Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 10 (1912)
- Issue
- Heft 27 (12.7.1912)
- Date
- 1912-07-12
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 27. K:ankfmckr Israelitisches Familienblatt. Seite 11 trotzdem erschienen sind nnd damit bekundet haben, daß sie gewillt sind, die Bruderhand zur tätigen Mitarbeit in der Agudoh zu reichen. Ich stellte die Forderung,. daß, niemand, der an. der Agudoh tätigen Anteil nehmen wolle, das Recht Huben dürfe, diese Herren zuriickzuweisen. Nur so .ließe es sich, meinte ich, vermeiden, statt einer Agudoh, statt einer Bereinigung die Trennung herbeizuführen. Zu meinem Bedauern war die Rednerliste schon geschlossen, als ich dem Herrn Dr. Breuer entgegentreten wollte, der zum Entsetzen der Versammlung verkünden zu müssen glaubte, daß das Kriegsbeil nicht begraben wird. Leider ..muß ich.-es sagen, daß Herr Dr. M a y nur. yllzurecht hatte, wenn er, bis ins Tiefste erschüttert und erregt, die Verkündung des Herrn Dr. Breuer die Politik der Zersleischung nannte. -Ich muß es auch zurückweisen, lvenn der Bericht des „Israelit" cs meinen Ausführungen zuschreibt, die Frankfurts Gemeindeverhältnisse zur Sprache gebracht zu haben. Vielmehr waren cs die Ausführungen des Referenten des Abends, des Herrn Dr. MaierHildes- Ij eint cif aus Mrlin, die lchon dem tiefsten Schmerze darüber ^Ausdruck verliehen hatten, daß der Bruderkrieg unter Gleichgesinnten in Frankfurt a. M. so gewaltige Dimensionen angenommen habe, Am energischsten muß ich mich gegen denjenigen Passus des Jsraelitberichts verwahren, in welchem die Ausführungen des Herrn Dr. Breuer — allerdings mit bedeutenden Auslassungen — wicdergegcben sind. Dieser Passus erweckt beit Eindruck, als ob Herr Dr. Breuer im Gegensatz zu mir die Thora als das ausschließliche Einigungsmittcl der Agudoh bezeichnet habe. Was soll das heißen, nachdem ich selbst bereits ausgeführt hatte, daß ein organisatorischer Zusammenschluß nur dann einen Mrt hat, wenn die Thora nicht nur programmatisch) sondern auch faktisch als das Lebcnselement der Agudoh funktioniert? .Niemandem zu liebe, niemandem zu leid, nur im Interesse der Agudoh und im Interesse der Wahrheit und des Rechts, halte ich mich für verpflichtet, diese Erklärungen der Oesfentlichkcit zu übergeben. . Heidelberg, deit st,. Juli 1912. Dr. Jonas Simon. Kunst und Literatur. Buchprobe aus Dr. I. Wohlgemuth „Das jüdische Religionsgesetzt» jüdischer B e l e u ch t n n g." S. 88/89. Es ist nun festgestellt, daß die religiöse Anschauung nicht darauf verzichten kaitn, das Gute belohnt und das Böse bestraft zu sehen. Es ist ferner festgestellt, weshalb der Hinweis auf deir Lohn so oft wiederholt werden muß. Damit ist der Borwurf hinfällig, daß der wiederholte Hinweis auf den Lohn in der Thora Zeugnis davon ablegt, als Triebfeder des guten Handeltts würden von der Thora eigennützige Beweggrütide vorausgesetzt. Verleitet nicht aber — was auch immer der Grund für diesen Hinweis sein mag — verleitet nicht dieser Hinweis auf den Lohn zur „Lohngercchtigkeit" zur Befolgung der Gebote um des Lohnes willen? Das ist nicht der Fall. Für deit, der in dem inneren Verhältnis ztt Gott steht, wie wir es mehrfach als von der Thora gefordert erkannt haben, für den ist der verkündete Lohn nur ein Akzidenz, ein anderweitig Hinzukommendes, nicht aber Beweggrund und Triebfeder für das religiöse Handeln. Analogien dafür haben wir im bürgerlichen Leben. Der Staat belohnt seine Richter und Lehrer, er belohnt besondere Dienste mit ehrenden Auszeichnungen. Nun gibt es wohl Banausen, die nur des Lvldes wegen ihr Amt führen, Streber, die nur um der Auszeichnung willen in ihrem Berufe sich hervortun, aber es wäre doch töricht, leugnen zu wollen, daß von vielen der Lohn und die Ehrung nur als ein PluS empfunden wird, das hinznkomnit, der Dienst aber um der Idee willen geleistet wird. Oder ein anderes Beispiel: Ein armer Mann errettet unter eigener Lebensgefahr eiiren Begüterten von dem Tode. Unser Rechtsgefühl fordert, daß er für _öie Rettung reich beschenkt wird. Ist die zu.erwartende Schenkung Motiv und Triebfeder für die Retkung gewesen? Inhalt des Hauptblattes. Artikel: Aus der Welt der Gedanken. — Aus den Ereignissen des Tages. — Rede Israel Zangwill's in der Eröffnungssitzung der Jto-Konferenz — Das End? des Lewenstein-Prozeffes. — Aus aller Welt. — Personalien und Kleine Mitteilungen. — Feuilleton: Gerda — Wochen- Kalender. — Allgemeine Mitteilungen. — Spenden. — Familien-Rachrichten Inhalt der Beilage. Artikel: Frankfurter Berichte. — Aus der zionist. Bewegung. — Aus der Lehrerwelt. — Eingesandt — Kunst und Literatur. Wir bitten rmsere Leser, ihre« Bedarf rmter Bezugnahme aas «user Blatt bei mrsere» Inserenten zu decke«. Frankfurter Israel. Famllieublatt. (MM ln heissen Jahreszeit besonders empfehlenswert ist der Bezug von Pflanzen-Butter-Margarine ■03 Artol ■03 da Fabrik aüi Platze und jeder Wiederverkäufer täglich mit frischer Ware bedient wird. /Singer-Werke G.m.b.^t. Tel. 11, 1149, 1152. PflünZBRilOttBFfabPill. Tel. 11, 1149, 1152. Ein Tersueh überzeugt Sie von der Güte! Cigarrenhaus Peter Bümens, Soka AUtth«ülg9&= u. taagiita empfiehlt Bein reichhaltiges Lager in Olgannan Um Oiganattan in allen Qualitätenund Preislagen. 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