Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 10 (1912)
- Issue
- Heft 27 (12.7.1912)
- Date
- 1912-07-12
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 schließen, bis einer der orthodoxen Rabbiner der Frankfurter Haup'tgemeindein deren Leitung fitzt. Worms. Der 3. Juli war ein Ehrentag für die jüd Gemeinde; unser Lehrer S. Rothschild feierte nämlich sein 40jShrig.es Ortsjubiläum. Der Gemeindevorstand mit den Beamten, Abordnungen der verschiedenen WohltStigkeitsvereine, denen der Jubilar sich in hervorragender Weise widmet, die Loge, deren derzeitiger Präsident der Gefeierte ist, brachten ihre Glückwünsche unter Ueberreichung wertvoller und sinniger Geschenke. Für die Gemeinde sprach Herr Levy, der besonders hervorhob, wie Herr Rothschild dem scheinbar gleichmäßigen Gange des Berufslebens immer neue, freundliche und fruchtbringende Seiten zum Wohle der Jugend und der Gemeinde äbzngewinnen versteht; glücklich die Gemeinde, die einen solch pslichtgetreuen Beamten besitzt. Die Wünsche der Loge brachte Rechtsanwalt Baruch zum Ausdruck. Für die Beamten der Gemeinde sprach in herzlicher Weise Kantor Agulik. Zuvor war eine Abordnung des Synagvgenchor-Vereins, in dessen Namen der Präsident, Herr Berliner, heimliche Glückwünsche Lberbrachte, des Schüler-Unter stützungsvereins ' und des „Jügendvereins" erschienen. Namens des hessischen Lchrervereins sprach der würdige ' Lehrergreis Wertheimer- Heldenbergen, der in Begleitung des Reallehrers Eschelbacher - Mainz gekommen war. Nun sprachen iwch Sam. Guggenheim im Namen des israelitischen Hospitals und Herr Levy im Namen des Hilfsvereins. Herr Rothschild dankte auf alle Ansprachen in herzlichen Worten. Daß auch viele christliche Kreise an der Feier der jüdischen Gemeinde nicht gleichgiltig vorüber gingen, braucht, nachdem her Jubilar 38 Jahre an der städtischen Volksschule als Klassenlehrer wirkt, nicht besonders hervorgehoben zu werden. E. in M. Amsterdam. Der als Nachfolger Oberrabbtners Dünner s. A znm Rektor des Nicderländ. Israel. Seminars gewählte bisherige Dozent des Seminars P. I. B Gobits ist feierlich in sein Amt eingesührt worden. Amtsjnbilänm Oberrabbi«ers Dr. Schnitzer - Somora. Der greise Oberrabbiner Dr. Armin Schnitzer in Komora beging dieser Tage, umgeben von der Verehrung aller Schichten der ungarischen Judeuheit, das Jubiläum seiner halbhundertjährigen Amtstätigkeit. Frankfurter Israelitisches FamNienAaÜ. Ein halbes Jahrhundert ist eine lange Zeit selbst im Leben eines Volkes, und während eines solchen Zeit- ' raumes gehen grundlegende Umwälzungen in der geistigen Welt vor. Aber Dr. Schnitzer, der Talmid des berühmten Gaon Rabbi Schelomo Kwetsch, zu dessen Füßen er in Leipnik gesessen, und der seelenverwandte Schüler des großen Rabbiners Samson Raphael Hirsch, damals Ober-Landesrabbiner von Mähren, ist dem Ideale eines vom Glanze vornehmer Bildung umstrahlten religiösen Konservativismus treu geblieben. Oberrabbiner Dr. Schnitzer ist nicht nur ein anerkannter Talmudgelehrter, sondern auch ein Mann von hoher, umfassender Bildung, nicht nur ein gefeierter Kanzelredner, sondern auch ein erfolgreicher Kämpfer für die Interessen der jüdischen Allgemeinheit und ein eifriger Förderer der sozialen Wohlfahrt seiner Glaubensgenossen. Jener Teil des ungarischen Rabbinerstandes, der beiden ° Extremen —. sowohl dem zerstörenden, wahres jüdisches Wissen entbehrenden Radikalismus, als auch dem bildungsscheuen Fanatismus — in gleicher Weise sernsteht und in der friedlichen Harinonie zwischen der traditionellen Gesctzestreuc und der modernen Kultur die Zukunft des Judentums erblickt und die Berufsausgabe des Rabbiners im Thoralernen und Thoralehren, in intensiver Kanzclwirksamkeit und eifriger sozialen Arbeit sieht, — verehrt in Dr. Schnitzer einen seiner ausgezeichnetsten und erfolgreichsten Vertreter. Durch seine vornehmen Verbindungen in außerjüdischen Kreisen, die er sich durch seine Klugheit, seinen makellosen Charakter und sein unendlich liebenswürdiges Wesen erworben, hatte er oft Gelegenheit, der Sache der jüdischen Gesamtheit zu nützen. Schon vor der Abschaffung des Judeneides erwirkte er, daß dieser das Judentum herabwürdigende Eid in seinem Orte außer Kraft gesetzt wurde. Zur Zeit der furchtbaren russischen Judenverfolgung im Jahre 1891 inspirierte er den einflußreichen reformierten -Superintendenten Gabriel Papp zu einem flammenden Appell an die Bevölkerung, welcher Aufruf die Runde durch die Weltpresse machte und insbesondere in England und Amerika von großem Erfolge war. Bei Verhandlung der Gesetzcsvorlage.über die Rezeption der jüdischen Religion bewog er Papp, im Oberhause für die Gesctzcsvorlage cinzirtreten und ihr so die Majorität zu sichern. Für die Rettung der in staatlichen Findelhäuscrn untcrgebrachten (zumeist aus ^gesetzlicher Ehe stammenden) armen jüdischen Kinder für das Judentum setzte er sich mit Energie und Erfolg ein. Nr. 27 Der frommen Proselyten-Gemeinde in Bözödujfalu ist er die einzige Stütze. Stets steht er auf der Wacht, wenn cs die Interessen des Judentums gilt, und dabei entfaltet er noch eine rege literarische Tätigkeit auf den verschiedensten Gebieten, sowohl in hebräischer wie in deutscher und ungarischer Sprache. Gelegentlich seines 20 jährigen Amtsjubiläuin sind Dr. Schnitzer vielfache Ehrungen zuteil geworden. Auch die königliche Anerkennung hat ihn wiederholt ausgesucht. Möge dem Jubilar noch eine lange Reihe von Jahren vergönnt sein, in ungeschwächter, Kraft' für die hohen Interessen des Judentums zu'wirken. vr. 8. F. Eingesandt. Zur Frankfurter AgudoH-Bcrsa inmlung. Ani echolaum, w’chi adabbeir, heimoh lamilchomoh! Die falschen Auffassungen, die durch den Bericht des „Israelit" über die Frankfurter Agudoh-Versainmlung entstanden sind, veranlassen mich zu folgenden Erklärungen: Es ist mir nicht in den Sinn gekommen, zu den Sränkfurter gemeindepolitischen Verhältnissen irgendwie Stellung zu nehmen. Es muß die Gewissenssache jedes Einzelnen bleiben, welcher der beiden Gemeinden er sich anschließen will. Was' ich dagegen mit nicht mißzuverstehender Deutlichkeit und mit Hinweis auf den bevorstehenden „Schiwvhl-Osor-be-Tamus", mit Hinweis auf den „Churban beis hamikdosch", der durch „Sinaß chinom" veranlaßt wurde, forderte, das, war die Beseitigung jeder persönlichen Gehässigkeit und die Zusammenarbeit aller Gesetzestreuen auf dem-Boden der Agudath Fisroel. Die Agudath Jisrvel, meinte ich, dürfe nicht nur ein Zusammenschluß der parteipolitisch orthodoxen Austrittsgemeinden werden, sondern sie müsse alle thoratreuen Juden umfassen und müsse alle, die von sich sagen dürfen „Chawer ani lechol jereiim", in gleicher Weise tzur Mitarbeit, nicht nur zur Mitgliedschaft in der Agudath Jisroel Oranziehen. __ Ich habe es mit Freuden begrüßt und schön ein «stück der Verwirklichung der Idee der Agudath Jisroel darin erblickt, daß die geistigen Führer der Gesetzestreuen der Hauptgemeinde, die bisher noch nicht zur Mitarbeit in der Agudoh hlerangezvgen worden waren, Fischhans MMM ScUfargasn @. WW1895 Uli 5839. Weitere Verkaufsstellen bei: W. Geissler, Xronprinzenstrasse 42. 'Telephon 4894. C. Nickel. Leipzigerstrasse 12. Telephon 1865, Amt II. M. Beitzlein, Bergerstrasse 117. Telephon 6662. H. Lohrey, Markthalle, Stand 4, 5 und 6. ' Job. Hanck, Sandweg 37. Telephon 8839. 8. Strangs, Paradiesgasse 65. Telephon 5809. Th. Schmidt, Schweizerstrasse 27. 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