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Neue jüdische Presse · 1912-05-10 · Heft 18 (10.5.1912) · p. Seite 10

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
10 (1912)
Issue
Heft 18 (10.5.1912)
Date
1912-05-10
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Seite 10. Nr. 18. Aus aEtev WM. PalSMa. - Ch^era. In den letzten Monaten sind hier 400 Dunam Boden mit Mandel- und Oelbäumen, ferner weitere ISO Dunam mit Orangengärten neu bepflanzt worden. Die diesjährige Wintersaat versprichst einen güten Er tag. Nur an einzelnen Stellen hat der Weizen infolge der übermäßigen Niederschläge gelitten. Die Gerste «nümckelt sich! sehr günstig. In den letzten Jahren ist auch viel Hafer mit gutem Erfolg angebaut worden. In diesem Jahre dürste der Ertrag dieser Fruchtgattung qualitativ und quantitativ außerordentlich befriedigend sein. —- Die Zahl der jüdischen Landarbeiter ist in den jüngsten Monaten erheblich! gestiegen. Während es hier vor einem halben Jühre bloß dreißig jüdische Arbeiter gab, sind jetzt bei den verschiedenen Pflanzungen etwa 70 aschkenasische und 40 jemenitische Arbeiter beschäftigt. Bor kurzem wurde eine Arbeiterküche eröffne^ der 'auch eine kleine Bibliothek angegliedert ist. Ter Lehrer der Koloniesch'ulc hat im verflossenen Winter hebräische Abendkurse für die Arbeiter eingerichtet die sich eines regen Zuspruches erfreuten. Es ist in Aussicht genommen, für die Neuangekommenen Jemenitenfamilien kleine Wohnhäuser zu errichten. Hierdurch wird die dauernde Seßhaftmachung dieses sympathischen und arbeitsamen Bevölkerungselements in unserer Kolonie erreicht werden. Frankfurter Berichte. Die /Bereinigung jüd!. ' Wohlfahrts-Einrichtungen" (Langer. 30) versendet folgendes Zirkular: ,Mir Machen Ahnen hierdurch die Mitteilung, daß eine Kommission, bestehend aus Len Damen Frl. E. Epstein, Frau E. Rosenheim, den Herren Dr. ßl. Baerwald, Dr. Deutsch, Emil L. Heidenheimer, Simon M. Süan, Leop. Hirschler, San.-Rat Dr. Jaffß, Bernhard n, Dr. Löffler, Michael M. Mainz, Moritz Metzger, San.-Rat Dr. Rosenbanm, Fritz Sondheimer, Dr. Gustav StüDel, Max Wertheimer, D. A. Worms, die zwecks Zentralisierung der Unterstützungen für Bade-und Erholungskuren zusanrmengetreten ist beschlossen hat. Ihnen folgendes zu unterbreiten: Wie alljährlich am Schluß des Winters und beim Einsetzen hellerer und wilderer Tage melden sich! bei uns wieder die vielen Menschen, die für ein körperliches Leiden oder Gckb'rechen Linderung und Heilung durch eine Kür an einem Badeplatz, durch! einen Aufenthalt in einer Anstalt oder an.einem Erholungsort erhoffen. Große Summen find erforderlich, aber Visen kann auch wirklich geholfen werden, vielen kann die Gesundheit und dimiit die Erwerbsfähigkeit, die sie verloren hatten, tmÄergegebe» werden, bei vielen kann schwererer Erkrankung vorgÄeugt werden. Unter der großen Anzahl derer, die zu uns kommen, befinden sich auch allerdings solche, die eine Kur oder Badereise verlangen, ohne daß eine dringende' Notwendigkeit dazu vorliegt, oder viele, die gewandt genug sind, Unterstützungen fiir mehrere Reisen im Jahre zü erlangen, von Gwern, die nichts von einander wissen. Sie absorbieren einen großen Teil der. Mittel, mit denen tmderen geholfen Werden müßte. Um dieser mißbräuchlichen Ausnützung der. Wohllätigkeit zu steuern, hcchenwst beschlossen, alle Gesuche um Bewilligung von Unterstützungen zu Kur- und Erholungszwecken der Bereinigung jüdischer Wohltätigkeitseinrichtuu gen zu überweisen und auch alle ärztlichen Atteste an dieser Zentralstelle zusammenkommen zu lassen. Es ist uns bekannt, daß solche Petenten die Privatwohltätigkeit vielfach' in Anspruch nehmen. Deshalb wenden wir uns jetzt au unsere verehrten Mitglieder und Gönner mit der Bitte, in Zukunst alle Pewnten, auch solche mit ärztlichen Attesten,, an uns zu verweisen. Am besten wird es sein, das betreffende Attest abzunehmen und der Zentralstelle direkt zu übersenden. NÄen der Prüfung der Gesuche hat die Zentralstelle sich die Aufgabe gestellt, auch die finanzielle Seite zu ordnen. Umdem Uchelstand ab- .znhelfen. Laß die Kurbedürftigen das erforderliche Geld sich an Mehreren Stellen verschaffen müssen. Litten wir unsere MitgliÄer und Freunde hiermit, die sonst den Leuten direkt gegebenen Unterstützungen für Badereisen an die Zentralstelle gckb'en zu wollen zu richtiger und Kveckdienkicher Verwendung. Obgleich wir bisher sehr große Summen für dieses' Gebiet der Wohlfahrtspflege aufgcwendet haben und,.dies auch weiter tun werden, sind wir, da durch die Zentralisierung unsere Ausgaben bü»eutend steigen Werden, auf die Mithülse privater Wohltäter angewiesen." Das Sommerprogramm bes ,Monte- ,fiore"-Berein ist soeben erschienen.. ' Im Vereinslokale (Bleichstr. 70) finden statt: jeden Mittwoch' abend 9 Uhr Referat mit anschließender DiSknssion; jeden Samstag früh lOVs Uhr jüd ische r Lehr Vortrag; jeden Samstag yachwittag ö Uhr gemütliche Zusammenkunft; jeden erste» Sonntag obend im' Monat 9 Uhr gemütliche Zusammenkunft. - Für die Ausbildung des Körpers sorgen Turnspiele im OPpark (Sonntags 4—6 Uhr), Turnen (in der Turnanstalt des Herrn Bäcker) und Ausflüge nach dem Taunus unter Leitung des Herrn S. Singer. Der Fortbildung find' Lehrkurse And Konversationsstunden infranzösischem und englischer FrankfmM Sprache sowie ein St«no graphie-Kursus gewidmet. ' Auch wird ein Lehrgang der hebräischen Sprache beabsichtigt, der auf Grundlage leichter biblischer Texte beginnt. . Anmeldungen zu j/en.Kursen sind sofort bei dem Vereinsbüro zu bewerkstelligen. Zn einer Rheinfahrt nach St. Goarshausen am "2. Juni hat der „Montefiore"-- Verein den Salondampfer ,Bieber ich" gechartert und die Restauration ans diesem Dampfer Herrn Restaurateur Scheuer übertragen. Der Rheinsahrt wird sich! ein Tanzkränzchen in Mainz anschließen. Rückkunft in Frankfurt 11 Uhr 32 Min. abends. Der Fahrpreis (einschl. Bahnfahrt) ist auf 3,50 JL Pro Person festgesetzt. Anmeldungen sind' baldigst an das Büro des „Montesiore"-Wereins (Bleichstraße 70) zu richten, bei dem die Ausgabe der Tellnehmerkarten am 19. Mai (10 bis 12 Uhr und 2—4 Uhr), am 20. Mai (8—10 Uhr abends) und am 21. Mai (8—11 Ahr abends) erfolgt. Dem Montag abend im Kaufmännischen Bereinshause stattfindenden Vortrag Professors Dr. WernerSombart wird sich! eine Diskussion anschließen. Bom Wirke« des Berbandes jüdischer Franc« für Kulturarbeit i« Palästina, l. Bild. Krankenhaus in Haifa. Die Zion. Jugend gruppe Unternimmt Sonntag mittag einen Ausflug nach dem Taunus. Abfahrt: Hänptbahnhof 1 Uhr 28 Min. mit Sonntagsbillet Cronberg. Trefspnnkt: Bahnhof Crouberg. Theaterabend. Samstag (11. Mai) findet im alte Kanfm. Verein ein .einmaliges Gastspiel von .Herrn Richard Goltz, früh. Mitglied des Komödienhauses, mit eigenem Ensemble statt. Zur Aufführung gelangt das bekannte historische Schauspiel: „Heinrich Heine" von Mrls. Diese Veranstaltung dürste die Leser unseres Blattes umsomehr interessieren, als das Stück in jüdischen Kreisen und zwar in der Hamburger Bankiersfamilie Heine spielt und der Autor sich mit geringen Abweichstngen an die historischen Vorgänge hält. Das Stück behandelt die jungen Lieb'esleioen und Berufskämpfe des Dichters Heinrich Heine. Die Szenen sind sMvöhl nach der «ernsten wie nchh der heiteren Seite hin. äußerst wirksam. Die bekannte Original-Figur' des ' Lotteriekollekteurs und Hühneräugenoperateurs Hirsch spielt Herr Richard Goltz, der diese Rolle erst kürzlich! in Frankfurt mit dem glänzendsten Erfolge durchgeführt heck. Herr Goltz hat suh mit der ebenso dezenten, wie äußerst humorvollen Darstellung derartiger Typen, die eine besondere Spezialität des Künstlers bilden, einen beachtenswerten Ruf geschaffen. Me Eintrittspreise (siehe Inserat) sind volkstümlich' gehalten. Herr Edwin Frank von der Literarischen Bereinigung wird einleitende Worte sprechen. Perforralie« u. Kleine Mitteilungen. Berlin. Professor Dr. A. Berliner, der Nestor der Wissenschaft des Judentums, beging am' 1. Mai seinen ' 79. Geburtstag. Berlin. Im Jahre 1907 gab es in Deutschland unter 12 798 Anwälten (Rechtsanwälte, Notare, Patentanwälte) 1877 Jude» (gleich 14,67o/o) und 'unter 21131 Richtern 906 Juden (gleich 4,28°/o). Berlin. Einbrecher drangen nachts in die Synagoge der Ad'aß Jrs'roel in der Grenädierstraße 37 und stahlen sechs Messingleuchter und Decken «» Gesamtwerte von 500 Mark. - ' l BreSlNv. Per Partlluller Adolf Funkenstein vermachte dem jüdif ch'en Kranken Kauf e 32 000 JL t n. I BreSlan. Dr. Jon. Lehmann, Sohn des verstorbenen Mainzer Rabbiners^ Dr. Lehmann, erwvrb zu seiner ^Breslauer Ztg." auch noch die'' „Brxslaner Morgenztg." - - Dresden. Prof. Siegwart Friedmann erhielt zu feinem 70. Geburtstage zahlreiche hohe Auszeichnungen, nämlich den- Weimarer Weißen Falkeuorden 1. Klasse, den Württemberg. Friedr!ichsorden 1. Klasse und' den Bad. Zähringer Löwenorden 1.. Klasse. - Halberstadt. Am ersten Jahrzeitstage Kommerzienrats - Benjamin Hirsch spendete die Familie Hirsch folgende Beträge: 50000 JL den WohltätigkeitsinMutionen der hiesigen jüd. Gemeinde, 20000 Mark gemeinnützigen hiesigen kommunalen Zwecken,- je 5000 JL dem „Bikkur Cholim"-Berein und der „Berend Lehmann"-Loge, 12 000 JL dem Berliner Rabbinerseminar und je 1000 JL dem „Sch'aarei Zedek"-Spital in Jiernsalem und dem Israelit. Krankenheim in Berlin. Lettingen. Hier verschied der langjährige Kultusvorsteher Amfon Michelb'acher. Karlsruhe. In Wiesloch wurden Max Marx und und Adolf Rosenthal in den Bürger ans schuß gewählt. Wie«. Prof. Dr. med. Max Neuburger erhielt Titel und..Charakter eines ordcntl. Universitätsprofessors. Prof. Dr. Otto Zuckerkand! und Dr. Julius Rothberger wurden zu außerordentl. Universitätsprofessoren ernannt. Wie«. Die Tochter der Kammersängerin Kurz. Im Sanatorium Loew fand die Taufe der neugeborenen Tochter der Kmnmersängerin Frau Selma Kurz-Halbän nach römischj-katholischem Ritus statt. Als Taufpatin fungierte die ehemalige Hofopernsängerin Frau Luise von Ehrenstein-Fränkel. Frau Kurz ist aus Bielitz gebürtig, der dortige jüdische Franenverein hat sie zur Sängerin aus bilden lassen, weil ihre Eltern —> die Mutter lebte vom Gänsehandel und der Vater vom Einkommen als Minjanmann —. blutarm waren. Der Gatte der Sängerin ist Prof. Halbän (recte: Bienenstock), gleichfalls getaufter Jude. Lemberg. Im 80.^ Lebensjahre verschied hier Moritz Lazarus, ehemaliger Generaldirektor der Galizischen Aktienhypothekenbänk und ehemaliger Präsident der jüd. Gemeinde. Er hatte loarmes jüdisches Gefühl. Bor drei Jahrzehnten übergab er der Mischen Oeffentlichkeit einen Plan zur Ansiedlung von Juden als Bauern in Galizien, drang aber infolge der allgemeinen Teilnahmslosigkeit mit seinen edlen Absichten nicht durch Die Lemberger jüd. Gemeinde hat ihm mehrere philanthropische Stiftungen und die Erbauung eines Spitals zu verdanken. - PnriS. Die Alliance Jsraelite Universelle' wählte durch Kooptation Rabb. Dr. Nobel, Justizrat Dr. Blau und Rechtsanwalt Dr. Bärwald, sämtlich in Frankfurt a. M., in das Zentralkomitee. Zum Präsidenten wurden Nareisse Lcvin wieder, zu Vizepräsidenten Netter und Ssc gewählt. London. Ja Neuseeland ist der 1867 in Ausland geborene Jude Arthur Meiers znm Finanzminister ernannt worden. London. Hier verschied Henry Moritz Oppenheimer, der Sohn eines Frankfurter Bankiers,—der 1848 nach England ging. Oppenheimer hatte s.'Zt. mit allen Mitteln darauf hingearbeitet, daß die englische Regierung Suezkanal-Aktien ankauste und dadurch das ursprünglich' französische Unternehmen, das -für den englischen Handel und die englische Machtstellung^ zur See von der allergrößten Wichtigkeit ist, in ihre Hände bekam. Er war auch! einer der Hauptbesitzer der großen liberalen Zeitung Daily News, und sein Hcms Mir der Mittelpunkt eines großen Kreises von Künstlern rmd Schriftstellern. New-Aork. Eine echt amerikanische Idee hatte Rabbi Warsaw in Waco '(Texas), indem er seine Gcmtzindemitglieder ersuchte, nach! der Predigt über diese eine Debatte zu eröffnen. —i : Im 75. Lebensjahre verschied der frühere Pfarrer Dr. Isaak K. Funk, dessen Opserwittigkeit als Seniorchef des großen Berlages Funk n. Wangals die Iewish Encyclopedia zu verdanken ist. Philadelphia. Hier feuerte der 29jährige Meier Blank aus seine Frau, die sich vor vier Wochen von ihm getrennt hatte, auf seine Schwiegermutter Esther Wassermann und dqnn ans sich. Blank und seine Schwiegermutter sind tot. A«s der Lehrervett. Etratzbnrg. Die Pensionskasse der Witwen und Waisen der Rabbiner und isr. Beamten (Konsistorialsekretäre) in!Elsaß-Lothringen vereinnahmte im Jahre 1911 2239 JL (Mark 1000 Regiernugszuschuß, 459 JL Mitgliederbeiträge, 1780 Mark Zinsen) und verausgabte 2656 JL (2580 JL Pensionen und 76 JL sonstige Spesen). Das Vermögen beziffert sich auf 52438 JL Freiburg i. v. Erster Kantor und ReligwnSlehrer Feist Sommer erhielt anläßlich feines 50jährigen Dienstjnbilänms das 'Berdicnstkrcnz vom Zähringer Löwenorden. (1-1 Posen. Die Bereinigung von Rabbinern der Provinz Posen zur Wahrung des Aberliefertan Judentums .hielt .Hierselbst eine Versammlung ab. . .. .. - Der -Vorsitzende, Rabb. Dr. Wr e schn er-Saniter. restrierte über einen ,H a lachi s chein Gr Mn d s a tz Und erörterte ihn an der Hand der tasmüdifKn QuMen." ' "!

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