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Neue jüdische Presse · 1912-06-21 · Heft 24 (21.6.1912) · p. Seite 12

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
10 (1912)
Issue
Heft 24 (21.6.1912)
Date
1912-06-21
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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Httte 12 ftpzunq des Tempels mit einer jüdischen Prinzessin aus dem Königshaus« David auf einsn Schiffe, das teure Kostbarkeiten aus dem Tempel mit sich' führte, Palästina verlassen habe. In den irischen Wässern sei das Schiff gescheitert und hem Sinken nahe gewesen. Der Prophet mrd die Prinzessin wurden gerettet. SM« heiratete vie Prinzessin in Irland, und von ' ihr stamme auch die königliche FamNe Englands ab'. Einer der kostbaren Edelstein^ welche die jüdische Prinzessin mit sich brachte, sei der englis«^n Krone eingefügt worden und sei bis an den heutigen Tag das ' kostbarste Juwel, welches in der Westminster-Abtei gehütet wird. Dieser Legende war es im.Mittelalter zum Teile zu danken, daß die Juden in Irland vor Verfolgungen geschützt waren. Iw Jahve 1628 fanden sich in der Hartzrtstadt Irlands, Dublin, -ungefähr 200 Juden. Im Jahre 1747 wurde im irländischen Parlament ein Gesetz geschaffen, welches den Juden ermöglichte, Bürgerrechte m Irland -zu erlangen. Dieses Gesetz wurde jedoch in der Praxis kaum durchgeführt, hatte aber die Wirkung, daß auch in England ein ähnliches Gesetz geschaffen.wurde. Gegenwärtig befinden sich in Dublin 2700 jüdische Seelen, in Belfast 1200. Überdies gibt es noch! Gemeinden in Cork, London, Derry, Water, Ford und Lurgan. Die Juden Irlands spielen eine ziemlich be- Frankfurter ZsmüitischeS - FimMenblaÜ. deutende Rolle. Bor einigem Jahren wurde Sir Otto Jaffe zum Lordmayor - -und Sheriff von. Belfast und Luis Harris zum Alderman in Dublin gewählt. Später ging diese Ehrenshelle. auf seinen Sohn A. Harris über. Ueberdies wurden wiederholt Juden in das englische Unterhaus entsendet. Die Juden in Italien. Italien zählt heute unter einer Bevölkerung von 35 Millionen Menschen nicht mehr als 35000 Juden. Mischehen und Taufen habe» den größten Teil der Judenheit Italiens untergehen lassen. Die noch in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts so glänzenden Leistungen ans dem Gebiete des jüdischen Geisteslebens sind gleichfalls längst dahin. Die berühmte jüdische Druckerei in Pisa, die die verläßlichsten Talmudausgaben herstellte, druckt heute nur noch italienische Werke und hat von der Regierung übernommen werden müssen. Jfe 24 Krmst ruld Literatur. Philosophisches Wö r terbuch von Fritz M authn er. Bd. I. München, Verlag Georg Müller 1911. Fritz Mauthner, der bekannte Schriftsteller und Kritiker, Verfasser des berühmten Werkes „Kritik' der Sprache", gibt in diesem seinem neuesten Werke eigentlich nur eine Fortsetzung oder richtiger gesagt, nähere Ausführung seines Hauptwerkes. Er vereinigt da die wichtigsten philosophischen Begriffe und versucht, ihre Entstehung zu schildern und im Zusammenhang damit Kritik an ihnen zu üben. Soist das Werk kein eigentliches „Wörterbuch der Philosophie" int gewöhnlichen Sinne, d. h. es beschränkt sich nicht darauf, eine objektive Darstellung und Erläuterung der^ vornehmsten philosophischen Begriffe zu geben, sondern will sie zu einer umfassenden Kritik der Philosophie im besonderen und damit begangen menschlichen Wissens und Denkens im allgemeinen gMalten. Ob es Mauthner gelungen ist, diese große Aufgabe,die er sich gesetzt hat, zu vollsühren, läßt sich hier nicht entscheiden; es hängt dies von dem Standpunkt des Einzelnen zu Mäuthners leitenden Ideen seines Hauptwerkes ab. Es bleibt darum in Frage gestellt, ob jeder Mauthner in all seinen Ausführungen beistimmen wird; Nichtsdestoweniger ist das Buch für jeden von großem Wert. Denn Jtamteet zu SfficbtD&nscben Telegramm-ftblösungsfomulave der Hebräischen Mittelschule Tachkcmouie in Jaffa. -M» Stück ä Mk. 0.50. Blocks zu 10 Stück ä Mk. 5.— in allen hebräischen Buchhandlungen sowie in der Redaktion zn haben. 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