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Neue jüdische Presse · 1914-01-09 · Heft 1 (9.1.1914) · p. Seite 3

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
12 (1914)
Issue
Heft 1 (9.1.1914)
Date
1914-01-09
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Ux. 1 ^eignet in der . gründme der eiche die 'S« - eh ung :ache n- Relitft dies diesem .thodoxie ne Zio-!ins zu t einer tutte — jeßenöeii avouiert erklären, rr, stellt bohrtheit rauriges E.orthor und ß Mn, Tphraiw Religion irowrtz, manche m Lehesinnung is nicht, gefähtcthodoxer Sprache, r Werden Ruf ditieren, piel biem histvache mi rschiert? s muß «nn er uteressen hädigen. kleiner Schau- Ortho dentunts auf die gestellt. Wertrlä sti- »f eröffnen nun ahrhunce Geir ersten regeben, freudig rr der i Funke fer Bernd in! Mark gelüste hrfto- : letzten urtionaänzende whk zu uß' des % Sieg ein und Judenm sein ang ist :tsetzung enn der alästina x eint wird, che. Es Kampfe :rn ge- Rfcvl. Rtttnlfartet JsraelftistyeS ffamilkenNan. Eritr 3 leitet wird. NeHrüen wir uns den Opfermut, die Begeisterung, den Jdealisntus der palästinensischen Judenheit zunt BorMd, und bald wird in Palästina' rin Schuliverk eNiporragen, das ebenso national wie religiös sein wird, das int ödsten und vollsten Sinne dieses Wortes Misch sein wird. , |llhPBn,PoldwarBn,TpaurinBBiBdArtQPrel8l,*ek4Qf' iEcKi man gntnqd preiswert Im WM* Traurlti(| -Eck 'MW raukfurt a. K »Trierisobe Sasse 31 Koke ISgesgasse.r’ts-i-Tls d. Hasengasse. Ff PletZSq.il, un^Q “darbeiter. Der Lehrerverbaudstag t« Breslau. Stimmungsbericht von .Lehrer Adolf Rothschild-Achim. Einenrecht würdigen Abschluß hat das an Versammlungen reiche Jahr 1913 in dem in Breslau tagenden VerÜandstage der jüd. Lehrervereine im deutschen Reiche gesmrden. In der alten Oderkapitale hatten sich aus allen deutschen Gauen der Jugend Bildner in großer Zahl. arbeits- und kampfesfreudig zu ernsten Beratungen eingefunden. Wir betrachletM es als ein gutes Omen, daß wir gerade in Breslau, jener Stadt, aus der vor 100 Jahren jene Orisflamme der Befreiung unseres Vaterlandes in die Welt trat, tagten. Das inhaltreiche Programm wurde , glatt erledigt. Keiner ermüdete. Jeder, getragen vorn Geiste .dür Arbeitsfreudigkeit und Einmütigkeit, hielt aus bis zur letzten 'Minute. Nicht nur der ernste, sondern auch der heitere Teil der Tagung brachte jedem Teilnehmer volle Befriedigung. Der Festausschuß, — an der Spitze. der .unermüdliche Tr. Brann und der rührige .Hauptlchrer M v o p s-Breslau — hat mehr als seine Schuldigkeit getan. Mit ganz.besonderer Befriedigung wurde von der Delegation der österreichischen jüdischen Lehrerschaft 6ezw. der Kultnsgeimeinde Wien Kenntnis genommen. Sie sollte aus eigener Anschauung Zchulangelegsnheiten kennen lernen, nM sie in ihrem Wirkungskreis nutzbringend zu verwenden. Professor Wo hl au er begrüßte — Sonntag Nachmittag 4 Uhr — ,die Lehrerschaft. Direktor Alexander-Peine sprach über Ziele und Leistungen des SimonsckM Seminars, Schweizer- Glogan über: Wie sollen mir die Bibel lesen? und Hauptlehrer Rothschild- Eßlingen über das Thema: Nach welchen Gesichtspunkten sollen Jrigcndschriftcn jüdischen Inhalts beurteilt'werden? Me Borträge ernteten ungeteilten Beifall. Ein' Ausstellungsraum, für Lehrmittel war vorhanden. Er wurde ergänzt durch geradezu künstlerisch angefertigte Papp- und Holzarbeiten des Sinwnschen Seminars in Peine und der Erziehungsanstalt in AhleM, die in hohem Maße das Interesse der Ausstcllungsbesucher erregten, llm der Lehrerschaft einen Einblick in die Arbeitsleistungen der Alliance-Schulen zu gewähren, ..hätte auch diese eine Anzahl SchülerarVeiten ausgestellt, die Anerkennung verdienen. Der erste Tag schloß mit einem .offiziellen Begrützungsäöend iM großen Saale der Lessingloge. Dozent Dr. Brann hielt J>ie Begrüßungsansprache. Man merkte, daß in der Brust des Herrn Tr. Brann ein warmes Herz für die Lehrerschaft schlägt. Am Akontag — .vormittags 10 Uhr —- begann die Hauptversammlung, welche mit einer vorzüglich vorgetragenen Motette: „Singe dem Herrn .ein neues Lied", vom ..Kapellmeister Elsner kornponiert und dirigiert, cingeleitet wurde. Dozent-Dr. Brann begrüßte im'Namen des Ortsausschusses die Vertreter der jüdischen Lehrerschaft, worauf der Vorsitzende des Verbandes', Rektor F e i n e r-Hmnbürg, die Abordnungen und'Gäste begrüßte und in begeisterten Worten von den Aufgaben und Zielen des Verbandes, der als Kulturträger und Förderer der deutschen Judenheit anzusehen sei, sprach. Es sprachen dann Worte der Begrüßung Ltadtschulinspektor Kionka iM Namen dür städtischen Schulverwaltung, E- Sachs als Vertreter der «hnagogengemernde Breslau und. des Verbandes der deutschen .Juden, Professor Wohlan er für die Repräsentantenversammlung, Dr. Brann für die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums und des . jüdisch-theologischen Seminars, Sanitätsrat Dr. Reich für die Synagogün- GeMeinde-VeMnde Breslan-Lregnitz-Oppeln, Dir. Fabian für die Lessinglogö, Redakteur Breuer als Vertreter der österreichisch-jüdischen Relegionsvereinigung und der Israelitischen Kultusgemeinde Mien, Dr. Markus-Berlin für die Miance Jsraelite Universelle, Ehrlich für die Waisen- und Verpflegungsanstalt, Frau Direktor Fabian fürden jüdischen Frauenbund, Steinhardt für die Achawa, Rabbiner Dr. Levi für die beiden Breslauer Religions-Unterrichtsanstalten. Schriftliche ' Begrüßungen haben gesandt der Deutsch- Israelitische Gemeindebund, die Großloge für Deutschland, der Rabbiner- und der Kantorenverband nsw. Der Vorsitzende des Verbandes der iJsug endvereine teilt mit, daß die Leitung die Berufung eines Mitgliedes des Lehrerverbandes in seinen Vorstand beschlossen habe, was mit großem Beifall aufgenovrmen worden ist. Hierauf folgte die '.Beratung des Verbandsthemas: Die rechtliche Stellung des jüd. Religionsunterrichts und des jüdischen R e l i g i o n s l c h r e r s.^ Um die Frage erschöpfend zu lösen, hatte Man .für die ^Behandlung dieses Themas fi'rnf Referenten bestellt. B l a ch-Halberstadt und M a n n h e r uk-Graudenz sprachen für Preußen, D i n g f e l d e r - München für Bayern, M a r x - Gießen für Hessen und Spatz-Rexingen für Württemberg. Mit besonderer Befriedigung wurden die Aus- ■ führungen des letzten Redners, in dessen Lande der israelitische Religionsunterricht obligatorisch ist, ausgenommen. Er führte u. a. aus: Die württembergische Bottsschule ist iu alle» Jiiftiuty.’ii nach Konfessionen flctveitnt. Schulumlnge» flibt es in Württemberg nicht: in: Ausgaben für Unterrichtszweck: werden ans allgemeinen Mitteln bestritten. Die Volksschule ist Lache des Staates, mit der die mittusgemeinden nichts zu schassen haben. Die Konfession der Mehrheit der Schüler entscheidet über die Konfession der anznstcllendcn Lelrer: es besteht keine Verpflichtung für die Schule, für den Religionsunterricht' der sie besuchenden religiösen Minderheiten zu sorgen. Daher gibt cs keine christliche Minderheit, die nicht ihre konfessionelle Schule ans Staatskosten hätte: nur die Israeliten besitzen in den mclstcn Städten keine Volksschulen, weshalb ihnen auch durch Ert'ilnng des Religionsunterrichtes beträchtliche Kosten erwachsen. Sott hebräisch unterrichtet werden, so ist besondere Genehmigung erforderlich.. Der jüdische Lehrer ist mittelbarer Siaalsbeamter, seine Anstellung, Versetzung »sw. hängt von der Königlichen Obertirchen- Behörde ab. Der Lehrer führt de» Vorsitz in der KnlruSgcmeindc. Im grvßen und ganzeu ist nach den Darlegungen der Referenten die Lage der jüdischen Religionslehrer' rnr Milans größten Teil unseres deutschen Vaterlandes, namentlich in Preußen, die denkbar schlechteste, und die Forderungen sämtlicher Referenten gipfelten in dem Linen Gedanken, Mit allen Machtmitteln auf eine staatliche Regelung - hinzuwirken. Die vorgeschlagene Resolution wurde nach einigen ^Minderungen in folgender Fassung angenommen: „Ter 6. Verbandstag fordert im Interesse des Staates, des Judentums und der isr. Lehrerschaft: 1. Tie rechtliche Gleichstellung des jüdischen Religionsunterrichtes mit dem der christlichen Bekennlnisse. 2. Die Gleichstellung der jüdischen Religionslehrer nach» Pflichten und Rechten mit den Polksschullehrer» ihrer Ortsgemcinde. Der Vcrbandstag beaustragt de» gcschästsführende» Ausschuß, geeignete Masrnahmeu zur Erreichnng dieses Zieles zu ergreisen. Ihren Höhepunkt erreichte die Taguitg bei der Besprechung des Verhältnisses zwischen dem Lehrerverbande und dem Gemeindebunde. Bei fast allen Rednern zeigte sich eine große Berstimmung, bei einigen sogar heftige Erbitterung über die Art der Behandlung einer solch lvichtigen Frage seitens des .Gemeindebundes. Biele Redner sprachen sich für einen radikalen Beschluß aus. nur die Berliner Delegierten plädierten für eine Mäßigung — im Interesse des Friedens! sEines in letzter Zeit vielgebrauchten Wortes.) .Beim 0wineindebund heißt Frieden blinde Unterwerfung. Wir wollen uns aber die Freiheit der Ueberzeugung und Pas freie Manneswort nicht uehmeu lassen: um der Gerechtigkeit und Wahrheit ivilleu hätte der Gemeindebund im Interesse des Judentums die Frage der Volksschule einer eingehenden Prüfung unterziehen und nicht von vorrcherern eine solch' ablehnende, vielen - Kreisen unverständliche - Haltung einnehmen müssen. Sind denn die Beschlüsse des Gemeindiebundes vom jüdischen Geiste getragen? Nein. Der jüdische . Geist rvirdWer getränkt durch die parteipolitische Gesinnung, und diese spricht das letzte Wort. Wenn der Gemeindebund alle , Fragen nur vom - jüdischen Standpunkte aus zu lösen .sich bereit erklärt, so mußte und muß er die jüdische Volksschule nicht nur billigen, sondern? mit allem Nachdruck fordern. Wir wissen ganz genau, woran wir beim T.-J. G.-B. sind, s» nwllj ten wir auch ihm ganz klar unseren Standpunkt - zu erkennen geben, danrit. auch er weiß, woran er bei uns ist. Diese Stellung, ist ganz Nar gekennzeichnet in der einstimmigen Einnahme folgender Resolution: Der B e r b n ii d S t >i g h ölt zur Siche r u » g der inneren und ä u st e r e n Freiheit des Verbandes eine A e u ö c r ii u g seines bisherigen B e r h ä l t n i s s c s z u m D. - I. G. - B. s ii r notwendig. Der V e r d a n d n i m m t M. enntni s davon, dast der D.-J. G.-B. auf die Entsendung eines Vertreters in deu geschästsführend e n A n s s ch u st des L e h r e r v e r b a n d e s verzichtet hat und b c s ch l i e st t, nun m e h'r auch seinerseits auf die bisherige Subvention seitens des D.-J. G.-B. Verzicht zu leisten. Der L e h r e r v e r b a n d erklärt sich bereit, zur Förderung der gemeinsamen Jirterc s s c n m i t dem D.-J. G. - B. i n A r b e i t s g e in e i n - : \ schaft zu bleiben und b e a u f t r a g t d e » E h r e n - Vorsitzenden und den Vorsitzenden des Verbandes, darüder mit dem Ausschnß des D.- I. G.-B. i n V e r h a u d l un g zu trete n. R o t h s ch i 1 d-Achim befürwortete die Gründltttg je eines Erholungsheims für jüdische Lehrer air der See und im.Gebirge und schlägt als Berbandsthema für die nächste Periode vor: Gründung von Volksschulen auch in kleineren und mittleren Städten. Hierzu stellte er folgende Forderungen auf: Es ist erforderlich, das; wir die Landflucht bekämpjcn, rcspekt. das flache Laue »»oder besiedeln. Zwecks Sammlung und Sichtung des einschlägigen Materials über Llnsi.-deliingsmöglichkeiten, 'Riederlassungsgelegenheiten und Rentabilität der zu begründenden Betriebe landwirtschaftlicher, handwertlicher und indnstrieeller Art möge eine Gruppe innerhalb des Verbandes — bestehend aus einer Anzahl sich freiwillig meldender Mitglieder jedes Vereins, die Verständnis für die Materie und Lust zur Mitarbeit haben — gebildet und dann durch.Hinzuziehung von Jntercssciiten aus anderen Berufskrcifen erweitert werden. Aus dieser breiten Basis könne das große Wert ( entstehen. r Gelinge der Plan nicht, daun müsse man mit der allmählichen 'Auflösung des jüdischen Lehrerstandes rech-! neu und deshalb die Schlicstnng der Seminare erzwingen, -: weil wir keine Religionslchrer ausbildcn lassen wollen für Stellen, di: m'it ."lOO— iOOO .il. dotiert sind. Es [ wird sich daun bald nur minderwertiges Material für - die Älusbildung zum Lchrerberufe finden lassen. Ist ein \ solcher Lehrcrstaud dem D.-J. G.-B. und verwandten Verbänden erwünscht? Die Volksschule, als die einzige j Institution, in welcher uns volle Gleichberechtigung zuerkannt ist, must das erstrebenswerteste Ziel aller Verbände bleiben! Der Verbandsbeitrag wirb auf 3 Mark erhöht, j (Antrag Steinhardt.) Zum Schluß xesörreren noch! Mannhermer-Graubenz über Normalvertrag und Schiedsgerichte und Perrtz- - Königsberg über Angestelltcnversrcherung. * -!■ Es waren.wirklich erhebende Stunden,' die wir * in Breslau verleben durften, und jeder trat die j Rückreise in seinen Wirkungskreis an mit dem | Bewußtsein höchster Befriedigung. Sind auch die 4 Aussichten auf eine bessere Zukunft für den jüd.; Lehrer noch stark getrübt, so birgt doch der ein- ) mutige Geist der jüdischen Lehrerschaft dafür, daß sie den richtigen Weg zu einer besseren Gestaltung - der Verhältnisse finden wird. ' Ich schließe meinen Bericht mir den bcherzi- 'G gcnswerten Worten Fichtes: * Wir müssen über die großen Ereignisie nnserer ' Tage, ihre Beziehung aus uns nnd das, was wir von ihnerr zu erwarten haben, mit eigener Be- _» wegung unserer Gedanken Nachdenken und uns eine ) klare und feste Älnsicht von allen diesen GegenMndcn lind ein entscheidendes unwandelbares Ja oder Nein über die hierherfallenden Fragen verschaffen: jeder, der den mindesten Anspruch auf ' Bildung macht, soll das. Unsere Devise laute auch; fernerhin: für Rel igro n, Kunst und Wissenschaft, für Wahrheit und Gerochtrg-;}-. feit. Christ., Wilhelm Lern Telef. i, 3567. Hoflieferant. Goetheotr. 21. Xsrren-, SJamanu- Livreeschneiderei. : Spezlal-SportgescbZft ■ .... : Auf Wunsch koschere Verarbeitung. ,- . -

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