Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 11 (1913)
- Issue
- Heft 49 (12.12.1913)
- Date
- 1913-12-12
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Leite 4. frankfurter UraeWWes famiAeMM. Xsu sröüiist! Cafe €or§o Ecke Kaiserstrasse und Moselstrasse. Franz Krist* pädagogllchen Gründen müsse die jüdische BolEschule gcftnLert iverden, und nur dom parteipolitischen Standpunkte aus komme man zu einer Verwerfung. Pels--Emden verteidigte recht energisch die jüdische Bollsschnle, konnte aber bei der großen Opposition kein Berpändms erringen. -. Beritz - Königsberg führte in ruhiger, klarer und sachlicher Weise den Standpunkt der Lehrerschaft aus und «hielte durch seine Ausführung allseitigen Beifall. . Punkt 7 der Tagesordnung: „Staatliche Bechilfe der notkidenden Gemeinden" mußte wegen plötzlicher Erkrankung des Referenten, Landtagsabg. Wolff, von der Tagesvrdnung abgesetzt werden. IMbiibaelier Druckluft-Anlage OSnlniäia.1. Telefon 123. (AbbcUbbs mit Frankfort). Bewährteste Tspelchrslnlgunp, .100,000 qm jährlich sowie unübertroffene Bettenand Bettfedernreinignng mittelst Druckluft and Wssseidampf. Gi»-rücke vom Gemeiudetag. ' . Die Eindrücke, die ich vom Gemeindetag empfing, waren niederbrückend, denn sie nehmen mir den Glauben, .daß der D.-J. G.-B. in den Häpden von Männern ist, '.büe sich der Objektivität befleißigen und tieferes Verständnis für die Fragen der deutschen Fudenheit haben. Was soll man dazu sagen, daß — wie Rechtsanwalt Dr. Victor feststellte — Prof. Dr. Kalischer, der Vorsitzende, an die Gemeinden ein vertraulrches Rund- .schrüben gerichtet hat, in dem er sie dringend darum je^ucht, ßmr solche Vertreter zu entsenden, die gegen -die Behandlung der Bolksschnlfrage auf dem Gemeindctage sllmmml? Die Mitglieder der Wahlprüfungskommission wurden trotz der Kritik Moritz A. Loebs wieder so gewählt, daß die Berliner Mitglieder, die es bequem zu den Sitzifttgea haben, sämtlich Liberale sind. Opposition wird vom Landtagsabgeordn. Dr. C o h n - Dessau als „Störung mit Geheul und Geschrei" bezeichnet. lleberhaupt Dr. Cohn, — es wäre besser für die deutsche Zudenheit dieser Gewaltmensch ohne jedes Verständnis für andere Anschauungen, würde sich weniger mit 'ihren Angelegenheiten beschäftigen. Vier Stunden hat der ganze Gemeindetag gedauert! Das trotz des außerodenrllich wichtigen Materials, das zur Ber^mdlung stand. Der beste Beweis, daß von Objektivität überhaupt nicht die Rede sein kann. Ir. —. Jüdischer Frauenbund. . ' Aus der jüngst stattgesundenen V o r st a u d s s i tz u n g ... ist folgendes zu berichten: ’ Frau Dr. Henriette Goldschmidt-Leipzig, die «n gleichen Tage ihren 88. Geburtstag feierte und Ehren- M^lsÄ>^des Bundes ist, wurde durch ein Telegramm > Anläßlich Lessen wurde eine Siotiz der Staatsllürgerzeitung verlesen, in der warnend und hämisch darüber gesprochen wird, daß die Rabbinersfrau und , Jüdin Henriette Goldschnridt einen solchen großen Einfluß auf die weibllche Jugend Leipzigs gewonnen hätte; dies sei ein Grund mehr, antisemitische Kauenbünde zu orgarüsieren. Es wird beschlossen, die Vorsitzende des Bundes därtscher Frauenvereine, Frl. Gertrud Bäumer, auf diese ' Notiz aufmerksam zu machen. MrdenZnternationalen Frauen ko ngreß, der vom 14.—21, Mai 1914 in Rom stattfindet, wird . Hpnriette May delegiert. ' - Neue Anschlüsse von Vereinen und Gründung von Ortsgruppen werden gemeldet. . Propagandereisen zur Grüiümng von Jugeitd- und Ortsgruppen des Jüdischen Fraueichundcs werdeil beschlossen .und. bestimmt, daß Vereine und Ortsgruppen» die eine Rednerin wünschen» dies der Schriftleitung des ßf. I., Berlin, Königsgrätzcrstr. 97, zuelden können. Die ergänzte ausländische Vertrauensliste wird von der Mädchenschutzkommission vorgelegt. Einen breiten Raum nimmt die Verhandlung über . die Wohnungspflege ein, die als nächste wichtige Aufgabe aller angeschlossenen Vereine betrachtet wird. Die Abteilung für Bahnhofshllfe legt einen vorbildlichen Bericht der Nürnberger Bahnhofshilfe vor, der durch das Vorstandsmitglied, Frau Jsabella Heim, Nürnberg, zu beziehen ist. Jnfolgedeflen wird die'Organisierung der jüdischen Bahnhofshilfe für Obcrschlcsicn den Damen Wiener und Ollendorff übertragen. Me Vorarbeiten für die geplante Herausgabe eines .Aüdischeu .Frauenbuches" sind so weit gcdicheu, daß die eingegangenen Arbeiten jetzt der Jury voigelegt werden. Ob schon eine solche Anzahl von wertvollen Arbeiten vorhanden ist, daß die Herausgabe bald lerfolgen bann, kann erst die Prüfung ergeben. ■ Die Notwendigkeit eines Vereinsorgans läßt das baldige jErscheinen der Mitteilungen, die unter dem Titel ,/Der jüdische Frauenbund" erscheinen, im Dezember wünschenswert machen. Es wird gebeten, durch Hie Ortsgruppen und angeschlossenen Vereine interessantes, fiir die Veröffentlichung geeignetes Material zu sammeln Änd an Frau P aula Nassauer, Fr ankfnr t a. M., Weinstr. 25, einzusenden. Schneiderei Crössmann Malsanrntrammo 1tta, Entrosot. Kaiser Wilhelm-Passage. Telefon Amt I, 6930. Jaoken-Klelder. Cfarantie für gute Passform. — Prima Stoffe and Zutaten. Solide Preise. — Auf Wunsch zuverl. koschere Verarbeitung. Aus -er „Agudas Jisroel"-Beweg««g. Halberstadt. Die Ortsgruppe trifft alle erforderlichen Vorbereitungen für die am 14. d. Mts. hier stattfindende Delegiertenversammlung der Agudas Jisroel. Im unmittelbaren Anschluß an dcir öffentlichen xcif der Tagesordnung findet im Logcnsaale eine Jugend- Versammlung statt zur Gründung der Halbcrstädtcr »^jugendgruppe". Adresse für Anfragen: Julius Sichel, Domplatz 2 I. . Karlsruhe. In einer stark befuchien Versammlung sprachen Rabb. Dr. Schiffer, M. Alt mann und Lupoljanski. Die Ortsgruppe, die in Halberstadt bereits durch zwei Delegierte vertreten sein wird, beabsichtigt, fief)_jo bald als möglich praktischer Arbeit zuzuwcnden. «ic wlll besonders versuchen, die hier zum Teil im argen liegende jüdisch-religiöse Ausbildung der blinder der eingewanderten Kreise kräftig zu fördern. Hamburg. Dienstag fand im Logenheim Härtungstraße eine Mitgliedervcrsannnlung der Ortsgruppe statt, die sehr gut besucht war und außerordentlich interessant verlief. - Aron Auerbach erstattete Bericht über die bisherige Tätigkeit der Agudoh und Rabb. Dr. Lichtig sprach über ihre Zwecke und Ziele. Alsdann. wurde die Wahl für den Delegiertentag in Halberstadt vorgenommen. Gewählt wurden Rabb. Dr. Llichtig, Karl Boden heim er, Jakob Goldschmidt, Rechtsanw. Dr. Cäsar Hcckschcr. Eine Diskussion, die den Beschluß des Abends bildete, ergab wertvolle Anregungen. Hamburg. Der Borstand der Jugendgruppebat von der Einrichtung größerer Schinriin vorläufig Abstand genommen. Dagegen wurde», Anregungen aus den vcrschiÄensten Kreisen folgend, sogenannte Schiurim-Zirkel eingerichtet. Unter Leitung bcfvährter Dozenten wird dadurch, daß an jedem Schiur nur ca. 6—8 Herren teilnchmen, ein intensives Talmuüstndinm ermöglicht. Dozenten sind: Rabb. Dr. Bamberger, Rabb. Dr. Lichtig, Dr. D. Schlesinger, Dr. L. Schlesinger. Für die Damen wurde ein Tchillim-Kursus (Dr. Äichtig) eingerichtet, der sich außerordentlich stärke» Zuspruchs erfreut und in der Tat eine schon oft schmerzlich empfundene Lücke ausfüllt; außerdem ivird Rabb. Dr. Bamberger in nächster Zeit mit einem Dinim- Kursus beginnen. " . Lübeck Die hiesige -Ortsgruppe wählte als ihren Vertreter auf dein Dclegierteutag Rabb. 'Dr. C a r l e b a ch (Stellvertreter: Emil Pohl). Kischiuew Gelegentlich einer Aersammlung von 25 angesehene» Rabbinern des Gouvernements! Wessarabien, die vom 18. bis 20. November hier tagte, referierte Nabb. I. L. Z i r c l s o h n über die Agudas Jisroel. Die Versammelten faßten den Beschluß, dem Provisorischen Komitee in Franks nrt ihr vollstes Vertrauen und ihre Bereitschaft mitznwirkc», kundzugcbcn. Piusk-Karlia. Auf Jnitative unseres greisen Rabbiners, des Nestors der Geaunci hadanr, Rabbi David Fried- Mann hat eine große Anzahl führender rabbinischer Autoritäten aus Rußland und Galizien einen „O f f c u c u Brief an unsere Brüder jenseits des atlantischen Ozeans" gerichtet, der ein deutliches Zeugnis davon ablcgt, wie dieser Patriarch der rabbinischen Welt mit jugendlichem Arbeitsmute die Bedürfnisse der Zeit kennt und den Pulsschlag des gesamten thoratreucn Judentums fühlt. In dem Brief heißt es: Das materielle Elend zwinge die Jugend zur Massencmigration, die eine tiefe Kluft schafft zwischen der alten >uid jungen Generation. Ohne festen Boden unter den Füße» in der neuen Welt und innerlich geistig kosgcrissen von den traditionellen Idealen der Väter, wachse ein Geschlecht heran, das sehr unerfreuliche Ausblicke für die Zukunft eröffne! Es müsse daher, lehc cs zu spät sei, eine Organisation geschaffen werden, die die Judcnheit der verschiedenen Weltteile in unverbrüchlicher Treue zur Thora miteinander verbinde. > Newyork. Noch haben sich die Delegierten der Agndoh nicht eiiigcschifst, und schon sind hier umfassen de Vorbereitungen cingeleitet zu , ihrem Empfange und zur Schaffung von festen Stützpunkten für . die Propaganda, die nach ihrer Ankunft intensiv beginnen soll. . Ein Komitee hat sich hier aus den hervorragendsten Rabbinern und Volksführern gebildet, das für heute Abend eine größere Versammlung einberief, um die zu treffenden Maßnahmen im Einzelnen zu besprechen. Diesem Komitee gehören an die Rabb. Dr. PH. Klein, S. A Iaffe, M. S. Margolis, D. 9L Lewinthal (Philadelphia), Dr. M. H y a m s o n, I. H. L ö w e n b c r g (JerfW; Eity), Pylns, Perl, Rödelheim, Dr. M. Seidel, ferner die Herren Henry Fischet, N. B. Jsakson, Sara so», M. Frei man», Komarka, Z. H. Altschul, Dr. I. Friedman», L. M. Moris, H. Glaß und Fischmann. , Auch die „Association of -Orthodox Rab¬ bis of United States and Canada" hielt gestern ieine Sitzung cb, iit der beschlossen wurde, daß ihrerseits sdiq Gäste bei ihrer Landung von einer fünfgliedrigen Diepütation empfangen werden sollxn, worauf dann ei» großes Fest, ein „rabbmisches Bankett", veranstaltet-wird. Tunis. Hier ist die Gründung einer Ortsgruppe, in Vorbereitung. Christ. Wilhelm Leux Telef. I, 3567. . Hoflieferant. Goethestr. 21. K®rr®n-, 2)amanu- 3Livreeschneiderei. Spezlal-Sportgescbäft. ■- Anf Wunsch koschere Verarbeitnug. ——= Personalien «. Kleine Rttteilnnge». Breslau. Julius Cohn, Vorstandsmitglied unserer jüdischer Wohltätigkeitsvereine - und im Ehrendienste der jüd. Gemeinde, ist verschieden. - Berlin. Dr. Jon Lehmann, ein Sohn des bekannten Mainzer Rabbiners Dr. Aiarkus Lehmann und seiner Frau Therese gcb. Bondi, ist — 48 Jahre alt' — verschieden. . lieber Lehmanns Lebenslauf sei kurz ^folgendes berichtet: Als Student in Darmstadt verkehrte er im Hause des Dichters Otto Roquettc, der sein dichterisches Talent erkannte und ihil zu literarischem Schassenänrcgte. Nach Ablegung des clrktro-chemischcn Verbandsexamcns und Veröffentlichung einer grundlegenden Arbeit über die ' Zwischcnelektroiicil, deren Ergäinisse in die Lehrbücher übergingen, widmete er sich völlig dem Studium der- Literatur und Plilvsvphie. Er übernahm die Chcfredaktion des „Wiesbadener General-Anzeigers", später den Verlag, der altangefehencn .Breslauer Zeitung", die er im Jahre 0,896,-erwarb. Bor zwei-Jahren ging auch die »Breslauer Morgenzeitung" in seinen Verlag über. Unter Beibehaltung dieser Blätter verlegte er seinen Wohnsitz nach Berlin und wurde dort Mitinhaber des Verlags Und der Buchdruckcrei Leopold Freund, der bis vor wenigen Tagen, der Zeit seiner schweren Erkrankung,-die ,,Vossische Zeitinig" gehörte. Lehmann hat zahlreiche Romane und dramatische Werke geschjebcnr. Sein Religionsdrama „Fkammenzcichen" ist erst vor kn.rzem in Eisenach und in Stuttgart mit Erfolg anfgeführt worden. Dieses Drama zeigt den tiefdenkenden Dichter, ivährcnd seine übrigen Werke mehr - den Novellisten und seinen ^Humoristen zeigen. Lehmann nahm im gesellschaftlichen Leben Berlins eine hervorragende Stellung ein, war im Vorstand der Vereinigung der Bühnenautoren, und bekannt als -der einzige jüdische Reserveoffizier der Zieichshänptstadt. Berlin. Stadtverordn. Konnnerztenrat Georg Liebln a n u hat der Stadt für die üicbermannstiftuilg 100 000 Btark' überlvicscn. ' Ratibor. Unter großen Feierlichkeiten beging die jüdische iGcnlciude ihre Hundertjahrfeier. Breslau. Justizrat Dr. H e i l b e r g wurde in dm .Provinziallandtag gewählt. - , * Geh. SanitätSrat, Stadtältcster D. Philipp Steuer, Ritter des Eisernen Kreuzes, ist — 77 Jahre alt — verschieden. — Die jüdische Gemeinde hat durch den Tod des Rcprä- 'sentantcn David Schlesinger einen schwere» Verlust erlitten. Wien. Die Staats galerie hat eines der neuesten Werke Max Licber mauu'ä erworben. Wien. Der Kaiser empfing Samuel Edlen von H o r o w i tz - Lemberg, der ihm für die Verleihung des Komtnrkreuzes des Fra,iz Josef-Ordens mit dem Stern dankeit wollte, in Audienz. . Der Kaiser erkundigte sich nach den Zuständen in Galizien, berührte die Wahlrcform, die so viele Schwierigkeiten bereitet und äußerte sich lobend über die loyale Haltung der Jude». Budapest. Josef Kiß feierte seinen 70. Geburtstag. Wie eigentümlich? Der Enkel eines litauischen Inden, der .größte lebende Dichter der nngarischcn Nation! Kiß hat auch einiges mit jüdischen Ntotivcn geschrieben. So behandelt sein jüngster Gcdichtband „Rcb Mayer Lsutivak" den Werdegang seines Großvaters. Coventoy lEngland). -Siegfried Bett mann sst einstimmig zum Bürgermeister gewählt worden. B. kam vor 27 Jahren nach London und gründete wellige Jahre später die Triumph Cycle Co. in Coventoy. B. war bereits Aiagistratsrat, Friedensrichter und Präsident der Händelskainnrer. ‘ ' Jalta (Rußlands. Du mb ad s e. der bekannte, bei Hofe sehr einslußreiche General, äußerte sich Rabbiirer Diamant gegenüber, daß er an cillen Ritualmord bei dcir Jndcil nicht glaube, und daß eine Verurteilung B e i - l i s' eine Schande für ganz Rußland gclvcscn lväre. New-Aork. Ephraim Deinhard, der bekannte - Philanthrop, der jetzt in Palästina wohnt, ist auf kurze Zeit -nach hier zurückgekehrt, um seinen Grundbesitz zu vcrkauseii. Für das gelöste Geld will er in Palästina Land kaufen. — ', Auch der bekannte Philanthrop Nathan Straus, der Bruder des ehemaligen Botschafters -Oskar Straus, will Palästina noch ein intersiveres Interesse widmen. Er ist jetzt aus seiner Firma ausgetreten, um sich ganz Attgcmeinintcresscn hinzngcbe», und beabsichtigt, jetzt einige Vtvnate zum zweiten Male .nach- P a l ä sti n a zu gehen und dort w e i t c r c W o h l f a h r t s i >, st i t li t i o u c » 511 gründen. \ M. Ettinger Söhne FeJzliandlung und Felzkonfektiou. 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