Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 11 (1913)
- Issue
- Heft 51 (24.12.1913)
- Date
- 1913-12-24
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 51. ßwnrtfurter IsraeWsiheS HsnMiMatt. CetttS. sozialen Mrsorge.. Manches. ift. davon schon angebaut mid trägt, schon Früchte, nickeres mich rwch erst gepflanzt ilnd angebähnt werde». Zolle» unsere Vereine diese Ziele verwirkliche», so dürfen.sic nicht zum Tummelplatz der Parteien gemacht werde». Lernen und arbeiten heißt unsere Parole. Die Vereine können .nur blühen, wenn sie getragen sind vom Vertrauen der ganzen Gemeinde. (L) Posen- Wie leicht em Ritualmordmärcheu entstehen kann, beweist folgendes: In einem Vororte PosenS wohnt die von alten geachtete Familie E. Bei derselben war eine christliche Fra» 4 Jahre lang Auswärteri», die eines Tages ohne jegliche Veranlassung ihren Dienst kündigte. Sie hatte uänilich hinter der Tür gelauscht und will, da wahrgenommen haben, wie ein Verwandter, der zum Besuche kam, der Tante, Frau G., ein Fläschchen Blut in einem Kästchen überreicht und gesagt habe, er habe den Lehrling Atnsial ermordet. In Wirklichkeit hatte' der junge Mann seiner Tante ein Kartonchrn mit Konfekt zum Geburtstage gegeben. Die Anfwärtcrsrau ist nämlich die Schwiegermutter des Mannes, bei.dem der ums Leben gekommene Mnsial in Pension 'war. Da hatte die Frau ■ in ihrer P Hantasie den Ritnalmord erdacht und den Leuten davon Mitteilung gemacht. Die Polizeibehörde erhielt davon Kenntnis und stellte mit Frau E. ein Verhör an. Auch wurde iii der Wohnung des Neffen Haussuchung gehalten, aber ohne etwas Verdächtiges bei ihm zu., finden. Auf seinen Geschäftstonrcn wurde er noch weiter von der Polizeibehörde auf Schritt und Tritt verfolgt und beobachtet. Ja, in den Fäbrikräumen, wo der Reisende aiigcstellt lvar, wurde alles untersucht. Schließlich hat man? ihn inS Verhör genommen, er sollte aussagen, wo er an dein Tage, da der Mord geschehen, geweilt habe. Er konnte nach seinen Reiscdispositionen 'feststellen, daß er zu dieser Zeit auf der Tour Schrimm- Lissa gewesen, und jetzt erst wurde er außer Verfolgung gesetzt. Dies alles hat sich in der Gerichtsverhandlung, welche vor einige» Tagen in der Musiat'schen Sache stattfand, hcrausgestellt. Neu eröffnet! Telephon Amt 1, 6723. Welssfraueii-'Bad Herren-Abteilung. Damen-Abteilung. Knr- und Bade-Anstalt I. Banges mit allem Komfort der Neuzeit eingerichtet. Frankfurt a. H-, Weissfranenstr. 18,1., (Lift) Trambahnhaltestelle Schauspielhaus Welssfranenhof. eWnmpenb&derl.Kl. m.Dounhe, eleg. elngoricbt^lnkl.Wä3eheMk.4.— O. Flcbtrnoadvlb&tler Inkl. Wäsche Uk. 6.— O elektrische Iilrliibäder uk. U .-. _Natnr-gohlensänre und alle medle Bäder und Masssgen. Oesterreltysllugar». Wien. I n' der Delegation antwortete Graf B e r ch t o l d, der Minister des Aeußerc», auf die Interpellation des Grafen Michael Karolyi bezögt. der Gleichberechtigung der .Juden Rumäniens: r ‘ „In Angelegenheiten, ivelche § 44 des Berliner Vertrages berühren, können erfolgreich nur sämtliche Signatar in ächte einvernehmlich Vorgehen. Ich glmibe nicht, daß ein derartiger einvernchmlicher Schritt -zustandegebracht werden könnte, und bin der Ansicht, daß wir trotz der Sympathien, welche jedermann für die religiöse Gleichberechtigung hegt, kein Interesse haben, in dieser Angelegenheit die Initiative zu ergreifen. Ich bemerke auch sofort, daß ich von einer derartigen Initiative der englischen Regierung keine Kenntnis besitze. An uns hat sich die englische Regierung i» dieser Frage nicht gewendet. Ich bezweifle es auch sehr, das; das internationale Auswcrsen und Verhandeln dieser Frage ' den Israeliten Rniuäniens. zum Vorteil gereichen könnte, 'zumal die rumänische Regierung diese Angelegenheit immer ausschließlich als eine innere Frage Rumäniens betrachtet." Graf Karolyi erwiderte,, er könne die Antwort des Ministers nicht zur Kenntnis nehmen; xr bedauere, daß wir in dieser Angelegenheit nicht die Initiative ergreifen wollen, trotzdem wir als Nachbarn gewissermaßen dazu eher berechtigt wären als eine andere Signatarmacht. Im Wege der Llbstinunnng wurde sodann die Antwort des Ministers von der überwiegenden Mehrheit der Delegation zur Kenntnis genommen. lSllietiä2.50&3.50p$ aromatisch & ausgiebig; billig im Verbrauch. Grotzbrttarmie«. London. Das auf Initiative Lord Rothschilds errichtete C a m p e r d o w n H o n s e wird, einer Reihe von jüdischen Knäben- und Jünglingsvereinen Unterkunft gewähren und zu einer Zentralstelle jüdisch-sozialer Arbeit werden. Unter den Gesellschaften,! die ihren Einzug in Camperdowu Houfe halten werden, ist die bedeutendste die Jewish Lad's Brigade. Dieser Verein wurde 1895 von Colonel Goldsmid gegründet, um den Schnlknaben und jugendlichen „Sweatshop" - Arbeitern aus dem engen, licht- und lustlosen Straßen von Whitechapel Gelegenheit zu geben, sich durch körperliche Betätigung im Freien zu kräftigen und gleichzeitig Kameradschaftlichkeit und Disziplin zu lernen. Dank einer großmütigen Spende-der Lady Rothschild konnte 1896 ein ähnlicher Klub, der Brady Street Club, eröffnet», werden, dem bald in den verschiedensten Stadtgegenden weitere Vereine jüdischer Schüler und jugendlicher Arbeiter folgten. Diejenigen Mitglieder, die zu all für den Knabenklubwurden, gründeten einen besonderen Dld Boys Club, der gleichfalls der Sportpflege dient und daneben — gleich den anderen Knabenklnbs — Kurse und Abendklasscn eingerichtet hat. Christ. Wilhelm Leux Telef. I, 8567. Hoflieferant. Goetbestr. 21. Herren-, 2)amen~ u. Uvreeschnaiderei. Spezlal-Sportgeschäft. -— Auf Wnnsch koschere Verarbeitung. - Schweiz. Basel. Jules BrodSkh hat mit einem Grundkapital von 50000 Frcs. eine Schweiz. Israelit Emanzipations- Stiftung. begründet. Zwecks besonders: Förderung schweiz. israelit. Wohltätigkcitsanstalten, Förderung der Wissenschaft »nd Kunst im schweiz. Judentum, 'Sammlung jüd. Älltertümcr mit möglichst schweizerisch-nationalem Charakter. Rumänien. Jassy. Bei einer von den Sozialisten zugunsten der Gleichberechtigung: der Inden einbernfenen Versammlung kam cs zu einer blutigen Schlägerei. Studenten drangen mit dem Ruf „Nieder mit den Juden!" ein und störten gewaltsam die Versammlung, sodaß eine Schlägerei entstand, bei der 21 Personen schwer verletzt wurden. Cafe Cor so Ecke Kaiserstrasse and Moselstrasse. _ Franz Krisf* Aus der Lehrerwett. München. Dr. Karl Strauß aus Bad Dürkheim, z. Zt. in Aschaffenburg, Tr. Joseph Gutmann in Speyer und Dr. Max Goldstein ans HeidingsselÄ, z. Zt. in Ludwigshafen, sind zu Reallehrern befördert worden, die ersten beiden unter gleichzeitiger Versetzung nach München bezw. nach Erlangen. Stratzdnrg. Das Rabbinat Mutzig sollaufgehoben worden. An den höheren Schuten Elsaß-Lothringens gibt es z. Zt. .8 Professoren, 5 Oberlehrer und 10 wissenschaftliche Hilfslehrer jüd. Glaubens. Persouatteu «. Kleine Mitteiluugeu. Berlin. Die Histadruth Jbrith hat Herrn Klötzel für die Propaganda in Berlin und in der Provinz Brandenburg verpflichtet. In M e s s i n g w e r k bei Eberswalde wurde eine Ortsgruppe gegründet, die baldigst einen hebräischen Kursus einrichtcn wird. BreSIau. Stadnat Landsberger in Glogau spendete anläßlich seines 80. Geburtstages 30000 M. für eine Stiftung, dte das Knnststndium fördert. — Der im 77. Lebensjahre verstorbene Samuel Berger gehörte dem Reprgsentantcnkollcgium der jüd. Gemeinde »N e i s s c 41 Jahre an. In Schivelbein verschied der Stadtverordnete SallyLoepert. •L.i Posen S Davidsohn erhieft den Roten Adlcrordcu 4. Klasse. — Justizrat Dr. Berendt Kätorowitz in Koschmiu, Vorsteher der jüd. Gemeinde und Stadtverordneter, ist. — 53 Jahre alt — verschieden. Heidelberg. F äuiem Stern aus Baden-Baden hat das philosophische Doktorexamen „summa cum lande" bestanden. Lebringen iWürttbg). Julius Bloch ist wieder in den Stadtrat gewählt. München, Hi-r verlwied Kommerzienrat M. Kirchdörfer, der viele Jahre dem Vorstande der israel. Knltnsgcmeinde angehörte. Wien De. Arrur Goldmann, Oberarchivar in der Hosbibliothek, erhielt den Titel Sektionsrat. Rinn t Rußl.. Aus dem Nachlaß vrs kmdeiws verstorbenen Kaufmanns Schaie Berlin .sind der jüdischen Gemeinde ztim Bau eines Krankenhaitses 300 000 Rbl. zugcfallen. Zum Ban eines jüdischen Armenhauses hat David 'Schwarzbrot 50000 Rbl. vermacht. Warschau. Aus Jmtialive'der Bilobauer Adr ah am Eisenberg und Moses Minkowskh wird hier demnächst eine jüdisch e Kn n st an s st e l l n n g eröfftret. Lonoon. In Rumsgate ver>chied im 66. Lebensjahre Jsak.Last, einer der letzten der Haskala-Periode. Last beschäftigte sich hauptsächlich mit den Werken des Sprachforschers, Religionsphilosophen und Exegeten Josef Kaspi (13. Jahrhundert). Wir verdanken Last die Kommentare Kaspis zum Buche Mifchle, zu Hiob, zu den Megilloth fllssara bei Kesses, Preßbnrg, 1903), zu den anderen Büchern der heil. Schrift (Adne Kesses London 1911 und Mischne Kekses Preßbnrg 1905). Im letzten Jahre veröffentlichte Last Kaspis Tractat, der mit Recht in Gclehrtenkreisen Aussehen erregt hat (Tam ha Kessef London 1913). Proben aus Kaspis Lexikon gab der Verewigte uns in der Jewish Qnarterly Reviw 1907 p. 651 ff. (Shorstoth Keseph). Bon der Wichtigkeit dieser Schriften kann sich jeder überzeugen, der Bacher's lehrreiche Abhandlung in den Jahrgängen 1912 und 1913 der Monatsschrift vergleicht. Nebst Kaspi hat Last die jüd. Wissenschaft mit .dem Mögen Abot des Meiri bereichert. Diese Schrift war bis dahin nur dem Titel nach bekannt | und beabsichtigte, die alten Gebräuche, die von den Schülern des Nachmanides verachtet wurden, zu verteidigen. Meiri ist ein typisches Beispiel des klaxischen Talmudstndiums im dreizehnten Jahrhundert und liefert zur Geschichte des Minhag ausgiebiges Material. New'Aorf. Dr. Meier Hildesheimer und Robb: Aaron Walt'in, die Delegierten der „Agudas Jisroel" - Organisation, sind aus dem Kaiser Wilhelm" hier eingetrofscn und von einem Empfangskomitee der Bereinigung der orthod. Gemeinden Amerikas begrüßt worden. — Im 68. Lebensjahre verschied A b r ah am Nnßbaum, einer der Leiter der' ,Miei Brith" - Bewegung, Mitbegründer der ,Flnited Hebrew Charitics" nsw. i Leo Schweinfest # a Damanschnelderal O empfehle ■ tadellosen Sitz, gute Verarbeitung. W Gr. Lsohenhelmerstr. 19, 1. Telef. 12206. W Cfl0eken-Drog;eilie Allerheiligenstrasse 53. Telephon I, 32t?. Vorteilhafteste Bezugsquelle für alle Parfümerien, ■ Seifen und Toilette-Artikel. ■ .- A«s de» Berewe«. Köln. Aus den auf der Generalversammlung des „Vereins zur Förderung der jüdischen Ackerbankolonie in Syrien und Palästina" erstatteten Berichten des Vorsitzenden Isidor Dülken und des Kassierers David WolfffoHn ging hervor, daß der Verein, der seit 1894 besteht, besonders die Kolonie „Mozah" tatkräftig unterstützt hat. In den letzten Jahren hat der Verein diese Tätigkeit eingestellt, weil es nicht mehr angebracht war, der Kolonie „Mozah" weitere Unten. Stützungen zu gewähren. Das Vermögen des Vereins ist inzwischen uns M 9256,53 angewachsen. Nachdem dem abtretenden Vorstand einstimmig Indemnität und Decharge erteilt war, stellte Herr Dülken den Antrag, aus dem Vermögen des Vereins 8000 JL bet ,Z>avid und Fanny Wolfssohn-Stiftung" zu überweisen, die hauptsächlich der Errichtung von Arbeiter-Heimstätten in den jüdischen Kolonien Palästinas gewidmet ist. Der Antrag wurde mit Einhelligkeit angenommen. Es entspann sich hierauf eine Debatte über-den Rückgang des Vereines, und es wurde auch er* örtert, ob es bei dem geringen Interesse in der hiesigen Gemeinde für die Bestrebungen des Vereins nicht angebracht wäre, den Verein an den „Esra" in Berlin anzuschließen, der denselben Zweck verfolgt. Die Versammlung aber beschloß, die Selbständigkeit des Vereines nicht aufzngeben, vielmehr den Versuch zu machen, weitere Kreise der hiesigen Gemeinde heranznziehen, um so eine regere Tätigkeit entfalten, zu können. Hierauf wurden die Wahlen vorgenommen. Wiedergewählt wurden" Isidor Dülken, David Wolffsohn, Justizrat Dr. M. Bodenheimer und Moritz Levy jun., neugewählt: Simon Stern, Aron Hossmann als Sekretär und Carl Baer als Kassierer. Justizrat Dr. Bodenheimer skizzierte hieraus die Aufgaben, die uns das jüdische Sieolungswerk in Palästina gegenwärtig stellt. Es wurde beschlossen, in nächster Zeit eine außerordentliche Generalversammlung einzubernfen, die sich mit der Frage der Reorganisation beS Vereines zu beschäftigen haben wird. Offenbaeher llrncklnft-Anlagcr Offanbach a. M. Telefon 123. (AnschTuaa mit Franifartji Bewährteste TaDDlchralnliang, 100,000 qm jährlich sowie unübertroffene Betten- und Bettfedernreinlgang mittelst Druckluft and- Wasserdampf. * -; Ein Gelübde. Roman aus dem jüdischeu Gemeindeleöen. j . Von S Luß-Mannheim, i (Fortsetzung.) .| Simon Ganzebach oder eigentlich richtig-MnwH Gottschalk aus Ganzebach, ging in der Tat in 6asß Haus des Doktors. « „Das ist gerade so ein Schaute mit seinem Work wie der Jös^f," nahm David Ne Anterhallimg ivick^ auf, „es kommt, mir jetzt noch lächerlich vor, wenn ich daran denke, wie er vorigen Winter bei der großen Kälte beinahe Öhren, und Fmgrx HW»en hätte. Rur dem glücklichen Zufall, daß er unterwegs dem Doktor begegnet ist, hat er es zu verdanken, wenn er nicht zum Krüppel wurde. Alle Welt hat ihn gewarnt, bei der Kälte fortzngehen, aber nein, weil er seinem Pater versprochen hatte, er würde an dem Tage wieder nach Hause kommen, mußte er fort." „Habe ich Dir nicht schon beim CholhamottSall geraten, den Simon Geaizebach beM Pnrnes anzutragen» wenn er doch nß> Schwiegersohn sichsemen. Rar-