Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 11 (1913)
- Issue
- Heft 16 (18.4.1913)
- Date
- 1913-04-18
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nt. 18. KräEurtN ZsraelSWrS AamllieMM. Gelte 11. Iwiit p iitodjc», wurde begeistert ausgenommen. — Der hebe äische Sprach kursus, den Herr Bcr- „mnn aus Jerusalein in dankenswerter Weise leitet, erfreut sich reger Beteiligung. Anmeldungen zu diesem Kurs, an dem auch Nichtmitglieder teilnehme« können, smd au Herrn B. Bermann, Mtköuigstr. 0, zu richten. Ferner veranstalteten wir mit der Zion. Ortsgruppe gemeinsam größere Vorträge, . ,, , Am 7. Dezember P. I. fand eme kleme wohlgelun? acne Chanukafeicr statt, bei der Referendar Nu fitz a um aus Hanau die Festrede hielt. Biele Damen und Herren trugen durch Rezitation, Gesang und Tanz min Gelingen dieser Feier bei. Als P n r i m Heran st a l t u i> g un'd zugleich als Schlugst,'er w.nrde dann am 30. März ein gcmciiisamer Ansslng in den Tannus unternommen. Lieder zur Laute, Gesang und Rezitation jung-jüdischer Gedichte verschönerten die kleine Feier. Bereinigung jüd. Wohlfahrts-Einrichtungen. Die Bereinigniig hatte die Geinigtunng, mit einer Gcsanltansgabc oon 13 380 Jk 220 Kranke n n d Erhol nngsbedürftige in Bader oder Soerfrischen zn schicken und zwar: 00 nach Soden, 17 nach Nauheim, 33 nach König, 31 nach Hosheim, 12 nach Neuenahr, 0 nach Schwalbach, 3 nach Briickeiian, 3 nach Mssingen!, 3 nach Salmünster^ 2 nach Oberstetten, 2 »ach Wildbad. 1 nach Bad Ems, 1 nach Orb, 1 nach Reichenhall, 1 nach Wildnngen, wodurch in de» meisten Fällen eine Erhöhung oder Wiederherstellung der Erwerbsfähigkcit erzielt worden ist. Besonders gefördert wurde die Arbeit der Bereinigung durch die tatkräftige Hilst der Vertrauensärzte, Dr. Deut s ch, Dr. L ö f s l e r und Dr. Stiebet. Die technische Leitung lag in den Händen des Pflcgamts des Almosenkastens. Leider mußten zahlreichen Gesuchen die Unterstützung versagt werden, da nicht genügend Mittel Vorhände,l waren, nm weitere Hilfe zil leisten. . . .Freifrau Mathilde v. Rothschild hat eme «tcsiung von Jk 25 000 errichtet, deren Zinsen im Betrage von Jk 1000 das einzige feste Einkommen bilden, das der Bereinigung zur Verfügung steht. Almosenkasten Ser israelit. Gemeinde. Die Einnahmen im Jahre 1012 betrugen 156401 Jk, die Ausgaben (Qnartalspenden, monatliche und sofortige Spenden an 912 Faniilicn und alleinstcheiidc Bedürftige) 147 290 Jk, während der Rest für Berwaltnngsspese» verausgabt wurde. Diese Ziffern ergeben eine Mindereinnahme von 125 Jk an Mitgliederbeiträgen, 4800 Jk an Spenden zur Verteilung und 3100 Jk an Beiträgen für Spczialfällc. Die Ausgaben konnten jedoch nur um 1620 Jk verringert werden. Das so entstandene Defizit mußte ans ,dcr Reserve gedeckt tvcrdeu und diese ist n a h c z u e r schöpft. Soll der Almosenkastcn seiner Aufgabe, würdigen Armcn die Möglichkeit zur Fristnng des Lebens zu schassen, weiter uneingeschränkt Nachkommen, so bedarf er zahlreicher neuer Freunde zu seinen alten! Adelheid Geiger geb. Schiff. Eine treue Anhängerin unserer Alt-Franksnrtcr Gemeinde, eine hochherzige, sozial wirkende Frau haben pnr verloren: Frau dldelheid Geiger, geh. Schiff, ist am' 13. dss'. nach kurzer Krankheit,„ucrschieden. Einer altangesehencn Frankfurter Familie aingehörend, die Tochter von Moses und Clara Schiff, sah und lernte sie im Elternhanse schon den echtjüdischjon Geist, der neben der Ausbildung der religiösen Borschristen die Liebe 'und die stete Hilfsbereitschaft für die Mitmenschen betätigt. Nach diese» Lehren des Elternhauses bildete sie ihre Lebensanfassnng, und so half und unterstützte sie ihren Gatten Alfred Geiger s. A. in seinem verdienstvollen Wirken für die Erhaltung und Kräftigung der ehrwürdigen Frankfurter Gemeinde, für den Älus'ban ihrer Institutionen wie bei den beruflichen und humanitären Bestrebungen ihres vielseitigen Gatten. In ihrem friedlichen, bescheidenen und klugen Wesen verstand es die Heimgegangene, ihr Haus zum Mittelpunkt ihrer durch Gelehrsamkeit und philantropisches Wirken so rühmlichst bekannten Familien zu machen. Aus priestcrlichem Geschlecht entstammte sie, und wie den Hohepriester Aron hatte auch sie mif der Höhe des Lebens das traurige Geschick getroffen, zwei erwachsene herrliche Söhne zu verlieren. Slber auch priesterlich war ihre Ergebenheit nach dem herben Schicksalsschlag, der sie wohl tief beugte, aber ihre Liebe zu den Hilfsbedürftigen nur verstärkte. Mit warmcni Herzen und klarem Blick begabt, hat sie sich an verschiedenen humanitären Werken beteiligt. Sv war sie Jahre hindurch Vorsitzende der Kinderschutz- Kommisfion der Weiblichen Fürsorge und hat mit seltener Pflichttreue ihre kleinen Pfleglinge beaussichtigt. Großes Interesse hatte sie für den Ausbau der Kinderschuch- Kommission, die Begründung des Kinderhauses; wie sie auch eifrig und gerne als Ehrendame in bet Israel. Frauen - Krankenkasse tätig war. Mer ihr Lebenswerk bildete die ,Hüd ische Haushalt nngsschule", deren Begründung ihre ureigenste Idee war. Von der richtigen Erkenntnis ausgehend, unbemittelte jüd. Mädchen der Fabrikarbeit und noch Schlimmeren zu entreißen, sie durch gründliche hanswirtschaftlichc Bildimg erwerbsfähig zu machen und für ihren Hausfrauenbernf heranznbilden, hat sie ritt Jahre 1807 mit gleichgesinnten Männern und Frauen, — ihr Gatte an der Spitze —i die Jüd. Haushaltungs- Schule begründet. Unablässig war die Verblichene für die gedeihliche Weiterentwicklung der Anstalt bemüht, die sich stetig vergrößern konnte. Unermüdlich warb sie in ihrcin großen Freundeskreise für die materiellen Interessen der Anstalt, und mit mütterlicher Liebe sorgte sie für jeden einzelne» Schützling der Anstalt. Auch die Schulküche für jüdische Volksschülerinnen hat sie mitbegründet und stets nach Kräften gefördert. — Die große Beteiligung bei der am 16. stattgehabten Beerdigung gab Kunde von der allgemeinen Beliebtheit der Heimgegangenen. An der Bahre, die außer ihren Kindern, ihre durch hervorragende Wohltätigkeit so bekannten Brüder die Herren Philipp und Ludwig Schiff sowie Herr Jacob Schiff auS Newyork, der rühmlichst bekannte Philanthrop, runstanden, zollte Herr Julius Hey mann namens der Kinderschntz- Kommission der Weibl. Fürsorge wie der Israel. Frauen- Krankenkasse der Verstorbenen Worte innigen Dankes und Anerkennung. In warmen Worten gedachte alsdann Herr Dr. mcd. Lehmann der großen Verdienste der Verblichenen um die jüdische Haushaltung- Schule und Schulküche, die sich mit Recht das Lieblingskind der Verstorbenen nennen durften und gelobte namens der Verwaltung, die Institute im Sinne der Verklärten weiterzuführen. Möge den schmerzbetroffenen Kindern die hohe Anerkennung, die dem vorbildlichen Wirken ihrer sei. Mutter bezeugt wurde, zum Tröste gereichen! Kleine Notizen. Der „Talmud Thora"-Berein veranstaltet während des Sommersemesters jeden Sonntag und Don- Carl Grebenau, iMlUWM MM». m ’ ’ - """" Auswahlsendungen gerne zu Diensten. Telephon I, 6069. Atelier für Neuu. Umarbeitungen und für Reparaturen. L. Richraths SpK® Solil llerplatz 9. WMW Dem verehrl. Publikum zur geil. Kenntnisnahme, dass ich das .C:A?£1TEfi.iAUS - i'.CCAÜHHNHAL’S Dem verehrl. Pnhliknm zur geil. Kenntnisnahme, dass ich das altrenommierte Cigaretten-DetailgeschSft der Firma L. Lypstadt & Co., am Schillerplatz übernommen habe und dasselbe unverändert weiterführen werde. Ausser den bekannten Lypstadt-Fabrikaten führe ich auch andere renommierten Cigaretten-Marken. Durch fachmännische und aufmerksame Bedienung bin ich. in der Lage, den Wünschen einer verehrl. Kundschaft vollkommen gerecht zu werden. 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