Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 12 (1914)
- Issue
- Heft 2 (16.1.1914)
- Date
- 1914-01-16
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Cftte 10. dies „Haibiri", Herr..-SK.. Berlin, M^älsärMr hes „Misrachi", Onkel des beriH^en "Talmüdishen 9M> CHäijim Soloweitschik.; Der - Kveite Gast war Prof.. Boris Schatz. Man erwartet jetzt Dr. Z o l l s ch a n. , Herr Berlin kam!. hierher als Abgesandter des Misrachi. Am! Sonntag wurde ihm ein Ehrenentpfang in der großen Synagoge „Schaarei- . Schoinaim" bereitet. An "diesem Abend beteiligten sich viele Rabbineir und RMier der Elite der Nen,-- I)vrker Orthodoxie. Der. Vortrag des Herrn Berlin ' selbst Machte einen-großen Eindruck auf das Publikum,,^ und es ist zu erwarten, daß die Arbeit für die- Entfaltung des „Misrachi" von Erfolg gekrönt , sein wird. ‘ ' .'“.'Sic hebräisch« Zeitung- „Hajvm" (Der Tags , fängt von neuem ^'zn erscheinen an, nach einer Unterbrechung von einer Woche. Vorläufig erscheint sie nur dreimal wöchentlich, aber die Rcdacktion versichert, daß sie Md wieder täglich herausgegeben werden wird. Gleichzeitig bittet sie um Spenden. für den „HäjoM-Fvnd". Diese Zeitung kämpft den schweren Kampf um das Dasein wie ein Held. Sie fällt und rafft sich wieder auf. Und es ist xine Pflicht aller amerikanischen Juden, sie zu unterstützen, damit sie.nicht wieder fallen soll. Richtig betrachtet ist sie doch die einzige hebräi- Zeitung in den Vereinigten Staaten und Kanada. " Und in der Tat, viele tun ihre Pflicht, und die'Spenden für den „Hajom-Foiün" werden von Tag zu Tag immer mehr. Unter den Gebern befindet sich auch ein katholischer Geistlicher, der Hebräisch liest und schreibt. — ' In .einer großen Volksversammlung, die von bM Organisation der „Achieiver" einberufen wurde, würde einstimmig ein Protest gegen den Hilfsverein der Deutschen Juden angenommen. Er« jüdischer Gouverneur in Palästina. Konstantinopel, 12. Jan. . In gM unterrichteten politischen Kreisen vcr- Zautet, daß der Ministür des Innern, Dalaat Bey, demnächst einen ‘ Juden zum; Gouverneuer einer palästinensischen Stadt Ernennen wird. Cs soll sich um eine Stadt in Galiläa mit vorwiegend Mischer Bewohnerschaft handeln. Das jungtürkische . Kabinett will damit der jüdischen Bevölkerung des Reiches feine Anerkennung für ihr ^musterhaftes patriotisches Verhalten während des Balkankrieges, vckwlden. Hn- AnfBämtliehe Waren (mit -ff|0| BfllVfVtt Ausnahme von Markenartikel) 111 |0 IlUUUlU Uf ItaUme iDd kMnkastti 20°|» latatt. Für Brautpaare günstige Gelegenheit zum . Einkäufen ihrer Kücheneinrichtung. Breitwieser & Franke Kaiserstrasse 8. Penouaiteu u. «leine Mitteilungen. Berlin. Prof. Dr. Philippson hat — veranlaßt durch. seinen Gesundheitszustand — sämtliche' Ehrenämter, die er in denJnstitutionen des Deutsch-Jsr. Gemeindebundes bekleidete, nie der gelegt. — .Julius Jacoby, Präsident der jüd. Gemeinde, feiert demnächst den 90. Geburtstag. ' München.' Aus Anaß des Gedurtsiapes des Königs erhielten hier folgende Juden Auszeichnungen: Staatsanwalt Eduard S i l b e r m a n n (Verdienstorden v. hl. Michael 3 Klasse), -Oberlandesgerichtsrat Dr. Theodor Engelmann (Verdienstorden vom hl. Michael 4. Kl.). Julius Gottschalk, Fabrikbesitzer Alfred Hö-- nigsberger, Braueeeidirertor Joseph Schülein, Fabrikant Ivo Strauß.und Bankier Heinrich Aufh Lus er Mommerzienratstitel), Rechtsanwälte Julius Eßlingex, Meinhold Rau, Dr. E. Fränkel, Dr. Eduard Bloch und David Mosbach'er (Justizratstitel), Dr. Martin Wassermann'(Sanitätsrat) und Hofrat Dr. Jakob Schulmann (Verdienstorden vom hl. Michael 1. Kl.-mit der Krone). BreSlan. Ja Allewalde ,eierte Himon Goldmann, der 1 818 als Unteroffizier u. a. den. Barrikadenkampf-in Frankfurt v M. mitmachte, den 90. Geburtstag. frankfurter Israelitisches faunlieirblatt. In Hat) »an starb der 1. Vorsteher der jüd. Gemeinde, Ed. Krämer.. - ' Nürnberg. Bankier (5: F. Kohn in Nürnberg. Weingroßhändler Karl Selig in Würzbnrg und Dr. Emil Guggenheimer in Augsburg erhielten, den Titel Kommerzienrat. Gatlingcn. David Harburger und Frau Clara geh. Rothschild feierten die goldene Hochzeit. (L) Posen. Albert Gold stücker, Prokurist der Firma Adolph Asch Söhne, feierte sein 40jährigcs Jubiläum als Angestellter der Firma. — Den Amtsgerichtsräte» Finke u. I s a a l s o h » wurde der Titel Geheimer Iustizrat verliehen. — I» Gr ätz wurde Geh. Medizinalrat Dr. Rubens o h n zum Stadtältesten ernannt. In L o b s c n s feierte Frau S a l o m o n s v h » den 94. Geburtstag. Budapest. Ern eigentümliches Testament. Ein Moritz Altmann hat 7500 Kr. hinterlassen und zum Erben einen lungeren talentierten Ungar, jüd. Schauspieler eingesetzt, „der vom Direktor des Nationaltheaters als würdig bezeichnet wird". Hat der Direktor innerhalb fünf Jahre» niemand bezeichnet, dann fällt die Erbschaft einen» jüdischen Vereine zu. Budapest. Im b6. Lebensjahre verschied Gustav Taub, einer der Gründer der hiesigen orthodoxen Gemeinde. vudapeft. Dr. Ladislaus Fejer, S'kiionsrat im Ministerpräsidium, ist znm Ministerialrat ernannt worden. Sambor «Gali-ien). Rabbiner Menachem Manisch Saprin ist plötzlich verschieden. Petersburg. DieD em is s i o n der Unterrichtsministers Kasso ist infolge des von ihm verursachten Sittlichkeitsfkandals nur enie Frage weniger Tage. Damit verschwindet einer der verbissensten Antisemiten, der über tausende jüdische 'hamilien großes Unheil gebracht hat, von der Bildfläche. ’ Petersburg. Zur Verschickung nach Sibirien wurde in Wilna der ■ junge Mann Meir Ger verurteilt, weil man bei ihm zionistisch-sozialistische Literatur vorfand. London. Der zum Peer aufgerückte Oberrichter Rufus-Jsaacs hat den Titel Lord Reading of Early angenommen. Paris. Auf der Feier anläßlich des 70jäbrigen Be. stehens der jüd. Kreditgenossenschaft .Miensaisante- Jsraelrte" hielt Paul Deschanel, der Präsident der Kammer, eine Ansprache. Rew-Aork. Philip Thomaschefsky, bekannt als der Vater des jüdischen Theaters in Amerika, ist in Ccntreville, einer Farm, in die er sich vor drei Jahren znrückzog, verschieden. T. gründete vor 30 Jahren das erste jüdische Theater. Er.sührtc mehrere Jahre ausschließlich Goldfaden'sche Stücke ans, schrieb auch »nehrere Stücke selbst. Auch war er Mitarbeiter mehrerer jüdischer Zeitschriften. Rew-Aork. .Manuel Hatte in Cleve lau d, ein vertrauter Freund des OelkönigS Rockejeller und selbst ein großer Millionär, feierte »nit seiner Frau die goldene Hochzeit. H. stammt. aus Mlmer (Bayern). Baucouver - Columbien >. Samuel D. Schultz, Präsident der B'nai Brith-Loge, ist zum Richter ernannt worden. A«s der Lehrerwett. Berlin. Die Oberlehrer Dr. Markus Rofenthal und Adolf K a p erhielten den Titel P r o f e s s o v. -1.- Fulda. Am 4. Januar tagte hier die General- Versammlung des Jeschurnn. Der Vorsitzende, Lehrer Löwenstein, erstattete den Jahresbericht. Die Mitgliederzahl ist sich seit. vorigem Jahre gleichgebliebcn: der Verein zählt Sy2 Pensionen in Höhe von 850 Jk sowie 200 .4k an den Bund ans den Zinsen seines Kapitals. Lehrer Frendenberg-Flieden hielt dann einen »rrit großem Beifall anfgenommenen Vortrag über: „Die rechtliche Stellung der jüdischen Schule und ihrer Lehrer und die materielle Lage der letzteren im Rcgierungsbezirk Cassel". Er streifte darin die geschichtliche Entwicklung d,cr Volks- und Rcligionsschülen im ehemaligen Kurhessen und hob besonders die unsichere Position der Religionsschülen und ihrer Lehrer hervor. In der Debatte wurde dann an praktischen Beispielen gezeigt, welchen materiellen Vorteil — abgesehen von den erheblichen pädagogischen Vorzügen — die jüdische Volksschule gegenüber der' Religionsschule dadurch gewährt, daß die Gemeinden für die Erhaltung ihrer öffentlichen Volksschulen erhebliche Zuschüsse vom Staat und den Kommunen erhalten: Es gibt demzufolge Gemeinden, die kaum in der Lage wären, einen unverheirateten Religionslehrer zu besolden, die aber durch obige Zuschüsse iik die glückliche Lage versetzt werden, ihren Kindern in einer öffentlichen jüdischen Volksschule einen von jüdischem Geiste getragenen gediegenen Unterricht zuteil werden zu lassen. Die zwangsweise Einführung des Reli-: gions-Unterrichts an nichtjüdischen Schulen vermochte der - Verein nicht zu empfehlen. Ans dem Kassenberichte des Rendanten, Birken-- r u t h, ist zu erwähnen, daß der Verein über etwai 25 700 Jk Vermögen verfügt. . Der Vorsitzende verlas dann den Bericht des Delegier-' ten beim .Bundesvorstand, Neu-Hanan. Emannel-Großkrotzenburg übernahm für die nächst-' jährige Versammlung ein Referat über das Thema „Ziel und Methode des nicht systematischen Religionsunterrichtes in der. Volksschule". Hannover- Anläßlich seines 70. Geburtstages überreichte Herrn Landrabbiner Dr. Gelig Grone- . ------ -------.Rr-2.! mann':Kn Komitee^inc Urkunde, nach der.eimDceibett?:! im KraNkenhayseb auf .seinen' Name» gestiftet wird.-". Die | aufgebrachte Summe beläuft' sich »auf zirka 0000 Jfrc1 ■ Ferner erhöhte die Cheivra Kadischa die »hin'bereits ' aus Anlaß seines vor einigen Jahren gefeierten AmtSjubiläums gestiftete Summe um 'weitere l000 Jk, so daß die den Name» des LandrabbiirerS tragende.Stiftung der Chemra Kadischa aus inzwischen zirka. 5000 „tL. angewachsen ist. In einem Schreiben, das die Verdienste des Jubilars in treffender Weise kenuzeichnct, stellt das Repräsentanten - kollegirrm ferner 1000 zur freien Verfügung. München. Aus Anlaß des G buriötages des Königs wurden die Lehrer M. Adler in Roth, NußbanÄ in Altemnnhr, A. Strauß in Nffenhcim, Frendenberg er-in Maßbach und Leopold Gutmann U. Dettingen mit dem Titel „K a u p t l e :: r c r" ausgezeichnet. — . s: Tie jüdische Geineinde in Kitz i ».gen. hat eineindisch c Volksschule gegründet. ' Emden- 12. Jan. «Sestern Abend beging-» man in feierlicher Weise das 25. A m t s j u b i l nji ra >bur. beiden Volksschnllchrer Selig u,-.d A p t. Nach dem Verklingen, des Jubiläumsmarsches von' Blankenburg trug -Oberkantor Esch wegc ein selbstverfaßtes musikalisches Festgcbet vor.' 'Es folgten J-e'stprvlog. vorgetragen orrrch ikrl. Malie v. d. Walde, und mehrstimmiger Choral unter Leitung des Herrn Esch wegc Den Mittelpunkt des Festes bildete die Festrede des Landrabbiners Dr. Hoff m a n n, welcher in ausführlicher Weise vou der Pflicht unb Treue, mit der. die beiden Jubilare stets ihres Amtes walteten, sprach. Gemeindevorsteher Pels dankte den beiden Lehrern für ihre treuen Dienste um das Wohl der Schule und Gemeinde. Im Namen der ehenialign -Schüler sprach Wolf Ball. Es folgten noch ein Chorgesang und ein Schwank in 1 Akte, aufgcfüyrt von 6 ehemaligen Schülerinnen. In recht sinnigen Worten dankten die J-ilbilare für die Festveranstaltrmg sowie für die von 0)emcinde und Schülern überreichten Geschenke. Ein Tanzvergnügen beschloß die Feier. Posen- Dr. Jakob r e i m a n n, Rabbiner in. Holleschan Mähren) ist zum Nachfolger Rabbiners Dr. Feilchenseld s. A. gewählt worde»». . - Barpalot «Ungarn). Rabb Abraham S i n g e r, bekannt durch sein „Havladrich, Einführung in den Talinnd" und durch sein „Handbuch für jüd. Matrikelsührer", ist — 65 Jahre alt — verschiede ».. Aus -er ziouiftischeu Beweg»«». Hamburg. Ani 8. Januar veranstaltete die Misrachigruppe eine Versaunnlung, in der R a ch u m G o l d - m a n n - Frankfurt a. M. über „Die g e i st i g e n Strömungen im heutigen Palästina" sprach. Die Beteiligung des Publikums war eine recht zufriedenstellende, was auch Wohl zum Teil darauf zurückzuführen war, daß man mit Recht erwartete, daß die im-Vordergrund des Interesses stehende Frage des Schulstreiks in Palästina behandelt werden würde, die bis dahin in Hamburg noch nicht zur öfscutlicheu Debatte gestellt war. Der mit außerordentlichem oratorischen Talent begabte Redner schilderte in fesselnder Weise die beiden jüdischen Weltanschauungen, deren Träger sich in Palästina als der alte' und der neue Jischub entgegenstehen. Der Kern des, den bei vicitcm überwiegenden Prozent-. satz der jüdischen Bevölkeriurg Palästinas umfassenden, alten Jischub, ist das Ghcttvjudentiun, gebildet von den seit langem eingewanderten, gleichzeitig srönnnsten, aber auch grinsten Juden aus allen - Ländern der Diaspora Ihre wirtschaftliche Not — sie haben kaum Wasser und Brot — läßt sic die Dcinütigung, von fremder Wohltätigkeit, den Geldern der Ch'alitkka zu leben, nicht mehr als Schande einpfindcn. In ihrem grenzenlosen Elend' haben sic sich — in Abkehr von allem Irdischen — einen Glauben von unerhörter Tiefe und Hingabe geschaffen, dessen Geschlossenheit ebenso grandios wie starr ist. Alle Schulen mit europäischem Sprachunterricht sind von ihre» Rabbincn mit - dem Bann belegt, denn Bildung ist ihnen gleichbedeutend »nit Abfall. Ihre Kinder erhalten einzig in den rein hebräischen Chederim Unterricht. Ihnen kann nicht durch' Schulgründungen, sondern nur d»«rch. Eröffnung von Er'werbsmöglichkeiteir geholfen werden, -und, wenn die größte wirtschaftliche Not beseitigt ist, werden sie fidf) sicherlich bei ihren großen geistigen Fähigkeiten auch aus ihrem geistigen Elend besreien. Dem alten Jischub steht — an Umfang bei 'weitem kleiner '— der neue Jischub gegenüber. Er umfaßtalle die Elemente Palästinas, die — obgleich nach Abstammung und Charakter höchst verschiede»» — durch den nationalen Gedanken vereint werden, der' selbst den Gegensatz zwischen Religiösen nnd Unreligiösen überbrückt. Sie, die sich durch einen starken Bilditngshunger aiiszeichnen, -bildeten bisher das Schüler- und zum Teil auch das Lehrermaterial der . Hilfsvereinsschulen und des Gymnasiums^ Ihr höchstes Ideal ist die Neuschaffung jüdischer Kultur in Palästina, zu dessen Verwirklichung sic die Wiederbelebung der hebräischen Sprache als. Volks-7 und Umgangssprache erstreben nnd zum großen Teil bereits per--, wirllicht haben'.: : Alts: diesen Zielen des »reuen': Jischub^ heraus entstand der Kanrpf gegen den Hilfsverein,, der die' hebräische Sprache zu Grmsten der deutschen zurückzudrängeir Der neue Jischub sowie die ineisten Zionisten stehen dem alten Jischub ziemlich verständnislos gegenüber. Mit einem. Achselzucken nnd dem wegwerfenden Rainen „Chalnkkaschnorrer" wird diese große Masse der Juden Palästinas erledigt.' Hier Wandlung zu schaffen/ den 'Chalükkaschnorrer durch Verschaffung besserer Leb'ensmöglich-: keiten zu einem brauchbaren Menschen zu. machen- 'Ist eine unserer wichtigsten Arbeiten in Palästina, eine'Arbeit. zn der gerade der Misrachi als gesetzestreue Organisation 593871