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Neue jüdische Presse · 1913-02-28 · Heft 9 (28.2.1913) · p. Seite 10

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
11 (1913)
Issue
Heft 9 (28.2.1913)
Date
1913-02-28
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Seite lö. : Frankfurter Israelitisches Familjenblatt. Air. 9 mir unseici» diesjährige» Erfolge nicht zufrieden geben - dürfen. Wenn die jüdischen Handlungsgehilfen sich organisieren, den bestehenden-kaufmännischen Berüfsverbänden sich anschließen und dadurch ein größeres .'Interesse an den Wahlen nehmen, dann wird bei späteren Wahlen der antisemitische Einfluß mit Sicherheit noch weit erheblicher eingedämmt werden! Am 19. Februar tveihte der „Montcfiore"- Berein dem Andenken Hebbels einen Abend. Den Vortrag hatte Herr Reallehrer E. Gut übernommen. Er gab in feinen interessanten Ausführungen zuerst einen kurzen Lebensabriß des Dichters und zeichnete daun an der Hand der beiden der jüdischen Sphäre entnommenen Tragödien „Judith" mtb ,Herodes und Btariamne" den Dramatiker. Der Vortragende verschaffte dann den — meist jugendlichen — Zuhörern einen Einblick in die lyrische Kunst des Dichters, indem er eine größere Anzahl von Gedichten rezitierte und dieselben kurz erläuterte. Zum Schlüsse erfolgte eine Analyse des Epos „Mutter und Kind," worin der Dichter die -Heiligkeit des Familienlebens mit warmer Innigkeit schildert. Sonntag sprach im Verein „Tifereth-Bachurim" Herr Meiers-Posen über Rabbi Meirs Leben und Wirken. Redner, berichtete von den Leiden Rabbi Meirs unter Kaiser Hadrian, von seinen Lehren,,., die in der sogenannten „Stam-Mischnah" niedergelegt sind, von seinen Lebensregeln und seiner berühmten Fuchsfabel. In der Diskussion, die sich an die interessanten Ausführungen anschloß, wiesen die Herren Emanuel und Speyer auf das innige Verhältnis Rabbi Meirs zu seinem abtrünnigen Lehrer Elischah bcu Abujah hin. Im Verein „Nachlaß Zwi" sprach Herr A. M. Loeb-Dieburg über „Die jüdische Frau". Redner zeigte die jüdische Frau in Bibel und Midrasch und behandelte ihre Bedeutung in der Gegenwart. Er erntete mit seinen Ausführungen starken Beifall. Me Vereins --Versammlungen des „Verein selbstständiger israelit. Handwerker u. Gewerbetreibendes E. D., finden bis auf weiteres jeden ersten.und dritten Montag im Monat im Cafe Goldschmidt, Allerheiligenstr- LSI., statt. '- " := Eine jener weiblichen Edeltypen, vor deren stillen HHeldeugrötze einem ein ehrfurchtsvoller,. Schauer erfaßt, j-ist mit Auguste Schmidt geb. Möller dahinr gegangen. f Es war ein Leben reich an Arbeit, reich an Entsagüngen, reich an Schmerzen; aber alles Schwere ward ~ klein und nichtig vor chrer in unerschütterlichem Gottf-, vertrauen wurzelnden Lebensfreude und vor der engelgleichen Güte rhres Herzens, ward klein und nichtig vor - einer durchdachten Lebensanschauung, zu der das echtjüdische > Haus ihrer Eltern s. A. den Samen gelegt und die - Sprossen gepflegt hatte. Echtjüdisch war ihr Denken, echtjüdisch ihr Handeln. Mit inniger Liebe erfüllte sie jede jüdische Pflicht, wurde sie jedem jüdischen Brauch gerecht. . Unsere Weisen erzählen als höchstes Lob unserer Stammmutter Sara, tchß sie noch als Greisin in ihren - Zügen schön wie ein. Klick» und unschuldig wie ein junges ) Mädchen war; so edel rern, so frei von jeder Leidenschaft ’i. war ihr Antlitz. Auch der Dahingegangenen hat man ' dieses höchste Lob spenden können. In kindlicher Schönheit und jungfräulicher Unschuld ist sie zum ewigen Leben himibergegangen. Seither zaddik liwrochoh! ,■ Austritte aus dem Judentum im Jahre 1912. 2. Januar Robert Ludwig Wbert Hochstädter, Kaufmann, Savignystr. 73; Robert Julius'Bergmann, Kaufmamk, Westendstr. 29. — 20. Februar Frl. Martha Wolfs, triedbergerlandshr. 32. — 1. März Martin Schend'el, aufmann, Nibelungen-Allee 5. — 12. April Oscar Thiebcn, Brauerei-Direktor, Schaumainkai 39. — 14. Mai Frau Joseph Schäfer Jeuny geb. Spitzer, Schweizerstraße 70. — S. Juni David Lemke, Kapellmeister, Kronprinzenstraße 25; 4. JUui Dr. Karl Fleischer, Priväk- Dozent, Kettenhosweg 13«; 19. Juni Robert Heß, Bankbeamter, Unterlindau 80. — 12. Juli Louis Adolf Hirsch, Kaufmann, Lersnerstraße 37; 23. Juli Wwe. Franziska Ettling geb. Strohmberg, Nicdenau 53; 26. Juli Josef Kupczyk, Kaufmann, Kettenhosweg 19; 27. Juli Ernst Emil Grödel, Dipl.-Jngenieur, Hanauerlandstraße 15. — 15. August Julius Rosenheini, Kaufmann, Sophienstraße 20. — 24. September Frl. Quemma Figdor, Eschersheimerlandstr. 414. — 9. Oktober Frl. Irmgard Schwarz genannt Garda Jrmeu, Schauspielerin, Schillcrstraße 5; 10. Oktober Frl. Bertha Helene Groß, Holzhausenstraßc 32; 23. Oktober Albert Harry Frank, Kaufmann, Eschersheimerlandstr. 8. Getaufte oder aus dem Judentum ausgetretene Frankfurter Aerzte. — Dr. Asch, Nervenarzt. — Dr. Aschheim, Augenarzt. — Dr. Avellis, Sanitätsrat, Spezialarzt für Halskrankheiten. — Dr. Berg, Spezialarzt für Nascnkrankhciten. — Dr. Blum, Professor (Sohn des früheren Lehrers). — Dr. Emanuel, Augenarzt. — Dr. Embden, Professor, Doktor des städtischen chemisch-psychologischen Instituts. — Dr. Frensdorf, Stabsarzt a. D. — Dr. Friedländer, Sanitätsrat, Nervenarzt. — Dr. Grödel, Spezialarzt für Röntgenologie. — Dr. Groß, Spezialarzt für Chiurgie. — Dr. Hornberger, Spezialarzt für Herzkrankheiten. — Dr. Jourdan, prakt. Arzt. — Dr.Laqucur, Sanitätsrat, Nervenarzt.. — Dr. Bosten, Sanitätsrat, Halsarzt. — Dr. Zinn, prakt. Arzt. Die Bezalel-Ausstellung im Hause Wronker ist nunmehr eröffnet. Wir werden diese hochinteressante Ausstellung jüdischer Kunst in nächster Nummer eingehend würdigen. A«S der Lehrerwett. London. Die 56 Delegierten, die Dr. Hertz zum Chief-Rabbi wählte», vertraten 298 Stimmen, während die 27 Delegierten, die ihre Stimme „gegen ihn abgaben, nur 39 Stimmen vertraten. Dr. Hertz wurde 1872 in Rebrin (Ungarn) geboren. Er schrieb „The Ethical 'System of James Martineau" und „Bachya: the Jewish Thomas ä Krmpis". Der neue Oberrabbiner gedenkt Newyork am 5. März mit der „Mauretania" zu verlassen. Seine Amtseinführung soll noch vor Pcsach stattfinden. Petersburg. Poliakow, ideiAvekannte jüdische Großindustrielle, errichtete 1880 eine Stiftung von 30000 Rubel für den jüdischen .Religionsunterricht an den Mittelschulen des Wilnaer Lehrbezirks. In den ersten Jahren wurden die Zinsen dieses Kapitals nicht benötigt; allmählich war jedoch die Zahl der jüdischen Mittelschüler so herabgesunken, daß man genötigt war, die Zinse» des aus 42 00V Rbl. angewachsenen Kapitals zu gebrauchen. Die Verwaltung der Mittelschulen von Wilna ließ zum vorigen Jahre die Zinsen anstandslos aus. Seitdem ist jede Auszahlung unterblieben und Beschwerden fanden keine Beantwortung. Rom. (Morse F i n z i, Direktor des Rabbinerseminars in Firenze, ist verschieden. 4 ' ArrS den Vereine». Budapest. Dem in der Generalversammlung der „Machsikei Hadatz"-Verein der Komitate Oedenburg, Eisenburg, Raab und Vespert m erstatteten Jahresbericht entnehmen wir folgendes: Bei einenr Bestand von 620 Mitgliedern wurden 2389 Kr. vereinnahmt und 1450 Kr. verausgabt. Tausende Mesusos und Tesillin wurden nachgesehen. Von den 787 angemcldcteu Stellengesuchen von junge» Leuten, die den Sabbat beobachten, wurden 322 erledigt. Vier verlassene Kinder ivurde» versorgt. Gegen die Unifikativnsbestrebungen ist eine energische Propaganda geführt Ivordcn und zwar mit großem Erfolg. Zürich. Hier sprach Rabb. Dr. Cohn- Breslau über „Die Ausgrabungen in Aegypten". An Hand der Funde von Tel Älmarna und Elephantinc zeigte der geschätzte Redner, daß die Erzählung von dem Aufenthalt der Kinder Israel in Aegypten, ihre Knechtung und Befreiung, der Zug durchs Rote Meer in den gefundenen Papyri fast gleichlautend beschrieben werden. Unsere Borfayren werden' dort als ein fremder Stamm genannt, der vonr Druck der Pharaonen durch einem großen Führer Freiheit erhält. Auch die Person des Mose behandelte der Redner inbezug auf seine wunderbare 'Rettung, seine Adoption durch die Königstochter und den Einfluß seiner ägyptischen Jugenderziehung. Sehr interessant waren auch die Aufschlüsse über die Juden in Elephantinc. Knust und Literatur. Die Deiuard-Kollektion in der amerikanischen National-Bibliothek. Wir vor kurzem berichtet wurde, hat Jakob H. Schiff im vorigen Jahre der Bibliothek des amerikanischen Kongresses in Washington eine große Hebraica- Sammluug zum Geschenk gemacht. In dem Jahresbericht des Bibliothekars an den Kongreß findet sich eine ausführliche Beschreibung dieser wertvollen Sammlung. Jakob H. Schiff hat diese Bibliothek, welche 9936 Bände zählt, von einem jüdischen Kaufmann in Arlington, EphraimDeinard, der nach Palästina übergesiedelt ist, erworben. Einen großen Platz in der Bibliothek nimmt eine Bibelsammlung ein. Erwähnenswert ist die rabbinische große Bibel mit den Kommentaren von Raschi, Cinlchi Jbn, Esra, Ralabag usw. Ferner die. Polyglottnnd Hexaglottbibeln und. eine sogenannte Parallelbibel. ' Ebenso reichhaltig ist die Talmudsammlung. Sie enthält einen Erstdruck von Bömberg in Venedig, aus den Jahren 1520/23, ferner eine komplette Frankfurter-Ausgabe aus den Jahren 1720/22. Sehr groß ist die Zahl der apologetischen und polemischen Werke und die Literatur Wer verschiedene jüdische Sekten. Auch die Philosophie ist vom Mittelster bis auf unsere Zeit mit den besten hebräischen Werken vertreten. Einen eigenen Schrank nehmen die Haskalah-Literatur und die hebräischen Werke der neuesten Zeit ein. Dr. Casanowicz, der diesen Teil des ersten Berichtes verfaßte, spricht die Behauptung aus) daß die Hebraica-Sammluug der amerikanisch«»! Nationalbibliothek jetzt kaum mehr der hebräischen' Abteilung des British- Museums nachstehe, Stiftung D. Wassermann im Gesamtarchiv der deutschen Inden-Berlin. Fabrikant D. Wassermann in München, dessen Freigebigkeit viele staatliche und städtische Sammlungen bayrischer geschichtlicher und künstlerischer Denkmäler reiche Förderung verdanken, hat dem Gesamtarchiv der deutschen Juden seine große Sammlung von abschriftlichen Materialien zur Geschichte der Juden in Bayern als Stiftung überwiesen. Es handelt sich um Exzerpte und Abschriften von Urkunden und Akten, die Herr Wassermann selbst in jahre- Offenbacher Oruehluffanlag[e O. m. b. 11. - Taanusstrasse 77 Offenbacn am Hain Fernsprecher 123 — Mbertrogene ftppicfoeimgtmg mittelst Druckluft. — Preis pro qm 50 Pfg. >1 ii ii 40 ii ii ii ii 05 ii Qualität: Smyrna and Perser . . Velours und Axminster . Brüsseler und Tapestry . Xanilla und Wolle ... „ „ „ au „ — Unübertroffene Betten- und Bettfedern-Reinigting mittels Druckluft und Wasserdampf« Ein jeder Versnob führt zur dauernden Benntznng unserer in hygienischer Beziehung einzig dastehenden Einrichtung. Die Reinigung eines Deckbettes kostet . . 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