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Neue jüdische Presse · 1913-11-21 · Heft 46 (21.11.1913) · p. Seite 11

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
11 (1913)
Issue
Heft 46 (21.11.1913)
Date
1913-11-21
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 46, Durch einige sehr geschickt gestellte Fragen an den' Redner, gab Dr. Löffler diesem noch Gelegenheit, in der Diskussion sich eingehend mit her Stellungnahine des Maimonides zu mehreren Problemen der Wissenschaft und des Judentums zu befassen. Der vierte und letzte Bortrag findet wieder an einem Montage stall (am 2t. crt.). Stiftungsfest des Vereins selbständiger isr. Handwerker und Gewerbetreibender. Zu einem wunderschönen Mcnd,. das überdies die Eintracht und die Kollegialität unter den jüdischen. Handwerkern Frankfurts aufs glänzendste dokumentierte, vereinigte der Verein selbstst. isr. Handwerker und <üe-> werbetreibendcr seine Mitglieder und deren Familien. Es galt, das 4. Stiftungsfest zu feiern. Ein überaus reichhaltiges Programm war aufgestellt, das unseren wackeren Handwerkern die Gelegenheit bot, zu beweise», daß sic nicht nur die Kunst ihres Faches, sondern noch mancherlei andere Künste verstehen. . So hatte K a r'l Rosenthal.den Prolog gedichtet, während Josef Meier sich als geschickter Regisseur und Julius Kahn sich als Beherrscher des Klaviers zeigte, — nicht zu vergessen die vielen, die sich als Meister der Tanzkunst produzierten. Wir erwähnen ferner Frl. Rosi Schloß und Frl. Alice Levi, eine sehr beachtenswerte Konzertsängerin sowie den bereits rühmlichst bekannten Kantor Wallach als Gesangsvortragendcr. Das Theaterstück „Die Kunst, geliebt zu werden" wurde flott gespielt. Ein Ball machte den Beschluß. Wandergruppe des „Montefiore"-Bereins. Die Wandergruppe des Vereins Montefiore, deren Mitgliederzahl in beständigem Wachsen begriffen, das erste Hundert bald erreicht hat, eröffnet in diesem Monate ihre Wintertätigkeit. Außer den wöchentlichen Wanderungen sind noch eine Reihe Führungen und gesellige Veranstaltungen vorgesehen, beten erste am 141 Dezember stattfindet. Die nächste Wanderung findet am Sonntag, 23. November, statt und führt-von Köppern über Capersburg nach Fried berg. Sie wird den Teilnehmern u. a. eine eingehende Besichtigung dieser historisch hochinteressanten und an jüdischen Denkmälern der Vergangenheit so reichen Stadt bieten. Da sich die Herren Leopold Kaufmann, hier, Zahnarzt Stern und Lehrer Ehrmann, Friedberg, in liebenswürdige^ Weise Frankfurter Israelitisches FaiNilienblatt. bereit erklärten, die Führung zu übernehmen, und auch der jüd. Jugcndverein Friedberg sich dieser Tour anfchlicßen wird, ist zu erwarte», daß die Beteiligung vonseiten der wanderfreudigen Damen und Herren eine besonders starke sein wird. Älb Hauptbahnhof 8'° Uhr. Kosten: 1,05 JL (Fahrpreisermäßigung.) Musikalisch-deklamatorischer Abend des „Montefiore"- Bereins. In der Frankfurt-Loge hatte sich am Mittwoch abend ein sehr zahlreiches Publikuni eingefunden. Der „Montesiore"-Verein hatte . seinen zweiten musikalisch-deklamatorischen Abend veranstaltet. Dr. Löffler hieß die Erschienenen willkommen und wies ^darauf hin, daß man sich bemüht habe, nichts Flaches, sondern etwas künstlerisch Vollkoinmenes zu bieten, und wirklich muß man dem Vorstand ein Wort warmer Anerkennung dafür aussprechen, daß er das Richtige getroffen hatte. Eingeleitet wurde der Älbend durch einen Violin- Vortrag ('Adagio von Mozart) des Frl. L.isbeth Lorch. Mit fein pointierter Bortragskunst und deni straffen Rhythmus ihres Spieles verstand cs Frl. Lorch, den vollen Beifall der 'Anwesenden zu gewinnen. Nach einem von Herr» Siegfried Bauer sehr wirkungsvoll vorgetragenen Prolog ans „Der Tod des Tizian" gelangte das dramatische Gedicht „Der Tor und der Tod" von H. von Hofmannsthal zur Aufführung. Der Gesamteiudrück dieser 'Aufführung war ein sehr guter. Besonders gelang cs Herrn Drescher, der die Hauptrolle des Claudio spielte, die Zuschauer durch sein Spiel zu packen, Mer auch die Frl. Nelli Bamberger und Irma C a r l e b a ch sowie die Herren Strauß, Bcrnheim und Dannenberg zeigten, daß sie ihre schauspielerische Aufgabe richtig erfaßt hatten. Hieran reihte sich der Liedervortrag des Frl. T o n i e Re in ach, der die beifälligste Aufnahme fand. Mit ihrer ansprechenden und'klangvollen Stimme wußte sie die einzelnen Lieder in effektvoller Weise wiederzugeben. Nach einem zweiten, ebenfalls sehr anerkennenswerten, Biolinvortrag des Frl. Lorch (Deutscher Tanz von Burmester und ein Menuett von Beethoven) hatte das in einer sehr gediegenen Weise getroffene Arrangement sein Ende, und man hatte nur den einen Wunsch, daß auch die noch im Winter folgenden Veranstaltungen des „Montefiore" ebenso genußreich und anregend werden möchten. Leite 11. „Aguüas JiSroel"-Juge»d gruppe. . Am letzten Sonntag besichtigte die St J.-Jugelwgruppe unter stattlicher Beteiligung die hiesigen städt. Elektrizitätswerke. Unter Leitung eines höheren städtischen Beamten wurde ein Rundgang durch das gesamte Werk an der Speicherstraße unternommen. Kleine Notizen. Der Magistrat hat den Stadtverordneten Dr. Heil- Ürunn in den „Großen Rat" der Akademie delegiert. Im Sitter von 41 Jahren verschied der Kursmakler Jacques Oppenheimer, eine in weiten Kreisen angesehene, besonders auf dem Gebiete des Wohltätigkeitswefens verdienstvolle Persönlichkeit. Im 49. Lebensjahre verschied Leo Mayer, zweiter Vorsitzender der Bereinigung der Exportfirmen Frankfurt a. M. und Umgebung. I. Weinstein, beeideter Sachverständiger, früherer langjähriger Sekretär am hiesigen russischen Generalkonsulat» ist auch bei dem Landgericht Wiesbaden als beeideter Dolmetscher für die russische und polnische Sprache zugelassen worden. Eingesandt. In den jüdischen Blättern sowohl wie in den Privat- - diskussionen hört man immer wieder die Klage, daß in vielen Städten sich bei jü di sch en Ber an st altun gen — wie Vorträgen usw. — mangelhafte s Interesse zeigt. Wer die Verhältnisse näher betrachtet, darf sich darüber nicht wundern. Das „Volk' wird eben müde, sich immer nur von Juristen, 'Lehrern, Slerzten und anderen Gliedcrn des Gelehrtenstandes allein führen und belehren zu lassen. Es gibt genügend „Nichtstudierte", welche, wenn auch nicht so große Meister der Rede, doch fähig sind, mit an der Führung teilzunehmen. So las ich dieser Tage die Zusammensetzung des Ausschusses des „Verb. d. deutschen Juden"; unter 21 Mitgliedern sind: 13 Justizräte und Advokaten, 3 Rabbiner, 1 Rektor, 1 Sanitätsrat, 1 „doktorierter" Kaufmann, '1 Kom-» merzienrat.lStadtrat. Es darf daher niemanden wundern, wenn das Interesse der großen Volksmasse au Carl Greliriiaii, I IHN Telephon I, 6069. Auswahlsendungen gerne zu Diensten. Atelier für Neuu. 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