Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 10 (1912)
- Issue
- Heft 35 (6.9.1912)
- Date
- 1912-09-06
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 35 RnatlTBCRX MMÜMMS WWW«»«« Seite 3 >ie ck it, ritze ,es eit -se i»t ils leon en :re en en «r erkx Ar bn cht 8» ich tu, 3 t:- fet. Irrt jte gtbt. »en me )rinertbolk nr, &e» W ila ten »en L8ist nt- Ptlffe jeit res :ei* ola fit«. Zit Sie turn. Neltz. in die ehr chli«t ist nü> Lei ul" ulv istdiden sv, die Sitzung des Zentralkomitees der zionistische« Organisation in Berlin. Vormittags-Sitzung, 1. September. Zu der Tagung sind Pom Aktions-Komitee 25 Mitlieder sowie vom Zentralkomitee 40 weitere Mitglieder »s Deutschland, Oesterreich, Rumänien, Bulgarien, Ruß- -nd, Belgien, Holland, England, Frankreich und Ameka erschienen. ' Prof Marburg gibt in seiner Eröffnung sd e einen allgemeinen Ueberblick über die Lage der nistischen Bewegung und die Arbeiten des letzten Jähz. Die Leitung der Organisation war bemüht, mit allen »len deyWesamtbewegung enge Fühlung zu halten und j durch ausgezeichnete, organisatorische und propaganfische Arbeit auch in finanzieller Beziehung günstige ksultate aüfzuweisen (im Jahre 1910/11 waren am 1. Juli Schekelgeldern erst. 15 000 JL eingegangen, in diesem;re sind es schon mehr als 40 000 JL). In politischer ziehung bewegte sich die Arbeit in den von den letzten mgressen vorgeschriebenen Richtlinien, und sie bleibt 'engste verbunden mit der fortschreitenden Entwick- >g des osmanischen Reiches. In Palästina selbst schreitet Arbeit ständig vorwärts. Der Einslutz des Palästinaes steigt zusehends, und es ist zu erwarten, daß in astina allmählich eine harmonische Zusammenarbeit mit anderen Organisationen eintritt. Dank der zion.;keft macht sich in der gesamten ottomanischen Judenein frisches Leben bemerkbar. Die Heranwachsende nd beginnt, sich jüdischnational zu organisieren, der 'ßte Teil der jüdischen Presse im türkischen Reiche heute national gesinnt. Es ließe sich in der Regeneung der ottomanischen Judenheit noch viel mehr erhen, wenn der zion. Organisation größere Mittel zur rsügung ständen. . Dr. I a c o b s o h.n - Konstantinopel (Mitglied des E. i.-C.)' behandelt die Lage in der Türkei. Von nein wirklichen Sturze des Koinitees dürfte wohl kaum ie Rede sein, denn das Komitee ist die einzige organirte politische Partei in der Türkei, hat die fähigsten, tschieden aufgeklärtesten Elemente und verfügt noch jetzt er eine große Anzahl Anhänger unter den Offizieren, ie Lage der -Türkei ist sehr verworren, doch scheint' jstzustehen, daß die Konstitution nicht in Gefahr komen kann, daß die Politik der überspannten Zentralition erheblich gemildert werden ivird, und daß die roßmächte die Erhaltung der Türkei wollen, denn hätten : nicht diese Absicht, so hätten sie jetzt den geeignetsten oment für eine Zerstückelung gehabt. Die europäische Diplomatie hat einsehen gelernt, welche Kraft dem türkihen Staat innewohnt, und mit welchen Gefahren der ersuch einer sogar nur teilweisen Amputation verbunden äre. Die gegenwärtige Krise in der Türkei dürfte nach llem eine Krise sein, die Genesung und weitere Enticklung bringt. N. Sokolow-Berlin (Mitglied des E. A.-K.) beuchtet die allgemeinen Grundsätze der zioniischen Politik. Diese berücksichtigen alle Machtfakren und müssen sich das Wohlwollen der gesainten ffentlichkeit und aller maßgebenden Kreise erobern.*) Marburg referiert über die Tätigkeit inPalä- »a. Er betont, daß die zur Aufforstung Palästinas nende Oelbaumspende, die Palestine Land velopment Company (P. L. D. C.), die sich mit Erwerb und der Parzellierung ländlicher Grundstücke saßt, sowie der Ausbau der Kunstgewerbeschüle Beza- I in Jerusalem für die nächste Zukunft im Vordergründe c praktischen Palästina-Arbeit stehen »nützten. Diese Ge» llschaften bilden im Verein mit den zionistischen Banklstituten und deip Jüdischen Nationalfonbs die wichtigsten ionisatorischen Instrumente der Bewegung. Im einzelnen spricht Referent die Bemühungen, ca. '1000 aus Jemen rabien) nach Palästina cingewanderte jüdische Arbeiter zusiedeln, die Bemühungen zur Heranbildung der Frauen tüchtigen Kvlonistinnen, ferner die landwirtschaftliche »bräische Zeitschrift „Hachaklei", die landwirtschaftlichen ehrkurse,' die landwirtschaftliche Versuchsstation, die beonnene Einführung von Hausindustrie in den 'Kolonien usw. Richard Lichtheim-Berlin: Die Wiedergewinung unserer historischen Heimat soll die nationale Renaisuce Unseres Volkstums bewirken; sie soll die Judenum s frage und die Juden frage lösen. Dazu ist errderlich, daß ein erheblicher Bruchteil der Judenheit Palästina wohnt. Das geht nicht so schnell, das verugt energische reale Arbeit. Die Palästinaarbeit ist r wichtigste Teil unserer politischen Arbeit; durch sie üssen wir uns Vertrauen schaffen, aufklärend wirken nd durch Teilkonzessionen weiter gelangen. Aber auch om nationalen Standpunkte ist unsere Palästinaarbeit irforderlich. In der Diaspora schreitet die Assimilation »aufhaltsam vorwärts. Nur der Zionismus kann sie ufhalten, indem er auch den in der Diaspora verbleienden Juden eine nationale Aufgabe setzt. Ohne praksche Palästinaarbeit ist aber eine nationale Bewegung r der Diaspora nicht möglich. Die Tatsache, daß das ubenjum in Palästina wächst, gibt der ganzen Judenleit Selbstbewußtsein und Freude. Aus Mangel an Mitteln steht die Kolonisierung Paläinas noch im Anfang. Wir brauchen eine große andgesellschaft, die Land kauft, okkkupiert und ne Zwischenwirtschast errichtet, bis eine rentable Parllierung durchgeführt' ist. Aus der P. L. D. C. müßte Her eine Millionengesellschaft gemacht werden. Auch das ehlen eines Agrarkredit-Institutes hemmt die olonisierung sehr. Na ch m i t t a gs -S i tz u n g, 1. Sept. . Dr. Tschlenow - Moskau: Fünf Jahre sind vorüber, ntdem ich Palästina zum ersten Male besucht habe. Jetzt abe ich es zum zweiten Male besucht, und meine Ein- *) Der Inhalt dieses interessanten Referats bringen dir in der nächsten Nummer. D. Redakt. drücke von Palästina sind dieswal ganz andere. Das erste, was jetzt im Lande so angenehm berührt, ist das Gefühl der Standhaftigkeit, man vergißt ganz an die Diaspora. Die bedeutende Hebung der ökonomischen Läge inib des Lebens innerhalb der dorttgeu Judenheft haben das verursacht. Des weiteren arbeiten wir jetzt planmäßig; wir haben gelernt, wie Land zu kaufen, zu okkupieren und zu verkaufen ist. Gradezu erstaunlich ist die Entwicklung auf manchen Gebieten des jüdischen kulturellen Lebens; besonders im Schulwesen und im Gebrauch der hebräischen Sprache. An dieses Referat schließt sich die Generaldebatte. Jacobus Kann -Haag kritisiert die palästinensischen Unternehmungen, die auf Anregung von Herrn Professor Marburg begründet worden seien, nach seiner Ansicht aber nicht richtig verwalket würden. Er greift insbesondere die Bilanzen und die Geschäftsführung der P. L. D. C. und der Kunstgewerbeschule Bezalel an. Hoofien erläutert und ergänzt einige der von ihmin seinem Bericht an das Aktionskomitee gemachten Angaben, auf die Herr Prof. Marburg in seinem Referate Bezug genommen hatte. Dr. H. G. Heymann-Berlin, der.den verschiedenen genannten Gesellschaften als Aufsichtsrats- oder Vorstandsmitglied angehört, widerlegt die von Herrn Kann erhobenen Angriffe. Er weist darauf hin, daß die Jmmobilien-Gesellschaft Palästina finanziell sehr gut stände und im letzten Jahre 6°/o Dividende verteilt habe. Ebenso sei das Kapital des Palästina-Jndustrie-Syndikats völlig intatt, und die Gesellschaft habe im letzten Jahre 4°,'° Dividende verteilen können. Die Tiberia-Land- und Plantagengesellschaft, von der Herr Kann auch gesprochen hatte, sei ein privates Unternehmen, dessen Gründer mit dem Geschäftsgang zufrieden seien. Die Palestine Land Development Companv habe wohl einige Verluste erlitten, die völlig erklärlich seien, da es sich um eine so überaus schwierige Aufgabe wie den Erwerb und die Parzellierung palästinensischer Ländereien gehandelt habe. Dafür sei es aber der Arbeit der P. L. D. C. gelungen, eine ganze Reihe für die jüdische Kolonisatton wichtiger Stützpunkte zu schassen. Daß die Verwaltung des Bezalel reformiert werden.müsse, sei nicht nur der Wunsch des Herrn Kann, sondern sei bereits längst von .ihm (dem Redner) und seinen Freunden gefordert worden. Dr. Schemarja Levin, Mitglied des E. A.-K., wendet sich scharf gegen den Geist, in dem die Kritiken an der Palästinaarbeit gehalten seien. Bei dem Bezalel handele es sich nicht um ein rein geschäftliches Unternehmen, und wenn reiche Juden, wie Herr Nathan Straus aus Amerika, große Summen gespendet haben, so wollen sie garnicht geschäftliche Resultate erzielen, sondern sie wollen mit dazu helfen, daß 500 Familien von der Arbeit im Bezalel leben, wie dies heute schon der Fall ist. Kolonisatorische Fragen lassen sich nicht von heute auf morgen lösen, und wenn man überhaupt etwas schaffen will, so mntz 'man. den Mut haben, an die Arbeit zu gehen und auch gelegentliche Verluste zu überwinden. Kaplan-Kaplanski-Wien. ein Führer der zionistischen Arbeiterpartei, erörtert in einem gründlichen Referat eine Reihe einzelner Fragen, auf die er bei einem dreimonatlichen Aufenthalt in Palästina gestoßen ist. Er verlangt eine Arbeitsordnung im Bezalel und wünscht, daß dieser Filialen in Sased und Liberias eröffne. Die P. L. D. C. Habe ganz naturgemäß Verluste erlitten, aber nicht das sei zu kritisieren, sondern ihr Mangel an eigenem Kapital, welches unbedingt vergrößert werden müsse. Der Redner wendet sich dann einzelnen Fragen des Arbeitsschutzes in Palästina zu. Was die Oelbaumspende betrifft, so sei es ganz gleichgiltig, ob ein Oelbaum JL 6.— oder etwas mehr kostet. Dann bespricht der Redner noch die nächsten Pläne der Nationalfondsverwaltung, welche große Kredite für Häuserbau und Agrarkredit vorsehen. Sitzung, 2. September. Dr. Bodenheimer, der Vorsitzende des Direktoriums des Jüdische nNationalfonds, gibt eine systematische Darstellung der Tättgkeit dieser Institution. Er berichtet über die Oelbaumpflanzung, die der Nationalfonds angelegt hat und beantwortet eine Reihe von Anfragen, dre an die Verwaltung gestellt wurden. Er teilt mit, daß das Vermögen des Nationalfonds 3 Millionen Mark überschritten hat, und daß die Einnahmen ständig wachsen. Podlischewsky-Warschau, spricht über die Be-, deutung der Pälästinaarbeit. C o w e n - London behandelt die Kunstgewerbeschule Bezalel und die Aufgaben der zionistischen Organisation in England. Dr. Halpern-Hamburg fordert, daß alle Unternehmungen streng geprüft und gut verwaltet werden, erklärt aber gleichzeitig, daß einzelne Fehler notwendig mit unterlaufen müßten, und daß wir im allgemeinen mit den Fortschritten zufrieden sein können. Die Privat-Jnittative müsse angeregt werden. In der Nachmittagssitzung berichtet Dr. Hantke- Berlin über Organisation, Propaganda und Finanzen. Das Engere Akttons-Komitee vertritt den Standpunkt, daß eine ausgedehnte agitatorische Tättgkeit nöttg sei, und baß für politische und kulturelle Aufgaben größere Mittel als bisher geschafft werden müßten. Die Finanzlage sei günstig, da es gelingen werde, die laufenden Ausgaben des abgeschlossenen Rechnungsjahres aus den laufenden Einnahmen zu decken. Für das nächste Jahr schlägt das Engere Aktions-Komitee einen Etatvor, der Ausgaben und Einnahmen in Höhe von 200000 Mark Vorsicht. David Molffsohn kritisiert die Leitung dahin, daß sie überflüssige Ausgaben gemacht habe. Er rät zur Sparsamkeit uno meint, daß wir mit unserem Geld gut zu wirtschaften verpflichtet sind. Keineswegs dürfen wir für Deckung des Defizits Geld unserer Bank antapen. ..Julius. S imon-Mannheim bekämpft diese Ausführungen. Eine Aufwendung größerer Mittel fei nöttg, um die Bewegung in großzügigem Maße weiter zn führen. Dr. Alexander Marmoreck-Paris spricht über die allgemeine Sftuatton der zionistischen Bewegung. Er will den polittschen Charatter gewahrt wissen, der nach seiner Meinung immer mehr in den Hintergrund tritt. Aus aller Mett, «attiches «eich. Mein-. Hier fand eine Propagandaversammlung der AgudaßJisroel statt, die ein sehr zahlreiches Publikum im Bankettsaale der ,/Liederhalle" zusammensührte. Das Referat erstattete Rabbiner Dr. Bondi-Mainz, der in dreiviertelstündiger Rede die Grundgedanken der Agudaß Jisroel entwickelte, die auf der einen Sette die Hebung der Thora in den westlichen Ländern und andererseits die wirtschaftliche Besserstellung der östlichen Juden zu verwirklichen habe. Redner schildert die begeisternde Konferenz in Kattowitz, die auf jeden Besucher einen unauslöschlichen Eindruck hinterlassen habe und fordert in warmen, zu Herzen gehenden Worten zum Beitritt zur Mainzer Ortsgruppe auf, die unter begeisterter Zustimmung als begründet erklärt wurde. In kurzen Worten begrüßt noch L. Perlmutter'- Frankfurt a. M. die neue Ortsgruppe. In die aufliegenden Listen zeichneten sich sofort etwa JO Mitglieder ein. In den Vorstand wurden gewählt: Rabbiner Dr. Bondi, I. Kahn, Dr. Schlesinger, I. Fulda. Mainz. In Gegenwart der Staats- und Stadtbehörden — Eisenbahnpräsident Laury, Geheimrat Dr. Breidert, Bürgermeister Dr. Göttelmann —> fand die Einweihung der neuen Synagoge statt. Kommerzienrat Bernhard Mayer, der erste Vorsteher, hielt eine kurze Ansprache. Rabb. Dr. Salf e l d hielt die Festrede. Kommerzienrat Mayer erhielt den Philippsorden 1. Klasse, Rabb. Dr. Salfeld den Titel Professor. 8ürzburg. Hier fand Sonntag die Generalversammlung des „Vereins für die Interessen des gesetzestreuen Judentums °' in Bayern" statt. Sie war sehr stark besucht, namentlich auch seitens der Lehrer, da die „Revision dS JftdenÄrikts" im Mittelpunkt der Beratungen stand, bezw. die .Vorschläge^ welche der Verein der königlichen Staatsregierung gleichzeftig mit einer ./Denkschrift" vorgelegt hatte. , Nachdem namens des Vorsitzenden Distriktsrabbiner N. Nämberger-Mürzburg durch Rabbiner Tr. Cohn- Jchenhausen die Versammlung eröffnet war, erstatteten A. Grünbaum-Nürnberg u. Lehrer Oppenheimer- ' Laudenbach ausführliche Referate über den derzeittgen Stand der Revisionsslühe und über die ausgearbeittten Vorschläge. An der.Diskussion beteiligten sich in erster Linie Rabbiner und Lehrer inb'ezug ev. Grenzstreitigkeiten bei den Kompetenzen beider Stände. Auch die Kultusvorstände griffen in die Debatte ein. Es sollen zu einzelnen Paragraphen noch mehrere Vorschläge der Staatsregierung..unterbreitet werden. Zwei diesbezügliche Resolutwnen fanden einstimmige Annahme. ' So ist die.Hoffnung auf eine baldige Lösung der „bayerischen Judenftä^ durch diese Versammlung tvesentlich gestärkt worden. M. Tode» i. Taunus. Dienstag veranstalteten e'mige Frankfurter Künstler und Dilettanten ein Wohltätigkeits-Konzert zu Gunsten eines bedürftigen kranken Juden. Frl.Bei t h. die Leiterin der .Kuranstalt für arme Israeliten", hatte den Anstaltssaäl zur Verfügung gestellt, so daß dem Unternehmen keine Ausgaben erwuchsen. Ten Abend eröffnet« Kapellmeister-Rudolf Löwe mit der Preluda von Wilbuschewitza» die er mft ausgezeichneter Fertigkeit und mit ttefem Gefühl vortrug. tierauf erntete B. Daran beim Dorttage von .Die achtt von Tschäikowskay, „Die beiden Grenadiere" von Schumann und besonders durch das Jargonlied „Ales Beis" mit seinem klangreichen Bariton reichen Beifall. I. v an Co llem sang mft seinem vollen und überaus -sympattschen Tenor U. a. auch die Ballade ,/Die Uhr" von Löwe, die ihn den ganz besonderen Beifall des Publikums eintrug, sodatz er sich zu einigen Zugaben verstehen mußte. Hervorragend zeichnete sich auch ' Frl. Minna Weltmann aus, die Jargonlieder vortrug. > - Man kann den Abend kn jeder Beziehung als gelungen bettachten, da auch der finanzielle Erttag nichts zu wünschen übrig ließ. F. R. vefterrrich-M-ar«. Me«. Unsere „liberale" Tageszeitungen lassen sich aus Berlin melden, daß Otto Brahm, der vor einiger Zeit plötzlich sein Verhältnis zum Lessingtheater mit Ablauf seines Konttatts kündigte und grade so plötzlich die konfessionellen Schwierigkeiten beseitigte, wohl als Nachfolger des dieser Tage verstorbenen Burgtheattrdirektors Älfted Freiherr von Berger in Frage komme. Das drucken „liberale" Tageszeitungen ohne Kommentar ab. Und das ist derselbe Herr Brahm, der noch bei den letzten Wahlen in der jüdischen Gemeinde eine Kandidatenliste mft seiner empfehlenden Unterschrift geziert hat. Wie». Das anttsemitische Machwerk „Semi-Goth a" das dem jüdischen Blut in den Adelsfamüien nachspürt, hat, bei zahlreichen dieser Edlen eine große Aufregung