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Neue jüdische Presse · 1913-01-03 · Heft 1 (3.1.1913) · p. Seite 10

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
11 (1913)
Issue
Heft 1 (3.1.1913)
Date
1913-01-03
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Seite 1Ü. Ifxonlfurtet^ ^taeiitif(§cS Nr. 1. übte in außerordentlich reichem Maße Wohltätigkeit und. benutzte jede freie Stunde für das Studium der Thora. Bei seiner strengen Frömmigkeit war er aus innerstein Wesen ein Anhänger der Einheit Israels, und so ist er auch einer der Gründer der Frankfurt-Loge gewesen. Der Verstorbene erfreute sich allseitiger Beliebtheit und. Wertschätzung. Sein Andenken ist ein gesegnetes. A«s -er Lehrerwett. Homburg v. d. Höhe. Rabbiner Dr. H. Kotteck ist plötzlich an einem Herzschlage verschieden. Rabb. Dr. Kotteck, der nur ein Alter von 52 Jahren erreicht hat, war ein eifriger, unermüdlicher Arbeiter aus dem' Gebiete der jüdischen Wissenschaft. In den Jahrbüchern der Jüd. Literatur-Gesellschaft finden wir als Frucht seiner Arbeit folgende Aussätze: Bachers Besprechung des Doroth Harischonim II, Die Hochschulen in Palästina und Babylonien, Zur Neumondfcicr im alten Israel, Gesetz und Ueberlieferung bei den Juden Babyloniens in vortalmudischer Zeit. Er bearbeitete hauptsächlich Isaak Halevys „Doroth harischonim". Verband ihn doch mit Halevy innige Freundschaft, und weilte doch Halevy jeden Sommer mehrere Monate in seinem Hause! Rabb. Dr. Kotteck dürste noch zahlreiche Manuskripte hinterlassen haben; sein frühes Hinscheiden ist ein großer Verlust für die jüdische Wissenschaft. Die Beisetzung war ein beredtes Zeugnis der Beliebtheit des Entschlafenen. Nachrufe hielten Provinzialrabb. Dr. Bamberg er - Hanau, Rabb. Dr. Nobel-Frankfurt (für die israelit. Gemeinde Frankfurt und für den großen Bruderbund der Bne-Brith- Logen), Dr. Bondi-Mainz, (für die Jüd. Literatur- Gesellschaft) und Lehrer Herz-Homburg. Kttzingeu, 30. Dez. Heute fand die Amtseinführung ~b e§ neugewählteu Rabbiner?, Dr. Wohlgemnkh, bisher in Königsberg i. Pr., statt. Der erste Teck der Feier vollzog sich, in der festlich geschmückten Gemeindestube, Ivohin sich die kgl. Behörden, an ihrer Spitze der Bezirksamtmann und der Bürgermeister, ferner der bisherige Verweser des Rabbinatsdistrikts, Rabb. R. B amb e r g er-Würzburg, die Kultusvorstände und sonstige Geladene, begeben hatten. Der Neugewählte gelobte unerschütterliche Pflichttreue und dankte herzlich allen, die ihn begrüßt hatten. Gegen Vs3 Uhr fand die größere Feier in der dicht gefüllten Synagoge statt, die Festgewand trug. Nach Begrüßung des neuen Führers durch Boruch-Habo entwickelte Dr. Wohlgemuth in dreiviertelstündiger, meisterhafter Rede seine Grundsätze. Atemlos horchte die Festversammlung bis zum Ende. Ein Lob und einmütige Begeisterung weckte der Redner bei allen. Der Synagogenchor' sang noch Psalm 100. Damit hatte die Feier ihr Ende erreicht. Loudou. Rabbiner Abba Werner von der „Machsikei Hadaß" -Gemeinde ist verschiede n. - - Rabb. Werner wurde 1837 in Tcls (Rußland) als Sohn des dortigen Kronrabbiners geboren. Er amtierte zuerst in Wegcr, dann als Nachfolger seines Vaters in Tels, dann in Hclsingsors und kam 1891 als Rabbiner der soeben gegründeten „Machsikei Hadaß" - Gemeinde nach London. Rabb. Werner mar eine Perjöiilichkeit. Strengste jüdische Pflichterfüllung und ein abgeklärtes Wesen zeichne-- ten ihn besonders aus. Wie sehr er geschätzt wurde, zeigte seine Bestattung, die ihres Gleichen noch nie bas Ostend gesehen hat. Der Trauerzug wird auf 50 000. M c li sch eu geschätzt, und nur dem stärksten Polizei-Aufgebot gelang es, Katastrophen zu verhüten. Budapest. In Csikeszereda ist Rabb. Akiba G l a § n e r, Sohn des Klausenbnrger Gaou, zum Oberr a b b i n e r gewählt worden. — - In N a g y.k a r o l Y ist Rabb. Franz F ü r t h verschieden. Lemberg. De- Rebbe von Dschikow, Rabbi I o s u a H o r o w i tz, ist im 65. Lebensjahre v e r s ch i e den. Cr war auch in außerchassidischen Kreisen angesehen. Sofort »ach feiner Beisetzung ist sein einziger Sohn Alter zu feinem Nachfolger aiisgernfcn worden. Ezeruawitz. Die Benattung Rabbiners Weiß legte beredtes Zeugnis davon ab, welch.' hohen Ansehens sich dieser Vertreter des gesetzestreu-traditionellen Judentums erfreute. Bor dem Wagen wurde die Stadtfahne vorangetragcu, hinter ihm schritten Erzbischof Resta, Bürgermeister Baron Fürth, Landtagsabgeordnete und sonstige angesehene christliche Persönlichkeiten. Die Straßenlaternen brannten lind die Läden waren geschlossen. - Leider kam es zu einem .häßlichen Zwischenfall. Als der Trauerzug den Ringplatz passierte, stießen drei Studenten des Priesterseminars und ein Gymnasialprofessor antisemitische Rufe aus. Polizisten brachten hierauf die vier Lümmel zur Polizei-Zentrale. Prag. Dr. Heinrich Brody, der bisherige Berwalter des Obcrrabbinats, ist e i n st i in m i g zum Oberrabbiner gewählt worden. Aus de» Vereine». Hamburg-Altona. Jugendgruppe der Moria- Ortgruppc. Am 23. Dezbr. fand unter Vorsitz des Herrn Henry P e l s im Logenheim eine zahlreich besuchte Versammlung statt, in der Dr. Julius Möller, Mitglied des Komitees, einen Vortrag über die Gegellwartsanfgabcn der Orthodoxie in Palästina hielt. Redner berührte einleitend die politische Lage im Orient, um sodann ausführlich darzulegen, daß es die Aufgabe der Gesamtorthodoxie sei, die wirtschaftliche Lage der gesetzestreuen Bevölkerung Palästinas zu heben, damit dort ein Geschlecht heranwachse, das gestählt in dem Kampf um das tägliche Brot und vertrauend auf der eigenen Hände Kraft Selbständigkeit des Charakters mit unerschütterlicher ' Treue zu den altjüdischcn Idealen verbinde. Nur solch ein Geschlecht-vermöge das Ideal einer jüdischen Bevölkerung in Palästina darznstellen und dem jüdischen Namen die ihm gebührende Achtung in der Welt zu verschaffen. . ' Die Moria erstrebe dieses Ziel und sei damik die geeignete Organisation zur Erreichung des genannten Zweckes, der jeden Juden mit Begeisterung erfüllen müsse. In Verfolgung dieses Zieles sei cs der Moria gelungen, Geldmittel zu erhalten, welche cs ihr ermöglichen, noch in diesem Jahre init der Einführung eines neuen Wirtschaftszweiges, nämlich der Bienenzucht, in den Kolonieen zu beginnen. Nach der Ansicht aller Kenner ist die Bienenzucht geeignet, die Kolonien in jeder Hinsicht stark zu fördern. Eine große Aufgabe stehe der Moria bevor in der Förderung des H 8 u s e r b a u e s für die Jemeniten,, welche seit ca. einem Jahre in großen Scharen in Palästina einwandcrn und' in ihrer Arbeitssajnkeit, Anspruchslosigkeit und Frömmigkeit ein für Palästina überaus geeignetes Bevölkernugscleinent darstelle». Es herrsche unter den Einwanderern eine große Not und es sei dringend nötig, schnell und energisch cinzugrcisen. In der Diskussion sprachen die Herren Kugelin an», Schlesiu g c r,, Lewandowsky, B. Cohen, P. M ö l l c r u. a. Eingesandt. M n l h e i m (Ruhr),.27. Dezbr. 1912. Herr» Rabbiner Dr. Vogel st ein, Königsberg i. Pr. Hochwürden! Sie haben einen Briefwechsel, den Sie mit dem B e rein jüdischer Studenten an der Universität Königsberg geführt haben, in .der jüdischen Presse zum Abdruck gebracht. Danach hat der Verein jüdischer Studenten eine mit einer versteckten Droh u n g Ihrerseits verbundene Einmifchnng in seine Geschäfte abgelehnt. Inwiefern die breitere Oeffentlichkeit daran interessiert sein soll, hiervon Kenntnis zu nehmen, ist nicht abzuschen. Es hat den Anschein, als ob Sie kraft Ihrer Eigenschaft als Rabbiner eine autoritative Stellung gegenüber jüdischen Studcntenvereinen in Anspruch nehmen. Dieser Irrtum veranlaßt Sie auch jetzt wieder, mit dem Protestruf „Niedriger hängen"*) die Nichtanerkennung dieser Autorität zu beklagen. Da Sie die Oeffentlichkeit mit der Angelegenheit nun einmal befaßt haben, erscheint, um sie vor Mißverständnissen-zu bewahren, folgende Aufklärung für geboten: *) ,,Allg. Ztg. d. Indent." Nr. 50. — Rabb- Dr. Vogelstein hatte seine» Schülern verboten, die Vorträge ic. des Vereins jüdischer Studenten zu besuchen. D. Redakt. beginnt Montag;, den O. Januar. Wir haben unsere Waren im Preise enorm reduziert und vergüten auf nicht zurückgesetzte Waren bei Baarzahlung Der Ausverkauf umfasst folgende Abteilungen: fertige Herren-Bekleidung Knaben-Bekleidung Backfisch-Bekleidung Mädchen-Bekleidung Keine Auswahlsendungen. Verkauf nur gegen Baar. Schillerplatz 4, 6, 8.

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