Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 10 (1912)
- Issue
- Heft 12 (22.3.1912)
- Date
- 1912-03-22
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 12 Frankfurter JsraelitisHes FamMnblatk. «Seite ii In weiten Kreisen des Landes gibt sich für das Zustandekommen der Bersammlmig lebhaftes Interesse kund. I Antwerpen. Die hiesige deutsch-jüdische Realschule, unter der Leitung Direktors Dr. Jsaac Mirkin, wird von 140 Kindern besucht. Sie will ihren Zöglingen tüchtige Kenntnisse in allen jüdischen und profanen Lchrgegcnständen vermitteln und sie zu religiösen, gebildeten Atännern erziehen. In bezug hierauf sagt der jüngst erschienene Jahresbericht: „Unserer Ansicht nach kann dies erfolgreich nur in einer Anstalt wie die unsrige erreicht tverben, wo die Schüler in einein jüdischen Milien in jüdischer und profaner Wissenschaft zu gleicher Zeit und in gleiche ernster Weise unterrichtet werden. Bezüglich der Lehrmethode möchten wir speziell hervorheben, daß schon von den untersten Klassen ab neben dem Deutschen Unterricht in hebräischer Sprache erteilt wird; in den höheren Klassen sind die Schüler so weit vorgeschritten, daß sie eine leichte Unterhaltung in hebräischer Sprache zu führen fähig sind und eine größere Anzahl hebräischer Gedichte auswendig aufsagen können. Diese Kenntnis der Sprache erleichtert anderseits das Erlernen von Pentateuch und Talmud. Es wurde auch während der letzten Jahre mehr Wert auf den Unterricht in vlämischer und speziell französischer- Sprache gelegt. Wir woUen für unsere Kinder eine Pflanzstätte echt jüdischen Geistes, eine Pflanzstätte der Thora unterhalten und innner mehr zur Vervollkommnung bringen, die allen wahlberechtigten Bedürfnissen des Lebens voll und ganz Rechnung trägt!" Aus de« Bereiuerr. Berlin. Dem Rechenschaftsberichte der „I üd. Arbeiterkolonie in Weißensee" entnehmen wir folgende Stellen: „Das verflossene Dereinsjahr war ein rüstiges Arbeitsjahr, in dem 748 Schützlinge, darunter 661 neu eingetretene, die Wohltaten unseres Hauses genossen haben." „Eine durch die teueren Zeitverhältnisse erklärliche Steigerung hat der Verpflegungssatz erfahren, der von 58,5 Pfg. für Mann und Tag auf 62,9 Pfg. angewachsen ist. Das bedeutet bei 27014 Vcrpslcgungstagen eine Verteuerung um 1200 Mark." „Vermögensbilanz und Rechnungsabschluß weisen diesmal ein unerfreuliches Bild auf: der Betriebsfonds ist von 39 551 auf 32 438 Mark herabgegangen. Da außer der bereits besprochenen Verteurung der Verpflegung, mit der wir dauernd zu rechnen haben, kein Ausgabe» Posten eine Steigerung aufweist, auch die laufenden Einnahmen keine bemerkenswerte Minderung erfahren haben, so muß die bedauerliche Tatsache festgcstellt werden, daß unsere Anstalt mit ihren bisherigen laufenden Einnahmen zu einem großen und danernd en T ef iz i t verurteilt ist. In der Tat erklärte sich der erschreckend hohe Fehlbetrag einmal ans der herrschenden Teuerung, zum andern aus dem Sinken der einmaligen Beiträge von 4095 Jf. im Vorjahre auf 1740 .11 im verflossenen Jahre." Berlin. Der Hilfsverein für jüd. Studierende hielt dieser Tage seine G e n e r a l v e r s a m m l u n g ab. Justizrat Dr. A. Seligsohn, der Vorsitzende, hob aus dem Berichte des Schriftführers Prof. Dr. F. Lieber mann hervor, wie der Verein im vergangenen Jahre 156 Studenten mit über 35 000 JL unterstützen konnte und — da er von früheren Stipendiaten über 11000 JL znrückempfing — doch sein Vermögen von einer halben Million nicht verringerte. Nur kann der Verein den Stipendiaten noch immer nicht mehr als Vs des zum Lebensunterhalt Nötigen gewähren, also die Last des SinndengebenS ihnen nicht abnehmcn. Hamborn- Im „Verein für jüdische Geschichte N N d L i t e r a t u r" sprach L. P e r l IN u t t e r- Franksurt a- M. über „Das Jahrhundert der Emanzipatio n." Einlestend führte der Redner ans, daß entgegen der offiziellen Festreden bei der Berliner Emanzipationsfeier kein Anlaß zu überschwänglichem Jubel gegeben sei, sobald man einen Mick auf die innere Verfassung der Judenheit nach der Emanzipation werfe. Redner entwarf sodann ein großangelegtes Bild der bald nach der Emanzipation einsetzenden Strömungen im Judentum, die das 19. Jahrhundert als ein Jahrhundert der Assimilation erscheinen lassen und analysierte die historischen Ursachen dieser Erscheinungen an einer Charakteristik der damals führenden jüdischen Persönlichkeiten und deren Ideen. Ter falsch verstandenen Emanzipation, die das Tauf- und Reformjudentum gezeitigt habe, stellte Redner die Autoemanzipation entgegen, die keinen Verzicht auf irgend ein nationales oder religiöses Postulat des Judentums zulasse. Tie temperamentvollen, einstündigen Ausführungen des Redners, wurden an verschiedenen Stellen von begeisterter Zustimmung unterbrochen und fanden am Schlüsse den stürmischen Beifall der sehr zahlreichen Versammlung. In der Diskussion sprachen Lehrer U ck o, der den Aufsatz Professor Cohens über die Emanzipation erwähnte und auf die hohe Bedeutung talmudischer Lehrstühle an den Universitäten hinwies, sowie Vorsteher Maier, der über Mendelssohns Stellung zur Emanzi-. pation einige Fragen stellte, die der Referent in seinem Schlußworte beantwortete. S. Ans der zionistische« Bewegrms. Berlin. Vom 17.—19: März fand hier die zweite Sitzung des vom X. Zionistcnkongreß eingesetzten Großen Aktions-Komitees statt. Zweiundzwanzig Herren hatten sich eingefunden. Die Mitglieder des Engeren Aktions-Komitees erstatteten ausführliche Be- CHOCOLADENSCACAO I Fabrik in BieBSEnhaFen. Bayer,Allgäu. riDs 120 Unter streng ritueller Aufsicht der Ritual-Kommission der Isr. Gemeinde zu Frankfurt a. M. hergestellt und in Bezug auf religionsgesetzliche Zuverlässigkeit demnach allen Anforderungen entsprechend. General-Depot für Frankfurt a. M. und Umgegend: Job. Gg. Walther & Cie., Schäfergaase 18, Tel. Amt I Nr. 7129. Adaß“ s Pflanzenbutter-Margarine. Vollkommenster streng koscherer Ersatz für feinste Molkerei-Tafelbutter. Zur Zubereitung sowohl von Milchals auch Fleischspeisen zu verwenden. P flau zenb ulte r-J»dustri e EDUARD BOAS, Hamburg, Gr. Borstah 28,2.Etg. Generalvertreter für Frankfurt a. M. und Umgebung: Moritz Oppenheimer, Frankfurt a. 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