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Neue jüdische Presse · 1912-07-12 · Heft 27 (12.7.1912) · page 9

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
10 (1912)
Issue
Heft 27 (12.7.1912)
Date
1912-07-12
Page
– (sequence 9)
Language
German
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flfl Aar f-.-an-.ff f.Gbtf ftgtff - ift - r ft g*f gg 111 <911. UCd OIIUIIII UtlKt & lUBILlt UWlt dlUIIIIIIKIIUUIIlKd. Frankfurter Berichte. Der Zentralverein israel. Gemeindc- ,nitglieder beschloß in seiner Borstandssitzung, gleich nach den Ferien eine Mitgliederversammlung abzuhalten, die zur Agudaß Jisroel Stellung nimmt. RevoNation der Hauptsynagogc. Die vor 50 Jahren errichtete Hauptsynagoge wird einer vollständigen Renovation unterzogen. An de» stark verwitterten Sandsteinfassaden müssen in großem Umfange Steine ergänzt werden, die Kuppeln erhalten neue Kupserbedachung, die Ausmalung des Jnnenraums erfolgt in modernerer Manier, jedoch im Einklang an den vorzüglich durchgeführten maurischen Stil der Architektur. Da bisher Garderobenräume fehlten, werden diese durch komplizierte Umbauten geschaffen. In den Kellerräumen fanden sich unter Schutt vergraben sehr interessante Steine aus zwei Epochen von früher auf bicfe 11t Platze stehenden Synagoge u. Die hebräischen Inschriften sind sehr gut lesbar und geben über Zweck und Zeit genau Aufschluß. Sie werden an geeigneter Stelle wieder cingemauert werden. Die Bauleitung liegt in den Hände» des Architekten Fritz Epstein. Am vergangenen Freitag ist Frau I o h a n n a Stern geb. Berge, eine wahrhaft fromme und überaus wohltätige Frau, 72 Jahre alt, verschieden. Bon Beginn an war sie, stolz auf das jüdische Selbstbewußtsein, ein treues Mitglied der zioitistischeu Ortsgruppe. Mit wahrer Liebe hat'sie sich ganz besonders der armen studierenden Jugend angenommen; viele haben der Verblichenen ihre ganze Existenz zu verdanken. Aus der zionistische« Bewegung. Berlin, 9.Juli. Die Misrachigruppe hatte zum vorigen Donnerstag Mtglieder und Gäste eiugcladen, um zur Agndath Jisroel Stellung zu nehmen. Die beiden Referenten, Rabb. Dr. W. Lewy und Redakteur M. Berlin sprachen für den Eintritt in die Agudoh, weil gerade dort reichlich Gelegenheit vorhanden sei, im Sinne des misrachistischen Ideals für eine Durchsetzung Per religiösen Lehren niit nationalem Geiste zu wirken. Dies um so mehr, als durch ein allgeineines Wahlrecht Gewähr dafür geboten sei, daß einer Majorität auch der genügende Einfluß zukomme. In der Debatte sprachen M. A. Löb und — von misrachistischer Seite —: Dr. H. Pick unbedingt für den Eintritt in die Agirdoh. Die Idee der Agudoh sei so groß, ihre Notwendigkeit so stark, daß über alle Bedenken hinweggeseheu werden müßte. Gegen den Eintritt (z. T. nur gegen den vorläufigen Eintritt) sprachen die Herren Kantor Blitz, Laz. Barth, Rechtsanwalt Dr. Gronemann. Jurovics. Sie machten geltend, die Agudoh sei in ihrem Programm so. unklar, daß man noch Nicht wissen könne, wohin sie steure. Die Wahl Dr. Breuers zum ersten offiziellen Redner zeige, obwohl man ihn jetzt abzuschütteln suche, daß man sein Programm habe anerkennen »vollen. Eine Werbrüderung mit den ungarischen Orthodoxen auf religiöser Basis könne nur durch ein lluterkriechen uuter deren rückständigen Standpunkt bewirkt werden, da sie nie nachgeben würden. Eine Lösung der notwendigen Aufgaben durch die Agudoh sei aber auch — abgesehen von der religiösen Zersplitterung — darum unmöglich, weil eine solche Lösung nur auf dem Böden Palästinas erreicht werden könne, Palästina im Agudohprvgramm aber eine ganz untergeordnete Stellung einnehine. Das was sie erreichen wolle, könne nur auf der Basis des Misrachiprogramms geschaffen werden, cs könne also nur der Eintritt ° der Agudohanhänger in den Misrachi, nicht das Umgekehrte gefordert werden. Jin Schlußwort vertrat Herr.Berlin noch ein Mal seinen Standpunkt. Wien. Die politische Konferenz der österr. Zionisten nahm u. a. folgende Resolutionen an: Antrag Dr. Ehrlich: Notwendigkeit der einheitlichen Leitung der j üd. Politik in Oesterreich, Schaffung einer politischen Zentralstelle, Anvcrtraunng der Leitung der Politik der österr. Zionisten dem „Jüd. Nationalvcrein für Oesterreich." Antrag Dr. Strauchcr: Gründung jüd.-nationaler Vereine an allen Orten mit größerer jüd. Bevölkerung. Antrag Oberingenieur Stricker: Sofortige, energische Jnaugrisfnahme der Agitation seitens des Jüd. Nationalvereins. Antrag Dr. Wiuterstcin: Baldigste Einberufung des g e s a m t ö st e r r e i ch i s ch e n Parteitages, womöglich im Einvernehmen mit der gälizischen und bukowinaer Parteileitung. Zürich. Hier tagte der Delegiertentag des Schweizer Zionisten- Verbands. Die Organisation hat erfreuliche Fortschritte gemacht, was schon daraus ersichtlich ist, daß sie bereits 8t>0 L-chetolim gesainmelt hat und in Luzern und in Zürich III neu- Ortsgruppen gründen konnte. Der Delegiertentag bewilligte 1000 Francs für einen Parteisekretär und wählte Dr. B a m b e r g c r - Basel, Direktor Bloch - Lausanne, , Bürste in-St. Gallen, Dr. C. Levy-Biel, Moritz L e v y - Liestal, G. R o o s - Luzern, Dr. Pinkuß, Dr. «traust und S. D. Steinberg-Zürich als Landeskomitee. Ans der Lehrerwett. (L) Heidelberg. Privatdozent Dr. med. Ludwig Schreiber ist zum außerordentl. Professor ernannt worden. Nürnberg. Dr. Max Goldftein, Sohn des Harlptlehrers Goldstein-Heidingsfeld, ist zum Assistenten an der Königl. Oberrealschule in Ludwigshafen befördert worden. Königsberg. Rach Könitz ist Rabb. Dr. Tirfcht i e g e l - Berlin u. nach Marien bürg Rabb. A » g r e s- Gumbinnen berufen worden. Lantenberg lWestpr.). Mit der Festrede anläßlich des 40. Stiftungsfestes des Kriegervereins wurde unser Lehrer T r e u in a n n betraut, obwohl dem Kriegerverein mehrere Offiziere angehören und der Vorsitzende — ein Amtsrichter — selber Offizier ist. (I..1 Pose«. Rechtsanwalt Kirschner erhielt dm Titel Justiz rat. Straßburg. Der elsaß-lothringische orthod. Rabbinerverband beschloß in seiner Gemeinde- Versammlung, die Konsistorien zu ersuchen, zu verfügen, daß ziur dann eine religiöse Tramlng vorgenommen werden dürfe, wenn sowohl Bräutigam als Brcult eine Bescheinigung des zuständigen Rabbiners besitzen, daß kein religiöses Hindernis zur Eheschließung vorliegt. Ferner wurde beschlossen, bei den zuständigen Stellen zu beantragen, dir Zahl der oberelsässischen Rabbiner nicht zu verringern. Die Generalversammlung beschloß außerdem, daß sich die Mtglieder nicht eher der Agndaß Jisroel an- Zu den Schulferien I Hervorragende Extra-Angebote in Nur solange Vorrat. Verkauf I. Etage. 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