Mannheim
Compact Memory

Neue jüdische Presse · 1913-12-24 · Heft 51 (24.12.1913) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Neue jüdische Presse
Volume
11 (1913)
Issue
Heft 51 (24.12.1913)
Date
1913-12-24
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2692297-2692819-2692870--08142-2703266
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

't V . v;:;• : tiatüreeWKistu'. autb V& LeiüoH %ni> AüssWxuug des Wecks Wörnehmen. Bon Palästina sülbstz rvv Der Jude täglich an diese nationale Schmach Mnrahnt wird, die wir durch die Vernachlässigung unserer historischen Heiligtümer auf uns ladert, von dort her muß. der Appell an das Gcsamtjudentunr ausgehen, dieser Schmach ein Ende zu bereiten. Und nur hia^Unensische Juden, ine nrit den Verhältnissen genau vertraut sind, können die ArbÄ selbst leiten und vollführen. Es ist ein erfreuliches Ereignis, daß die palästinensische Zudenheit endlich diese ihre Pflicht erkannt und begonnen hat, ihr gerecht zu werden. Es hat sich in Palästina ein „Verein Kur Erhaltung der historischen Statten" gebildet, denk die führenden Männer Palästinas angehören, dessen Vorstand aus ink Bande ansässigen Geehrten sich zusammensetzt und an dessen Spitze der bekannte Hebraist und Direktor des. Jerusalemer Lehrerseminars?av. Icllin steht. Der Verein kann selbstverständlich das Werk nicht selbst vollbringen. Das Gesamtjudentum muß ihm die -Mittel Mr Verfügung stellen, deren er zur Erfüllung seines vielseitigen Arbeitsplanes bedarf. Wir Juden geben wahrlich genug für wissenschaftliche Arbeiten, für archäologische Ausgrabungen und historische Forschungen. Auch an dar Ausgrabungen nichtjüdischer Gelehrter in Palästina haben sich Juden durch große Spenden beteiligt; auf Kosten Jakob Schiffs haben die Amerikaner ihre Ausgrabungen im täten Samaria vorgenommen, und auch die Ausgrabungen Prof. Sellins in Jericho haben Juden mit großen Summen gefördert. Warum sollen wir nicht die Geldmittel flüssig machen koirnen, damit wir endlich selbst diese Arbeiten in die Hand, nehmen und in unserem Namen und durch unsere Gelehrte Ausgrabungen vornehmen lassen? Die AusgraMmgen bilden nur einen. Teil der Aufgaben des neuen Vereins; es tritt hinzu vor allem der Ankauf der wichtigsten verwahrlosten historischen satten, die Errichtung historischer Monumeirte und noch vieles mehr. An Arbeit wird. es dem Vereine wahrlich nicht fehlen. .Was fehlt, sind die Geldmittel. Und hier ergeht der Appell an alle jüdischen Organisationen rntb Philantrophen. Bei dieser Frage gibt es keine Richtungsdifferenzen; ,es gibt keinen Juden, dem. die Erhaltung und Pflege der Worischen Heiligtümer Palästinas nicht am HLrzxu läge. Es ist die Zeit gekommen, der schmachvollen Sorglosigkeit, mit der wir bisher unsere heiligsten Stätten und Monumente der Verwahrlosung und Verwilderung überlaffen haben, ein Ende zu Machen; das neuerwachte Judentum ist es seiner Ehre schuldig, der Welt zu beweisen, daß es auf seine beschichte stolz ist. Die Wiedererrichtung unserer Wvrischen Monumente, die Pflege unserer geschichtlichen Stätten soll ein deutlicher Beweis sein filr unseren Willen, für unser Volk wieder eine glorreiche, seiner Vergangenheit würdige Zukunft her- Leizuführcn. Die Gründung des Gruppen-Berbandes - Ser AguSas-Zisroel w Deutschland. Halberstadt, 15. Dez. - Unter großer Beteiligung fand hier der Delegiertentag der deutschen Ortsgruppen der Agudas Jisroel-Organisation statt. Bon dni 60 angemeldeten Delegierten aus 38 Ortsgruppen waren säst alle erschienen. Außerdem hatte sich eine nach Hunderten zählende Zuhörerschar aus Halberstadt und der nächsten Umgebung eingefunden. Dr. Abraham Hirsch-Halberstadt, stellvertr. Vorsitzender des Provisorischen Komitees, begrüßte die Dersmnmlung und skizzierte die Aufgaben der Tagung. Hieraus ergriff Rabbiner Dr. Auerbach als Orts- Aabbiner das Wort. Er sieht in der Agudas Jisroel das iu die Erscheinung getretene Sinnbild der jüdischen Gemeinschaft überhaupt und wünscht, daß die Ergebnisse der Tagung die jüdische Gemeinschaft näher bringen mögen Lenem Ziele, das der göttliche Wille dem Judentum verheißen hat. Namens der Agudas Jisrocl-Ortsgruppe Halberstadt richtete Rabbiner Joseph R obel eine tiefdurchdachte und zündend wirkende Begrüßungsrede an die Erschienenen. Hierauf begrüßte Emil Bacr-Halbcrstadt die Versammlung namens des Vorstandes der jüdischen Gemeinde HaLerstadt. »In der darauffolgenden Wahl des Büros wurden Dr. Abraham Hirsch -Halberstadt zum Präsidenten, .Direktor Dr. Lange-Frankfurt a. ,M. und Rabbiner Dr. Lichtig-Hamburg zu Bize-Präsidentcn, Dr. Josef Carlebach-Berlin, Zahnarzt Ehrmann-Werden und Heinrich Sichel-Breslau zu Schriftführern gewählt. - Hierauf erstattete Jakob Rosen he im - Frankfurt a. M. seinen Bericht über die bisherige Tätigkeit der Laudas Jisroel im allgemeinen und über Stand und kfraokfmcr« MraeWWü? WakMaMS. , Äussichtcn der Organisation in Dcütschland im besonderen. In gelohnter meisterhafter Weise skizzierte er'das Programm der Agudas Jisroel als die Wiedererweckung des alten Klal Jisroel-Gedänkens und' die ans diesem Wiedcrerwachen sich ergebenden Aufgaben des auf Basis des Thora- Wortes neu organisierten Klal. Hieran anschließend legte er im einzelnen dar, welchen Weg die Organisation seit der Kattowitzcr Versammlung bis zur Stunde zurückgelegt hat, und konstatierte mit Genugtuung, daß trotz aller Schwierigkeiten, die mit der Schaffung eines solchen großen Werkes verbunden sind, bereits eine Menge Arbeit geleistet wurde, sodaß die vorbereitenden Schritte zur Schaffung eines Desinitivums für die.Bewegung in nicht zu langer Zeit das Ziel erreicht haben werden. Das zweite offizielle Referat hielt Lehrer Baiu.ch Stern-Frankfurt a. M. über die organisatorischen Gr-nndlage„ der Agudas Jisroel. Der Referent erläuterte in erster Reihe die ideellen Grundlagen der Agudas Jisroel, die sich aus der herrschenden Stellung crgibcu, die dem Thorageiste in dieser Organisation cingeräumt.ist. -Die Thoragemäßheit der Organisation mache es zur Notwendigkeit, daß in ihr zum ersten Male seit Jahrhunderten wieder ein Gremium geschaffen wird, das sich aus den geistigen Führern der acsetzestreuen Judenheit aller Länder znsammensetzt. Durch diesen „Rabbinischen Rat"-' werde dem Judentume eine Institution geschaffen, deren heilsame Wirkung für die Zuknft nicht hoch genug veranschlagt werden kann. Als formale Grundlage der Organisation bezeich- - nete der Redner den demokratischen Aufbau der Agudoh, wodurch jedem einzelnen Mitglied«! der Organisation die Möglichkeit gegeben werde, sein bestes Können und Wissen in den .Dienst der Gesamtheit zu stellen. Demokratische Organisation im Einklang mit den von der Thoratreue geforderten Einrichtungen schaffen die Basis, auf der allein eine jüdische Gesamtheit ihrer historischen Aufgabe gerecht werden kann. Damit faird der ösfentlichc Teil des Delegierten-Tages seinen Abschluß. In der darauffolgenden Pause versammelten sich die Halbcrstädter 'Freunde der Agudas Jisroel im Logcnsaale, um unter dem Eindruck der gehörten Reden auch in Halberstadt die Gründung einer Jugendgruppe vorznnehmen. In der geschlossene» Sitzung der Delegierten wurde sodann der Entwurf eines provisorischen S tatntes für die neu zu schassende Landesorganisation im einzelnen durchberaten und angenommen. An der Diskussion zu den cinzclneit Punkten des Statutes beteiligten sich viele Delegierte und brachten die Gesichtspunkte zur Geltung, die für die künftige organisatorische und praktische . Betätigung des deutschen Gruppen-Berbandes maßgebend sein werden. Besonders begrüßt und allseifig Lebilligt wurde die Arbeit der Leitung zur Schaffung einer Jugendorganisation auf Basis des Agudoh-Programmes. Mit der Annahme des Statutes wurde der Grup- 'pen-Berband der Agudas-Jisr oel in Deutschland als konstituiert erklärt und für die Zeit bis zum nächsten Delcgicrtentag Halber st adt zum Vorort gewählt. . Die Wahl in den Vorstand des Gruppen-Berbandes ergab folgendes Resultat: Rabbiner Dr. Auerbach, Rabbiner Dr. Frankl, Gottfried Goldschmidt, Hermann Schwab, und Nathan Stern-Halüerstadt, Direktor Dr. Lauge-Frankfurt a. M., Qberrabbiiicr Dr. Lerncr- Altona, Carl Boden heimer -Hamburg, Rabbiner Dr. Bibcrseld-Berlin, Dr. B. Cohn-Straßbnrg i. E., Heinrich Sichel-Breslau, Sallo Gellert-Posen, Rabbiner Dr. Klein-Nürnberg, Felix Fenchtwanger-München, Rabbiner Dr. Carlebach-Lübeck, M. Altmann-Karlsruhe, Zahnarzt Ehrmann-' Werden, Gottfried Altmann-Beuthen (O.-S.) und Koschmann Wreschner-Obornik. Der Delegiertentag beschloß hierauf, der gegenwärfig in Amerika weilenden Delegation der Agudas Jisroel seinen Gruß zu entbieten. RBSlSdKS Information!-u.llebersetzungs-Bureau: I. Weinstein, für Landg.-Bea. Frankfurt a. M. u. Wiesbad. Kalserstrasse 11, Fntnktart am Main, Telephon 9831, L Boreas f. 4. Verkehr nach Ssulasd. Vehersetz^ Ankünfte, nur. Sehteftmteeh. Westösterreichtscher Zrouisteutag. Am 7. und 8. Dezember fand in Prag bei Beteiligung von 32 Delegierten der vierte Parteitag der westösterrcichischen Zionisten statt. Die Tagung, die das Gepräge der inneren Einheit trug, wandte das Hauptaugenmerk der Kulturarbeit zu und setzte zur Lösung der schwierigen Frage der Jugenderziehung eine Kulturkommission ein. Die wichtige Angelegenheit der Presse wurde in wiederholten Sitzungen des Zentralkomitees während des Parteitages so weit gefördert, daß deren endgültige Lösung im Wege unmittelbarer Verhandlungen mit den einzelnen Distriktsleitungen bevorsteht. Unter dem Eindrücke der letzten Vorgänge in Paläsfina erhob die Versammlung einsfimmig Einspruch gegen das Borgehen des Kuratoriums für das Technikum in Haifa. Die Wahl des neuen Zentralkomitees ergab folgendes Resultat: zum Präsidenten wurde gewählt Dr. Karl Pollak, als Mitglieder für den innerösterreichischen Distrikt: Dr. Jakob Ehrlich, Dr. Isidor Margnlies» Dr. Emil Stein, Db.-Jng. Robert Stricker: für Mähren, Schlesien: Dr. Simon Fricdmann, Dr. Fritz Eckstein, I. Schwarzbart, Josef Süß- .m-andcl, Dr. Albert Schönhof; für Böhmen: Dr. Ludwig Singer, Prof. Alfted Engel, Dr. Ernst Nr. 51 Gütig, D.r. Emil Margnlies, - Frau Elisabeth P ctutz.. : ■ C In den Zentralausschuß der zionistischen Weltorganisation wurden gewählt: Gustav Finzi, Leo Krieger, Dr. Emil Margnlies, Dr. Isidor Margnlies; Ersatz: Dr. Emil Stein, Ernst Bechert. In die Kulturkommission wurden gewählt: Dr. Hugo B o r g m a n n, Robert W e l t s ch, Dr. Ernst S k u - tetzky, Dr. Epstein, Dr. Wbert Schönhof» Dr. Simon Friedmann, Dr. Siegmund Werner, Adolf Böhm, Dr. Walter Werner und Rudolfine Waltuch. Am ersten Abend des Parteitages fand im Hotel Zentral eine sehr eindrucksvolle und gut besuchte Propagandaversammlung statt, in der die Gg. Gg. Ob.-Jng. Stricker, Dr. Hantle, Kurt Blumenf e l d, Dr^ Emil Margnlies und Dr. Ludwig Singer sprachen. ' - Westösterreichischer Kreisturutag. Gleichzeitig mit dem westösterreichischen Zionistentag in Prag tagte in Wien der Il. ordentl. Kreisturntag der westösterreichischen Jüd. Tnrnerschaft. Die Tagung, welche von den Städten Beskowip, Brünn, Graz, Lundenburg, Mähr.-Ostrau, Mißlitz, Olmütz, Prag, Ung.-Hradisch und Wien beschickt war, wurde durch den Bericht des Kreisvorstandcs Herrn Kien eingeleitet. Der Kreis zählt gegenwärtig 23 Vereine mit 2500 Turnern. Das glänzende Turnfest anläßlich des Wiener Kongresses hat auf die Tnrnerschaft einen mächsigen Impuls ausgcübt. Der Kreisturntag beschloß auf Grund eines Referates Dr. Sterns die obligatorische Einführung der he brät schon Kommandosprache sowie die Abänderung der Vcreinsnamen in „Matiabi Vereine". An die zweitägigen Verhandlungen schloß sich ein Propagandameeting. Dr. Sonnen selb und Tägliche sprachen über die Aufgaben der jüdischen Turnerschaft. Fried mann referierte über die Juden in der Athletik. Bei den Neuwahlen für den Krcisvorstand gingen als gewählt hervor: Robert Kien (1. Vors.), nteb. M. Schiller, phil. Oskar Brand, Ing. Theodor Steinherz, med. Wolf Taglicht, Dr. Karl Son ncnfcld, Karl Schwarz. Anläßlich der Tagung fand ein Schauturnen des jüdischen Turnvereins „Fünfhaus" in den Katharinen- Sälen statt, ein Fußball-Match auf der „Hohen Warte", bei welchem unsere „Hakoah" die „Südmark" mit 3:0 schlug, und ein geselliger Tee-Wend in den Räumen des ersten Wiener jüdischen Turnvereins. i Bühl Besitzer C. Heim Gallus-Anlage 2. Tel. 201, 316, 278 I. Gleichzeitiger Inhaber von: flolcoilorei u. Cafe „Perrimsad UMliM" Baden-Baden. Eigene Erzeugnisse von Pralinees n. Bonbons. Montag, Mittwoch n. Freitag v.8%-1 Uhr abends ganz dozontoa Konzent. Silvesternacht: Familienkonzert. Eintrittskarte 1 Mk. wird mit 50 Pfg. in Zahlung genommen. Aus eurer Wett. Deutsches Reich. Gelsenkirchen. Auk der 8. großen Bezirkstagung des Rhein.-Westfäl. Bezirksvexbandes jüd. Jngcndvereine waren mit den Gästen etwa 400 Personen anwesend. Nach Berichterstattung seitens Lehrers Lev'isohn- Essen. referierte Rechtsanw. Dr. Her zfe Id-Essen über das Thema: „Wie schulen wir uns zum Ab wehrkampsc?" Wir entnehmen den tiefdurchdachten Ausführungen als wesentlichsten Passus folgendes: Es ist Pflicht eines jeden,- zu wissen, was ihm das Judentum ist, und was er von ihm fordern muß. Um das zu erstreben, müssen die Vereine ihre Mitglieder in die Tiefe des jüd. Schrifttums und der jüd. Vergangenheit führen. Doch nicht nur durch Vorträge allein, sondern selbsttättg möge jeder lernen, damit er sich vor der so verderblichen Halbbildung schütze. Dr. Schuster-Aachen sprach sodann über die »Körperpflege in den Jngendvcreinen". Das letzte Referat hielt Frl. Berliner, die Geschäftsführerin des Verbandes; sie sprach über „Botteile und Nachteile einer jüd. Jugendbewegung" und führte folgendes aus: Wer Jude ist, soll wissen, warum er - es ist. Wir müssen verlangen, daß unsere Mitglieder das Buch kennen, das wir der Menschheit geschenkt haben, die Bibel. Sie sollen unser Schrifttum und unsere reiche Geschichte kennen, um im Falle des Angriffs Rede zu stehen und eine tüchttge Wwehr zu bewerkstelligen. Dazu bieten die Bibliotheken die Mittel, aus ihrem Schatze holt der junge Mensch die Bausteine, die er Lum Aufbau einer entschiedenen jüdischen Lebensanschauung bedarf. Ein reiches Feld von Arbeiten wartet unser, auf dem Gebiete der

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.