Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 10 (1912)
- Issue
- Heft 47 (29.11.1912)
- Date
- 1912-11-29
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. 91'. 47 Ursprung der schriftlichen und mündlichen Lehre sowie die ewige Verbindlichkeit der in ihnen enthaltenen Religionsgesetze. Die Richtlinien zerstören demnach die Grundlagen der Religion des Judentums. Die Richtlinien nnterlcheiden willtürlich zwischen „unerläßlichen Forderungen" und anderem, was dem religiösen Empsinden des Einzelnen überlassen wird und nehmen so dem größten Teile der Religjonsgesetze die Autorität unbedingt geltender Gebote. Sie letzen ausdrücklich eine große Reche von Vorschriften der Thora außer Kraft, unter ihnen wesentliche Bestimmungen der Savbot- und Ehcgesetzc, die das Judentum zu seinen heiligsten Institutionen zählt. Die Veröffentlichung der Richtlinien zwingt uns — auch nach der neuerdings erfolgten Erklärung des Vorstandes der Vereinigung der liberalen Rabbiner.Deutsch- .lands — Folgendes bekannt zu geben: Religionsgesetzliche Entscheidungen und Autorisationen von solchen Rabbmen, welche sich zu den in Vorstehendem als destruktiv bezeichneten Grundsätzen bekennen, sind als giltig nicht anzuerkennen. Jnsbe,andere können Ehescheidungen, welche nach ihrer Anordnung vollzogen sind, für eine Wiederverheiratnng der Geschiedenen als ausreichend nicht erachtet werden. „ Ein im Sinne der „Richtlinien" erteilter Religionsunterricht bedeutet eine Gefahr für die Mische Jugend. Gegenüber den verhängnisvollen Konsequenzen, die sich für das jüdische Familienleben aus gesetzwidrigen -Eheschließungen ergeben, werden Maßnahmen getroffen werden. Der Vorstand der »Bereinigung traditionell gesetzestreuer Rabbiner Deutschlands." Bisher haben ihre Zustimmung zu obiger Erklärung erteilt: Rabb. Dr. I. Ansbacher-HeUbronn, Nabb. Dr. I. AuerLach-Halberstadt, Rabb. Dr. S. Auscher-Altkirch, Rabb. Dr. O. Bähr-Prenzlau, Provinzialrabb. Dr. S. Bamberg er-"Hanau, Ikabb. Dr. M. L. Bambergcr-Schönlanke, Rabb. S. Bamberger- Wandsbek, Oberrabb. Dr. I. Baß freund-Trier, Rabb- H. Baßfrcnnd-Pinne, Prof. Dr. A- Berliner- Berlin, Rabb. Dr. I. B er lin g er-Braunsbach, Dr. E. Biberfeld-Berlin, Rabb. Dr. I. Bleichrode- Berlin, Rabb. Dr. A. Bloch-Oberehnheim, Rabb. Dr. C. Bloch-Mülhausen i. E., Rabb- Dr. I. Bloch-Barr, Rabb. S. Blum-Posen, Rabb. Dr. I. Bondi-Mainz, Oberlehrer Dr. Brader-Weiden, Dr. D. Carlcbach- Halberstadt, Rabb. Dr. E. Carle buch-Leipzig, Rabb. Dr. S. Carlebach -Lübeck, Distriktsrabb. Dr. A. Cohn- Jchenhansen, Rabb. Dr. I. Co hn-Kattowitz, Rabb- Dr. I. Cohu-Nawitsch, Rabb. Dr. I. Cohn-Eschwege, Distriktsrabb. Dr. N. C o h n - Burgpreppach, Rabb. Dr. M. Debrö-Saarunion, Rabb. Dr. H. Dreyfuß- Mörchingen, Rabb. Dr. L. D ü n n e r - Rogasen, Rabb- Dr. H. Ehrentreu-München, Rabb. Dr. S. Eppeu stein-Berlin, Dozent am Rabbiner-Seminar, Oberrabb. Dr. W. Feilchen feld -Posen, Seminaroberlehrer Dr. G. Fcinberg-Würzburg, Rabb. Dr. Friedmann-Wongrowitz, Robb. Dr. E. G o i t e i n - Burgkunstadt, Rabb. Dr. Gradenwitz-Tarnowitz, Rabb. Dr. S. Guggenheim-Westhosen, Rabb. Dr. PH. de Haas-Kattowitz, Rabb. Dr. S. Hannover-Cöln, Rabbiner Dr. Heppner -Koschmin, Prediger Dr. M. Hildesheimer-Berlin, Dr. D. Hoffmann-Berlin, Rektor des Rabbiner-Seminars, Land-Rabb. Dr. M. Hoffmann-Emden, Rabb. Dr. S. Kahn-Mergentheim, Bereins-Rabb. Dr. A. Klein-Nürnberg, Distriktsrabb. Dr. P. Ko hu-Ansbach, Rabb- Dr. H. Kottek- Homburg v. d. H., Rabbinatsassessor'L- Krause -Posen, Rabb. Dr. H. Kr aus z-Schildberg, Realschuldirektor Dr. G. Lange-Frankfurt a. M., Rabb- Dr. S. Lehmann- Bischweiler, Oberrabb. Dr. M. Lerner-Altona, Rabb- Dr. A L e v y - Schöneberg, Rabb. Dr. W. Le vy -Charlottenburg, Rabb. Dr. M. Lewin-Wreschen, Rabb. Dr. A Lieb ermann-Berlin, Rabb. Dr. L- Löwenstcin-Mosbach, Rabb. Dr. A. Löwcnthal-Hamburg, Dr. B. May-Frankfurt a. M-, Großh. Landrabb. Dr. D. Mannheimer-Oldenburg, Distriktsrabb. Dr. S. Man es-Schwabach, giabb. Dr. M. Marx-Darmstadt, Distriktsrabbiner Dr. S. Meyer- Regensburg, Rabb. Dr- E. Munk-Berlin, Provinzialrabb. Dr. L- Munk-Marburg, Rabb. Dr. L. Neuhäns-Ostrowo, Rabb- Dr. A. Neuwirth- Mainz, Rabb. Dr. S- Neuwirth- Bingen, Rabb. I. No b el-Filehne, Rabb. I. Nobe l- Halberstadt, Kgl. Bibliochekar Dr. H. Pick-Berlin, Rabb. Dr. I. Plato-Hamburg, Rabb. Dr. L. Rosenthal- Köln, Rabb. Dr. L. A- Rosenthal -Berlin, Rabb. Dr. I. Roesel-Tiljit, Rabb. Dr. A. SalvendiKarlsruhe (Baden), Rabb. Dri S. Schüler sen.-St. Ludwig, Rabb. Dr. S. Schüler j u n- - St. Ludwig, giabb. Dr. B. Sjlberberg-Berlin, Rabb. Dr. M-Schlesinger- Marbnrg, Bezirksrobb. Dr. A Schwei z e r - Weikersheim, Rabb. Dr. Schwarz-Sulz u. W-, Rabb. Dr. M. Silb erb erg- Schrimm, Oberrabb. Dr. Spitzer- Hamburg, Rabh. Dr. Staripolski-Zabern, Rabb. Dr. I. Stein-Memel, Distriktsrabb. Dr. S. ' Stein- . Schweinfurt, Rabb. I. Strauß-Frankfurt a. M-, Rabb. Dr. G. Tachauer-Würzburg, Rabb. Dr. Unna-Mannheim, Zicalschullchrer Dr. L. Warszawsk i-Fürth i. Bay., Dr. I. Weil-Berlin, Distriktsrabb. Dr. M. Weinberg-Neumarkt, Rabb. Dr. A. Weill-Straßburg i. E., Nabb. Dr. E. Weill-Buchsweiler, Bezirksrckbb. Dr. L. Weingarten-Ems, giabb- Dr. H. Weyk- Czarnikau, Rabb. Dr. I. W o h l g e m u t h - Königsberg, Dr. I. Wohlgemuth-Berlin, Dozent am Rabbiner- Seminar, Rabb. Dr. B. Wolf-Cöln, Rabb- Dr. Z. Wo lff-Bischheim, Rabb. Dr. L. Wreschner-Samter, Rabb. Dr. I. Zivi-Winzenheim, Rabb- Dr. A. Cohn- Basel. , Frankfurter Berichte. Der Vcrein selbständigcr ifraelit. Handwerker und Gewerbetreibender veranstaltete - Mittwoch eine öffentliche Versammlung. Herr Berlin aus Hamburg, Mitglied des Ausschusses der israelit. Gemeinde, sprach über das Thema: „Vorurteil gegen' jüdische Handwerker unter spezieller Berücksichtigung Frankfurter Verhältnisse". Der Inhalt seiner Ausführungen läßt sich wie folgt zusammcnfassen: Der jüdische Handwerker hat nicht nur durch den Antisemitismus der Nichtjudcn, sondern auch durch die Vorurteile seiner eigenen Glaubensgenossen zu leiden. Was er von ihnen für die ehrliche Arbeit seiner Hände erhält, ist häufig nicht Anerkennung, indem man ihn als vollwertigen Handwerker betrachtet und dementsprechend beschäftigt, sondern sogenanntes Rachmonus. Das zeigt sich schon darin, wie die Vereine zur Verbreitung des Handwerks unter den Juden in der Regel ihre Aufgabe auffassen; sie bekleiden und beköstigen die Lehrlinge — also Philanthropie —, legen aber kein Gewicht auf die richtige Auswahl des Handwerks für den Lehrling, auf seine Aufsicht während der Lehrzeit und auf sein Fortkommen. Die jüdischen Handwerker haben, sich, heute znsammengeschlosseii, damit cs anders werde, damit ihre Kinder als Handwerker in ihrer Ausbildung und in ihrem Fortkommen nicht mehr mit all' den Schwierigkeiten zu kämpfen haben, mit denen sie kämpfen mußten. Dem mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Referat schloß sich sodann eine interessante Debatte an, aus der hier die wesentlichen Momente wiedergegeben seien. Rudolf Schloß: Die Gründe für das Mißtrauen gegen den jüdischen Handwerker sind haltlos^ der wirkliche Grund ist meist nur der, daß man aus Gewöhnung von seinem bisherige», nianchmal schon von den Eltern geerbten Handwerker nicht abgehcn will. Der jüdische Handwerker verlangt nicht, daß er vor dem nichtjüdischen bevorzugt werde, sondern er wolle nur in gleichberechtigten Wettbewerb mit ihm gestellt werden. Die jüdischen Gemeindevorstände usw. mögen stets im Auge behalten, daß ein gesunder jüdischer Handwerkerstand zu den Grundbedingungen für die Zukunft des deutschen Judentums gehört. Martin Levigard: Die Inden, sind überall die Sozialisten, nur um die sozialen Verhältnisse innerhalb der Judenheit, deren richtige Schichtung doch für die Erhaltung der Judenheit so wichtig ist, wird sich nicht gekümmert. Besonders die Leiter der jüdischen Institutionen mögen an ihre Pflicht erinnert werden; ihre Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, daß die Gebäude ihrer Institutionen, zeigen, was der jüdische Handwerkerstand leistet. Wenn' der jüdische Handwerker voll gewürdigt und richtig beschäftigt wird, dann wird ihm auch die Beobachtung des Sabbats erleichtert. Josef Schwarzschild: Der Borwurf der Pfuscharbeit bleibt den hervorragendsten Handwerkermeistern seitens des Publikums nicht erspart, und eine Pfuscharbeit kann daher auch deni geschicktesten jüdischen Handwerker vorkoinmen. Rechtsanwalt Dr. Königsberger: Es ist eine weltgeschichtliche Sünde des Abendlandes, daß man den Juden Jahrhunderte hindurch die produktiven Berufe versperrte. Die Organisierung der jüdischen Handwerker ist ein gewaltiger Gewinn für den Gedanken der eigenen Würde und der korporativen Hilfe. Es muß dafür gesorgt werden, daß das jüdische Publikum mehr erfährt, daß es jüdische Handwerker aller Handwcrksarten gibt. D r. Wilhelm Hanauer, Mitglied des Ausschusses der israelit. Gemeinde: Es gibt bereits 1400V jüdische Handwerker in Deutschland. Weil» in den Vorständen der Vereine zur Förderung des Handwerks unter den Juden aktive Handwerker sitzen werden — und das muß gefordert werden —, dann iverden die dort etwa noch gemachten Fehler vermieden werden. Der jüdische Handwerker hat als Mtglied der jüdischen Gemeinde ein Recht darauf, bei Vergebung von Arbeit für Gemeinde- Institutionen berücksichtigt zu werden. Julius Lang: Die Frankfurter Gemeinde berücksichtigt die jüdischen Handwerker. Bei den .christlichen Handwerkern ist der jüdische Lehrling häufig Schikanierungen ausgesetzt, Rabb. Dr. Horovitz: Die jüdischen Handwerkerorganisationen mögen den Blick hauptsächlich nach innen richten, mögen der Ausbildungsfrage der Lehrlinge und den Leistungen der Meister besondere Sorgfalt zuwenden. Von dem Können der jüdischen Handwerker hängt es vor allen Dingen ab, ob die jüdischen Handwerkcrorganisationen ihr Ziel erreichen. Julius Weishaupt (Vorsitzender): Der Vorstand des hiesigen Vereins zur Förderung des Handwerks unter den Israeliten ist eingeladen worden, ist aber nicht erschienen. Es find außerdem 700—800 Einladungen hinausgeschickt worden, und es haben nur 20—30 Herren der Einladung Folge geleistet. Wenn mancher Mische Handwerker in seinen Leistimgen nicht zufrieden.stellt, so kommt es daher, daß er durch nicht genügende Beschäftigung nicht genügende Praxis hat/ Julius Sommer, Vorsitzender des Arbeitsnachweis der Frankfurt-Loge: Den Schwachen zu unterstützen, ist doppelte Pslicht. Man hebe den jüdischen Handwerker in den Sattel, reiten wird er schon von selbst können. Rvsen: Von den 90 Mitgliedern des Vereins halten 70 nicht den Sabbat. Wie ist es da mit der'Sabbatbeobachtnng der Lehrlinge? Der Referent des Abends erwiderte zum Schluß auf die verschiedenen Anfragen. Dem Kunstmaler Rudolf von Goldschmidt- Rothschild wurde von S. M. dem König von Württemberg das Ritterkreuz 1. Klasse des Friedrich sor de ns verliehen. Im Verein für jüd. Geschichte und L j i ratnr sprach Rabbiner Dr. Unna-Mannheim. s,I den Chassidismus. Er entwarf das Lebensbild Israel Micdziboz (geb. 1698, gest. 1759), gc»al Baal-Schein, des Gründers des Chassidismus, zcq die Lehre des Chassidismus, die keine Sektierei sondern nur das Hauptgewicht auf die Gcmntsseite Judentums legt und sich auf der Allgegenwärtig! Gottes und der innigen Beziehung Ms Meiischen I Gott und Gottes zum Menschen aufbaut und gab fobJ einen Ueberblick über die Geschichte des Chassidisinl Die Zionistische Vereinigung hat Herrn i Heinrich Löwe-Berlin, dessen frühere Reden iit gtq surt noch im Gedächtnis aller Zuhörer sein werden,? einen Vortrag gctvoiincn. Der Vortrag Ivird am Dezember, abends 8>/e Uhr, im Kanfniänn. Vereinshai Eschenheimer Anlage, stattsinden. Aus der zionistischen Bewegung. Wiesbaden. Am 17. d. sprach in unserer Ortsgruppe^ Parteisekretär C u r t R o s e n b a u m über die Lag e I d e r z i o n i st i s ch e n B e w e g u n g. Dem Vortrag M sich eine Diskussion an, in der die Herren K a r p i| Stern und der Referent sprachen. Im Anschluß an die Diskussion fand die @ eit erd Versammlung statt. Lehrer R o s e n b e r g erstatt den Jahresbericht, der ein Erstarken der Ors gruppe konstatiert. Es fanden int abgelaufenen Bcrick jahr 8 Veranstaltungen statt. Besonders erfreulich was die Eingänge für den Jüd. Nationalfonds; sie betruj 546 Jh Der zweite Punkt der Tagesordnung betraf die $1 standswahl; es wurden wiederbezw. neugewählt: Le» R o s e n b e r g (Vorsitzender), Brocziner, GutmanD Karpin u. Bertram Stern. Lffenbach. In der hiesigen zion. Ortsgruhl sprach> vor zahlreichem Publikum Parteisekretär C. Rose» bäum. Dem mit lebhaftem Beifall aufgenomnnis Referat schloß sich eine anregende Diskussion an, der u. a. I. W o d o w s k i, W o l p e r t, Zahnal Nathan, Sorin, Scholmann und Rosei wachs sprachen. Petersburg. Im Jahre 1907 wurde in O strolch Herr Pin kos zum Kronrabbiner gewählt, jedoch Lomser Gouverneur bestätigte ihn wegen sei« Zugehörigkeit zur zionistischen Organisation nicht, ül Beschwerde der jüdischen Gemeinde beim Senat erfffil der Gouverneur, daß er gemäß dem geheimen ZirkuI Plehwes vom 24. Juni 1903 gehandelt habe, well Zirkular die zionistische Bewegung als verbotene wegung erklärt, bis die Regierung sich über sie schlüß geworden ist. Das erste Departement ds Senats faßte mit 9 gegen 3 Stimmen folgenl Beschluß: „Es gibt kein Gesetz, das da sagt, Zß nisten dürfen keine Kronrabbiner werden. Deshalb die Zugehörigkeit des Herrn Pinkos zur zionistisch Organisation kein Grand, seine Wahl nicht zu stätigen." Der Oberprokuror brachte nun die gelegenheit vor das Plenum des Senats; diel erklärte den Beschluß des Departements für richtig, [ doch habe der Gouverneur das Recht, einen Erwähl! in Rücksicht auf seine politischen Anschauungen itil zu bestätigen. Dieser weise Senatsbeschluß ist j! vom Justiz min ist er bestätigt worden. J Wtlna. Drujanow, der Redakteur des zionistisch „Haoland", war auf Grund der Plehweschen Berfügiij wegen Abdruckes eines Schekel-Aufrufes eines Aufrufes, der die Zionisten zu größerer Teil keit aufforbcrte, zu einem Monat Turm ve> urteilt worden. Der Senat hat nnnines dieses Urteil aufgehoben. Diese Senatsentscheidung ist für verschiedene fdjlij beiide Prozesse entscheidend, so für den Prozeß Verlages des Kalenders „Kadimali", aus dessen Kalens die Zensur in Wilna 19 Druckbogen mit zionistisch Aufsätzen Herausschneiden ließ. Aus der Lehrerwett. (ü) Pose«. Die 24. Generaldersammlur des Vereins jüdischer Lehrer in den Li Provinzen fand Hierselbst statt. Lehrer SBccfcj Wollstein leitete die Versammlung, an der etwa Mitglieder teilnahmen. Begrüßungsansprachen hielten Stadtrat. Schlchi für den D. I. G.-B., Israel Frieirländer die Posener jüd. Gemeinde. Rabbiner Professor Dr. Blo ch als Ehrengast spra über die Lehrverhältnisse der alten Schule im & gleich zu > der jetzigen. Es folgte nun das Referat Kadisch-Gollub üb „die jüdische Volksschule", welches großen Beifall sai und eine umfangreiche Debatte bewirkte. Zn düst Thema wurde der Antrag Ro ßkamm-Fordon ,» Beschlüsse erhoben: „Die Bereinsmitglicder wollen dah wirken, daß überall die jüdischen Volksschulen erhast bleiben oder eventuell neue errichtet werden; wo dies nicht möglich ist, sollen jüdische Lehrer an den ander Schulen wenigstens zur Erteilung de» Religionsunti richts angestellt werden. Nach Kenntnisnahme des Jahresberichts erstatt Behle-Lissa den Kassenbericht, der 255 Jk Einnahm und 175 J(x Ausgaben aufwies. Die Abänderung des § 3 der Bereinssatzmigen lau nun: Der Jahresbeitrag soll von 2.— Ji auf 3.— erhöht werden. Hieran schloß sich: »Herzberg's Sefat-Kodes Uebungsbuch für den ersten Unterricht im Ueberssi der Gebete", besprochen von Ja ff ß-Bromberg.