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Neue jüdische Presse · 1912-05-10 · Heft 18 (10.5.1912) · p. Seite 11

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
10 (1912)
Issue
Heft 18 (10.5.1912)
Date
1912-05-10
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Seite 11. Nr. 18. Frankfurts Israelitisches KamilieMatt. Rabb. Tr. Bqmberger-Schönlanke hielt sodann Bortrag Wer talmndische Sittenlehren und Charakter int Religionsunterricht und führte auswie bei geeigneten Stellen des Gebetbuchs und Pentateuchs nicht nur die religiöse Praxis veranschaulicht, sondern auch die erhabenen Sittenlehren und leuchtenden Beispiele des Edelsinns und der tiefsten opferfreudigen Religiosität in erziehlicher Weise gewürdigt werden könnten. IN der sich anschließenden allgemeinen Besprechung wurden auch die gegenwärtigen Zustande in her Alliance lebhaft besprochen, indem die einen für den Anschluß, an Berlin, die anderen entschieden dagegen sprachen. Die meisten entschieden sich für den Rat des Herrn Oberrabbiners Dr. Feilchenfelch nach welchem die einzuziehenden Gelder zunächst dem Schatzmeister in Posen abgeliesert würden, und dort bis zur Klärung der Angelegenheit verbleiben sollen. Lauteuvnrg, Westpr. Bon einem herben Verluste wurde unsre Gemeinde betroffen. Am. 3. Mai wurde ganz plötzlich! und unerwartet unser Kantor Sinai in ein besseres Jenseits abberusen. Kantor Sinai war noch ein Chason vom alten Schlage in des Wortes Hehrster Bedeutung. Begabt mit einer .sehr schönen StimUre, welche bis ins Alter hinein an Wohlklang und Kraft nicht verloren hatte, war er ein verständnisinniger, wahrhaft gottesfürchtiger Borbeter, wie selten einer; er entzündete im Zuhörer das Gefühl der Andacht durch..die Tiefe seiner eignen Ueberzeugung, dUrch die Wärme seines Bortrags. Die Gemeinde hatte j>as Bewußtsein, daß sie keinen würdigeren Fürsprecher vor Gott stellen könne. Der Verstorbene War aber nicht nur «in wissensrcicher Kantor, ein selten gewissenhafter Schächter, ein kundiger Thoravorleser und guter Schofarbläser, er war auch ein aufrichtiger, charaktervoller Freund und Berater der Genreindemitglieder. Er stand den Armen bei durch Fürsprache bei den Reichen, dien Leidenden durch tröstendes Wort, —. so erwarb' und verdiente er das „Vertrauen, die Hochachtung, die Verehrung und die Liebe aller, denn er war Unser aller Freund! Ja, der Verstorbene, er Hatte keinen Feind, nicht in seiner Gemeinde, nicht in der ganzen Stadt. Budapest. In Nagy-Kanizsa feierte der Oberkantor und Musikprofessor Löon Kartschmaroff mit seiner Gattin Regine geb. Ledner die goldene Hochzeit. Szatmür (Ungarn). Dank den Bemühungen Rabbiners . Dr. A. JordLn ist hier ein Kindergarten mit hebräischer Unterrichtssprache eröffnet worden, wohl die einzige derartige Anstalt in Mitteleuropa. Der Kindergarten wird von einer in Palästina ausgebildeten Lehrerin geleitet. BöküS-Esaba (Ungarn). Die hiesige orthod. Gemeinde wählte Rabb. Akib a Kle in, der zwei Jahre in Mainz Bereinsrabbiner war und seit drei Jahren Leiter der Jeschiwäh in KlausenbUrg ist, zu ihrem Rabbiner. M6r (Ungarn-. Rabbiner S. Büchler erhielt daS goldene Berdienstkreuz mit der Krone. Jerusalem. Die Festlichkeiten anläßlich des Jubiläums Direktors Ephraim Cohn waren eine imposante und spontane Kundgebung der weitesten Kreise der Bevölkerung für das Schn lwer k des Hilfsvereins und seine Leitung. Mehr als 100 Lehrer und Lehrerinnen 'hatten sich vereinigt, um ihrem Direktor den Beweis ihrer Treue und Verehrung zu geben, und alle Kreise der Bevölkerung wetteiferten darin, auch ihrerseits ihre Dankbarkeit für das geschaffene Werk zu bekünden. Nicht weniger als 36 Ansprachen wurden im Laufe der Festlichkeiten gehalten, und ans allen klang das Eine heraus: daß das 25jährige Amtsjubiläum Dir. Cohns ein Fest der Renaissance des jüdischen Erziehungs-und Unterrichtswesens in Palästina bedeutete, deren Urheber und Träger der Jubilar ist. Der Lodzer Raw. Die Kunst der hervorragendsten Merzte .hat das Leben des greisen Lodzer Raws nicht zu verlängern vermocht. Mittwoch nachmittag 5 Uhr hat einer der Größten in Israel seine Augen geschlossen. Rabbi Elijah Chajim Meisel wurde vor 92 Jahren in Horodok (Wilner Gouv.) als Sohn einer .Familie geboren, die seit Jahrhunderten zum hervorragendsten Geistesadel des jüdischen Volkes zählt. War doch der Ramo sein Ahn! Schon als 13jähriger Knabe erhielt er die Hatoras haurooh (Rabbinatsdiplom), und als ISjähriger wurde der Jüngling, der sich bis dahin, um von seiner Thora keinen Nutzen zu ziehen, dem Geschäftsberuf gewidmet hatte, zum Rabbiner seiner Heimatstadt gewählt. Später ging er nach Deretschin, Pruzäny und Lomza und.trat 1873 an die Spitze der großen Lodzer Gemeinde. Ein phänomenaler Kopf, ein Charakter von der i reinsten Lauterkeit und bewunderungswürdigsten Herzens- | güte Machten ihn zmN Typ des Jdealjuden. Besonders J in Lodz, das mit feinem großen jüdischen Proletariat H an seine Pflichttreue die mannigfaltigsten und schwierigsten | Aufgaben stellte, kaut die Beoeutnng seiner Persönlich- | feit zur vollen Geltung. So gründete er eine tzv- J nossenschastliche Weberei für jüdische Weber, die sich ’J leider nicht erhalten konnte, und eine „Talmud Thora"- q Schule, in der 900 Kinder unterrichtet werden. Aber auch jeder Einzelanforderung suchte er zu genügen. Den | Hungrigen zu speisen, den Schwankenden zu Wtzen, dazu j war er "in jedem Augenblick mit seiner ganzen Hab« a bereit. In seinem Hanse fanden die Darbenden und 'jj die Bedrückten buchstäblich zu jeder Tages- und Nacht- 1j stunde eine Heimstätte, in der ein Vater fiir sie dachte - mnd handelte. So kam es, daß er trotz seiner großen | Einnahmen nie Geld hatte und noch Schulden machte»!• und daß er als armer Mann des Diesseits verlassen hat! sj Er lebte, wie ein Jude leben soll, der fein Hans -i auf Gottvertrauen baut und Line höhere Freude als J die Betätigung der 'Herzensgüte gegen seine Mitmenschen ’J kennt, 1 Für dieses Leven erntete er eine schier unbegrenzte | Verehrung. Sein Ruf drang bis weit in die christlich« i Bevölkerung hinein. Sein Leichenbegängnis ist der be- ", red teste Beweis dieser Verehrung gewesen. Denn einem? Fürsten hätte keine glänzendere Ehrung dargebracht | werden können als diesem Rabbi, dessen sterblicher Hülle 's mindestens hunderttausend Menschen das letzt« Geleit I gaben. ‘ <| Rabbi Meisel hat in seiner Person allen, die in J seinen Bannkreis traten, einen Begriff von der Größe * unserer Thora gegeben. Würden alle, die auf dem ~ Boden der Thora .stehen wollen, ihm gleich tun, — es j wäre die glänzendste Propaganda für das Thorajndentum! : Aus der zionistische» Beweg«««. 1 Berlin. Tagesordnung des in Posent,.Reichs- Hallen," .Herderstraße) stattfindenden 13. Delegierten- 1 tags der Zion. Bereinigung für Deutsch- | land: :| Montag, den 27. Mai, Bormittagssitzung. > a) Geschäftsbericht (Dr. Artur Hantle). 1 b) Finanz-Berichtx(Dr. Hans Heymann). j e) Begrüßung durch das Engere Aktions-Komitee.;j mbenutzet zu StficMnscben ftlegramm-ftblöstmgsjormttlare der Hebräischen Mittelschule Tachkemouie m Jaffa. -j Stück k Mk. 0.50. Blocks zu 10 Stück a Mk. 5.—1 in allen hebräischen Buchhandlungen sowie in der Redaktion zu haben. ' t in allen Handelsfächern, sowie Schönschreiben, Stenogr. und Maschinenschreiben erteilt unter Garantie eines sicheren Erfolges Tel. I, 9644. Kaiserstrasse 5l. :—: Prospekt freL -—= Tel. I, 9644. 1. Fahrräder 2. Mähmaschinen 3. .Waschmaschinen 4. 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