Mannheim
Compact Memory

Neue jüdische Presse · 1913-05-09 · Heft 18 (9.5.1913) · p. Seite 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Neue jüdische Presse
Volume
11 (1913)
Issue
Heft 18 (9.5.1913)
Date
1913-05-09
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2692297-2692819-2692837--07650-2702737
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nr. i6. gtcanffuxtst WraelikWe» FamilieMM. V3CUC 11 Staatsbürger angeziveifelt worden ist, und daß damit die Mitarbeit eines jeden aufrechten Inden im Centralverein unmöglich geworden ist." Mit einem Dankcswort des Vorsitzenden an den Referenten wurde die Versammlung geschlossen. W. MS-cheakommission -er Agudas. Jisroel-Jugenügruppe. Die Mädchenkommission der tzlgudas Jisrocl-Jugendgruppe versendet folgenden Llufnis: Der große Gedanke der Agudas Jisroel hat in weiten Kreisen der thoratreuen Judenheit ei» begeistertes Echo gefunden. Alt und Jung schart sich um die iu alter Schönheit wieder aufgerichtetc Fahne, mit liebevollem Eiscr alle Krast der Verherrlichung des gesetzestrenen Judentums weihend. Da dürfen auch wir, die Töchter Israels, nicht fehlen. Mit dem gleichen, Tatopfcr heischenden Ernste ivendct sich die jüdische Lebensauffassung an den jüdischen Mann wie an die jüdische Fra», den Jüngling wie an das junge Mädchen, verlangt von jedem an seiner Stelle und auf seine Weise Verwirklichung des jüdischen Gottesgesetzes im sturmbewegtcn Wellenschlag des Lebens. Viele von uns jungen Mädchen hat die moderne Entwicklung in den Strudel des Erwerbslebens, mehr als zu je einer Zeit, hineingerissen. Groß sind die Ansprüche, die an uns gestellt werden, und die ganze ungebrochene Kraft echt jüdischen Wollens ist notwendig, um wurzelscst im gesetzestreuen Judentum beharren zu können, nicht zu weichen und zu wanken. Da ist denn notwendig, daß wir uns mit dem Rüstzeug jüdischen Wesens und Wissens versehen, uns die Kenntnis des Judentums, seiner Geistesschätze, seiner Geschichte und gegenwärtigen Ausgaben aneiguen und durck) innigen Zusammenschluß uns gegenseitig aneisern und stärken iu unserem Streben. . Aus diesem Gedanken heraus hat sich innerhalb der Agudas Jisroel-Jugendgruppe eine Mädchen-Gruppe gebildet, die eine Zusammenfassung der hiesigen jüdischen Mädchen bezweckt, und wir gestatten auch Sic aufzurufen, tätig an unseren Bestrebungen mitzuwirken. Es war, so wird uns in diesen Tagen vergegenwärtigt, das Verdienst der jüdischen Frauen, daß unsere Väter mcs Mizrajim erlöst wurden. Auf! Zeigen wir uns unserer Ahnen würdig! Wie sic in der bittersten Zeit der jüdischen Geschichte die freudige Zuversicht in die Ewigkeit und Unsterblichkeit des Volkes der Thora aufrecht erhielt, so wollen auch ivir mit den uns zu Gebote stehenden Kräften das Unsrige tun, um die Aufgabe der Agudas Jisroel zu unserem eigenen Wohle wie zum Besten der Gesamtheit lösen zu helfen. Eine Jede von uns zeige, daß sie die Größe des Augenblicks ersasse und arbeite mit Uns an der Wiederaufrichtung des jüdischen Heiligtums in seinem alten Glanze. Lea Abrahams, Clemcntine Goldschmidt, Johanna H i r s ch, Jcntilla I e i d e l, Miriam L e s ch z i n s k y Frieda Prager, Elsa Weil, Rosi Weil und Rosel Wolf. Jüdischer Turn-Verein. Der vor kurzem von einigen Freunden der jüdischen Turnsache gegründete „Jüdische Turnverein" hielt am 30. April seine 1. Generalversammlung ab. Durch die Beschlüsse derselben tritt der Verein, der bisher das Turnen vorbereitend nur in kleinem Kreise pflegte, an die Oeffentlichkeit. Die Generalversalninlung hatte sich über Name» und Satzungen schlüssig zu werden/ Einstimmig sprach sie sich für den Namen „Jüdischer Turnverein" aus, ebenso einstimmig nahni sie als Zweckparagraphen die in der jüdischen Turnerschaft übliche Fassung an: „Der „Jüdische Turnverein" bezweckt die Pslcge des Turnen unter den Juden im Sinne der national-jüdischen Idee. National-Judentum ist der Wille zur Erhaltung des jüdischen Volkes auf Grund des durch Abstammung, Geschichte und Traditionen bedingten Gemeinschafts-Bewußtseins aller Juden." Und so tritt der Verein an Frankfurts jüdische Jugend heran mit dem Appell, durch eifrige Mitarbeit ein jeder das seine beizutragen an der körperlichen Renaissance des jüdischen Volkes. Der gute, für das hohe Interesse an der jüdischen Turnsache zeugende Besuch der Turnabende wie auch der Umstand, daß trotz der kurzen Zeit des Bestehens fast ohne jede Propaganda der Verein bereits eine stattliche Mitgliederzahl aufweist, läßt darauf schließen, daß dieser 2lppell begeisterten Widerhall finden wird, zumal die Grün- .dung des Vereins einem längst gefühlten Bedürfnis entspringt. Die Turnabende, zu denen Interessenten eingeladcn sind, finden in' der Turnhalle des Hassel'schen Instituts, Neue Schlesingergassc Nr. 24, statt, die der Herren-Riege jeden Dienstag Abend um 3/i9 Uhr. Die Zeit für die Turnstunden der Damen-Riege wird im Saufe der nächsten Woche bekanntgegeben. Anmeldungen und Anfragen sind an den Schriftführer (Dr. Siegfried Selig m an», Städt. Krankenhaus) zu richten. Verein für jüd. Geschichte und Literatur. Unter Leitung des Vorsitzenden, Rabbiner Dr. Hor o v i tz, fand Dienstag die Generalversammlung statt. Der Bericht konstatierte die Veranstaltung von acht in ihren Leistungen wertvollen, gut besuchten Vortragsabenden. Für den Sommer ist ein Lehrkursus überein Gebiet 'der jüdischeil Geschichte geplant. Der Mitgliederbestand ist der gleiche geblieben, und die Kasse schließt günstig ab.! •' In der Debatte zu dem Bericht stellte Sa ly Geis den Antrag, das Tätigkeitsgebiet des Vereins zu erweitern, indem er neben der Veranstaltung von Vorträgen auch Werke der jüdischen Literatur linier seinen Mitgliederir verbreite. Rabb- Dr. H o r o v i tz, I g n. Frank, Dr. Heinemann und H ugo grüntet begrüßten den Antrag sympathisch und machten Vorschläge zu seiner Verwirklichung. Es wurde beschlossen, das weitere dem Vorstand zu überlassen. Zum Schluß fanden die Wahlen statt. Vorstand und Revisoren wurden wiedergewählt. Wanöergruppe. v" Eine Neuerung, die sicherlich großem Interesse begegnen wird, hat der Verein „Moiltesiore" mit der Gründung einer Wandergruppe getroffen. Jede Woche sollen nunmehr größere Touren in die herrliche Umgebung gemacht und so den teilnehinenden Dame n und Herren Gelegenheit geboten werden, draußen im Freien die Geselligkeit zu Pflegen und sich von den Mühen der Woche zu erholen. Die Teilnahme an dieser Wandergruppe kann nur dringend empfohlen werden, zumal bewährte Herren, wie Dr. I. H e i n e m a n », Reallehrer G u t, Lehrer '31 l - brecht, I. B- Lcvy, Singer, Bcrgenthal, die Führungen übernehmen werden. Dem Vorstand dieser neuen Gruppe, die ganz auf dem Prinzip der Wandcrvereine aufgebaut ist, gehören die Herren I s. 5k a h n, A l b r e ch t, Salo Posen, Karl Feist und Zerkowsky an. Anmeldungen nimmt das Büro deS Vereins noch entgegen. Delegiertentag -eS Verbandes -er jüd. Jugendvereine Deutschlands. Der Delegierteutag beginnt Sonntag Albend 8'/e Uhr mit einer Begrüßungsfeier in der Frankfurt-Loge. Den Festvortrag wird Rabb. Dr. Werner-München halten; Thema: Die Lehre des Judentums ein Segen für d i e j ü d i s ch e Jugend. Die Plenarsitzung der Delegierten beginnt Montag, früh Sr/» Uhr, gleichfalls in der Frankfurt-Loge. Kleine Notizen. Freifrau Wilhelm von Rothschild ließ anläßlich des Sängerwettstreites nach ihrer Idee in dem Kunst ge werbe -Atelier der Firma Felix Horovitz eine Ehrengabe ansertigen, die wohltuend^ von den sonst für derartige Gelegenheiten so üblichen Pokalen, Schaben und Platten abtoeicht. Dieselbe besteht aus einem'Kissen -mit Schleifen und Bändern und Quasten, das als Kassette zur Aufbewahrung von Noten eingerichtet ist. In die faltenweiche Fläche ist in feinster kunstvoller Ausführung ein Stoffmuster einciseliert, aus dem ein blühender, goldener Lorbeerzweig ruht. Die ganze Ausarbeitung in 'seiner abwechselnden Alrt von Gold, Silber und Email gibt dem Kunstwerk einen besonders vornehmen Charakter. Im Aufträge des Freiherr» Max von. Golds ch m i d t - R o t h s chi l d wurde in demselben Atelier. zu dem gleichen Zweck, nach dem Entwürfe des Herrn Leo Horovitz ein großer silberner, zum Teil vergoldeter Tafelaufsatz augefertigt. Auf einem Ebenholzsockcl erhebt sich aus drei Kugelfützchen ruhend, der nach oben sich verjüngende Schaft, der abwechselnd mit dem Frankfurter Adler und den« Reichsadler' geziert ist.' Die sich darauf aufbauende Schale, die in ziervergoldeter Arbeit mit Lorbeergehängen geschmückt ist, trägt aus ihrem Rande vier feinstens modellierte musizierende Kindergestalten. Beide Ehrengaben sind ganz durch Handarbeit hergestellt. — Beerdigungskommissar H e in r i ch Fr o h in an n feiert dieser Tage sein 25jähriges Amtsjnbilüuin. — Die W e r t h e imb e r' s ch e Stiftung, der die Synagoge Ostendstraße 15 gehört, hat nach dem Tode der Frau Wcrtheimber auch einen Rabbiner anznstellcn; als solcher ist nunmehr Dr. Julius Lorsch, geboren 1880 zu Alsfeld, Schüler der Breuerschen Jeschiwah und Schwiegersohn Provinzialrabbiners Dr. Cahn-Fnlda, berufen worden. Eingesandt. lOhne Berantwortllchkeit der Redaktion.)' In der letzten Nummer Ihres geschätzten Blattes wird eine Zuschrift „einiger Freunde der Agudas Iisroel-Jugendgruppe" veröffentlicht. Ich kann nicht umhin, mit Rücksicht auf eineir in dieser Veröffentlichung enthaltenen Jrrtunc das Wort zu nehmen. Die Freunde der Ä. I.-Imachen geltend, daß eine gegnerische Haltung Gemeinde-Orthodoxer Kreise gegenüber der A. J.-J. nur darauf zurückzuführen ist, daß die A. J.-J. eine statutarische Festlegung in gemeindepolitischen Fragen abgelehnt hat. Diese Auslassung ist sachlich unrichtig. In den letzte» Monaten schwebte» Verhandlungen zwischen Mitgliedern des Montestore-Vereins und Delegierten des Vorstandes der A. J.-J- — Bei diesen Verhandlungen brachte einer der Delegierten der A. J.-Jselbst den Vorschlag (und zwar ohne daß eine Anregung von „Gemeindeorthodoxen Kreisen" zuvor gegeben worden wäre), in der A. J.-Jsolle der neutrale Charakter derselben, insbesondere auch gegenüber allen gemeindepolitischen Fragen und. gegenüber der Frage des Austrittsstatutarisch und programmatisch festgelegt werden. Wenn die A. J.-J. deshalb später die Verhandlungen scheitern ließ, so hat sie also, ihren eigenen Delegierten desavouiert. Die Freunde des Montesiore Vereins, die der J^ I. gegenüber eine teils ablehnende, teils abwartende Stellung einnahmen, sind durch das Verhalten des Vorstandes der A. J.-Jzu dieser Stellungnahme gedrängt worden, da der Vorstand der '3t. J.-J. allen geäußerten Bedenken zum Trotze die Einrichtungen des Montefivre- Bcreins großenteils in sein Programm übernahm und in seinem Programm kopierte und somit nach Ansicht vieler Freunde des Montefiore-Bereins die Arbeite» dieses, wie alle Kreise anerkennen, segensreich wirkenden Vereins - stört und in ihrer Wirkung beeinträchtigt oder doch stören und in ihrer Wirkung beeinträchtige» kann. Ein Freu nddes Montefiore-Bereins Bunte Chronik. Eine Emigrantentragöüie. Die Petersburger „Rjetsch" meldet den folgenden schrecklichen Fall einer Emigrantcntragödie: Aus Belzi im bessarabischcn Gouvernement beschloß eine Gruppe von Juden, die in ihrem .Heimatstädtchen, in dem sie geboren und erzogen wurden, nicht mehr geduldet wurden, nach Amerika auszmvaiidern. Man duldete sie wohl nicht in ihrer Heimatstadt, aber man folgte ihnen auch keine Auslandspässe aus, um legal dieses Land jüdischen Jammers verlasse» zu können.- Sv vertrauten sie sich denn einem der bekannten Emigrantenschwärzer air, der sie ans einem Boot über den Grenzfluß hinüberbringen sollte. Sie befanden sich mitten im Flusse, als der Grenzsoldat sie erblickte und ihnen zurief, ninznkehren, weil er sonst schießen müsse. Aus dem Boote, das ohnedies mit der Last von 50 Emigranten schwer vorwärts kam, brach infolge der Drohilng der Grenzwache furchtbare Panik ans, die.schließlich damit endete, daß das Boot umkippte und sämtliche Emigranten, bis auf zwei, die mit schwerer Mühe gerettet werden konnten, ertranken. Charakteristisch ist, daß der Grenzsoldat selbst aus die mit dem Tode ringenden Körper im Wasser schoß, Iveil er annahm, daß die Insassen des Bootes sich schwimmend ans andere Ufer retten wollten. Spende». Bei Dr. Siegfried Schwarzschild gingen für den Nationalfonds ein: Max Braunthal und Frau, anläßlich der Geburt ihrer Tochter Anneliese 10,— „M Vereins-Kalender. Samstag. Montefiore-Verein, ll</i Uhr, Bleichstraße 70: Schiur (Dr. May); 534 Uhr: Besprechung des Wochenabschnittes (Rabb. Dr. Horovitz); die erste Nachricht über „Die Geschichte der Frankfurter Inden" (Ober-, lehrer Dr. Heinemann). — Verein „Tiferes Bachu>" r i nt", 4% Uhr, Bleichstraße 70: Talmud-Vortrag (Rabb. Dr. Horovitz). — Verein „Mek or Chajim", 4i/i Uhr, Langestraße 18: Mikro-Vortrag (Eugen Muberger). Sonntag. Verein ,Mekor Chajim", 8 Uhr, Langestraße 18: En Jaokaun («chachnowitz). Dienstag. Indische Kultur, S3/t Uhr, Kursaal Milani: Ideologie des modernen Judentums (Juda Bornstekn). Mittwoch. Zionistische I u g e n d g r u p pe, 83/r Uhr, kleiner Saal des Kaufmännischen Vereinshauses, Eschenheimer Anlage: Der Zionismus und die Jugend (Parteisekretär Kurt Blumenfeld-Berlin). — Verein „Edle Seit", 9 Uhr, Cafe Goldschmidt, Allerheiligenstraße: Oesfentliche Versammlung. Briefkasten. L. Der österr. Minister Bilinski soll ein Urenkel des berühmten Posener Oberrabbiners Akiba Eger fein, dessen 150. Geburtstag im März gefeiert wurde. Auch ein anderer Urenkel, der Gerichtsassessor Dr. Otto Rosanes, Sohn des Breslauer Mathematikers, gehört der Kirche an. B. In den vorwöchentlichen Ausführungen über die Aktion der deutschen Universitäten gegen die russischen Studenten mußte es selbstverständlich im 7. Absatz K- C. - und nicht K. Z- V. heißen. Abonnements auf das Fraukstltter Israelit. Familienblatt nehmen sämtliche Postanstalten des Innud Auslandes zu 90 Pfennig pro Vierteljahr und Bestellgebühr entgegen. Wir bitte» unsere Leser, ihren Bedarf unter Bezugnahme ans unser Blatt bei unsere» Inserenten zu decke». Frankfurter Israel. Famllienblatt. -j Carl Grebenau, “SS2L1 MUnMimm. Telephon I, 6069. Auswaiilsendungen gerne zu Diensten.-UIIU IUI nt#|iai aiui eil - Telephon I, 6069.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.