Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 12 (1914)
- Issue
- Heft 2 (16.1.1914)
- Date
- 1914-01-16
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Seil, 'i (ftffftlfiiTteT IsraeUttsHes AamrltzenAüR irtxn, bet nie und uimmer aus seine» Augen :n? Grenze verliert, nx'lche die in sich abgc« ichloüene menschliche Periönlichteik tunt tK*ni titlncu und rivitfit L'boi bc* llndenußlcn abionNit, diese« greuzeniejen Chaos, in das die Pctfon.tcktcik duck 'ttr mmcr versenkt bleiben muß Wir ntüffen nä:n •uidie 7«uiadic in Erwägung Riehen, das; in der Äelodic nur ber logische organisierle Teil der »tenschlichen Psyche zum Ausdruck lmnmr, und dar. ihr chitotischer Teil, derjenige nämlich. iX'r mir der äURcren Natur in einer wett inlimeren ^criuaudi'chiifl sich befindet, eine gain andere laut lich»' Form annimnn ixvn schrei, der sich aus der Peripherie des eigentlich Personlirs-en bewegt, aur derscnij^cn Grenze, die das Vernunflmäßige vom Inftinttiimßigen fä^ider. Wir müssen bedenken, Saft die Melodie von einer inneren L»)gtk getragen wird, die bewirkt, das; alle ihre Teile miteinander aufs engste znsammeni.ängen, wdaft man nur irgend welctBn Teil aus nt? lieraus;u nehmen lwt, »in der Melodie einen ganz anderen Cha'alter zu ^eben. Tieselbt syfternatische;'?tieöerunch die je1 er logisch ..enalten (fted.mke anftveist, gibt sich auch m der Melodie tnnd, und dal^cr sehen wir auch, Nif; nur ein denk e v d e S r>X'schöps rote ctea Mer-sck imstande ist, seine Gerühle in Melodien auszudrücken. Es nmrc gewiß eure ganz '.rische Behauptung,;ih tm mir saizen wollten, daft die Melotne nur einen geringen Play «n der Äagnecscheu Musik einnimmt. Ein watwes Meer echter Melodien ergießt sich tu den Magnersckwit Opern, ein Meer, ans dcsse,- l>trund manche Perle zu finden ist. Und boK tritt bei ihm bte hartnäckige, nnver krünbare Tendenz hervor, die. Musik sackfte bis an ihre Oken^ hinzuleiten, bis zu dem Punkt, wo sie bereits aushört, Musik zu sein und in den Lchrei umschlägt. Allerdings liebte cs Wagner nicht, s'ch allzulange auf dieser gefährlichen Grenze auszu halten. aber seine Nachfolger zogen die letzten Konsequenz» und brachen die Musik in einen sonderbaren chaotischen Zustand, wo im dichten Nebel verworrener Klangmassen sich jede melodische Kontur verliert. Manche Krittler haben Wagner als einen Impressionisten charakterisieren »vollen. und man muft gestehen, daft dies in einem gewissen Maße sehr richtig ist. Wagtter liebt nicht die klar umrissene Kontur, jene schärfe Linie, welche die eine Melodie gegen die andere in »»verkennb,rrer Weise abgrenzt und ans derselben einen selbständigen Organismus mit einem ihr eigenen Leben macht: jene fchgrfe Linie, die auch das Ich der menschlich«« Persönlichkeit überhaupt aus seiner physischen und sozialen Umgebung heraus hebt u n d es zu einer Welt für sich mit einer ihr eigenen Struktur macht, mag dieses Ich durch noch so stacke Fäden mit dieser Umgebung verbunden sein, lieber dieses wttfee vvn< UnSamchttM trennt. Insofern ist es getmst richtig, rvenn man die Vorliebe zum Leben als charakteristisches Äiertnmk der jüdischen Psyche hervorhebt. Taft aber dieser llurstand "US einem überrvuchernden Nationalismus herrührcn soll knes halten wir für falsch. In weit hölnrem Mafte yt der Jude lKesühls- und Stimnrnngsmensch: er Mwt sehr zu lyrischen Ergüssen, nur ist mn .£9ei*mit» von einem allzuftarken verstzitzlichen Zug« getragen und verläßt >n seltenen Fällen dir Schranken seines Ich. CL iHm Rauscht »m all ferne,r e^ischLtt AuMMHen abfall* ist, ist er auch dem gestnaen mansche mit. all seinen untiefen und Ab- MMden irerrck. Es steckt getmft eine beträchtlick«- Tafts TSahrheü in der Belnnwtung, daß der Jude lNMlg jpeignet ist, das Leben der äußeren, nnbe- Mvßtrn Natm in seinen ttzeift atifzunehmen. Es Et ihm schwer, aus seinein Ich heransKukvm rmn, «ui sich um seinen r^fühlen m die Welt W Unbewußten zu versenken. Tas mochte Wagner lwbe^E ^Uir die Fornnl gesunden zri PU« Sohwalnf«s t» «klbbl» Srt*, «st« V*r»tUituu«. W «r. KselmMMmerstr. ltz. 1. T*Uf 12E D tu U* Grr,,«iffe« »«* ti«:* ,U« fttiitri#«« dRlUinM fe«t f|«wr«t| «eftted I ie „G 0 f e II i di a i t z n 1 P c v b r e > t u u g Cc 1 B11 fc u!! g u n i e r 0 c n I u d e n;K u s; l a n d S -Edewraklmeftzeh liaskalab! .feie« gegenwärtig ihr .'Mjätriges Jubiläum. 7ic Feier geht nt grosem 7nie vor sich: aus allen größeren jüdischen <'k‘ntfit,iKn, Auslands find Vertreter rtschte neu, und ein großer Teil der führenden Persön lichüiten des jüdischen Lebens in Nuftland nimmt an der Feier Anteil. Und in der Tat fau diese Organisatw n das Recht, ihr Jubiläum so festlich zu feiern: denn seit ihrer lhründung bis zum heutigen Tage l at sie im mnern Lebet, des russiftchen Iuden'.nms eine bedeutende Stellung eingenommen. Mit ihren vielen Abteilungen in den verschiedenüe'.l Städten und ihrer groften, iveitverzivergten Mitgliederzahl stellt sie säwn äuftkrlich eine machtvolle Organisation dar: und innerlich hat sie viel zur allgemeinen Bildung beigetragen. Tie Schulen, die sie unterhalt oder subventioniert, die Borrräge und Lchrgänge, die sie veranstaltet, die Bibliotheken und Lesehallen, die sie gegründet, bilden einen wichtigen Faktor un geistigen Leben der russischen Iudenheit, und man darf es heute wohl Konstatieren, daft die (Gesellschaft ihre Ausgabe, unter den russischen Juden die Bildung zu verbreiten, in hohem Maße erfüllt hat. Was atx-r dem 50jährigen Jubiläum der ..Ehawrati. mefizch haskalah" feine besondere Bedeutung gibt, ist noch etwas anderes, 'st der Umstand. daß mit diesem öUstihrigsn Jubiläum für diese Organisation auch in der Tat eine Epoche ab» geschlofsetr ist und eine neue beginnt, daß dir vlefellschaft in sich eine Wandlung vollzogen hat, die für ihre Wirksamkeit in der Fukunft bedeutmtgsvoll ist. Tie „Cl)eurach mofizeh haskalah^' ist ihr Name besagt es schon ein Produkt der Periode der „Haskalah" der „Aufklärung^'. Me wurde in einer Zeit gegründet, als die fortschrittliche Intelligenz des russischeic Judentums das Heil der Judenhtil von der Bildung, der Aufklärung, von der Emanzipation erwartete, und die Aufgabe der <^eftllsch<kft war es denn auch, „Bildung zu verbreiten", allgemeine, moderne, europäisch« Bildung. Spezifisch jW. Arbeit zu leisten, lag ihr von Anbeginn an fern. InMischen aber, in diesen letzten 50 Jahren, hat sich die innere Lage des russischen Jnbeßv' lnms radikal gewandelt. Aus der Epoche der Emanzipation kam man in die der nationalen Idee, und di« Poem,, die HWmen ans die „HMMch bath etokim" dichMM, mirimr mn ‘ Den tWOoitslen Dichtern abMM die von Am und Erez-I-rael fangen. Tie ntefizeh tzaskalah" folgte dieser innere« WanNnng sehr langsts« mch. Bgernb nach; ja, in' verfth^dmen BtMen yecharrte Ke ganz ans dem alten Standymikt, in dm Merlebten (MaEnBdK M JmMT. Und so kam es. daft ihre Msche MrSsanckir bis heute eine recht «Lmge blieb, daß sie an mdnchen Leien — wie z. K in Ddeffa -. pr im Bollwerk der MiMlatwn wurde. Tiefe ungLnstigen Berl-ältniffe. die in dm letzten Jahren m Gesellschaft viel von ihrer Bedmttung gemWWW haben und sie lster und da sogar zu einem fchW« lichen Faktor im des «Wischen WtzMnmO^ werden lichen. h«Bm sich in letzter Wt wchmö- Uch gebessert. Ein aro^r Teil der fLhreÄen Männer der Orgamsatb-n hat immer mehr und mehr das <Gefährliche der tzastalahkndenzen für das heiltige russische Judentum erkannt, «nd aus der anderen Seite haben die. Zionisten begonnen, eiftiger in dichr nmDvollen OrsMisation mitzuaröeiten. Me Mge Wer in Petersburg Ms Attlaft des 50jährMN JMlSums HM mm b«^ wiese«, daft di« nationale Tendenz jetzt zur vollen Herrschaft in der „Ehemrath mefizetz haskäl«^ cketsngt ist. Ale die zaWchchen Reden, die W den Kjertichkeite» gehalten wurden, waren von diese«! (Mste durchzogen, und präziser, deutlicher wie alle anderen hat es «iner der führenden Männer der bisher anattonalen Richtung, der bekannte Rechtsanwalt Sliosberg, znm Ausdruck gebracht. In einer änftorft wirkungsvollen Rede hat er ertlärr, daß, wenn di« t(öesellschaft es bisher als ihre Aufgabe angesehen hat. europäische Bildung unter ft-v russischen Iud»'u zu ivrbreiten. sie nunmehr daran gehen muß, spezifisch jüdisch zu arbei ten, .nd für die Berbreüung mrd Pflege der jüd Bildung D sorgen. „Bildung habe« wir jetzt zur Genüge", rief er aus, „was fehlt, ist die rennt nis!>s Juden tu NM und die Liebe zum Judentum." Tiefe treffende Rede Silosbergs wurde von der Versammlung Mit rauschmden Beifallsstürmen ansgenonnnen, und sie kann als d'e Statuier ung des neuen Arbeitsprogrammes der nlesellschaft ange sehen werden Bon diesem BrUen, nunmehr mrlwnal zu arbeiten und Kt wirken, waren auch die sachlichen BerhondluiMN der an die Jubiläumsfeteclichkeiken sich anschlieftend« Iahreskonferenz der Organisation getragen. Tarübet, daft diese jüdische WirksamEeil nun Hauptaufgabe der Gesellschaft setz» müsse, wurde gar nicht mehr gestritten. Zu heftigen Debatten kam es lediglich wieder zwischen gen Hebraisten und Iiddisc^j^n, und cs nmrde schlrG lich ein Programm für die Schulen der Gesell schaft mrgenommen, das Jiddisch als die Undrr richtssprache der SchulM erklärt, «Eer de« tze-Mschen sowie dem Unterricht her jüdischen Gqchühte und Literatur einen «eiten Ranm gewährt. Wir glauben, man kann sich abgeschen von der Religion im Sinne: der Tradition m diesem Programm vorderhand jufrieben geben. Tenn wenn auch dis letzte Jahresktznferrnz der russischer! Zionisten beschkossen hat, daß man darauf hinarbnten müsse, die jüdische Schule in Rußland zn hebraiWe«, so ist «och die Realisierung dieses Zieles, so schön es «uch ist, sehr Kvrifckhzrft. Eine hebräische KorMaKchMe in der Diaspora z« schaffen, ist- «och ckrw Sache, an deren Getingen auch Überzeugte Hebraisten zweifeln mögen. Und ans diesem Grunde kann «an es nid# von der „ChewrMh mefizeh hasMahk" fordenr, daß sie dieses ^periment wage. Ties zn > tun, ist Sache der Zwnifton in Rußland. Aber was gefordert würden «aß^ ist has, daft dir z» ' gründenden BolWchulM der Geseuschast unbedingt ans dem Boden im tiMtmn men; allein genügt n«A z«r Erziohnng des Botkes im f, «htjüdischen Sinn« i So bedenttt das 50jährige Jubiläum Her ' „Chewrath mefizch hasLastch" ein äußerst wiM- $ geS Ereignis in ber Enttöicklnng dieser 'MHm4 unb machtvolLm^Organisation: ein äufterst bedent' ' sames Greign^Mer amh für das gesamte ftmckr j Lehen dos rnsUchen JntzeMmns. Dem es bewM^ * «ft wÄhtt« hex naftvmüe GebaM stch du cchsetzt, j pich mir MW MänE, die ihm bisher recht fit* | &«tÄr sÄfr VtWmjb mW*f P WM WCmim* vWeWlW» ■mt,,.*^01^ #«(1^ua ***.— *****££** 1 * QCPI CtpCR wipUI WV »WWlUs JpC '" Mmm' W .Owdit«Bi j fl! De. Oanl Mathan Dhrte in Wm mml auf der WMrng des GeWstsführende'.. Ans« fchusses des HUBvereivs der deutschen Ind gen des ans: Das SchrUwerk des Hilssvererus m iiM in# ... HM bis in mt allerneuche Zeit #um {0 DM Mt«- «BHIlUHg 'Pt* öWWt«» «M* WT ptcn| ftiofen WWW. j^Mdett Mst Ter Mnlstreir MO. Ter OMWM M m nah M , teilt pädagogische ta Tr. LjchtMs heutige PrSDonr in der «mMmnstm schulen anerstmnt Md dm Norwurf M«WWtz rrnder Tendenzen für ein phantastische» WWra«A erklärt. Seitdem das gescheieven WEN U HM