Mannheim
Compact Memory

Neue jüdische Presse · 1912-11-01 · Heft 43 (1.11.1912) · p. Seite 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Neue jüdische Presse
Volume
10 (1912)
Issue
Heft 43 (1.11.1912)
Date
1912-11-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2692297-2692768-2692811--07281-2702344
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 10 Krmlffsrtrr FsrarAWeß KmMmKM. Nr. 43. Der Verein zurPslege jüdischen Wissens (Tisereth Bachurim) macht darauf aufmerksam, dah feine Bortrüge am 10. November beginnen und daß diesmal eine Reihe interessant« Vortrüge in Aussicht stehen. Den ersten Bortrag Jfjatt Herr W. Müllev über: „Goethes und Schillers Beziehungen zum Judentum." Ferner wird jeden Sonntag Abend 8 Uhr ein Gemoro- Schiur unter Leitung des Herrn Rabbiner Dr. I. Horovitz stattfinden, auch dieser beginnt am 10. November. Im Verein Montefiove, Bleichftr. 70, findet während der Wintermonate jeden Sonntag Nachmittag von 4—.7 Uhr gemütliche Zusammenkunft und Unterhaltuug statt. Möglicher und deren Angehörige haben hierzu freien.Eintritt. Aus der zionistische» Bewegung. Berlin. Die Misrachigruppe «öffnete ihre diesjährige Wintertätigkeit mit einem in der Hauptsache für die in Berlin lebenden Ausländer bestimmten Propagandaabend. Das Referat hielt der Parteisekretär Meier Berlin über das Thema „Jüdisches Leben in bet Diaspora und in Palästina". Er führte aus, daß der gegenwärtige Zustand der Judenheit in der Diaspora als jüdischen Leben überhaupt nicht bezeichnet werden könne, weil jede Möglichkeit, aktiv jüdisch sich zu betätigen, jüdische W«te zu schaffen, fehle. Selbst da, wo Juden konzentriert zusammenleben — in den modernen Ghettis —, sei ein wirkliches jüdisches Leben nicht möglich, weil im äußeren wie im inneren Leben die Einflüsse der Umwelt zu starke seien. Erreichbar werde uns« Ziel, "wieder produktiv jüdische Werte zu schaffen, erst durch eine Konzentration in Palästinawo wir heute schön in vielen Beziehungen in d« Lage seien, uns selbst unsere Gesetze zu schreiben. Fm Anschlüsse hieran entwickelte er das zionisttsche und das misrachistische Programm. Eine angeregte Debatte, die hervorgerufen wurde durch die Entgegnung eines Redners, d« vom orthodoxen Standpunkte aus die Bekämpfung des Misrachi versuchte, zeigte, wie sehr die Versammlung auf Seiten des Referenten stand. Eine ganze Anzahl von Neuaumeldungen für die Gruppe bestätigte den Erfolg des Abends. Basel, i Dem Jahresbericht, den Tr. Silva in Braunschweig aus der Generalversammlnng der zion. Ortsgruppe verlas, entnehmen wir folgendes: Es fanden 26 Anmeldungen statt, sodaß der Verein jetzt 145 Mitglieder zählt. Die Zahl d« Beranstaltungon betrug vi«; Dr. Franz Arnstein referierte über Zollschans „Rassenproblem", Dr. Meinrath-Konstanz hielt über Palästina einen Lichtbildervortrag, und ferner wurde eine Makkabäerfei« und ein Engadinerfest veranstaltet. Der hebäische Sprachkursus nahm seinen geregelten Fortgang. Die jüdische Bibliothek wird am 1. D^ember mit 450 Bänden «öffnet. Dr. Edmond Worms« ist in den großen Rat, die gesetzgebende Behörde des Kantons Basel- Stadt, gewählt worden. Ans -er Lehrerwelt. Förth i. Bayer«. Der F e st a k t anläßlich des 50jährigen Jubiläums der Israel. Realschule nahm folgenden Verlauf: Nach der Begrüßungsrede durch den 1. Vorstands O. L. Weis köpf, sprach d« Vertreter des bayerischen Staatsministeriums: er versicherte die Anstalt des Wohlwollens der Kgl. Staatsregierung, die ihre Leistungen voll anerkenne. Direktor Dr. A. Feilchenselü hielt sodann die Festrede. Er legte in den Hauptzügen die Geschichte der Anstalt von ihren Anfängen bis auf den heutigen Tag dar. Eine Festschrift, die für die Feier eigens verfaßt war, gibt in .sorgfältigster Weise das Wissenswerte über die Anstalt wieder. Diese hatte gerade im Jubiläumsjahre den Höchststand ihrer Schülerzahl «reicht. Iw abgelaufeneu Schuljahr verließen 14 Schüler die Oberklasse der Anstalt, nachdem sie ihre Einjährigenprüfung sämtlich, zwei sogar nur mit ersten Noten, bestanden heckten. An S. K. Hoheit den Prinzregenten Luitpold von Bayern, der augenblicklich in Berchtesgaden weilt, wurde unter jubelnder Zustimmung der Festpersammlung ein Huldigungstelegramm abgesandt, das im Laufe des Nachwittags freundlich erwidert wurde. Am Vorabend der eigentlichen Feier fand ein Kommers ehemaliger Schüler statt, bei welcher Gelegen- | heit auch, die Anregung gegeben wurde, einen Verein früherer Schüler der Israelitischen Realschule zu bilden. Eisenach. Landravbiner Dr Wiesen hat das Ritterkreuz 2. Klasse des Großherzogl. Sachs. Hausordens erhalten. Lodz iR-ßlandl. Ein heftiger Wahlkampf, bei dem es Flugblätter regnete und Prügeleien gab, ist zu Ende geführt: Der Radomer Raw Rabbi Treistmann ist mit 2200 Stimmen zum Nachfolger des berühmten Lodz« Raw Rabbi Meisel gewählt worden. Sein Gegenkandidat, d« Kalischer Raw «hielt 1390 Stimmen. Die Anhänger des Kalisch« Raws wollen gegen die Wahl Protest einlegen. Ans de« Vereine». Berli«. Die Frauengruppe der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodox e n Judentums" (Büro: Arttlleriestr. 31) veranstaltet auch! in diesem Jahre in der Teerbusch-Ressonrce (Oranienburgerstr. 18) eine Reihe von Vorträgen, zu denen der Zutritt Jedermann freisteht. Am Dienstag, den 5. November wird Rabbiner Dr. Munk die Vortragsreihe mit dem Thema „Die im Morgengebet sich kund gebende Anschauung über die Rangstellung Des weiblichen Geschlechts" eröffnen und im März der Chirurg D r. Georg Wolfsohn sie beschließen, der über das Thema „Wundinfektion und ihre Verhüttung" sprechen wird. Für November hat Pauli ne Wengervff eine Vorlesung aus ihrem Buche „Memoiren einer Großmutter" gütigst zugesagt, im Dezemb« wird Karl Schwarz >ibsr „Jüdische Kunst und jüdische Künstler" sprechen, und im Januar wird der bekannte Schriftsteller Georg Hermann aus seinen Werken vorlesen. Nach den Vorträgen finden musikalische und deklamatorische Darbietungen statt. Die allwöchentlichen Schristerklärungen werden im gegenwärtigen Winterhalbjahre von Rabbiner Dr. Liebermann an jedem Montag von 6—7 Uhr in der Schule d« Frau Prof. Aubert, Brückenallee 23, abgehalten werden. Dr. L. wird Einzelvorträge über Gott, Welt und Mensch nach d« Lehre des Judentums halten und Proben aus dem Talmud-Traktat Berachoth geben, an die sich eine Besprechung anschließen wird. Hambor«. Der Verein für jüd. Geschichte nnd Literatnr hat am 20. Oktober sein Wintersemester eröffnet. Lehrer M. Ucko, der verdienstvolle Vorsitzende, sprach üb« die Bedeutung der jüdischen Literaturvereiue, und sodann hielt Leopold Perl- 'mutter- Frankfurt ein fesselndes Referat über das Thema „Die Falaschä, unsere wiedergefnndonen Brüder." B»»te Chronik. El« Urteil über die jüdischen Kolonien i« Palästina. ■ In Heft 4 der „Zeitschrift des Deutschen Palästina- Vereins" ist ein Aufsatz enthalten, dem folgende Stellen entnommen seien: „Wirft man einen Rückblick auf die jüdische Kolonisationstätigkeit in Palästina während der letzten drei Jahrzehnte, so muß mau rückhaltlos anerkennen, daß sie sowohl in kultureller, wie in wirtschaftlicher Beziehung von höchster Bedeutung für das Land und dessen Bewohner geworden ist. Jü den verschiedenen Teilen deD Landes, von Dan bis Beerseba, haben sich Juden, wenn auch nicht in allzugroß« Anzahl, so doch alle mit dem festen Willen niedergelassen, sich selber und dem Lande zum Segen zu gereichen, Pioniere des Fortschritts, brachten sie persönliche Intelligenz und zum Teil auch gute moderne Bildung mit, und unterstützt durch reiche Mittel, verwandelten sie wüste Sandstrecken in blühende Gärten, öde Ebenen in wogende Getreidefelder nnd steinige Hügel in fruchttragende ^Weingärten." -,Die jüdischen Kolonien bilden überall im Lande Kultnrstationen. Sie erfreuen das Auge durch ihre anmutigen Anlagen, ihre einfachen, aber meist geschmackvollen Häuser und wohlgeordneten Straßen. Jede Kolonie hat ein geordnetes Gemeindeweseü. welches von einem. gewählten Vorstände mit Verständnis geleitet wird. Synagoge, Schule und Apotheke fehlen in keiner Kolonie. 8 Kolonien haben ihre eigenen Aerzte, die auch von den Bewohnern der Nachbarkolonien, sowie der benachbarten Araberdörfer konsultiert werden. 10 Kolonien besitzen neben guten 2 mehrklassige Volksschulen auch' Kindergärten, in ' denen die Zöglinge frühzeitig W m n Beginn Montag, den 4. November: Snitzen-Woche. Besondere Angebote in Leineit-IIa'Xtil - Klöppeleien in Spitzen, Ansätzen, Xissen~£cken, Läufern, Deeken usw. zu fabelhaft billigem PreisenI Leinen- und baumwollene Spitzen und Ansätze in Meter 36 Pf., 33 Pf., 30 Pf., 24 Pf., g Klöppel-Imitationen 2«i5i» k, «K, Grosse ^artie-^osten Spitzenstoffe, Spitzen, Stickereien usy/. pfg. zum Teil für die Hälfte des Wertes! iteigerwald & Kaiser W /TV Ti >TV *a >TV w

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.