Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 11 (1913)
- Issue
- Heft 2 (10.1.1913)
- Date
- 1913-01-10
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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M«te 10. Grmi^urter Hsjraelitisches,;ZWnilPich1«tt. Nr. 2. LLer«icht eine überaus wertvolle silberne, in Leder -ge- -fatzte Plakette. - Der Präsident, Dr. 'Ka u f f m a n n, dankt den einzelnen Rednern und verliest dabei ein Schreiben von. Justizrat Dr. Blau, der leider durch Krankheit abwesend ist. Chorgesang schließt die würdige Feier,, der sich nachmittags ein Bankett anschließt. Frankfurter Berichte. Anläßlich der Wahlen zuin Kaufmannsgericht im Februar 1811 hatte Dr. Max Mainzer als Vorsitzender dÄ Lentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens zwei Flugblätter an jüdische Prinzipale und Angestellte versandt, die diese auffordcrten, gegen die Kaiwidaten des Dcutschnationalcn Handlungsgehilfen-Berbandes zu "stimmen. Dem Verbände wurde in. den Flugblättern antisemitische Verhetzung vorgeworfen. Zum Schluffe hieß es: „Wir brauchen vorurteilslose Richter. Es kann dem Juden nicht gleichgültig sein, ob.sie Leute als Richter haben, die man überall da an der Arbeit findet, wo.es gilt, unsere Rechte als deutsche ' Staatsbürger zu schmälern." Der Vorsitzende des D. H- V., Bcchly, und der Herausgeber des Verbandsorgans „Handelswacht", Alfred Roth, beide in Hamburg, erhoben wegen dieser Auslassungen Privatllage gegen Dr. Mainzer' und dieser wurde am 20. August wegen öffentlicher Beleidigung zu 30 M. verurteilt; der D. H.-B. habe in dem Wahlkampfe 1911 nicht im antisemitischen Sinne agitiert; auch sei von dem Beklagten nicht .der Beweis erbracht worden, daß der D. H.-B. „wildeste Judenhetze" und „roheste radauantisemitische Verhetzung" treibe. Gegen das Urtell legte Dr. Mainzer Berufung ein. Gestern6. Januar — sollte die Verhandlung stattsindeu; doch vor Eintritt in die eigentliche Verhandlung kam folgender Vergleich — bei einem Rücktrittsrecht -innerhalb 14 Tagen — zustande: „Der Angeklagte erklärt: „In den beiden den Gegenstand der Privatklage, bildenden Flugblättern sind von mir Ausdrücke geraucht worden wie z. B. „wildeste Judenhetze" und „roheste radauantisemitische Verhetzung". Solche Ausdrücke sind mir in der Hitze ves Wahlkampfes jn die Feder gekommen. Ich erkenne an, daß ich hierbei in der Form zu weit gegangen bin, und erkläre mich daher bereit, die Kosten des Verfahrens zu übernehmen. Die Absicht einer persönlichen Beleidigung habe ich überhaupt nicht gehabt. Bon dem I n.h alt d e r Fl ü gblät t e rvermag ich in sachlicher Beziehung nichtszurück; uueh men. . .. Die PrivatklSger erklären, daß die sic..betreffenden Ausführungen der Flublätter sachlich unzutreffend sind. Sic crllären sich mit Rücksicht auf die vorstehenden Angaben des Angeklagten bereit, die Privatllage zurückzuzieheu. Beide Parteien sind damit einverstanden, daß das in vorliegender Sache in erster Instanz ergangene Urteil vom 20. August 1812 als hinfällig von keiner Seite verwertet werden darf." Zu einem interessanten Abend gestaltete sich die Mitgliederversammlung der Zion. Bereinigung am letzten Samstag Abend. Student Max Fischer hielt ein einstündiges Referat, in dem er zeigte, daß nicht nur der religiöse, sondern'auch der nur modernistische Jude zum Zionismus, kommen muß. Jn seinem Bortrage behandelte Redner auch die Ergebnisse aus Zollschans Untersuchungen über den Rassenwert der Juden und die Bedeutung von Oppenheimers Siedlungsgenossenschaft für die Gestaltrmg eines jüdischen Palästina. Jn der Diskussion sprachen außer dem Vorsitzenden die Herren Goitein, Dachauer, Ellern, Hartl urger, Fritz Sondheimer und der Referent. Besonders wurde die Ansicht des Referenten, daß der Weg zum Zionismus die Frucht wissenschaftlicher Erkenntnis sei, bekämpft, der Zionismus sei vielmehr die Frucht des Selbsterhaltungstriebes und seine wissenschaftliche Begründung habe demgegenüber nur sekundäre Bedeutung. Der Verein „Nachlaß Zwi" veranstaltete letzten Sonntag — 27. Tewes — anläßlich des Jahrzeitstages Rabbiners S. R. Hirsch eine Gedächtnisfeier. Leopold Schwab, der Vorsitzende, gedachte eingangs des jüngst verstorbenen Rabbiners Dr. Kotteck. Sodann rezitierte Herr N u ß b a u m Hermann Schwads „Die letzte Predigt", die die Gefühle der Zuhörer bei der letzten Predigt des großen Meisters in künstlerischer Form festhält. Redakteur Schachnowitz ergriff nunmehr das Wort zur Gedächtnisrede, darin ein Bild entwerfend zwischen bem Einst, als Hirsch sein Wirken begann, und dem Jetzt, da Hirschs Wirken seine Strahlungen auf die gesamte orthodoxe Judenheit ausgegossen hat und sie in Westeuropa wieder zu einer Macht hat werden lassen! -'Nach -der GedLMntsrede laS Herr Plaut einÄr Jeschurun-Artikel S.: S. Hirschs vor (Brief eines armen Schuhmachers an den Vorstand..seiner .Gemeinde) ' upd rezitierte Herr Hirsch, ein Urenkel 'S. R. Hirschs s. A., Direktor. Mendel Hirschs s. A. schönes . Gedicht „Das Ääddisch". ' Einen schönen Abend veranstaltete der jüd. Mädchen klnb anläßlich seines 10jährige» .Bestehens: Nachdem Samstag Abend im engen Kreis der Borstandsdamen und Kliwmitglieder die akademische Frier stattgefunde», waren zur offiziellen Feier, Sonntag, den S. er. in der Loge Carl ca. 450 Gäste erschienen. Mt musikalischen Vorträgen von Frl. Lorsch, Rosenthal und Le'vi wurde die Feier eingeleitet. Alsdann ergriff Frl. Pappen heim, die verdienstvolle Gründerin, das Wort, um in wenigen, großangelegten Zügen die EntstehungS- Und Entwicklungsgeschichte des Klubs darzulegen. Sie gedachte eingangs der in diesem Dezenium geschiedenen Förderer (Charles Hallgarten und Sidonie Dann), um ldpinn auf die Beziehungen des Klubs zu den übrigen jüd. sozialen Institutionen überzugehen. Der Klub ist das dankbare Enkelkind des Hilssrereins. Seinen Aufschwung verdankt er der hingebungsvollen Tätigkeit seiner Leiterin Frl, Ncumüller. Die Ziele des Klubs haben sich ja heute schon in den weitesten Kreisen durchgesetzt und überall begeisterte Anhängerinuen gesunden, es erübrigt sich daher, auf diesem Teil der überaus fesselnden und llaren Darstellung einzugehen.' Der stürmische Beifall galt der Rednerin und vor allem der Gründerin. Herr Wert heim verlieh ihm namens der Versammlung Ausdruck in einem Hoch! aus Frl. Pappenheim. Und nun kam der heitere Teil, der offenbar allseitiges Interesse und viel Stimmung auslöste. Jn einer Folge von Bildern wurden die Ereignisse des Jahres 1912 szenisch dargestellt. Ms Verfasserin der mit ungeheurem Beifall auf genommenem Revue, zeichnete. Frau C. Berg, und wir müssen gestehen, daß die formvollendete Schönheit der Verse, die geschälte Auswahl, der Ereignisse ihrer wohl wert waren. Allerdings trug , auch die glänzende Darstellung viel zu dem Erfolg bei. Die gesamte Regie lag in den bewährten Händen des Herrn Max Vertu ch, und wer jemals mit Dille- - tauten eine Aufführung arrangiert hat, wird die gewaltige Arbeit zu würdigen wissen, die diese Fülle von Bildern erforderte. Frl. Scharpf war eine schöne Mit. Bflsennitstnlt zu frankftm o. H. In der Israelit. Waisenanstalt, Knaben- und Mädchen-Abteilung, sollen im April mehrere Stellen besetzt werden. Gesuche um Aufnahme sind von der Mutter oder dem Vormund iinter amtlicher Beurkundung des betr. Todesfalles und mit Beifügung des Geburts-, Gesundheits- und Impfattestes, evtl, auch des Schulzeugnisses des ängemeldeten Kindes bis Mitte Februar an den Vorstand der Israelitischen Waisenanstalt z. H. des Herrn Prof. Dr. Caro, Am Tiergarten 52 zu richten. Frühere Gesuche müssen erneuert werden. Frankfurt a. M., 5. Januar 1913. r -w r J. DM Optisches Fahrgawe 25 Spezialgeschäft, empfiehlt Brillen, Zwicker, Lorgonien in jen. Aa-fflbnmg, ca bekennt billigen Preisen. Ferner: Op-rnglä-er, F-ldsteoher, Barometer, Thermometer, Lnpeiu el k»r. Taschenlampen ato. Rrpmra arm «awemt billig. ■ ■■■■■■■■■ Lieferant terAllgem. Ortskrankenkasse. ■■■■■■■■■■ Bei Erkältungen empfehle: Formamint, Stomantabletten Einser Wasser Sodener, Emser Pastillen Wyberttabletten, Eucalyptus- Bonbons etfc. 59 Unterlindau 59. Telephon 8701 II. Ö v :© Ö ÖÄ v To © 3 qCC ’fk D. B. P. Visitenkarten 100 Stück mit Etui nur 75 Pfennig;. Sa 11 Woll* Telef. 3821 Papierhandlung, Gr.Friedbgstr. 46, Neithold Stelnweg 6. 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