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Neue jüdische Presse · 1913-12-19 · Heft 50 (19.12.1913) · p. Seite 3

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
11 (1913)
Issue
Heft 50 (19.12.1913)
Date
1913-12-19
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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$X 50 gjttmlfaritr JsraeMscheS FamiHenLlait. Seite S tiasten Fragen des palästinensischen Judentums zu entscheiden.. Noch ist e§ möglich, eine Wendung, im Kampf heröeizuführen; noch ist der Moment da, wo die ausgestreckte Friedenshand von den Kämpfern in Palästina aufgegriffen werden wird. Noch einige Ereignisse ivie das Herbeirufen der Polizei in Jerusalem, und die letzte Hoffnung auf einen Frieden und eine Verständigung wird-dahin sein. Möge das Kuratorium das verstehen und versuchen, seinen Fehler wieder gut zu machen und seine Stellung zu revidieren. Schön eine kleine Konzession des .Hilfsvereins könnte bcp Frieden herbeiführen. Von Beginn an wurde sa nur minimales von ihm verlangt. Dem nationalen Judentum der gesäurten Welt aber, ja allen Juden, denen das Hebräische heilig und teuer ist, ^fällt jetzt die dringende Pflicht zu, den Kämpfern Palästinas materiell und ideell zur Hilfe zu kommen. Das ,rationale Judentum muß den Fehler, den es bisher dadurch begangen hat, daß es die Arbeit auf dem Gebiete des palästinensischen Schulwsserrs anderen Organisationen Werlassen hat, wieder gut rttachen. Es nruß jetzt den palästinensischen Juden die Mittel zur Verfügung stellen, nur eigene, nationale, .hebräische. Schulen zu gründen. In Jaffa, ist .eine solche bereits eröffnet; in Haifa und Jerusalem sind Schüler und Lehrer da, lediglich die Geldmittel fehlen. Diese zu beschaffen, ist .die höchste Pflicht des Augenblicks. Das Zionistische Aktions- Komitee ist mit gutem Beispiel energisch vorangegangen und hat. sofort größere Beträge zur Verfügung gestellt, das Odessaer Komitee hat. dasselbe getan. Es muß jetzt eine eifrige Sammlung entsetzen, um die neu zu gründenden Schulen materiell zu fundieren. Dann rnöge der Hilfsverein, sehen, wie er ohne Schüler rrnd Lehrer weiterhin auskommt. Lluf diese Weise.wird er dazu gezwungen sein, seinen Standpunkt zu revidieren. Der Karnpf geht jetzt unr das Schicksal der hebräischen Schule und damit der hebräischen Sprache in Palästina. Das Judentum, der gesamten Welt muß .jetzt zeigen, daß cs die historische Bedeutung des Kampfes erkennt und den großen Anforderungen des Augenblicks gerecht zu werden versteht. Cafe n. Gonditorei Bütschly Besitzer C Heim Gallas-Anlage 2. Tel. 201, 3t6, 278 I Gleichzeitiger Inhaber von: Holnioiei»Cafe „PeniDond Rupelajef Baden-Baden. Eigene Erzeugnisse von Prnlinees n. -Bonbons. Montag, Mit'woch u. Freitag v. 8%>1 Uhr abends BV~ ganz dozentaa Konzart. -MM Aus aller WeU. Deutsches Reich. Berlin. Das Projekt eines jüdischen Sportplätze s bei Berlin beginnt jetzt greifbare Gestalt zu gewinnen. Die mit den Vorarbeiten betrauten Herren haben sich davon überzeugen können, das; in maßgeblichen Kreisen die Notwendigkeit einer solchen Schöpfung, welche die Bestrebungen der jüdischen Jugendpflege in wirksamer Weise zu fördern berufen ist, anerkannt wird. Der Jüdische -Turnverein Bar Kochba hat sich entschlossen, den Reinertrag seiner Maktabäerfeier, die am 27. Dezember in den Gesamträumen der Philharmonie stattfindet, dem Platzfonds zn überweisen. Berlin. Das Aktionskomitteeder Zion. Organisation wendet sich in einem Aufruf an die jüdische Oeffentlichkeit, damit sie dem regenerierten Palästina .; in ernster St u n d e materiell z u r S e i t e st c y e, und das neucrwachte jüdische Leben i» Palästina in dem Kampfe des Hilssvercms der deutsche» Jude» gegen das Hebräische nicht erliege. Hannover. Die diesjährige Kuraloriuiussihung der Jsr. Erziehungsanstalt Ahlem beschäftigte sich vor allem mit der sinanzicllen Lage. Schon seit mehreren Jahren wird mit einem Defizit von 7—10 000 JL. jährlich gearbeitet, und die Aufrechterhaltung des Betriebes .war nur dadurch möglich, daß . der Anstalt ca. 30 000 JL ans einigen größeren Legaten zur Verfügung standen. Diese Gelder sind aber nunmehr aufgezchrt. Außer einigen nicht erheblichen Kapital-Stiftungen, die noch nicht angegriffen werden dürfen, stehen der Anstalt bei einem Jahresetat von 130000 Mark keinerlei Kapitalvermögen, Reserven oder Betriebsfonds zur Verfügung. Sie ist neben den für die einzelnen Zöglinge bezahlten Unterhaltungs-Zuschüssen ganz und gar FRANZÖSISCH, jede Asm? kann sich an dem 2 */s monatig. GR ATI S “ KURSU S am Tage oder abends beteiligen. Weserstr. 7 »llMSl SdllOOl BOVatlO. Tel. 1. 12428 auf die Spenden ihrer Freunde angewiesen. Es muß nunmehr trotz der für solche Sammlungen ungünstigen Zeiten, durch eine umfassende Propaganda versucht werden, die nötigen Betriebsmittel hcrbeizuschaffen. Ein weiterer großer Geldbedarf entsteht durch die Rot- Wendigkeit eines dringend erforderlichen R c n - Dan es; diesen Bedarf durch eine Anleihe zn decken, ist aber erst dam; möglich, wenn die Verzinsung und 'Amortisation einer solchen durch regtmästige Beiträge sichergestellt werden kann. Der Vorstand hofft, daß, e» angesichts' der vorzüglichen Leistungen der Anstalt 'gelingen wird, die großen erforderlichen Mittel heranzuziehen. Oesterreich-llugar«. Wie». Die „Jüd. Naiionalztg." meidet folgendes Beschicht che it: „In Wien, der Stadt der Masscntaufc», in der speziell jüdische Advokaten sehr gerne ihre Familien mit oder vhne Einschluß ihrer eigenen Person taufen lassen, „um den Kindern die Karriere nicht zu verderben," hat vor vielen Jahren ein Advokat sehr bekannten Namens, seinen Einzigen Sohn taufen lassen wollen. Da - die konfessionellen Gesetze die Taufe des siebenjährigen Knaben — Papa wollte selbst doch noch Jude bleiben — nicht zulassen, kam der geniale 'Advokat auf eine nicht minder „geniale" Idee: Er fuhr mit dem Sohne nach Prcßbnrg und brachte ihn von dort als Christen heim. , Seitdem vergingen viele Jahre, bis der junge Manu volljährig wurde, um dann als — Christ dir voraussichtliche Karriere zn mache». Aber er dachtenicht daran. Er ging »ach Deutschland und wurde Dissident. Hieraus heiratete er in Wien eiire Jüdin. Sie gebar ihm ein Mädchen. Wegen Eintragung dieses Kindes in die Geburtsmatriket wandte sich der junge Pater an das israelitische Matrikclamt, „da er eigentlich nicht weiß, welcher Konfession er angehört". Das Matriketamt erlklärte sich mit der Eintragung einverstanden, da die Taufe des ÄindesvaterS seinerzeit der Gemeinde nicht angezeigt wurde. So zerrann der Traum des Paters Vvn der Karriere des Sohnes. Die Geschichte hat den Vorzug, daß sic wahr ist, und den Fehler, daß sie nur einzig dastcht in dem Strome der Wiener Mafsentaufcir." Rußland. Petersburg. Schetschkow brachte in der Reichsduma einen von 55 Abgeordneten Unterzeichneten Antrag ein, das Schächten z n verbiete n. Im Augenblick scheint die Annahme des Antrages »och aussichtslos, — doch für die Zukunft? Grotzbrttauuie«. London. Henry Morgenkhau, der neue amerikanische Botschafter in Konstantinopet, empfing auf der Durchreise in London einen Mitarbeiter des „Jcwish Chroziicle". Er versicherte dem Interviewer, er werde im vollen Einvernehmen mit der amerikanischen Regierung seinen Einfluß in K v n st a n t i n o P c l stets zur! Besserung der Lage der Inden geltend machen. Als amerikanischer Botschafter jüdischen Glaubens gedenke er, auch P a 18 st i n a einen gewissermaßen amtlichen Besuch abzustattcn. Er interessiere sich ivarm für den neuen 'Aufschwung Palästinas und möchte sich überzeugen, was bisher für die Entwicklung des Landes geleistet worden ist und was noch geschehen könnte. Er hoffe, daß seine Stellung cs ihm ermöglichen werde, der jüdischen Gemeinschaft manchen Dienst zn erweisen, und er werde jede derartige Gelegenheit gern wahrnehm.'ii. Ronncfddtnhßß * 2.50*3.50$ aromatisch & ausgiebig, billig im Verbrauch. $erionaiten tu Kleine Mitteilungen. Berlin. De. I. Wohlgemuth gibt vom nächsten Monat ab nnter dem Titel I e s ch n r u n eine „Monatsschrift für Lehre und Leben im Judentum" heraus. Lffenbach a M. Das Krewamk gibt den einzelnen Landgemeinden bekannt, daß auf Vorschlag einer Gemeinde in der Erhebung der Rab b inatstcuer eine Aenderiuig einiritt. Bisher wurden dieselben von den Rechnern des Kreises einzeln erhoben. Jetzt soll dieser Betrag aus Gründen der Ersparnis von der Geineindekasse erhoben werden. — Die im vorigen Jahre neu entworfene S y n a g 0 g en-O r dnn n g für Landgemeinden wurde vom Ministerium nicht genehmig i. Breslau. David Schlesinger dok dem „Verband z. Erziehung hilfsbedürftiger isr. Kinder", dem er erst anläßlich seines 70. Geburtstages 8000 JL geschenkt hatte, 5000 JL vermacht und den gleichen Betrag der „Lessing - Loge". — Albert Wollend er g-Liegnitz hat seiner Vaterstadt Löwenberg 100 000 Jt. hi n ter lassen. Das Testament hat trotz des Widerspruches der Verwandten die behördliche Genehmigung erhalten. Die Hälfte der Zinsen «erhalten Arme ohne Unterschied der Konfession, die andere Hälfte jüdische Anne in Löwenberg bezw. Liegnitz. Hambnra. Dr Wolffsohn. als Jurist wie als Politiker hoch angesehen, von 1880—1910 Mitglied der Bürgerschaft, ist — 66 Jahre alt — verschieden. Karlsruhe. Anläßlich idres 50 Geburtstages überreichte Geh. Oberregierungsrat Dr. Mayer seiner Gattin folgende StistungSurkunde: „Zum heutigen fünfzigen Geburtstage meiner lieben Frau möchte ich ihr eine ganz besondere Freude bereiten. In dieser Absicht stifte ich für die infolge der überaus günstigen Entwicklung des Fr i e d r i ch - L u i s e n - Hospizes in B a d D ü r r h e i nt schon jetzt dringend nötige Erweiterung desselben ans die Zahl von 150 Betten als Grundstein den Betrag von 1000 Jt. mit dem Wunsche, daß weitere Bausteine sich bald anreihen irnd mit meiner lieben Frau die vielen Freunde des Hospizes des Beginn des neue«» Baues schon im kommenden Jahr sich erfreuen mögen." Wien. Eine „Soziale Vereinigung jüdischer Aerzte in Wien" ist hier gegründet worden, veranlaßt durch die planmäßige Verdrängung der jüdischen Aerzte aus den hiesigen Krankenhäuser». Budapest Zu einem mehr drastischen als erlaubten Mittel griff der Stadrhauptmann von Mar amär o ß z i g et. Da ihm die Reinlichkeit der koscheren Fleischbänke nicht gefiel, ließ er von seinen Beamten Tische, Geräte, Türen nsw. mit Schweinefett einreiben, um so die Fleischbänker zn nötigen, eine gründliche Reinigung vorzunehmen. Auf eine Disziplinaranzeigc hin wurde er dafür mit 100 Kr. Geldstrafe bedacht. Baris. Ratfael Georges-Levy. Verfasser zahlreicher nationalökonomischer Schriften, ist von der Akademie des s i e n c e s .m o r a l e s et politiguesi zum Mitglied gewählt worden. — 'Auf der Jnbiiäumssestsitzung des P a ft e u r - I n st i - cats gedachte Direktor Tr. Roux der jüdischen Philanthropen Baronin Hirsch, David Osiris und Gustav und Adolphe M. Rothschild, denen das Pasteur-Institut sein Bestehen und seine» gewaltigen 'Ausbau verdankt. Lyon lFrank-eich) Frl Josevha Aschkenasi aus Lodz bestand die Prüfung als I n g e n i c u r d e r C h emT e. London. Auf einer Versammlung des Verbandes jüdischer S t r a ß e n h ä n d l e r waren Marineminister Churchill und Staatssekretär im Finanzministerium M a st c r m a n als Ehrengäste anwesend, um Ehrend geschenke als Dank für ihr stets betätigtes Wohlwollen entgegenzunehmen. Antwerpen Jacob S. Eisenmann, einer der besten der orthodoxen Judenheu ist v crs chieden.! - In Frankfurt geboren, hatte er die israel. Realschule besucht und von seinem Lehrer Räbb. S.,R. Hirsch j. A einen tiefen jüdischen Idealismus empfangen. Er 'träff bete in Antwerpen eine Exportfirma, heiratete eine TiMMN des Frankfurter Gelehrten L. Ph. Prins und geftanE sein Haus zu einem Sammelplatz aller Bedrückten. In der von ihm erbauten Synagoge nahm er an der täglichen^ Schiurim stets regsten 'Anteil. —r Christ. Wilhelm Leiüi] Telef. I, 3567. Hoflieferant. Goetheatr. 214 Herren-, Deinenu- JLivreeschneiderei. Spszlal-Sportgescbäft. — Anf Wnnsch koschere Verarbeitung. — - Aus ver zionistische« vewegnns. Königsbütte, O-S. Die „Zion. Frauenweltorganis a t i 0 » (Lldresse: Frau Rechtsanwalt Lachmann, Königs- Hütte) veröffentlicht das folgende Arb eit s Programm: 1. Die Frauenorganisation muß mit allen aus, der Welt schön bestehenden zionistischen Frauen- und, Mädchenvereinen Fühlung nehmen und sich bemühen, diese Vereine als Mitglieder der Organisation zn gewinnen:' Die Mitgliedschaft kostet für jedes Mitglied des botrejsenden Vereins pro Kops und Monat mindestens; 5 Pfg., Oesterr. 5 Heller. . „ , 2. Die Organisation veröffentlicht gleichzeitig und versendet an die Vereine ein bestimmtes Arbeitsprogramm, nach welchem alle Vereine einheitlicharbeitest sollen. Das Programm ist so gefaßt, daßes mit den Statuten aller Vereine durchaus im Einklang steht. , 8. Die Organisation verlangt von den Vereinen vierteljährliche Berichte, um die Arbeit zu prüfen und neue Vorschläge für die 'Arbeit machen zu könnem. Mißverständnisse, Differenzen und Interesselosigkeit derBereine solle» von der Organisation beigelegt werden^ -l. Die Organisation muß jederzeit aus Verlang«» Redner oder Redneriimon den Vereinen schicken können.' Desgleichen muß sie in der Lage sein, Vorschläge für Feste, Feiern, Kinderfeste und Ausflüge zn machen: , 5. 'Austausch der Erfahrungen der Vereine Hinsicht lich der Agitation, der Vorbereitung und Ausgestaltung von Festen und Bereinsabonden. 6. Die Organisation muß regelmäßig' für Artikel von Frauen in der Presse sorgend 7. Die Organisation muß sich bemühen, hebräische Lehrer zu gewinnen, um sie den einzelnen Vereinen zu übersenden, desgleichen Turnlehrer. 8. Die Organisation mutz besonderen Wert. daraus legen, das; die ihr angehörenden Vereine der Jugenderziehung das größte Interesse widmen, durch Einrichtung von Krndernachmittagen, Kinderfesten, Ausflügen» Ferienkolonien, hebräische Kindergärten, Kinderturnriegen nsw. Die Organisation wird ein genaues Programm für die Kindernachmittage entwerfen und es verschicken. Ebensolche Bedeutung muß sie der Verbreitung der hebräischen Sprache durch Einrichtung von Sprachkursen beimcsfen.

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