Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 11 (1913)
- Issue
- Heft 51 (24.12.1913)
- Date
- 1913-12-24
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Srite 4. r«r wünscht,. -er ^sem Wort auch -Mn halten toict»,; toem ec and die ganze Weit darüber zugrunde .gehen?" - „Jettchen, Dir vergißt die Geschichte vom alten Simon Ganzebüch, dem! Großvater des jetzigen Simon. Eh« könnte ich mir denken, daß Wasser sich mit Feuer verträgt, als daß der Parnes von Lochstadt mit einem Ganzebacher einen Schiduch macht." 3. Kapitel. Leser'Gottschalk, in der ganzen Gegerü» nur Leser GanzÄach genannt, war krank. Er saß zwar noch im Lehnsessel, als der dlrzt ankam, aber nach der Untersrkchung ordnete der Doktor an, daß Leser sich zu Bett lege, und verlangte, daß Simon gleich wieder mit nach Wchstadt fahre, um die Arznei zu holen. Auf dE RückwWe «öffnete der Arzt dem Sohne, daß. der ZE stand ^es Kranken nicht unbedenklich sei, weil bei Herzbeutelentzündung manchmal plötzliche Wendungen cintreten könnten, auf welche der Arzt keinen Einfluß hätte. Simon sah den Doktor erschreckt an. „Ich sage das nur," lenkte der Doktor ein, „damit Sie jeden B^uch und jede Aufregung fernhalten, - und. weil manchmal im Laben noch etwas zu borgen ist, was man nicht versäumen sollte." Leser hatte ^Uvar keine Ahnung/ von dem Ernst seines Zustandes, aber als gläubiger Jude hielt er es Lei jeder ErkrariKurg für seine Pflicht, sich auf den Abschied von diesem Lüben vorzubereiten. „Simon," sagte er, als sein Sohn. kurz vor dem Beginn des Sübbat zurückkam und ihm den ersten Löffel Arznei mit dem Wunsche der vollkommenen GenHung reichte, „man kann nie wissen, wann man von Hier abbwufen wird, darum will ich Dir für alle Falle einige Wunsche ans Herz legen." „Bater, Du wirst, so Gott will . ." „Sei ruhig," winkte der Kranke üb, /,und höre mir Zu- Aiarimme ist verlobt, ich habe ihrem Bräutigam «ne Mitgift von 2000 Taler zugesagt, und Regine müßte einmal dasseLe erhalten, über wenn es dem lieben Herrgott gefallen sollte, mich abzuberufen und. Du würdest dann ein gleiches Teil wie Deine Schwestern beanspruchen, dann ..." „Bater,". unterbrach .©imon den Sprechenden feierlich, „nicht Fichen noch Schuhriemen will ich für mich Nutzen von unserem Vermögen hüben, ehe nicht beide Schwestern in gleicher Weise versorgt sind." Der Kranke drückte, Simon die Hand. Er war eine Zeit lang ruhig und lag mit geschloffenen Augen da, aber daß er nicht schlief, und daß es nicht Schwäche war, die ihn zwang, das Licht des Tages abznhalten, um sich zu erholen, sah man an dem lebhaften Wechsel in seinen Mienen. In der Tat überlegte der Kranke, ob sein, Zustand es erforderte, schon jetzt seinem Sohne eine Mitteilung von der Angelegenheit zu machen, die er vor ihm bis jetzt .«chsichllich geheim gehalten hatte. Wenn man krank ist, sagte er sich, muß mau sein Haus bestellen; — aber bin ich demr so krank, daß ich ihm schon heute davon sprechen muß? Gerade dies hiell ich immer güheim, wie cs auch mein Vater' mir Carl (ärchriian. Gegründet 1832. Frankfurt a. N. Telefon Amt 18679. 34 Goethestrasse 34 (nSchst dem Opernhaus) Moderne Wand- und Stand-Ohren, Tasehen-Oferen. Glashfitter and Genfer Fabrikate. Ckrasximoplioue. Offizielle Verkaufsstelle der Deutschen Grammophon-A -G. erst int letzten Augenblick seines Lebens offenbarte, um mich nicht in unnötiger Weise mit in den Streit hineinzuzichen und meine Seele von Haß und Feindschaft rein zu halten, die das Gemüt der Menschen und' ihr Glück nur trüben können. Habe ich nicht selbst oft genug, nachdem mir alles bekannt war, voller Verbitte-, rung .an das Unrecht gedacht, das man meinem Vater' tat. In einigen Tagen ivcrde ich, will's Gott, wieder gesund sein, und dann wird es mir leid 'tun, zu früh geredet zu haben; — aber es könnte auch, bchüte und bewahre, schlimmer werden, dann ist es' besser, ich sage ihm alles jetzt. Der Kranke schien zu einem Entschluß gekommen zu sein. Er öffnete die Augen und sah seinen Sohn ruhig an. „Simon, Du kennst das verschlossene Kästchen, das im Schrcibpult in der obersten Schublade steht?" „Ja, Vater." „Das Kästchen hielt ich immer verschloffen." „Ich weiß, Vater." „Dieses Kästchen und was darin ist, gehört Dir ganz allein und nicht Deinen Schwestern. Der Keine Schlüssel, der an meiner Uhrkette hängt, schließt es auf, über ich will, daß Du es erst öffnest einen Tag nach meiner ersten Jahrzeit." Die Tränen stürzten aus Simons Augen, die Kehle war ihm wie zugeschnürt, und er drückte die Rechte auf seine Brust, um ein in ihm wühlendes Schluchzen gewaltsam zu unterdrücken. „Weine nicht," sagte der Kranke kurz, „der Tag wird, will's Gott, noch fern sein, aber wenn der Herr mich abruft, will ich das Meine getan haben." „Bater, ich brauche . . ." „Es ist kein Geld darin, aber es könnte in der Not Geld sein. Du darfst es nicht vor dem bezeichneten Tag öffnen, außer wenn die äußerste Not es verlangt, und auch nachher sollst Du es nur benützen, wenn es für Deine Zukunft notwendig ist. Willst Du mir das versprechen?" „Ich verspreche cs." „Das genügt mir, ich weiß. Dein Wort ist Sir heilig. Aber noch eins gehört Dir ganz allein, nämlich die Thorarolle, die ich zn Deiner Barmizwoh schreiben ließ." . Jnlaid - binoleumteppiche Master durch und durch 300/300 cm gross Bk. 18,78. Singfreie Tapet en-Industrie C. Kapsch. Altesaäse 27/29. »lelnwcg Eckhaus Bösem arkt Telephon I, 6069. Hx 51. 'Der 'Kranke schloß für einige Augenblicke die Augen. - „Ich habe noch eine Bitte, die aber kein Gebot sein soll." „Es soll mir Gebot sein," .sagte Simon,. ergriffen durch den feierlichen Augenblickmit zitternder Stimme. «Ich habe, seit ich denken kann, der Leser Ganzebach geheißen. Du sollst nicht auch Dein Leben aus dcnt Dorf verbringen, ziehe in die Stadt, für den GcschäftsniAnn ist das Leben in der Stadt etwas wert, der Dörfler geht wohl in die Stadt, um zu kaufend aber der Städter geht nicht aufs Dorf, ziehe nach' Lochstadt. Wenn es auch nur ein kleines Städtchen ist, cs ist immer besser als hier auf dem Dorf." „Ich will 'es tun, wenn der Landrat und die jüdische Gcnicindx in Lochstadt mir den Umzug erlauben." lieber das Gesicht des Kranken glitt ein glückliches Lächeln. „Das habe ich Dir zufällig noch nie gesagt, ich habe das Bürgerrecht in Lochstadt, und'wenn ich einmal nicht mehr bin, hast Du es auch." Simon sah seinen Vater überrascht an, er Konnte sich ein solches Recht nicht erklären. . __«Fortsetzung folgt), Ja Wa Albert, Optik Fitsn. Plncenez Doublö Mk. 7.50,' Nickel Mfc. 4.00. ■•iisfrauenstraise II, Ecke Neue Mainzerstrasse. Ealser Friedrich Quelle . —— Offenbach a. X. —— Gegen Gicht and Bhematlsrnns bewahrt. Alleiniger General-Vertreter: Frladrloh Stahl, Frankfurt a.Ä., Gflntherabnrg-Allee 37. TeL259 n. 714., Wochen-Salerrder. lZettangaven nach dem Luacb.) SamStag, den 27. Dezember (= 28 Kislev.) Sabbat-Anfang in Framiurr a. M. 4 Uhr 05 Mn. Sabbat-AvSgang in Frankfurt a. M. 5 Ahr 20 Min. in Berlin 4 Uhr 45 Min. Wochenabschnitt: Mikciz. — Pharao sieht im Trau», sieben fette und sieben magere Kühe, sieben volle und leere Achrcn. Niemand kann dies ^deuten. Der Mundschenk erinnert sich an Josef. Dieser wird aus dein Gefängnisse geholt und deutet die ' Träume als auf sieben fruchtbare und sieben unfruchtbare Jahre hinweisend. Er wird mit königlichen Ehren überhäuft. — Josef sammelt Getreide sür die tznngerszeit. Diese kommt. Auch fremde Böller holen Getreide bei Josef, darunter seine eigenen Brüder. Er erkennt sie, sic ihn, jedoch nicht. Josef stellt sie als Kundschafter hin. Zum Wahrheitsbeweis ihrer Unschuld sollen sie den jüngsten Bruder bringen. Drei Tage lang entschließt sich keiner von ihnen zil der schwere» Mission. Schließlich ziehen sic alle heim. Sjmon bleib als Geisel zurück. — Die Brüder denken an ihre frühere Sünde. Sie finden unterwegs das Getreidegeld in ihren Säcken wieder, die Aufregung steigert sich. Der Vater zu Hause ist bestürzt, will Benjamin nicht fortlassen. Endlich entschließt er sich dazu, weil kein Getreide mehr vorhanden. Inda verbürgt sich sür Benjamin. Sie nehmen Geschenke mit. — Josef empfängt sie freundlich, läßt ihnen ein Mahl bereiten, teilt Geschenke ans, am meisten dem Benjamin. Sic iverdcn nochnials erprobt. Josef läßt seinen SilberjWleii.IIIiiei.W-ii.AmM. Auswahlsendongen gerne zu Diensten. Atelier für Neuu. Umarbeitungen und für Reparaturen. ilBe Itthr-und Snusmittd für Zucker-, Magen-, Darm-Kranke, bei Obstipation, für Nierenkranke,, sowie Kr Hast- und Entfettnngs- =-!■■■ Kuren. : ■■ OitailfiBSCbält: Goefthestrasse 30, Tslepb. 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