Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 10 (1912)
- Issue
- Heft 30 (2.8.1912)
- Date
- 1912-08-02
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Seite 3 Nr. 30. Kmnkfaiker ZsraEWS WmWenblM. Sinne seines rni Jahre 1909 vom Gemeindetage angenommenen Antrages an, jedoch in Verbindung mit größeren Gemeinden, welche über eine genügende Anzahl von Beamten verfügen und dadurch! am Sonnabend und Feiertagen Beamte in die Kleingemeinden delegieren könne». Die Provinzialverbände mögen energisch und . schnell diese Maßnahmen ergreifen, da doch kein Mensch darüber im unklaren sein könne, daß die preußische Judenheit eine Zwangsorganisation bei der jetzigen Znsainmensetznng der Parlamente nicht zu erwarten habe, wie auch die Ablehnung der Anträge der Großgemeinden auf Anstellung von besoldeten Beamten —; oder, wie es Jnstizrrat Friedmann sehr treffend und sarkastisch bezeichnetc, die Anstellung von hochbesoldeten ersten Bürgermeistern —> beweise. Bä h r - Waldenburg und Kober-Breslau betonten, daß die Gemeinden bis zum letzten Atemzuge einen Gemeindebeamtcn halten müssen, aber gegenüber einer vollständigen, jetzt sehr oft eintretenden Verwahrlosung sei der Friedmann'sche Antrag unter besonderem Hinweis ans das praktische Beispiel der Posener Bezirksrabbinate — einer freiwilligen Schöpfung —. dankbar zu begrüßen. Die Anregung tvurde ohne Beschlußfassung entgcgengenommen. ( Eine bemerkenswerte Anerkennung fanden die Bestrebungen des Verbandes der Sabbatsreunde durch Subventionierung der Breslauer „Pea" für ihre Arbeitsstätte mit 900 Jk zum Zwecke des Ausbaues für die Wanderarmen. Diese Arbeitsstätte hätte vom Provinzialverbande vor der I n a u g u r i e r u n g der W a n d e r a r in e n o r - ganisation vor zwei Jahren ansgebaut werden müssen. Damals wurden ohne entsprechende Arbeitsinöglichkeitcn tief einschneidende Bestimmungen entgegen alten diesbezüglichen Wünschen und Warnungen getroffen. Es ist für jeden Fall ein erfreuliches Zeichen von Einsicht, daß man den begangenen Fehler einigermaßen wieder gutzumachen sucht. Der Antrag Kober, 400 Jk für die Herberge — mit Rücksicht auf die geäußerten Bedenken des Referenten' L o u i s Löwenthal — für dieses Jahr ebenfalls an die Arbeitsstätte zu überweisen, bis die Frage der Herberge geklärt ist, ivnrde abgelehnt. Breslau. Auch unseren Breslauer Freunden ist bei ihrem rastlosen Eintreten für die neue Regelung der S o n n t a g s r u h e b e st i m m u n g e n ein Erfolg b esch ieden geivesen. In der H a u d c l s k a in m e r s i tz u n g stand nämlich die Sonntagsruhe aus der Tagesordnung iind führte der Referent, Prof. Dr. R i e s c n f e l d, u. a. folgendes aus: Da den gesetzestreucn Juden, die ihr Geschäft am Sonnabend geschlossen halten, bei Einführung der vollständigen Sonntagsruhe dadurch, daß sie zwei Tage hintereinander ruhen müssen, großer Schäden entstünde, tritt der Regicrungsentwurf iir § 4 dafür ein, daß für die jüdischen Angestellten am Sonntag eine fünfstnndige Arbeitszeit niit der Maßgabe, daß die Geschäftsräume für den allgemeinen Verkehr geschlossen sind, gewährt werde. Durch verschiedene Handelsgehilfenvereiue ivnrde gegen diesen Paragraphen Protest erhoben, was die gesetzcstreuen jüdischen Kaufleute — wie 'in anderen Städten so auch in Breslau —, veranlaßte, demgegenüber für ihre berechtigten Forderungen mit Nachdruck einzutrcten. Die Handelskammer möge sich daher 'mit dem Beschlüsse des Handelskaminerausschusses einverstanden erklären, der da lautet: „Die Handelskammer tritt energisch in jedem Falle für die Aufrechterhaltung des 8 4 des R e g ie r u n g se n tw ur f es ein." . Da sich kein Widerspruch erhob, konstatierte der Vorsitzende, daß die Haiidelskainincr sich mit den Ausjührungcn des Referenten einig erklärt. Bochum. Die hiesige jüdische Gemeinde hatte bei Neuauflage ihrer Gemeindesatzung den gesetzlichen Bestimmungen über das Genie in de Wahlrecht einen Zusatz gegeben, der die deutsche Staatsangehörigkeit zur W Bedingung macht.' Nach Einreichung einer von der Provinzialregierinrg für diese Slbweichung geforderten Begründung, hat der Oberpräsident von Westfalen die Satzung 'mit diesem Zusätze genehmigt. Köl«. Auf der Tagesordnung der Repräsenlantensitzung vom £!5'. Juli stand die Weiterberatung des Antrages Falk. Bei Eröffnung der Sitzung erklärte der Vorsitzende, daß der am Erscheinen verhinderte Rechtsanwalt Falk seinen Antrag, den ausländischen Gemeindcmitgliedern das Wahlrecht zu entziehen, zurück Ai ehe. Darauf trat die Versammlung in die Beratung der Paragraphen betreffs Einführung des geheimen Wahlrechts. Ein Antrag des Vorstandes verlangt, neuzugezogenen Gemeindemitgliedern erst 'nach einer Karrenzzeit von drei Jahren das Wahlrecht zu 'bewilligen. Nachdem aber Lachs (kons.) auf die Ungesetzlichkeit des Antrages —i das preußische Judengesetz von 1847 gesteht jedem Juden, der mit seinen Gemeindeabgaben begonnen hat, das Wahlrecht zu —i hingewiesen hatte, traten vom Vorstande Justizrat Dr. C a l l m a n n (lib.), Dr. M a ft - banin (lib.), sowie Siegfried Simon (kons.) für die Zurücknahme des Antrages ein. Der Gesamtvorstand konnte sich aber hierzu ohne eine besondere Beratung nicht entschließen,. und so wurden alle Abänderungsvorschläge, betr. Einführung des geheimen Wahlrechts,, einschließlich, betr. Karreuzzeit, gegen die Stimmen der Konservativen eu bloe angenommen. Bad Dürrheim, 29. Juli. Unter großer Beteiligung, etwa 250 Personen, wurde gestern das Friedrich-Luisen-Hospiz für isr. Kinder und erwachsene weibliche Personen seiner Bestimmung übergeben. Der Einweihungsakt begann vor dem Hause mit einem Gesangsvortrag des Synagogenchors Gailingen. Unter Worten des Dankes sür die Uebertragung der schönen Banaufgabe überreichte alsdann der Erbauer des Hospizes, Architekt Arthur Le h in a n n - Mannheim, den Schlüssel des Hauses dem Vertreter der Regierung im Großh. Oberrat der Israeliten, Ministerialrat S ch'w ö r e r: dieser übergab ihn dem Vorsitzenden der Verwaltungskommission des Hospizes, Geh. Oberregierungsrat Dr. Mayer, der mit'einem Segensspruch die Pforten des Hauses öffnete. In gehobener Stimmung traten die Festteilnehmer ein nnd begaben sich in den Speisesaal, der kaum die zahlreichen Gäste fassen konnte. Unter diesen bemerkte man: die Minister Dr. Böhm und Tr. Rheinboldt, Geh. Rat T r ö g e r, den Großherzogl. Landes-Kommissär Geh. - Rat Straub von Konstanz, Geh. - Rat R o s i n von Freiburg, Ministerialrat Schäfer, Geh. Finanzrat Re in ach und Brrgrat Neu mann von Karlsruhe, den Großh. Amtsvorstand Oberamtmann Bauer und Oberförster K i l l i u s von Villingcn, Obersalinen-Jnspcktor Keller von Dürrheim, den Bürgermeister und den katholische» Ortsgeistlichen von da, die beiden Aerzte Dr. Huber und Dr. S ü t t c r l i n, die Frau Oberin des benachbarten Kindersolbades des badischen Frauenvereins, viele Vertreter von israelitischen Ge>»ei»den aus nah nnd fern, von Wohltätigkeitsanstalten usw. Mit einem feierlichen Gesangsguartett und einein reizenden Gedicht, das ein Knabe frisch vortrug, eingeleitet, vollzog sich hier der eigentliche Erösfn u n g s a k t. Ms erster sprach Ministerialrat S chwärer: Er begrüßte die zahlreichen Gäste mit wärmen Worten, gab der Freude über die nunmehrige Fertigstellung der Anstalt Ausdruck, die der Nächstenliebe .und denl traditionellen Familiensinn der Israeliten ihre Entstehung verdanke nnd hob insbesondere das warme Interesse hervor, das das' Unternehmeir von Anbeginn an bei dem verstorbenen Großherzog Friedrich I. und der Großherzogin Luise, und in der Folge auch bei dem fetzigen Großherzogspaare gefunden habe; er wies auf die hohe Auszcichimng hin, die der Anstalt durch die Verleihung des Nanlens „Friedrich-Luisen-Hospiz" geworden sei und führte in sinnigen Darlegungen aus, wie der Name „Luise" stets gemahnen iverde, im Sinne der reichen Liebestätigkeit, die die hohe Frau entfalte, auch durch das Hospiz zu wirken und ivie der Name „Friedrich" daran erinnere, daß Großherzog Friedrich I., den erhabenen Traditionen der Zähringer folgend, den Angehörigen der jüdischen Glaubensgemeinschast allezeit Wohlwollen und Gerechtigkeit habe angedeihen lassen. Schließlich dankte er allen, die an dem schönen Werke mitgearbeitet haben, insbesondere aber dem Vorsitzenden der Verwaltungs-Kommission, Herrn Geh.-Oberregiernngsrat Dr. Mayer, ans dessen tatkräftiges Wirken die Errichtung der Anstalt in erster Linie znrückzuführen sei. Nach ihm teilte Geh.-Oberregiernngsrat Dr. Mayer die Geschichte des Baues mit: Er knüpfte daran an, daß die Anstalt einer Stiftung anläßlich des goldeiren Ehejubiläums Ihrer Königl. Hoheiteu Großherzogs Friedrich I. und Großhcrzogin Luise, ihre» Ursprung verdanke, er schilderte die lebhafte Teilnahme, die das Werk bei den höchsten Herrschaften und nicht nur bei der jüdischen sondern auch bei der christlichen Bevölkerung gefunden habe. Mit Genugtuung konnte er darauf Hinweisen, ivelchein Bedürfnis die Errichtung des Hospizes entsprach, da sür August bereits 76 Kinder Unterkunft finden werden nnd auch für den Herbst schon zahlreiche Anmeldungen vorliegen. Hierauf legte der Hausarzt der Anstalt» Dr. H a r - r a ß, die Ziele und Heilmittel des Hospizes dar. Den Schluß der Ansprachen bildete die zu. Herzen gehende und tiefgründige Weiherede des Herrn Konferenzrabbiner Dr. Stecket »racher von Mannheim. Unter Zugrundelegung des Psalmvcrscs: Diesen Tag hat Gott gemacht; an ihm wollen wir jubeln nnd uns freuen, hob er den Fortschritt vom klassischen Altertum, das die Barbarei der Aussetzung schwächlicher Kinder kaiinte und unter Billigung selbst so hervorragender Geister/ lote Aristoteles, übte, zum Judentum und den anderen monotheistischen Religionen hervor, bei denen Liebe und Barmherzigkeit gegen alle Menschen, zunächst aber gegen die Schwachen iind Elenden, zu. den obersten religiösen Grundsätzen gehört. Mit einem weihevollen Sologesang und einem begeistert aufgenommenen Hoch auf das Großherzogspaar, Großherzogin Luise nnd das ganze großherzogliche Haus schloß die Feier. Ein Imbiß wllrde gereicht, und nun begann die Besichtigung des herrlichen Gebäudes. Uebersichtliche Anordnung, überall »Lust nnd Licht, die Erfordernisse der Gesundheit und Reinlichkeit bis ins Kleinste erfüllt, das war der Eindruck, den jeder einzelne der Gäste gewinnen mußte. Aufs schönste repräsentiert sich dies in mächtigen Größenverhältnissen errichtete Gebäiide an der Straße zur „Hirschhalde". Dabei aber wirken trotz aller Wucht der Architektonik die Ausmaße gar nicht bedrückend, wohl auch infolge der außerordentlich glücklich gewähltcir Lage nnd dem tannengrünen Hintergrund. Betritt man das Erdgeschoß so erblickt man die in lichten Tönen gehaltene Küche mit Nebenraum, ferner befinden sich inr Erdgeschoß das Mägdesoeiseziininer, Turnsaal, Dnschraum nnd Heizung. In der Mtte des Baues befinden sich die zu den oberen Stockwerken führenden Aufgänge. Der erste Stock enthält den einladenden Speisesaal. Spielsaal, Schulzimmer, große Freiliegehalle, die Verwaltung, Aerzte-Zimmer, Operatioiisziimner nnd Wohnung der Oberin. Im zweiten Stock befinden sich sämtliche Schlafzimmer nach Süden gelegen, während gegen Norden Badezimmer, Waschraum und Jnhalationsranm gelegen sind. Der dritteStock enthält die geräumige Waschküche, in der alle Vorrichtungen mit elektrischer Einrichtung versehen sind, ferner den Dampstrockenapparat, das Bügelzimmer, Perfonalschlafzrmmer und den Trockenboden. In einem für sich steheiiden Nebenban (Jsolierhans) befindet sich die Desinfektionseinrichtung nnd zwei getrennte Zimmer zur Unterbringung von Jiifektioiiskranken. Reiche Gelegenheit zu Leibesübungen bietet ein großer Spielplatz mit Turngeräten aller Art, während daran anschließend zur Erholung nnd zu kleineren Spaziergängen ein großer Garten winkt. Das Ganze, Außenbau und Inneneinrichtung usw. mache» einen ganz vorzüglichen Eindruck. Man sieht, daß nicht nur de» Gesetzen der Baukunde, den Erfordernissen an Luft nnd Licht, sondern in weitestem Maße arich der ganzen inodernen Hygiene Rechnung getragen worden ist. Oesterreich-Ungar». Prag. Hier ist eine B e z a l e l - A n s st c l l u n g eröffnet worden. Die Teppiche, die Filigran-, Metall-, Olivenholzarbeiten usw. ernten bei Christen und Juden Bewunderung. Großbritannien. London. Ein hoher Offizier inspizierte vorige Woche die jüdische Frauenstation der Roten-Krenz- > Gesellschaft nnd sprach sich sehr lobend über seine Eindrücke aus. Besonders der Unterricht in der Pflege der Verwundete» sei mustergiltig. London. Der Bischof von London beklagte sich in einer Rede, die er in der „Whitechapeler Judenmission" hielt, über den jetzt im Orient herrschenden - jüdischen Patriotismus, der alle Bemühungen der Mission zu ' Schanden mache. An diesem jüdischen Patriotismus sei die Erstarkung des jüdischen Nationalismus schuld. Der jüdische Nationalisinus bilde die größte Gefahr für die Mission im Orient, weil er mit Argumenten nicht 'zu bekämpfen sei. Er »lüsse jedoch aiierkeiine», daß das Christentu»» eigentlich gar kein Recht habe, sich dieser neuen Tendenz iin orientalischen Judentum entgegenzustemmen. Petersburg. In London ist soeben ein Buch von L. Motzkin „The Legal Sufferings os the Jews os Rnssia" erschienen, dem ein Vorwort des bcrühinten Staatsrechtslehrers D i c e y voraugeht. Dicey kommt zu folgendem Schluß: „Ich habe behauptet nnd behaupte dreist: das schlimmste Uebel des russischen Dcspotisnms ist, daß er die jüdischen Untertanen des Zaren mit moralischer E n t w e r t u n g bedroht. Die Existenz des Ansiedlungsrcchons, die Verweigerung der allgemeinen, von jedem zivilisierten Staate alleit seinen Bürgern gewährten Rechte, vor alle!» die absolute Abhängigkeit der russischen Inden von der wachsenden Laune einer jeden inachthabenden Persönlichkeit, vom Zaren herunter bis ,zum kleinsten Polizeibeamten, erniedrigt die Opfer' der Tyrannet nnd muß sie erniedrigen, lieber diese Vorgänge ist man oerpflichtet, wenn man darüber überhaupt spricht, mit aller Klarheit zu sprechen. Das heroische Erdulden von Verfolgungen und AÜßhiandlungen, die seit Jahrhunderten andauern, ist der höchste Ruhm des Judentums, so wie die Durchführung derselben eine der schmerzlichsten Erscheinungen — zwar nicht des von Jesus gelehrten Christentums, sondern der wirklichen Geschichte der Christenheit ist. Allein kein Volk, keine menschliche Gesellschaft lebt je ungeteilt ans der Höhe von Heldentum nnd Martyrium. Die sonderbare Diskussion der abstoßenden Frage, ob die Taufe in Rußland einen Juden von den Rechtsbeschränkungen, denen er dort nnterworfen ist, befreien darf, erzählt ihre eigene Geschichte. Sie erzählt uns, daß die Gewalt in Rußland/ lote anderswo, das schrecklichste ihrer abscheulichen Leistungen zutage fördert; zuerst erniedrigt die despotische Macht ihre Opfer nnd verteidigt' hinterher ihre eigene Existenzberechtigung mit der 'Ausrede, daß ihre Opfer der Freiheit oder Gerechtigkeit nicht wert sind. Soll nun der mit Verfolgung verbundenen Gewaltherrschaft nicht der feierliche Protest von Engländern entgegengestellt werden?" Dieser Frage müsse England ein aufmerksames Ohr leihen. Die Verfolgung der russischen Juden ist eine Angelegenheit, die nicht Rußland allein betreffe. Bedeute sie doch eine Zwangsanswanderung verarmter und ungebildeter Massen, die anderen Staaten zur Last fallen »Nissen. „Indes" — sagt Dicey — die Judenverfolgung in Rußland zeitigt schlimmere Resultate als dieses. Denn sie bedeutet die Auferstehung einer sittlichen Ungeheuerlichkeit, von der nian gedacht hatte, daß sie bereits ans der Welt geschwunden sei. Es ist sicherlich das Interesse eines jeden zivilisierten Staates, daß der langsame nnd mühselige Fortschritt der Menschheit keine rückläufige Bewegung mache. England' hat das Recht, einen neuen Ausbruch der Verfolgungswut öffentlich anznklagen, ge-' nau wie es gegen die Erneuerung der gerichtlichen Folter in irgend einem europäischen Lande zu protestieren berechtigt iväre. - Jeder Staat der zivilisierten Welt ist befugt, wenn nicht mrf andere Weise, so wenigstens auf dem Wege der Anklage gegen die Hemmung der Zivilisation aufzntreten. Warschau. Als ein Zeichen der Zeit ist die Tatsache zu verzeichne», daß eine Reihe kleinerer Plätze an der Grenze, in denen ansehnliche jüdische Gemeinden waren, heute o h n e I u d e n sind. So steht z. B. in Gowre das Beis-Hamidrasch init seiner wertvollen Bibliothek verlassen da. Das Gleiche