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Neue jüdische Presse · 1913-04-18 · Heft 16 (18.4.1913) · p. Seite 12

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
11 (1913)
Issue
Heft 16 (18.4.1913)
Date
1913-04-18
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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Leite 12 Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Nr. 16 ucrstag im Anschluß au den Mörgeugottcsdicust einen selbständige» M i s ch n a - S ch i u r (Dozent: H. Schwab). Die Jüd. Bibliothek und Lesehalle ist vom 15. April ab wie folgt geöffnet: Montag bis Donnerstag: 1—4 und 8—10 Uhr; Freitag: 1—4 Uhr; Samstag: 101/*—l und 3—7 Uhr; Sonntag: 9—1 und 8—10 Uhr. Bunte Chronik. Pesttchvorschristeu für die jüdische« Soldaten 1« Elefautine. Unter den von E d. S a ch a u herausgcgebenen „A r a - Märschen Papyri und Ostraka aus einer jüdischen Militärkolonic in Elefantine" ist der Papyrus Nr. G ein das Pesachscst betreffendes Sendschreiben. Es sei hier die Uebcrsetzung dieses Papyrus mit Erklärungen Professors Dr. Barth- Berlin (Haibri Hl, 13/14 1912) tricdergcgcben: An meine Brüder: An Jedonjah und Genossen, das jüdische Heer, euer Bruder Hananjahr 1. Das Heil meiner Brüder möge Gott ... 2. Und in diesem Jahre, dem. Jahre 5 des' Königs Darius, ist von dem 3. König an Arsamcs die Botschaft geschickt worden: 4. Jetzt sollt ihr also zählen vier 5. Und vom 15. bis 21. des (Nisan) 6. Seid rein und nehmt euch in acht. Arbeit (sollt ihr nicht tun) .... 7. Nicht trinkt, und jede Sache, in der Sauerteig ist (sollt ihr nicht essen) 8. Bon Sonnenuntergang bis zum 21. Nisan 9. Und tretet in eure Gemächer und versiegelt zwischen den Tagen .... Diese Anweisung, die Hananjah im Jahre 419 vor der üblichen Zeitrechnung den jüdischen Militärkolonisten von Elefautine (Assuan) mit Ermächtigung des persischen Fürsten — und wohl des Statthalters von Aegypten — Arsäines gibt, enthält, wie jeder sofort erkennt, Pesachvorschrijten, wie sie heute noch gebräuchlich sind. In Zeile 6 ist gewiß vom Arbeitsverbot die Rede und also zu ergänzen: „am ersten und am letzten Tage des Festes". In Zeile 7 stand zweifellos vor „nicht trinkt" das Wort „Bier". Denn Bier ivar ein berühmtes ägyptisches Nationalgctränk, das aus gegorener Gerste hergestellt und statt mit Hopfen mit einer anderen aromatischen Pflanze durchsetzt wurde. Und in der Mischna Pesachim III, 4 wird ausdrücklich unter deir Chomez-Genußmitteln, die am Pesach aus dem Besitz auszuschalten sind, ägyptisches Hausbier genannt. Zeile 9 ist dunkel. Zeile 4 ist folgendermaßen zu ergänzen: Jetzt zählet noch vierzehn Tage bis zum Beginn des Festes). Daraus ergibt sich, daß die im Papyrus entladene Bekanntmachung am 1. Nissan nach Elefantine geschickt wurde. Wegen der weiten Zerstreuung, in der die Juden im persischen Reiche lebten, war cs nötig, sie so zeitig wie möglich Von der Festsetzimg des Neumonds in Kenntnis zu setzen. Daß die Vorschriften des Pesachfcstes aufgezählt werden mußten, ist nichts Einzigartiges. Erstens waren vielleicht die Soldaten mit den Vorschriften des Festes nicht so genau vertraut. Außerdem lesen wir im Talmud Pesachim 6: Man erörtert die Vorschriften des Pesach 30 Tage vor dem Feste. Rabbon Simeon ben Gamliel sagt: 14 Tage (vor dem Feste). In der Zeit der Mischna war es also empfehlenswert, der großen Masse die Gesetze und Vorschriften des Pesachfcstes auseinanderzusetzen. Als daher nach Angabe des Papyrus im Jahre 419 v. d. g. Z., am 1. Nissan, den jüdischen Soldaten das Datum des Festes bekannt gegeben wurde, wurden ihnen auch während der 14 Tage bis^zuin Feste die Gesetze »yd Borschiif tcn des Pesach erklärt. ' Spende«. Bei der Geschäftsstelle gingen für den Nationalfonds ein: Für 2 Oelbäume auf die Namen Jakob und Babette Beck s. A., Schwanfeld; von den Kindern und Enkeln 12,—.<1 N. N. aus 'Bad Kissingen zum Andenken an Frau Sara Winter s. A. 1 Oelbauin 6,— „ Für die Tachke in onischnlc in Jaffa: S. S. I,— .& Für den Nationalfonds gingen bei Dr. Siegfried Schwarzschild ein: Die Zionistische Jngendgruppe spendet den Erlös einer von ihr vorgenomnleuen Versteigerung einer Palästinensischen Orange, welche Frl. Frankel spendete und Herr Springnt versteigerte 2,— ./£ Fräulein Hedwig Wohlfarth 10,— „ Frau Jenny Grödcl, geb. Hamburger, spendet einen Oelbaum aus den Namen ihres Schwiegervaters Herrn Eduard Grödcl 6,— „ Vereins-Kalender. Samstag. Verein „Mekor Chajim", 4*/, Uhr, Langestr. 18: Mekor-Vortrag (Leopold Schwab).—.Verein „Tifcres Bachurim", 5 Uhr, Bleichstraße 70: Vortrag über die Pesach-Verordnungen (Rabb. Dr. Horovitz). Samstag, 26. April. Verein „Mekor Chajim," 4i/i Uhr, Langestr. 18: Im Tale Dura (Jac. Rosenheini). Israelitische Gemeinde. Gottesdienst für dir ersten Pesachtage. Hauptsynagoge. Pesachscst: Montag, dm21. April, abends 7 Uhr 15 Min. Dienstag, den 22. April: Morgens 9 Uhr, Predigt Rabb. Dr. Lazarus. Nachmittags 4 Uhr. Abends 7 Uhr 30 Min. Mittwoch, den 23. April: Morgens S Uhr. Rabb. Dr. Salzberger. Nachmittags 4 Uhr. Festesausgang 8 Uhr 15 Min. Wochmgottesdimst: Morgens 7 Uhr 30 Min. Nachmittags 4 Uhr. Synagoge am Börneplatz. Pesachscst: Chomezverbot 8Uhr 45Min. Montag, den 21. April, Abends 7 Uhr 10Min. Dienstag, den 22. April: Frühgottesdimst 6 Uhr 15 Min. Morgens 8 Uhr, Predigt Rabb. Dr. Nobel. Nachmittags-4 Uhr 30 Min. Abmds 8 Uhr 15 Min. Mittwoch, dm 23. April: Frühgottesdienst 6 Uhr 15 Min. Morgens 8 Uhr. Nachmittags 4 Uhr 30 AUn. Festesausgang 8 Uhr 20 Min. Wochmgottesdienst: Morgens 6 Uhr. Nachmittags 6 Uhr 30 Min. Synagoge au der Köuigsteinerstratze. Pesachscst: Montag, den 21. April, abmds 7 Uhr, Predigt Rabb. Dr. Salzberger. Dimstag, den 22. April: Mosens 9 Uhr 30 Min., Predigt Rabb. Dr. Seligmann. Abends 7 Uhr. Mittwoch, dm 23. April: Morgens 8 Uhr 30 Mi«., Konfirmationsfeirr 10 Uhr 30 Min., Rabb Dr. Seligmann. FestesauSgang 8 Uhr 15 Min. Wochengottesdienst: Morgens 7 Uhr 30 Min. Abends 7 Uhr. HW Salomo« CchnHe Stiftung. Aus obiger Stiftung ist ein Brautlegat von Mk- 771.43 an ein hiesiges israeliüscheS Mädchm, dessen Bater nicht mehr am Lebm ist, zu vergebm. Anmeldungm sind bis zum 15. Mai d. I. schriftlich bei einem der Unterzeichneten Avministratorm einzureichen. Frankfurt a.M-, den 14. April 1913. Die Administration: _ Max S. Adler. «nselm Schwabacher. HW Solomon CuhiiHe Stiftung. Aus obiger Stiftung ist ein Brmttlegat von Mk. 771.43 an ein hiesiges israelitisches Mädchm, dessm Vater noch am Leben ist, zu vergeben. Anmeldungm sind bis zum 15. Mai d. I. schriftlich bei einem der Unterzeichnete» Administratoren einzureichm. Frankfurt a. M, dm 14. April 1913. Die Administration: Max 8. Adler. Anselm Schwabacher. Nesmstr. 11. Mauerweg 12. tuäonwm u. Menichentum.Brosch50,Ä Lehrer D. Wolf ermann, Gotha. Ans einer Konkursmasse sind IM zu veräuasern. Näheres unt. 2091 an die Expedition d. BI. Sederkfssen, ca. 150 Jahre alt, wunderbare Seidenstickerei, zu verkaufen. OK erb. nnt. 2097 an die Exped. d. 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