Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 11 (1913)
- Issue
- Heft 10 (7.3.1913)
- Date
- 1913-03-07
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite IO.' Frankfurtei^JsraelitischiS Famllienblatt. ' ' 3b.. 10 Die Versammlung genehmigt sodann wieder 1500 Ji jährliche Subvention auf. 3 Jahre der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums, ferner Herrn Rabbiner Dr. Nobel den Hörsawl für Zwecke seiner Jeschiwah und nimmt das Jos. Rosenheimsche Vermächtnis von 1500 JL an. Montag, den 10. März, abends 6Vs Uhr werden au§ Wilaß der Jahrhundertfeier der Erhebung Preußens' in der Börneplatz-Synagoge und in der Synagoge Königstrinerstraße Festgottesdienste veranstaltet. Eingesandt. (Ohne Verantwortlichkeit der Redaktion.) Geehrter Herr Redakteur! In Ihrer Nr. 9 bringen Sie ein „Eingesandt" eines bayerischen Lehrers, das mich, veranlaßt, zu dem besprochenen Thema, mit dem ich direkt gar nichts zu tim habe, das Wort zu ergreifen. Anstatt den Motiven des Verfassers des „Briefes eines alten Lehrers" nachzugehen und zu prüfen, ob nicht doch in der Sache eine Berechtigung zu jenem Briefe . vorliege, verfällt der bayerische Lehrer in die sattsam bekannte Art, den Briefschreiber zu suchen. Und da wundert es mich auf Grund meiner, langjährigen Beobachtungen des jüdischen Lebens nicht, daß der Prügelknabe — ein Rabbiner sein muß. Der Herr kann es gar nicht rund bringen, daß nicht auch einem einfachen Lehrer (ich sage dies im Gegensatz zum Rabbiner-Lehrer des Einsenders) der Akut kommen sollte, gegen den Stachel zu locken und den Lehrern zu sagen, was man längst in besonnenen Kreisen des orthodoxen Judentums mit außerordentlichein Bedauern erörtert hat. _ , Er haut total daneben, wenn er meint, daß es nur höchstens darauf ankonune, daß die Lehrer durch die LeÜüre des Gebweiler Richtlinien-Blattes keinen Schaden an chrer Gesinnung leiden. Ich überlasse es vollständig seiner Meinung, ob den jungen Herren mit ihrer „gefestigten" Weltanschauung ruhig die regelmäßige und eifrige Lekäre dieser Zeitung änzuraten ist; aber glaubt er auch, wenn er orthodox ist, die Verbreitung der betr. Zeitung unter dem einfachen Landpublikum zu fördern? Glaubt er nicht, daß in den Köpfen der Landbevölkerung ein heilloser Wirrwarr entstehen muß, wenn diese Leute ihren Lehrer, nach dem sie sich seither vertrauensvoll in religiöseil Dingen richteten, in solcher Gesellschaft erblicken? Es liegt den Lehrern sehr daran, daß ihre Zeitwig und damit das Richtlinien-Blatt im Volke Verbreitung findet, ich habe die Beweise dafür — und da ist es Pflicht des orthodoxen Juden, dem es ernst mit seiner Emunoh, dagegen energisch Stellung zu nehmen. Als vor einigen Jahren ein frommer badischer Rabbiner die wissenschaftliche Beilage eines Blattes redigierte, das in einem anderen Te.il den badischen Overrat angriff, da verübelte man in liberalen Oberratskreisen dies dem Rabbiner sehr, obwohl die wissenschaftliche Beilage gar nichts mit dem sonstigen Inhalt des Blattes zu tun hatte. Und dieser Rabbiner redigierte die Beilage einer Zeitung seiner Richtung! Hier aber decken orthodoxe Lehrer das Apikorsus des Gebweiler Richtlinien-Blattes durch chrc Mitarbeit, und das kommt mir vor, als wenn ein jüdischer Mann an der literarischen Beilage eines Antisemitenblattes mitarbeitete. Von den lcheralen Lehrern rede ich nicht, sie passen da vortrefflich hin. Aber orthodoxe Lehrer dürfen sich nicht in dieser Art mit Richtlinienleuten verbinden, viel weniger noch ihnen Vorspann-Dienste leisten, mögen die Vorteile noch so groß scheinen, die ihnen dabei winken. Es ist ein verhängnisvoller Irrtum des bayerischen Lehrers, wenn er glaubt, das große Publikum ^würde so scharf unterscheiden, daß es nicht annehmen wurde, daß man sich durch die Mitarbeit an der Beilage init der Tendenz des Hauptblattes identifiziere. Ich will an dieser Stelle nicht näher ausführen, zu welchen Konsequenzen eine derartige Mischmasch-Stellungnahme führen muß. Ein einfacher Kaufmann vom Lande. ' Die Frage: Wo kann man in England koscher essen? sollte eigentlich durch das Verzeichnis des Vereins ritueller Speisehäuser e. V. Hamburg sofort ihre Erledigung finden. Dem ist nicht so. Der Hamburger Verein gibt jedem Bewerber, solange er ein Rabbinerattest beibringt, seine Referenz. Dieses war auch der Fall zu Lebzeiten Oberrabbiners Dr. Adler s. A Das s. Zt. unter seiner Aufsicht in London bestehende BethDin gab dem Hamburger Verein die gewünschte Referenz, ohne — nach meinen Informationen — sich persönlich zu überzeugen, ob auch tatsächlich alles re'Din zugeht, also mit anderen Worten —. die gegebenen Referenzen waren nicht genügend. Ich bin überzeugt, daß der Hamburger Verein von diesen Zuständen keine Ahnung hatte und weiß auch ferner, daß unter den im Verzeichnis aufgeführten Namen einige rituell durchaus Llwerlässige sind. Für den Fremden jedoch hält es schwer, die richtige Adresse zu finden. Ich besprach letzthin mit einem der Führer des Speisevereins diese Zustände. Er erwiderte mir, daß seit den, Tode des Chief-Rabbi keine weitere neuen Anträge berücksichtigt wurden. Der Verein selber wußte von den Zuständen und knüpfte Verbindungen mit den wenige» orthodoxen- Rabbvnim an mit der Bitte, diese h öchst wichtige Angelegenheit in die Hand zu nehmen. Diese jedoch antworteten, daß sie z. Zt., wo die „Chief-Rabbi"- Frage noch nicht erledigt sei, nichts unternehmen wollten. Der Verein hat jedoch selber in der Sache weiter nichts getan, und durch die absolut mangelnde Kontrolle herrschen heute Zustände, die sehr reformbedürftig sind. Es erscheint inir deshalb nötig, das reisende Publikum abermals und abermals zu warnen, sich über die herrschenden Zustände zu vergewissern und nicht blindlings auf das Verzeichnis des Hamburger Vereins sich zu verlassen. London. S. Es kann unseres Erachtens nicht die Aufgabe - des Hamburger Vereins sein, die Laschrusverhältnisse in England zu beaufsichtigen. Diese Aufgabe hätte ein-in England zu gründender Verein zu besorgen. D. Redakt. Berlin, 3. März 1913. Gegenüber Mitteilungen, die von Mund zu Mund und durch unrichtige Wiedergabe unserer früheren Notizen in der Presse verbreitet werden, legen wir Wert darauf, ausdrücklich zu erklären, daß unsere Bereinigung keinerlei Konkurrenzunternehmen gegen die Alliance Jsraclite Universelle oder irgend eine andere Bereinigung darstellt. Unsere Tätigkeit beschränkt sich auf die Hilfeleistung in solchen Notfällen, in denen die andern Organisationen auf Grund ihrer Satzungen oder aus andern Hof- und Kammerphotograph Me & Horcher - oan Bosch Atelier: 34b Kaiserstrasse 34, I. Etage. Telephon 814. Ehe Sie sich photographieren lassen, betrachten Sie die umfangreiche Ausstellung der künstlerischen Ausführungen meiner Aufnahmen. Grosse Portraitur (ke^meSSen^rSte) billige Preise. loh.: Hofphotogr. Ernst Franke« Spezialgeschäft photogr. Apparate und Bedarfsartikel. Enftwicklungsu. Copiran statt für sämtl. Amateurarbeiten unter fachmännischer Leitung. Kaiserstrasse 34, JLaden. Tel. I 814. 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