, gute Verarbeitung. Gr. Eschenheimerstr. 19, I. Telef. 12206. Zum Sprachenstrett i« PalSstiua. Bon Heinrich Eifeman» in Rom Die in diesen Blättern in den letzten Wochen veröffentlichten Beiträge atmr— -mattkann—wohl-sagen- — nunmehr beendigten Sprachenkampf in Palästina veranlassen mich, zur Feder zn greifen, um den Standpunkt des gesetzestreuen Judentums zu dieser Frage, der i« den betreffenden Artikeln einer scharfen Kritik unterzogen worden ist, in sachlicher und ruhiger Form zn begründen, überzeugt, daß durch eine derartige Darstellung in de« meisten der Leser Verständnis für die Haltung des gesetzestreuen Judentums geweckt wird. Ich lege Wert darauf, festzustellen, daß ich iu meiner „splendid Isolation" keine Gelegenheit hatte, einen Meinungsaustausch mit meinen Gesinnungsgenossen in dieser Frage herbeizuführen, demnach für die nachfolgenden Ausführungen allein verantwortlich bin, wenn ich auch nicht daran zweifle, daß die überwältigende Mehrheit des Kreises, dender Kritiker im Auge hatte, meine Anschauungen, in der zur Diskussion stehenden Frage voll und ganz teilen wird. Es ist kaum-glaublich,, mtt welch einem kurzen Gedächtnis die Menschen unserer schnelllebigen Zett ausgestattet sind. Ueber das Heute-wird das Gestern nicht nm keiner Beachtung gewürdigt, nein, es. wird ganz und gar vergessen, und Menschen, die sich der jüngsten Vergangenheit zu erinnern glauben, greifen sich.zweifelnd an den Kopf und fragen sich.: ,-War es denn auch wirklich so und nicht anders?" Es unterliegt wohl keiner Frage, daß der „Hilfsverein der deutschen Juden" bis vor kurzer Zett nur einen Gegner hatte: „Das gesetzestteue ^Judentum in seinen bewußten Vertretern." Dafür wurde es recht oft hart und unsanft angegriffen, nicht zuletzt in diesen Blättern. Keine noch so große menschliche Sympathie für die oder Vesser den Leiter des Hilfsverein konnte beispielweise Herrn Dr. Biberfeld verhindern, iu einer vor etwa 3 Jahren veröffentlichten Artikelserie, die sich aus Anlaß des 10 jährigen Bestehens des Hilfsvereins mtt dessen Resultaten beschäftigte, zu dem Ergebnisse zu gelangen, daß ein Zusammengehen mtt dem Hilfsverein im Interesse des thoratteuen Judentums nicht möglich sei. ' Hat der Hilfsverein durch seine bekannten.Beschlüsse seine Vergangenheit wirklich verleugnet? Ist aus dem nun in den sechziger Jahren stehenden Dr. Paul. Nathan, zu dessen Charakterisierung noch bis vor wenigen Wochen die deutsche Sprache nicht genügend Lobesworte lieferte, wirklich über Nacht ein Assimilant und noch viel Schlimmeres geworden? Ist es weiter möglich, daß man — wie Achad Haam es . in seinem Offenen Brief an Ost und West" schreibt — 6 Jahre lang für das Technikum tättg sein kann, ohne über eine solch wichtige Frage wie die der Unterrichtssprache ins Klare zn kommen? Seien wir doch ehrlich! Die Kinder, die bisher im Hilfsverein unterrichtet worden sind, sprachen und spreche» wohl ausnahmslos fließend deutsch — rch konnte mich sowohl in Jaffa als auch in Jerusalem persönlich hiervon überzeugen —, und die Schüler der Mittelschule in Haifa hätten.wohl ausnahmslos hebräisch gesprochen, trotzdem der deutschen Sprache breitester Raum gegeben werden sollte. Im Kampfe des gesetzestteuen Judentums gegen den Hitfsverein handelte es sich um die Religio« Iu dem passiven Verhalten des gesetzestteuen Judentums zum Sprachenkampf hat man ebenfalls lediglich religiöse Beweggründe zu suchen. Ich glaube, daß das in der „Freien Vereinigung" geeinte deutsche orthodoxe Judentum, um das es sich in erster Linie handelt, nicht nötig hat, seine Liebe zur hebräischen Sprache erst zu dokumentieren. Sein gesamtes palästinensisches Schulwerk ist, wie allgemein bekannt, ein rein hebräisches. Hebräisch ist die ausschließliche Unterrichtssprache in allen Facher« hebräisch die ausschließliche Umgangssprache. Es ttst also gewiß nicht ein Kampf gegen das Hebräische/) wie mail beinahe nach manchen in diesen Blättern erschienenen Meinungsäußerungen glauben könnte, der dem gesetzestreuen Judentum seine Stellungnahme diktiert. Noch viel weniger aber, sind es geheime Beziehungen zum. antizionistischen Komitee oder zum Centtalverein — eine Ansicht, die — so unglaublich sie dem Kenner der Verhältnisse auf den ersten Blick schon erscheint — doch geäußert wurde. Das gesetzestteue Judentum kann an dein Kampfe nicht teilnehnren, weil es an dem neuen hebräischen Schulwerk nicht teilnehmen kann. Das „Warum" werden wir Wetter unten sehe« Ich erhalte 14 jüdische Zeitungen und Zeitschriften aus Deutschland, Frankreich, England/ Italien, Nordafrika und Rußlarrd (hebräisch). Seit Wochen sind sie mit der einen einzigen Frage angefüllt: /Deutsch oder Hebräisch"? Voll ehrlicher Bewunderung, -voll Staunen mutz ein jeder den bis zum Dramatischen spannenden Verlauf des Meisterhaft organisierten und geführten Kampfes verfolgen, und es gab bald keine Frage mehr, wer wohl als Sieger auf der Wahlstatt bleiben würde. Ist es nun nicht verständlich, daß es dem gesetzestteuen Juden bitteren Schmerz bereitet, wenn er sieht, welch eine ungeheuere Kraft, welche Opferfreudigkeit, welche Begeisterung an eine Sache verwendetwerden, die — so heilig und so wichtig sie auch ist — ihm.— wer'"kann cs verdenken — Schale eines noch viel heiligeren Kernes bildet? - Ueber eines sollte es unter frommen Juden keine Meinungsverschiedenheit geben. Nicht nur im alten Palästina hat es Zeiten gegeben, während derer die Hebräische Sprache vergessen worden war; das ganze Goluth bis auf unsere Tage hat uns gelehrt, daß. der Bestand des Judentums nicht an den Gebrauch und an die allgemein verbreitete Kenntnis des Hebräische» gebunden ist. Wohl kann man ein vollkommener, guter H Man vergleiche hierzu die in diesen Blättern rni.tgeteilten Beschlüsse der Agudas Jistoel-Jugendgruppe. Jude j< „mistige ftcitntiii; ES mufi Doch fiii wenigste, Kampf wir jmu es haut (»ijmnnji solcher Ä bis sie Pelliu > z»>» - „35 Nicht HU! hätte ja nicht gc Erhalt»,! die wir i Die in haben v Das mußte i zu Heber befindet. Luc übrigens der modl Hilfsverc recht, u in diese Rede,- d . für den Hil n vert .Paul S soll, obn bekannt den Hil Hebräisch Es der „Hi Zeit nur i» sein, kurzer äugeln, tigert, n cs du L e i t n l ist, da v a l c t ciiistellte Nun Jiidentm religi z w c i c i den As aus den ßlO)CH t i o it a l halten li geben! den Mn jener L< des Herz am ehe cs ein n a t i o > 3 t i m « das zun t u m he eine ver neu, w Massen : man ftd pathicn kamps e sierrrrrgs thodöxie, Jerusalei der häßli „Lei rachi, etwa di Rabbiner als die Jerusalei fremden ie au ten wisse der aus deinen S die mod auch die >m Wege räumen -sre Ihnen i Zre sin! Freilich nicht der gedrängt nur zu ung e en de: illlein n üe heilig ich t 1 iiete d roch war chM Sysi