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Neue jüdische Presse · 1913-03-07 · Heft 10 (7.3.1913) · p. Seite 11

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
11 (1913)
Issue
Heft 10 (7.3.1913)
Date
1913-03-07
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 1.0._. Gründen versagen müssen, und wir werden stets bereit sein, mit den lokalen oder allgemeinen jüdischen Bereinigungen gemeinsam zn arbeiten, wo dies möglich oder notwendig sein wird. Jede Befehdung anderer Organisationen oder deren Einrichtungen ist unsererseits ausgeschlossen. Wir möchten daher dringend bitten, auch unsere Bestrebungen, die nur im Interesse der notleidenden Juden liegen, nicht durch Mißdeutungen und unberechtigte Anfeindungen zu stören. Israelitische Union. Dr. Arthur Kahn. Hofjuwelier Eugen Marcus. Walther Silberstein. Felix Goldschmidt. Rechtsanwalt Falkenberg. Louis Lamm. Marco Haim. Die „Jüd. Tnrir- und Sportzeitung" teilt uns mit, daß für die geplante Palästiuafahrt der Samstag stets Rasttag sei, daß aber aus Gründen der Neutralität die Frage der rituellen Verpflegung dem einzelnen überlassen bleiben mußte. Für uns bleibt trotz dieser Antwort unsere Beanstandung bestehen. Rituelle Verpflegung hätte selbstverständliche Voraussetzung sein müssen. Deshalb brauchte noch nicht in das freie Selbstbestimmungsrecht des einzelnen eingegriffen zu werden. Die Redaktion. Bunte Chronik. Das Modell eines Luftballons in einem Bivelkommentar angedeutet. Schon mehrfach' hatte ich in diesen Blättern nachgclviesen, welches Verständnis die Juden schon im Altertnme für Witterungserscheinungon zeigten und daß ihnen manche Grundlagen der heutigen Meteorologie damals schon bekannt waren, was ja auch, da sie in der Hauptsache Ackerbau betrieben, leicht erklärlich ist. Auch luird im Talmud, wie bereits früher erwähnt, die Beschäftigung mit der 'Wettervoraussage als besonders lobenswert bezeichnet. Bekanntlich finden sich auch in der Bibel viele Stellen, die auf atmosphärische Vorgänge Bezug nehmen, so daß schon ans diesem Grunde für die Komentatoren eine eingehende Beschäftigung mit dieser Materie nötig war. Eine merkwürdige Erklärung zur Bibelstelle M. 4, Kap. 16, V. 14: „Als die Lage Tau aufgestiegen, >da war auf der Oberfläche der Wüste etwas feines Gekörntes, wie der Reif auf der Erde" finden wir in Raschi (lebte vor cä. 1000 Jahren). Es heißt dort: „Als die Sonne strahlte, stieg der Tau, der auf dem Manna lag, zur Sonue auf, wie dies die Eigenschaft des Taues ist; ebenso wie eine Eierschale, die mit Tau gefüllt und nachher verstopft in die Sonne gelegt wird, von selbst in die Luft aufsteigt." Frankfurter Israelitisches Zamilienblatt. In unserer Gegend scheint vielleicht im Sommer die Sonne nicht so heiß, daß bei uns das Experiment wiederholt werden könnte; ob es im Orient jemals geschah, ist nicht bekannt. Die Erklärung vom physikalischen Standpunkt aus scheint mir zu sein, daß der Tau in der Eierschale verdunstet und der sich dadurch bildende Wasserdampf die Schale in die Höhe treibt, oder daß die Lust in der Schale wärmer als die der Umgebung wird und hierdurch ein Aufstieg entsteht. Möglich ist auch, daß durch stärke Erwärmung des Erdbodens sich in der unteren Luftschichte ein aufsteigender Wirbel bildet, welcher die Eierschale mit in die Höhe führt. Bon den Komentatoren wird diese Raschistelle zum Teil bildlich ausgefaßt, nämlich, daß durch Gottes Wunder das Brot vom Himmel und das Wasser von der Erde kam, während es bekanntlich sonst umgekehrt ist. Immerhin läßt sich das Beispiel, das Raschi bringt, als Andeutung eines Luftschisfmodells auffassen. L. L. Die Jude« in Frankreich. Der „Niuetoenth Century" entnehmen wir über die Juden im französischen Staatsleben folgende Daten: Armee: In den letzten 8 Jahren wurden 3 Juden zu Divisions- und 5 zu Brigadegeneraleu ernannt, 14 zu Obersten, 21 zu Oberstleuntant, 68 zu Majors, 107 zu Hauptleuten und Rittmeistern usw. Auch in der Flotte finden sich etliche Juden in Offiziersstellung. Justiz: 110 Beamte. Staatsrat: Auffällig ist bei dieser Körperschaft, die neben ihren Obliegenheiten als beratendes Organ der Zentralverwaltung die oberste Verwaltungsgerichtsbarkeit wahrnimmt, daß bei einem Bestand von 120 höheren Beamten nicht weniger als 20 Juden sind. Präfekturen: Es läßt sich über die Zahl der jüdischen Präfekten und .Unterpräfekten nichts Genaues feststellen, dagegen sind von den Oberbeamten nach den Angaben der jüdischen Blätter 25 ihres Glaubens. Ministerien: In den persönlichen Einfluß gewährenden Stellen in der näherem Umgebung der Minister, wie als Vorsteher der Privatkanzlei usw. werden 50 Juden erwähnt. Unterricht: Unter den Professoren der Universitäten und höheren Lehranstalten, deren Ernennung der Regierung zusteht, befinden sich 202 Juden. Zwei Juden bekleiden die hohe Stellung eines Generalinspektors des öffentlichen Unterrichts, vier sind Inspektoren für die sämtlichen Elementarschulen je eines Departements. Bergwerksverwaltung u. Vermessungs- Wesen: Unter den vom Staate ernannten Oberingenieuren befinden sich über 30 Inden. Eeite 11. Auch in der Polizei befinden sich Juden an wichtigen Posten. Erwähnt sei ferner, daß in der Akademie 10 Juden, in der Kammer 6 und im Senat 4 sitzen. Bereius-Kaleuder. Freitag. Verein „Mekor Chajim", SV-* Uhr, Langestr. 18: Gemütliche Zusammenkunft. -- „Montefiore"-Berein, 9 Uhr, Bleichstraße 70: Gemütliche Zusammenkunft. Samstag. „Montesiore"-Verein, 11V» Uhr, Bleichstr. 70: Schiur-Vortrag (Dr. B. May). — Verein „Mekor Chajim", 3?/t Uhr: Langestraße 18: Mikro- Schiur (Lehrer Goldschmidt). — Frankfurter Verein für Statistik und Demographie der Juden. SV2 Uhr, Paterresaal Kaufm. Bereinshaus: Gibt es eine nervöse Entartung bei den Juden (Dr. med. M ax S ichel). Sonntag. Verein „Mekör Chajim," Gffs Uhr, Langestr. 18: Jirmijohu (Dr. Joseph Breuer). Mittwoch. ,Montefiore"-Berein, 9 Uhr, Frankfurt-Loge: Musikalisch-deklamatorischer Abend. — Jüd. Frauenvereinigung, 8V2 Uhr, Hotel Drexel: Hauptversammlung. Donnerstag. Verein „Nachlaß Zwi", SP/i Uhr. Langestr. 18: Was soll uns Erez Jisroel (Jakob Rosenheim). Spenden. Für den Nationalsonds gingen ein bei der Geschäftsstelle dieses Blattes: Frau M. B. spendet je einen Oelbaum zum Geburtstage ihrer Söhne N. am 9. Februar und S. am 28. Februar, mit dem Wunsche, daß die Bäume gut gedeihen mögen 12,— .16. Frau Josef Springut als Neder eines günstig entschiedenen Spruches 2,— „ Herr Josef Schwober anläßlich seiner Verlobung mit Frl. Lola Gottselig, stiftet einen Oelbaum 6,— „ Heinrich Und Adele Frohmann 9. März 1888/1913 2 Oelbäume 12,— „ Bei Herrn Rechtsanwalt Dr. Schwarzschild gingen ein: Frankfurter Jemenitenhaus. Ferdinand Freudcnstein 10.— .16 N. N. 1— „ Allgemeine Mitteilungen. Das Bananen - Spezialgeschäft O. T r ä n k n e r N a ch f. L. Locker — Kalbächergasse 10—12 — unterhält stets in allen Sorten Obst und Südfrüchten das größte Lager zu den billigsten Tagespreisen. Kam Pnrim-Fest©. 39 7{aiseEälvas&e.39 vorm öanagasse Gegründet 10*3 ^Special Haus für .JßaMcuxsäallungen^ . Tel Umt.i 009. Von der Inventur zuriiekgesetzte Gegenstände Tafelservice, Vaschgarnitnren, - ■= Luxusartikel. . . F. Li. Berainger 39 )Caiserstrasse 39 Frankfurt a M. Telephon I, 309. '%■ $ i nn Inh.: Louis Döring, Zeit 4. Brllleny Pincenez, Operngläser, Lorgnettes etc. in allen Preislagen. Reparatu ren sofort und billigst. — Lieferant der allgem. Ortakrankenkaase. 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