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Neue jüdische Presse · 1914-01-23 · Heft 3 (23.1.1914) · p. Seite 2

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
12 (1914)
Issue
Heft 3 (23.1.1914)
Date
1914-01-23
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Vene 2 Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Nr. 5fc 3 fach b Famili Kinder schreite großen Pinczower ist in dem ,^acheruth" dem Sinne nach sehr entstellt wiedergegebcn. Uebrigens ist die Veröffentlichung nicht mit meiner ausdrücklichen Erlaubnis erfolgt. Ihre sonstigen Fragen' beantworte ich kurz dahin: 1. Weder in der Lämelschule iwch in der Mädchenschule ist irgend welche polizeiliche Gewalt angewendet worden, in der Lämelschule und im Lehrerseminar ist die Polizei .Mcrhaupt nicht gewesen. Dies habe ich, wie Ihnen bereits bekannt, ' auch dem Auswärtigen Amt noch einmal . ^telegraphisch wiederholt, nachdem die bekannten tendenziösen Telegramme' in der „Welt" erschienen waren. 2. Ich bin völlig aus eigenem Antriebe zn Ihnen ge- .kommen, weil ich' es für meine Pflicht.hielt, Demonstrationen gegen Anstalt«: des unter deutschem Schutze -stehenden Hilfsvereins auch persönlich soweit möglich zu verhindern. 3. Insbesondere habe ich Ihnen angeboten, behufs Verhinderung etwaiger Ausschreitungen Sie zur Mädchenschule zu begleiten; ich ersiuhte einen Polizeikomnnssar, für alle Fälle mitzukommen und auch einige Polizisten folgen zn lassen; ich befürchtete ähnliche Szenen wie vor der Lämelschule auch vor der Mädchenschule, wie '7ja in der Tat! später ein Zug Demonstranten dort vorfbeikam. - -I.Mit Bezug auf die Unterredung mit Frl. Pinczower bemerke ich noch, datz ich derartige Unterredungen mit Angehörigen der Gegenpartei nicht gerade aufsuche, aber - auch'nicht ablehne, da ich niemand das Recht verwehren möchte, mir seinen Standpunkt darzulegen; ich benütze <übrigens solche Gelegenheiten, um zur Mäßigung zu mechnen. -Daß ich aber ' die von der Gegenpartei angewandten Mittel wie Boykott, Streiks, Straßendemonstrationen, -Verleiten von Kindern zum Verlassen der Schule, Telc- . grammfälschung, Einschlagen von Fensterscheiben, Jnsulticrung und Bedrohung von treugebliebenen Lehrern usw. durchaus verurteile,' bedarf wohl keiner besonderen Fest- ' pellnng, ebenso, daß ich es für meine Pflicht halte, dem ■ Hilssvcrein bei der Durchführung des von ihm für richtig erkannten Programins durch Schutz vor etwaigen Ausschreitungen zur .Seite zu stehen." Die ErMrung des .Generalkonsuls macht . einen gekünstelten Eindruck. Sie dürste wohl das ' ErgDnis von Verhandlungen Ephraim Eohns mit dcml Generalkonsul sein. Was heißt z. B.: „Nicht nD meiner ausdrücklichen Erlaubnis"? .Wir meinen, W/Aenstge eine Erlaubnis. Eine überzeugende Er- Kärung be§ Generalkonsuls hätte einen anderen 'Wortlaut haben müssän.' UebrigeNs ist, .es doch selbstverständlich daß. ein deutscher Generalkonsul '•‘gJartei stir jbte 'deutsche Sprache ergreift. Das Eine er hat. seine Worte an Frl. Pinczower 'fffjSjg.l .bemattiett, uhfr jomit steht seine nunmeh- ^^^AärunZ. im Wiiärspruch mit diesenWortcn. Die amerikanische« LuratoriumSmitglleder für die Hkbraifirruug SeS TrLntknmS in Haifa. ... Ter Kampf um die hebräische Sprache in .Palästina tritt durch die Stellungnahme der amerikanischen Kuratorinmsmitgliedcr in ein neues .^Stadium ein. Die Mittel für das Technikum in Hchfa sind größtenteils in Amerika aufgebracht .Morden, und .die Stellungnahme der amerikanischen Mitglieder des Kuratoriums des Technikums erhält dadurch besonderes Gewicht. "' Ein ÄaÜeltelegramnr vom 18. Januar meldet .stvst einer Sitzung in Nein Jork, an der sämtliche . amerikanischen Mitglieder des Kuratoriums, lauter führende jüdische Persönlichkeiten, unter ihnen die Herren Straus, Jacob H. Schiff, Kraus, Marshall, teilgenomnien haben. Es wurde beschlossen, daßHebräisch die offizielle Sprache am Technikum sein solle. Für den Verkehr der Schule mit der Türkei soll neben Hebräisch Arabisch und Türkisch in Betracht konmien, für den Verkehr mit fremden Ländern eine der europäischen Hauptsprachen. Die Unterrichtssprache am Technikum soll prinzipiell Hebräisch sein. Hebräisch als ausschließliche Unterrichtssprache soll in spätlstens sieben Zähren cingeführt sein; nur wenn für ein Fach .nach Ablauf dieser Frist .der Nachweis erbracht werden kann, daß die Lehrmittel in HMäischer Sprache nicht genügend entwickelt sind, soll eine Ausnahme gestattet werden. Es wurde beschlossen, die zionistische Organisation imr moralische und. materielle Unterstützung zu ersuchen, und. an die Vertreter der. zionistischen Bewegung, Ginsberg, Dr. Levin und Dr. Tschlenow, wegen 'ihres ZÄiedcreintpitts in das Kuratorium, aus.dem sic änDgeschiedcn waren, heranzutretcn. . Tic Beschlüsse stehen in allen wichtigen Punk ten in deutlichem Gegensätze zu dembekannten Beschluß der Kuratoriumssitzung, in Berlin am 26. -Oktober, an. 'der die amerikanischen Mitglieder nicht teilgcrwnflnen. haben.*),. 0a16 unö Vonüitorei Biltschly Besitzer C Heim Gallns-Anlae« 2. Tel. 201, 3i6, 278 I <il* icbzeitieer Inhaber von: DoMitwei g lÄMMWiiilMstl" Baden-Baden. Eigene Erzeugnisse von Fndin^s n. Bonbons. Allabendlich famit’e&hc&zett. (an»“pr Sonn'ngR.) Brief aus Italien. Die Falascha-Frage scheint nurr ihrer Lösung endgültig entgegen zu gehen. Nach vielen unermeßlichen Schwierigkeiten, die überwunden werden mußten, soll nun' jetzt ernstlich an die praktische Lösung des Problems geschritten werden. Wie ich aus guter Quelle erfahre, soll in den nächsten Wochen in Frankfurt a. M. eine all-- gemeine Versammlung aller Mitglieder des „Internationalen Pro-Falascha-Komitecs" einberufen werden, um'über .die Mittel, .die zur Ausführung des Schnlwerkes unter unseren' schwarzen Glaubensgenossen notwendig sind, zu beraten. Es handelt sich um eine großzügige Aktion.' Wie mir versichert wird, möchte die Leitung des Komitees auf dem von der italienischen Regierung in Asmara unenntgeltlich abgetretenen Bauterrain ein Lehrerseminar für die Falaschas errichten lassen. Es soll ein vollständiges Internat sein und iin Geiste des traditionellen Judentum geleitet werden. Dazu sind aber große Geldsummen nötig; die Frankfurter Versammlung wird .eben die Wege finden müssen, die zur Aufbringung dieser Mittel. erforderlich sind. An der Beratung wird auch Dr. Jacques Faltlvvitch, fdie Seele der Falascha-Bewegung, tcilnchuie». Ben-David. I Uhren. 6oldi»aren,Traiiriniej dA,tn EcKj man gut und pr'l«wert Im IV Trauring*Eck l'rankfon ft. Bl »Trleriwhe Gasse 31 ücte Td gt»ga«fiefviif>&*vl8d. fiaaengasae Fr PleuscbIt)ÄSer I *) Auch die russischen Dtitj;liedcr des, Kuratoriums Wssotzki u. Zeitlin — chaben eine Revision , der Befchlüssc vom 26. Oktober verlangt. Brief aus Rutztand. Ende Januar wird der Prozeß gegen den unerschrockenen Schulgi n, den Redakteur des konservativen „Kicwlianin", begingen. Er ist bekanntlich wegen seiner Artikel gegen die Gerichtsleitung im Beilisprozcß angeklagt. Twtz des bevorstehenden Prozesses vertritt Schnlgin weiter die Sache des Rechts. So bekämpft er scharf die Idee, aus dem Anffindnngsort des ermordeten Jestschinski eine Kapelle, oder gar, wenn das Geld dazu langt, eine Kirche zn errichten,. uM..so ein stetes Wahrzeichen, das zur Aufhetzung gegen die Juden reizt, zu schaffen. Schulgin fragt, wegen welcher Tugenden Jestschinski so geehrt werden solle. Gegen den „Kietvlianin" ist imnmchr von den anttscntittschen Hetzern eine neue Zeitung gegründet worden, der >,Kiew". Der Gouverneur war bei der Einweihung persönlich anwesend. Ter erste altrussischc Lehrerkongreß, der mehr als 7000 Lehrer in Petersburg vereinte, har alle Erwartungen übertrösfen. Das KnechtungssystcM der Regierung in der Volksschule ist offen verurteilt worden. Für uns Juden haben diese Lehrer, unter denen sich keine 15 Juden befinden, sogar die Aufhebung der Mohnbeschränkung undder Prozenttwrm in den Schulen offen verlangt. Dieser Seitensprung zur Judenfrage hin beweist, wie weit "die politische Entwicklung' des russischen Lehrers gediehen ist. Die Regierung hat natürlich die Veröffentlichung der Resolutionen verboten und mit Repressalien gedroht. - Dibarti. Leo Sch w e i n f es i i Damenschneiderei empfehle tadellosen Sitz, , gute. Verarbeitung. Gr- E»chenhelmera1r. 19. I- . Telnf. 12206. Crlockeii- AllerheiJIgeiiRtrasse 53. Telephon I, 3217. Vorteilhaftesfe Bezugsqjielle für alle Parfümerien, Die jüdische Universität tu Jerusalem. Der Arbeitsausschuß .für die Universität . ü Jerusalem — die Mitglieder des zion. E. A.--C und die Herren Ussischkin, David Wolffsohn M Professor Weizmann — hielt am 6. und.7. Janna in Berlin eine Sitzung ab. Er beschloß' zur Aufbringung der crforder lichcn Geldmittel die Bildung einer besonderen.Ge sellschaft. -! Die Lehrkräfte für die Universität .sollei schon jetzt ausfindig gemacht werden, denn;e kommt neben der wissenschaftlichen Befähigung ein genügende Kenntnis des Hebräischen in Frage. Auch die Vorarbeiten für die Universitäts bibliothek .sollen bereits begonnen und daher br reits Bücherspendenentgegengenommen werden. Die S IBehaghel, Goethestrasse 27 In ventur-lfepkauf in KrMBlI*,Tafe]> n. KaOVeservi<fen, JuVenfeiudUche voytotthetze^ Stanislau (Galizien), im Januar. . Tie antisemitische Boykottbewegung ist h Russisch-Polen zu einem! gewissen Stillstand gc kommen, jetzt aber greift sic nach Galizien, der österreichischen Polen,. über und breitet sich mi ungewöhnlicher Schnelligkeit aus. So ist in Ropy cze ein christlicher Konsum Verein gegründet worden und hat in kurzer Zei Mit Unterstützung des Bezirks- und Äändesaus schuffcs sämtliche jüdische Geschastsleut brotlos gemacht. Besonders hetzt die , kath» lisch« Geistlichkeit des Städtchens gegen die jüdisch Bevölkerung. Der Geistliche 'Stäwasz fordert^ di Gläubigen von der Kanzel herab zum offene Boykott gegen die Inden .aus.' Er verbietet . ah sonntäglich seiner Gemeinde jeden Verkehr mit dc Juden und droht den Zuwiderhandelnden uv schweren Kirchenstrafen. Daß' die Bauern die ein dringlichen Worte ihres Scelenhirten beherzige! ist nur selbstverständlich. Alle christliche Dienstmädchen haben ihre Stellen bc Juden gekündigt, und es ereignete sich ft gar, daß eine christliche Hebamme sil weigerte, eine jüdische Wöchnerin zu bi suchen, indeni! sie sich auf das Verbot'des-Geis! lichen berief. ■ Meifen und Toilette-Artikel. Jüdische Erzirhunftskonferevz. Auf Anregung des Jüd. Frauenbünde fand in Berlin zum erstein Male eine jüdiscb Erziehungskonfcrenz statt. Prof. Kalischer, Präsident des Deutsch Israelitischen Gemeindebundes, hatte den Vorsis Er betonte in seiner Ansprache, daß unsere heil! gen Schriften und die., an sie sich. schließende Lehren ohne systematischen Aufbau ganz und ga daraus gerichtet sind, das Individuum-durch Vor schrift und Vorbild zu einer sittlichen Persönlich keit zu erziehen, und daß unsere anerkannte Vorzüge nur nach den Gesetzen der Vererbung dun eine mehrtausendjährigc Erziehung eingeimyft-woi den <nd. - Rektor Spanier-Berlin und Frau Dr Frankl-Berlin sprachen über „Fa Milien er ziehun^. Beide, beanstandeten die siidischc Eltern häufig eigme übertriebene Liebe, die - p Ueberschätznng der Intelligenz des Kindes und mangelnür Einfachheit führt,. In der Debatte, an ddr n. o. Rabb. D Eschelbacher-Berlin und Frl. Sidonie Wer n e r-Hamburg teilnahnrcn, ipnrde eine frühzeitij Heranziehung des Kindes zn ernsten Dingen in d Familie, Mütterabende in den jüd. Frauenvereiw und die Herausgabe.eines Buches, das dem Kindei unter sechs. Jahrendie biblischen Erzählungen Form von . Märchen beibringt, gefordert. Frl. Bxrtha Pappcnheim-Franksirrt i.Äehai dclte das Thema „Anstaltserziehung/. S wünscht, daß von allen maßgebenden-/Stellen d für gesorgt werde,: daß jedem . Kinde meiner -jüdisch Mutter die Muttermilch erhalten bleibe - und - d die^ Ausnahme in eine Krippe nur im äußerst Notfälle erfolge. Sie erblickt einen schweren Mi stand.darist,! daß .sich heute zur.-Llustm!hme vi Ziehkindern nur selten-gute jüdischeiHäuser st den. In den jüdischen Erziehungsanstalten sei vic und. C Nespek rung i den Ki ler sei der» — gestattc dern, kennen T Berlin Sehr der C N ziehunj bürg x liche b v r spfleg Berlin Off© OHanb Bewfihrl sowie Bei G c s in crjii nusdchi bin Lö Er snbbotti ffegenko^ gut, al dann ki cmdcren stlMIINll zum D dicust b Zic öj Lobbat Li falls fi Jüdeu. Art iu to» Lu bcstiinm scrvativ gcsproch Bolksp. der jüd missiou "ber j wirklich lich. E wisser 1 sonders Beleb daucrlio haben, gehend tiousmü Na! kratie - den Pm datz. wi bei den finden. «« ..Adaß: eine läi Phä sprach, innerha! cingetre hüllen auf bii bei all' des Kal nichts i ureigen) »icht "i könne. Anhang den an faßt - ha Borte:

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