Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 10 (1912)
- Issue
- Heft 49 (13.12.1912)
- Date
- 1912-12-13
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2692297-2692768-2692817--07363-2702436- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Geile 4 Dr. Vrank-Eöln a. RH., RÄb. Dr. G. Freund-Hannover, Robb. Dr. Friedmann - Lublinitz, Rabb. Dr. Goldschmid t-Kolberg, Rabb. Dr. Grabowsky- Barmen, Landrabb. Dr. Gronemann-HannoverfMabb. Dr. Grünt hal-Charlottenburg, Rabb. Dr. M. Guttmann- Culm i. W., Rabb. Dr. Holzer- Worms, Dozent Dr. Horovitz-Breslau, Direktor Dr. Knoller-Hannover, Rabb. Dr. Kopfstein-Beuthen O.-S., Stistsrabbiner Dr. M. Krakaner-Breslau, Bezirksrabb. Dr. H. Äroner-Oberdorf, Äirchenrat Dr. Th. Kroner- Stuttgart, Rabb. Dr. Kuschnitzky-Brrslau, Direktor Dr. Lazarus -Cassel,Rckbb. M. Lev y-Hagenau i. Elf., Rabb.Dr. L o e v y-Graudenz, Landrabb. Dr. L ew insky° Hildes heim, Rabb. Dr. B. Marr - Straßburg i. Elf., Rckbb. Dr. B. Meyer-Thann i. Elf., Oberravb. Dr. N. Netter-Metz, Rabb. Dr. Peritz-Liegnitz, Rabb. Dr. Perlitz-Nakel, Rabb. Dr. Pick-Straßburg W.-Pr., Rabb. Dr. Pick-Berlin, Rabb. Dr. F. Rosenthal- Breslau, Rabb. Dr. Salzberger-Erfurt, Rabb. Dr. Scheftelowitz-Cöln a. Rh., Rabb. Dr. Stier- Berlin, Bezirksrabb. Dr. Treitel-Laupheim, Landrcckb. Dr. Walther-Dessau, RlLb. Dr. Weiße-Berlin, Rabb. Dr. Werner-München, Rabb. Dr. M. S. Zuckermandel-Breslau. (Weitere Unterschriften solgen.- verlin. Am Sonntag wu de in Beeiitz die Cvanukahseier.der Israelit. Erziehungsanstalt für geistig zurückgebliebene Kinder begangen, zu der sich Vertreter des Kuratoriums sowie Freunde der Anstalt einaesundem hatten. Die Anstalt ist mit 32 Knaben und 14 Mädchen zus. 46 Zöglingen bis auf den letzten Platz besetzt. Das gute Aussehen zeugt von der liebevollen körperlichen Pflege, die das Jnspellorpaar den unglücklichen Kindern angedeihen läßt, und die ihnen durch die rührende Anhänglichkeit der Kinder an Onkel und Tante Bein vergolten wird. Daß die geistige Fortbildung durch den Inspektor und die beiden Lehrer in gleichem Maße Förderung erfährt, wird durch, das Urteil der Sachverständigen, auf Grund persönlicher Beobachtung der Zöglinge sowie durch! Einsichtnahme im die ausgestellten Arbeitsheftr und die Produkte des Handfertigkeitsunterrichts bestätigt. Aber man brauchte nicht pädagogischer Fachmann zu sein, um aus dem Verlauf der Feier selbst zu erkennen, daß hier in der Anstalt erfolgreich gearbeitet wird. Die gesanglichen Vorträge eines Psalmes und der Chanukahhymne sowie die Deklamationen einiger besser begabter Insassen bewiesen,- daß die neu eingetretenen Hilfslehrer sich mit der notwendigen Hingebung und mit pädagogischem Verständnis ihrer schwierigen Aufgabe widmen. Die Ansprache des Anstaltsleiters lenkte die Auf- «nerksamkeit auf die Notwendigkeit der. Schaffung von neuen Räumlichkeiten, wo die älteren Zöglinge ausreichende Gelegenheit zu handwerksmäßiger Ausbildung finden, da es kaum möglich ist, Meister zu finden, die sich der Hingebungsvollen Aufgabe, schwachsinnige Zöglinge als Lehrlinge auszubilden, mit Verständnis unwrziehen. Namens des Kuratoriums ' sprach sodann Rabbiner Dr. Schreiber-Potsdam. Zum Schluß fand eine Beschenkung der Kinder statt. Koblenz. Die diesige jüdische Gemeinde hat ihren Beamten die Gehälter,.,aufgebessert, dem Lehrer um 900 M. und dem Synagogendiener um 600 M Köln. Die Zahl der jüdischen Bolksschüler bat sich so vermehrt, daß die Stadt die Erbauung einer 16klassigen jüdischen Volksschule an der Lützowstraße beschloß und dafür 430000 JL bewilligte. . Stuttgart. Der Verein israel Lehrer und Vorsänger in Württemberg feiert hier am 30. -Dezember fein 50.jähriges Jubiläum- Eine 150seitige Festschrift ist bereits, erschienen- Posen. A«t der Qua^»alsde-sammlung der traditionellen traditionellen Rabbiner der Provinz Posen kamen auch die Richtlinien zur Besprechung. Rabb. Dr. Wreschner referierte nämlich über aktuelle Angelegenheiten und führte dabei folgendes aus: Die in Posen stattgehabte Versammlung der Vereinigung für das liberale Judentum und die dabei ausgestellten Richtlinien verpflichteten alle gesetzestreuen Juden, Stellung dazu zu nehmen- Ein gemeinsames Vorgehen des traditionellen Rabbinerverbandes und der Freien jüdischen Bereinigung sei notwendig, um durch eine möglichst mnfassende Demonstration die große Zahl der Gegner vor aller Welt erkennen zu lassen; doch sei sein diesbezüglicher Antrag in Berlin äbgelehnt worden. Die ' Verlegung der liberalen Versammlung nach Posen, Lessen religiöser Bestand und Zustand fast ausschließlich die Frucht des konservativen Judentums sei und das zum weitaus größten Teil auch .heute noch konservativen Charakter habe, ließen deuliche Absichtten erkennen, denen gegenüber die berufsmäßigen Wächter des überlieferten Judentums unmöglich untätig bleiben könnten. Bor de» Tore« Prags. Historische Erzählung von A. E. Brachvogel. Ü fernffeton - '. (Fortsetzung.) „Am besten ist's, wir. postieren vier bis fünf FeUWcke hinter die spanischen Reiter, die Vir Brücke der. Lange nach bestreichen. Kommen die Schweden dann, heraus, ihre Toten zu bestatten, so werden die Kiyeln noch ein paar Hundert mehr zu ihnen legen. Angreifen werden wir Juden nicht, und jeder Tag ist gewonnen, den ivir aushaüen, aber hereinkommen Frankfurter Israelitisches Familienblatt. zu unö sollen die Feinde auch nicht; es müßte denn das Neufläbter Tor erst von toten Juden so verstopft sein wie die Brücke von Schweden. Dann können Sie aber noch immer mit Ihren christlichen Soldaten, Herr Graf, Ihr Letztes und Bestes tun! Halten Sie unterdessen nur die beiden Tore der Ostseite und lassen S.ie's 'Wasser scharf bewachen; denn wenn die Schweden nicht über die Brücke können, werden sie es auf andere Art versuchen," Colloredo nickte. „Schade, Markus, daß Ihr kein kaiserlicher Offizier seid und nur —" er stockte und wandte sich verlegen ab. „Sondern nur ein gemeiner Jude, wollen Sie sagen, Herr Graf! — Nun, es ist einmal'so! Ich denke, es ist aber augenblicklich für Prag besser, daß ich auf der Welt bin, wenn auch von jüdischen Eltern, als wenn ich gar nicht da wäre! Lassen Sie uns nur die Feldschlangen heranbringen, wenn die Leute da mit den Verwundeten weg sind." Der Graf entfernte sich lächelnd mit Czernin. Markus ging seinen Anordnungen zur weiteren Verteidigung nach, indeß init Hilfe der Frauen die Aerzte und Mönche die Brücke von den gefallenen und wunden Juden befteiten. Ms die Frauen den letzteren nach der Stadt zu folgen im Begriff waren, traten Sara und hinter ihr Esther mit Täubchen zu Markus heran. „Sohn," begann Sara bewegt, „hast Du keinen Blick für Deine Mutter, die von unserenr Gott gesegnet ist durch Dich?" Er küßte ihre Sttrn- „Ich weißwas in Dir vorgeht, Mutter, ich weiß es gewiß! Ich will Dein Herz jetzt nicht, und Du sollst auch meines nicht bewegen; es ist zum Weh und zur Lust, zur Bewegung im Gemüte hier keine Zeit! — Ms Dein Sohn lebe ich, und als Dein Sohn sterbe ich. Du aber solfft Dich erachten als eine Mutter, die — keinen Sohn mehr hat, nachdem so viele unserer jüdischen Brüder gefallen sind! Glaube von mir und uns allen hier, daß wir unseres Gottes Rüstzeuge sind, den Bedränger zu schlagen und die Stadt zu schützen! Wer des Geistes teilhaftig ist, der ftage nicht nach Vater und Mutter, Weib und Kind, sondern tue das Gebot dessen, der diese Nacht unsere Hände so wunderbar 'gelenkt hat!" Sara machte schweigend das Segenszeichen über Len Sohn und alle Streiter, die ihn leüchtenden Blickest umstanden; dann wandte sie sich und ging. Esther Katz kreuzte die Arme über dem Busen und trat gesenkten Hauptes totenbleich zu ihm heran. „Marüs Spira," sagte sie bebend, „ich habe gesündigt! Ich weiß es jcht, weiß es seit — gestern morgen; vorher habe ich es nicht gewußt! Verzeihemir!" Der athleüsche Jude im Panzer reichte ihr wehmütig lächelnd die Hand. „Zwischen uns, Esther Katz, ist kein Schatten mehr. Ich habe Dir nichts zu verzeihen, ich habe Dir zu danken. Vielleicht hat der Herr in der Höhe gewollt, daß Du nichts wissen, daß Du irren solltest, damit seine Weisheit, Herrlichkett stnd Kraft offenbar werde au mir und uns, zu aller Heil!" ,Lasse mich bei Dir bleiben, Markus, im Namen Gottes Euch allen als Magd zu dienen!" „Esther, wir erkennen wohl Deine Guttat; hier aber ist nicht Raum für Dich. Weiber sollen uns so wenig schwach machen beim Kampf, wie sie es nach aller Sitte auch nicht sollen beim Gebet. Gib den Wunden Deine Hilfe; wir lebenden Gesunden müssen allein vom Geiste geführt werden, der in uns ist!" Er winlle ihr zu, ernst und wie einer, der über irdische Gedanken hinweg ist. „Ich werde Dir gehorchen, Markus, 'der Herr Israels segne Dich und Deinen Geist, Deinen Mut und unser Volk, er segne Dein Herz, das mir verzecht." — — — Sic ging wankend hinweg, von Täubchen geführt, denn eben rasselten die Feldschlangen aus dem Tor, und alles war kriegerisches Leben und Erregung. — — Den ferneren Kampf im einzelnen zu schildern, der sich nach dieser ersten Abweisung der Schweden entspann, unterlassen wir und begnügen uns mit jjinem Ueberblick seines allgemeinen Ganges und der Mittel; durch dir die All- und Neustadt Prags es ermöglichte, sich über ein Vierteljahr gegen einen Feind zu Halden, der nichts unversucht ließ, die Stadt zu bezwingen. Ohne Schwertstreich hatten die Schweden die Kleinsette weggenommen und bis anS.Ende der Sporergaffe unterhalb des Hradschins besetzt. Diesen selbst zu überrumpeln, gelang ihnen jedoch ebensowenig wie der Sturm auf die Brücke; denn General Clam-Martinitz mit der Besatzung, dem sich der gesamte Adel anschloß,- machte es ihnen unmöglich, die steile Bergfeste zu bewältigen. Dafür schwelgte der Feind in den Palästen Nr 49 der Kleinseite, und ihr noch im Schlaf gefangen gen. mener Kommandant General Wratislaw wie Graf U zin mußten angesichts ihrer beraubten und verwüst, Stammsitze es bitterlich bereuen, die Warnung des st schen Viehhändlers verlacht zu haben. Ms der Morgen des '15. Juli angebrochen „ der die Terrainverhällnisse besser überschauen ließ, im den Schweden klar, daß dem alles dominierenden A .schin selbst mit einem regelmäßigen Bombardement n J®* beizukommen sei, und man sich begnügen müsse, isoliert zu haben. General Clam-Martinitz aber foi seinerseits wiederum nichts tun, als jeden neuen B eines Sturmes durch seine Wallgeschütze abzuweisen. Sich von Setten des Hradschin ziemlich ungesäh, wissend, begnügten sich "die Schweden, diesen zu be achten, um einem etwaigen Ausfall entgegenzutre! wandten ihre volle Aufmerksamkeit dagegen der ( iorb’en, »tuten t eaunin entfette ädischer irdischer ls die winnung der Mt- und Neustadt und der fata merkam Brücke zu Looden Die furchtbare Zurückweisung ihres nächtlichen i stlgesta Wi Veisen griffs und die Verwundung ihres Generals hatteir sie g rasend' gemacht. Sie schworen, von der Alt- und 9! stadt solle kein Stein auf dem andern, kein leben llitike Wesen verschont bleiben, sobald sie erst hinüberkäm cn, in Das Hinüberkommen war nun eine schwierige Sache! Mittels direkten Angriffs war vorläufig nichts urachen, und selbst ein Beschießen der Mt- und Neust zeigte sich wegen der Breite des Stromes von dem ll der Kleinsette aus unwirksanr. Da dieses niedriger das östliche, jenseitige lag, so schossen die Schweden e weder zn kurz und ins Wasser, oder zu hoch, und vermochten so nur einige Baulichkeiten am Uferrai zu beschädigen. Wurfgeschütze blieben gleichfalls ol besondere Wirkung, da kein Raum war, sie entsprech zu postieren. Die Schweden stellten deshalb ihr Bombardon» wie jeden Angriff auf die Brücke ein, um mtt List versuchen, was der Gewalt nicht gelang. Nachdem etliche Nächte hatten verstreichen lassen, um die Jni en, Bo nien, 8 Venera! ier Agr dition, zichung tiner I stortsch viihrleil Ab mtz.en7 A ugendl der Ag chlagen in ihrer Wachsamkeit zu ermatten, sandten sie nacht! stuck k kleine Detachements Infanteristen aus, die sich Herl schleichen und den Leichenwall ihrer Kameraden so räumen mußten. Markus Spira bemerke bald mtt Besorgnis, sich Biefe Schutzwehr auffallend vermindere und nach ein Sturmangriff in umfangreichstem Maße wiederholen werde. Er ließ die Brücke deshalb du Fackeln beleuchten und auf die schwedischen M lungen schießen, denen das schwere Geschäft oblag, Leichen wegzuräumen. Markus konnte es verzöge aber nicht hindern, ohne selbst eine Angriffsbeweg zu machen, die verderblich gewesen loäre. Endlich kam doch der schreckliche Augenblick, lvo schwedische Infanterie am Hellen Tage im Sturm i eingelegten Spießen gegen die spanischen Reiter ü gültig die Brücke heranrückte: der 1. August! Eilt furchtba Raufen begann, ein Morden, Mann gegen Mann! Ob der greise Rabbi Simon aus dem Allstäd Indent Turm auch brünstig betete und den Mut seiner Gl< bensgenossen durch Zurufe belebte, ob auch vom Käst des Kreuzherrnkonvents und den angrenzenden llf mauern die Geschütze dem andringenden Feinde schwei Schaden taten, es gelang den Schweden doch, die v deren Linien der Jlüwn zu übermannen, die ersten s nischen Reiter auseinanderzureißen und in den Fluß werfen. Markus Spira mit seinen tapferen Glaubci genossen, nachdem vierhundert derselben gefallen war mußten dem Anprall der immer durch neue Fähnl unterstützten schwedischen Linien bis hart vor den A städter Turm weichen. Im Augenblick höchster Slot aber öffnete sich Turmes wettes Tor, das Fallgatter rasselte empor, t die Studenten von Prag, die Kreuzherren und die Sta Milizen machten einen Ausfall. Die Juden schlossen ihnen alsbald an, — und jauchzend wurden Brückenpfeiler zu Pfeiler die Schweden zurückgeworfi Mit schwerem Blutvergießen war noch einmal d östliche Prag gerettet! Während der Feind sich erschöpft auf die Klei feite zurückzog, war Markus Spiras erfinderischer " aber bereits schon tätig, eine neue Schranke dem Feu entgegenzutürmen. Er ließals ihm die Niederlage Feindes nicht mehr zweifelhaft war, aus der Sb Ziegel- und Bruchsteine, Ballen und Pflasterstein U Trümmer aller Art massenhaft herbeischleppen. Ü»Semi kaum hatten die Schweden die Brücke geräumt, als v> lassen, dem Kleinseiter Torturme tausend geschäftige Hände schl lingen eine Barrikade errichtete», sie Mtt Scherben, GlasstütkkM noch! fcnritttii nach ai vegung Bl das un kiner- 3 uge anzurec Jeute ordern E- M und di antrete Lnerqi, Hi Aufgab ' <£ Kreiseu für o haben i ter fni ivnch- D eine n S der To neuen Prinzi Sinne dckKwi unsere) in Tal rung 1 G die in Thora! die nr studiur zerbrochenem Geschirr, mit Fußangeln und dergleich scharfen Dingen bedeckten, und dann, zurückweichend, st"> erwarr rigen