Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 11 (1913)
- Issue
- Heft 52 (31.12.1913)
- Date
- 1913-12-31
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2692297-2692819-2692871--08155-2703280- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 1× ep/1047930
OCR text
Seite 2. ® u$t «L ch WHLtpiMj" der o n d eren?> LnHwio' sie nicht Vorhanden sind!, erblickt mid!! Äultuckdchf «ach .in».-80-' rikalen Methode! - za provozieren bestrebt ist. Wir liegen noch inünürdie Hoffnung, däß der komntende Kongreß Remedur schaffen und 'den richtigen Weg der Leitung vörzeichnen wird. Doch der Agudoh-Jugendorganisation . rufen wir zu: Künilmert Juch nicht nnt di e verschlungene und daher schiefe Politik der Dberleitnng! Ärre einzige Devise sei: Lernen und wiederum! lernen! Nur so werdet Ihr wachsen und güreihen! , Inlormtioiiiu.Uebamtzungs-BurMui: I. Weinstein, 'für Iiandg.-B<»z.Fruikftirt rn.lt. a.'ffiesbad. ‘Idwntmie 11. Fmafetmt am Hain, Telephon 9831 I. Bama L ä. Vttitii steh Smlxtl Oefrtneta^ AaitSaft«, na«. Bcto&mueh. Brief aus Zltalie«. IM Dezember sollte ein Kongreß der jüdischen Gemeinden Italiens in Rom stattfinden. Eine der Hauptdebchten dieses Kongresses hätte die Bildung einer gesetzlichen Vertretung der italienischen Judenheit betreffen sollen. Ein diesbezüglicher. Gesetzentwurf wurde auch vom ,>Eoniitato delle UniversitL israelitiche" vor einiger Zeit den italienischen Gemeinden zur Prüfung vorgelegt> — aber die Idee der Umwandlung des „Comitato", der bis jetzt eine freie Bereinigung der Gemeinden war, in eine gesetzliche, verbindliche Repräsentanz, der Zudtnschast ist von vielen Gemeinden heftig abgelehnt worden. . Eine' interessante.Diskpssion über diese Frage der Repräsentanz entspann sich daher in der jüd. Preffe < Italiens. Es entwickelten sich. zwei Tenbeni/en: einerseits die Führer des jetzigen Gemeindebundes, die für dis gesetzliche Repräsentanz eintraten, denen sich auch Komm Ravenna, .der Zurfft aus Ferrara, mit einigen bedeutenden Arti-' kein im Türmer „Bessillo Zsraelitico" anschloß. Aber unerwarteter Weise stimmte der römische Gemeiydevorstand in einer seiner letzten Sitzungen gegen den Vorschlag des Gemeiiürebundes. Das befremdete viele, .da Präsident und Vizepräsident des „Bundes" zugleich an der Spitze — der römischen Gemeinde stehen. Der Vizepräsident, Kav. Anselmo Colombo, der.viel Mühe und Kraft für die Ausarbeitung des. Gesetzentwurfes verwendet hatte, gab sofort seine Demission..Pie Gemüter wurden immer erregter, urü> so faßte man den Entschluß, den Kongreß bis auf den März zu verlegen, da man hofft, daß sich die Frage bis dahin klären wird. 1 Gegen den Vorschlag der gesetzlichen Repräsentanz kämpfen auch die jüngeren Beflissenen in . den jüdischen Angelegenheiten, die ihre Meinungen in der Florentiner „Settimana" verfechten. Es ist noch'nicht möglich vorauszusehen, wie dieser Zwist LeiMegt werden wird. Er gibt jedenfalls davon ZeWnis, daß das Interesse an jüdischen Gemeindeangel^genheiten wieder erwacht ist. — Ter bekannte Falaschaforscher Dr. Jacques Fartlovich ist in Florenz eingetroffen. Wie er Ihrem Korrespondenten mitteilte, ist das geplante Schulwerk bereits glücklich eingeleitet. Vorerst ist nur eine kleine Schule — eine Art. GHetzer — iu Gondar, im Innern Abessiniens selbst eröffnet. Der junge Falascha Jeremias Ghetis, der in Florenz unter Aufsicht.von OKürrabbiner Dr. Margulies seüre ersten HÄräischen Studien begann, die er damr einige Jahre im Jerusalemer Lehrer- . sykkiuar vervollkommnete, leitet sie. Jetzt plane .das, „Pr o - F a la s.cha-Ko mi t e e". in J>er Hauptstadt Eri tr.ä as, in Asmara ein Lehrörsemi- Jiin; geleitet von gesetzestreuen.europäischen. Lehrexn. Nach Ausartzätung seines Berichts.wird Dr. Foätlovsich.eine neue Propägandätour durch' Europa und voraussichtlich auch durch Amerika unternehmen, . um die Mlltel für das Lehrerseminar ipid .für die Schuläktiou zu verschaffen. Auch in den Mischen Kreisen Italiens hat .das..eigenmächtige Vorgehen des „Hilfsvereins der deutschen Inden" große Erbitterung hervorgerufeu. Besonders scharf ist per lange ^Leitartikel der letzten.Nummer der Florentiner „WtimanM". „Die Pangermanisten des Hllfsver- ' eins"— heißt es da — „haben ihre Rechnung ohne das! erwachte helbräischc Nationalbewußtsein in Fraickfurter JsraelWWa gmnilbmvlaü. Kr. 52 Palästina gemacht. Heute wissen - wir, daß . es ein ° Land gibt, wv die Assimilatiön nicht mehr möglich ist. Das . ist die große Lehre der' gegenwärtigen Stunde. Uns dies bäviesen zu habm, — dafür müssen wir in einem gewissen Sinne dem übermäßigen Patriotismus jener braven Teutonen hebrä-. sicher Rasse dankbar sein, die nicht gezaudert haben, die Millionen des jüdischen Volkes der Verherrlichung der teutonischen Größe zu widnten" Die ZeitslMst nennt weiter diese Tat des Hllfsvereins einen „unglaMichen Verrat, eine pangermanistische Folie, die den elementarsten Regeln der Ehrlichkeit Hohn spricht. . . Auch Oberrabbiner Dr. Margulies hat in einer seiner letzten Reden den Kampf, der in Palästina ..für die hebräische. Sprache geführt wird, in rühmender Weise hervorgehoben und die Kämpfer als würdige Sprösslinge der Makkabäer gepriesen. Mehr noch als dem äußeren Feinde müsse unser- Kampf den inneren Feinden gelten. Ben-David. Besitzer C Helm Gallas-Anlage 2 Tel. 201, 316, 278 I. Gleichzeitiger Inhaber von: Baden-Baden. Eigene Erzeugnisse von Prallrees u. Bonbons. Allabendlich familienkonzert (ausser Samstags und Sonntag-.) Sylvesterabend Bin ganze Nacht Familfenfconzert Entrde Ak 1.—, welche mit 60 Pfg. in Zahlung genommen werden. bringen. Wir geben aber die Hoffnung nicht auf, daß. infolge einer besseren Information Mer die Lage der Dinge in Palästjna! den berechtigten Beschwerden dw palästinensischen Bevölkerung Rechnung getragen werden wirsi ' * - - - . | ■ Konstänsiwapel, 28. Dez. .Eine Persönlichkeit, die in der türkischen Regierung einen Hohen Rang einnimmt, .äußerte sich über den gegenwärtig in Palästina herrschenden Kamps für die Hevraisier ung. der jüdischen.Schulen folgendermaßen: „Wenn die Juden in Palästina ihre nationale Sprache nicht verteidigen werden, so werden sic gezwungen sein, in ihren Schulen die türkische oder arabische Unterrichtssprache einzuführen. In keinem Falle aber ist eine Sprache 'am Platze, die wed« die ihrigenoch die unsere, .ist." : Der Sprachenkanrpf.sin Palästina erregt überhaupt in hiesigen diplomatischen Kreisen lebhaftes Interesse. Fast alle Vertreter der fremden Mächte sind der Ansicht, daß niemand die Juden Palästi- . nüs hindern dürfe, di« Rechte ihrer nationalen Sprache zu wahren, besonders da die hebräische Sprache der arabischen Umgangsspräche der eingeborenen nicht jü dis chen Bevölkerung .Palüstinas so nahe steht wie etwa das Holländische dem Deutschen, also jedenfalls näher als eine europäische Sprache.! Die Blättermeldung, daß mohammedanische Nvtabeln in Haifa gegen die Ein,üyrung des Hebräischen aM dortigen Jüdischen Technibim protestiert hätten, well dies angeblich die Ausschließung der Mohammedaner aus dom Technikum zur Folge hätte, ist ganz offenbar unzutreffend, weil dieser Einwand ja in noch viel stärkerem Maße gegen die Einführung einer europäischen Unterrichtssprache gelten müßte. Diese Meldung kann also nur dazu bestimmt sein, die öffentliche Meinung gegen das Hebräische zu. beeinflussen. Ter Spracheustreit iu Palästina. Wir werden mp..Aufnahme folgender Zellen ersucht: Die vom Hllfsverein der Deutschen Juden verbreitete Darstellung der Vorgänge in Palästina entspricht in mehreren wesentlichen Punkten nicht den Tatsachen: Zunächst ist es nur formell richtige wenn erllärt wird, daß in dem Programm des Hllfsvereins. nicht das geringste geändert worden sei*) denn in diesem Programm ist .die Unterrichtssprache überhaupt nicht festgelegt, und das Programm brauchte also auch nicht geändert zu werden. Objektiv unnahr dagegen ist es, wenn behauptet wird: „Nicht eine einzige Unterrichtsstunde, die in hebräisch erteilt wurde, ist in eine deutsche nmgewandelt worden". Demgegenüber stellen wir fest:. In der Lämelschule, im Lehrerseminar und auch in der Mädchenschule in Jerusalem, ebenso wie in der Knabenschule in Jaffa wurden bis vor kurzem die meisten mathematischen und naturwissenschaftlichen Fächer in hebräischer Spr ache gelehrt, was jetzt nicht mehr der Fall ist. Bezüglich des Technikums ist die Erklärung des Hllfsvereins, die „hebräischen Facher" würden in hebräischer Sprache unterrichtet werden, völlig belanglos, da sich der Streit eben um die Unterrichtssprache in den allgemeinen Fächern dreht. Ferner ist es unrichtig,. wenn behauptet wird, die Entscheidung darüber, ob Geschichte, Geo- . graphie,Zeichmm ic. in deutscher oder hebräischer Sprache unterrichtet'werden soll, sei vertagtworden. Richtig. ist -dagegen, daß ein Komftromißantrag, der stzr Geschichte und Geographie die hebr. Unterrichtssprache vorsah, vom Kuratorium äv gelehnt worden ist. Demnach ist es durchaus kein „Märchen", daß' der'Hllfsverein auf seinen Anstalten das Hebräische mehr und mehr zurückgedrängt hat. Wie sollten auch die ältesten und' bewährtesten Lehrer des Hllfsvereins, darunter .der Direktor des Lehrerseminars, die doch die Verhältnisse am besten kennen, sich durch ein „Märchen" zu Schritten verleiten lassen, die sie aus Amt und Brot *) Siehe Brief aus Palästina. Die erste „roste Tagung der gesetzestreueu jüdische» Jugeud. Frankfurt a.. M., 25. Dez. 1913. In Anwesenleit von 82 Delegierten als Vertreter der gesetzestreuen jüd. Jugendvereine Deutschlands ^nnd der Schweiz ncit 6000 Mtgliedern und eines zahlreichen PMikums erössnete Leopold Perlmutter, Vorstandsmitglied der hiesigen „Agudas Jisroel"-Jügendgruppe, die öffentliche Versammlung, mit der die erste große Tagung der. gesetzestreuen jüdischen Jugend ihren Anfang nahm. Zuerst kamen die Begrüßungsansprachen. Hermann .»rantenthal cVoisitz. der F,ankfurter „Agudas Jisroel"-Jugendgruppe): Heute abend sei der erste Geburtstag der Frankfurter Jugendgruppe. Jn diesem einen Jahre habe es sich gezeigt, daß noch der altjüdische Chanukageist in der gesetzestreuen jüd. Jugend lebe. Thorageist und Chanukalicht sind ihre Fahnen. Direktor Dr.-' -Lange (Vorsitz, der Frankfurter „Agudas Jisroel" - Ortsgruppe), von Herrn Perlmutter als Mentor der gesetzestreuen jüd. Jugend Frankfurts angekündigt: Nicht die. Sorge um die Thora, die ewig ist, nicht die Sorge um das gegenwärtige Geschlecht habe zu einem Meltverband der gesetzestreuen Judenheit, zur zur Agudas Jisroel geführt, — vielmehr die Sorge um die Jugend. Und da komme nun die fugend, um. sich der Thota änzuschließen! Müsse man nicht freudig bewegt seine Hand dieser Jugend entgegenstrecken? Redner schließt mit: „Heil unserer Jugend, die unser Älter beschämt hat, dem es an Rührigkeit und Begeisterung fehlt! Heil unserer Jugend, daß -sie unser Alter nicht getäuscht hat, indem sie denselben Weg wandeln will wie ihre Väter!" . Jacob Rosen heim (Vors, des provis. - Komitees der „Agudas Jisroel"-Organisation): Es sei Hirschs Geist gewesen, der den ,-Agudas Jisroel"- Gedanken-in erster Linie entzündete. Unsere Zeit zeige ein Wachstum der Ideen. ins Große. Jeder, der nicht geistig blind ist, sehe, wie jede Idee sich eine Organisation, einen Körper schaffe. Warum sollen wir, die Vertreter der Thoraidee, da zurückstehen? . ' •~ Dr. chem. Moses- Berlin (Bund gesctzestreuer jüd. .Jugendvereine Deutschlands): Er spreche für! 16 Vereine. Die heute gepflogenen Verhomdlungen haben Vorsorge getroffen, daß diese Vereine in Zukunft den Weg gemeinsam mit der „Agudas Jisroel" - Jugendbewegung zurücklegen. Der gesetzestreuen Jugend sei' es Vorbehalten, den Weg zu. weisen, den die . gesetzestreue . - Judenheit Deutschlands, ja überhaupt die Judenheit Deutschlands in Zukunft zu gehen habe. Freirich-Berlin (Bund.gesetzestreuer jüd. Jugendvereine und „Montefiore"-Berein in Berlin), stud. S ch l e ß i n g e r - Marburg (Bund, jüdischer Akademiker), der gleichfalls die zukünftige gemeinsame Arbeitseiner Organisation mU der „Agudas Jisroel" - Jugendbewegung verkündet, und Dr. Heinrich Cohn -Basel (Vertreter der gesetzestreuen jüd. Studenten der Schweiz), Lberbxachten gleichfalls Grüße, und sodann erhielt der Referent 63^9