Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 10 (1912)
- Issue
- Heft 11 (15.3.1912)
- Date
- 1912-03-15
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nc. 11 Seite 13. — 1 . i 1 - geschlossen werden darf, daß diese die Erfinder der Buchstabenschrift sind. Als Buchstaben wurden die schon vorher gebräuchlichen Lose benutzt. Diese Lose stammen von den Babyloniern und sind den Sternbildern nachgeahmt. Dem Namen nach: Alcph gleich Stier, Beth gleich Jungfrau, Mem gleich Wassermann, Resch gleich Wage und Zaddik gleich Schütze; der Form nach: Chet gleich Kleiner Bär, Taw gleich Kreuz, He gleich Großer Bär, Sajin gleich Zwillinge, Waw gleich Krebs, Ajin gleich Krone und Samach gleich Löwe. Der Vortragende veranschaulichte an der Tafel die weitere Entwicklung der althcbräischen Buchstaben zu der samaritanischen, aramäische», griechischen usw. Schrift. Erschloß mit den Worten: Die Welt hat uns Juden also nicht nur den Monotheismus und seine Ethik, sondern anch die Buchstabenschrift zn verdanken. Melsungen. Der fast 81jährige emerit. Lehrer B. Block, der hochgradig nervös war, verschwand am 3. d. Mts: nachts. Erst am Morgen wurde sein Fehlen bemerkt. Beim Nachforschen sand man seinen Rock und Hut an dem Fuldaufer. Trotz allen Snchens hat man seinen Leichnam nicht gefunden. Die hiesige Männer- Chebroh hat demjenigen, der den Verschwundene» auffindet, eine Belohnung von 50 J(-, zugesichert. Herleshausen. Zum Lehrer der hiesigen Gemeinde wurde M. Moses aus Vlotho gewählt und regierungsseitig bestätigt. Stettin. Dr. Wiener-Duisburg ist zum Rabbiner der hiesigen Gemeinde gewählt worden. Brzesko lGalizien). Rabb. Tobias Lipschütz ist im Alter von 87 Jahren verschieden. Paris. Im SI. Levensjahre verschied hier Theodore Levi-Alvares, dessen Schulbücher in zahlreichen Schulen Frankreichs eingeführt sind. Warschau. Der Porisower Robbe (Rabbi Awrohomlc), ein Sohn des Rebben Rabbi Josua frankfurter FsrselittsHeZ MMietcklStk. Ascher und ein Enkel des Jid Hakodesch, ist — 73 l Jahre alt — verschiede n. Rebbe zu werden, hat sich der Verstorbene lange Jahre geweigert, und erst vor sieben Jahren hat er sich dazu verstanden. Er wurde infolge seiner persönlichen Liebenswürdigkeit und seines ganz hervorragenden Thorawisscns unter den Chassidim sehr schnell populär und war ungemein geschätzt. Seit Jahren kam er jeden Sommer nach Bad Nauheim. Aus de« Vereine«. Berlin. Am 10. März eröffnete der Jüdische Turnverein Bar Kochba auf seinem Sportplatz in Schulzendorf seine Sport- und Spielsaison. Trotz des nicht gerade einladenden Wetters waren 50 fiktive auf denk Platze und gaben sich mit regem Eifer dem Training in den verschiedensten sportlichen Hebungen hin. Unter anderem waren zwei vollständige Fußballmannschaften, je 11 Mann, zur Stelle. Ein gemeinsamer ruhiger Waldlauf tief hinein in den herrlichen Forst, der dem Platze benachbart ist, sollte -den Leichtathleten die in der winterlichen Muße versteiften Schnenbänder lockern. Läufe über kürzere Strecken, Wurf- und Sprungübungen unter erfahrener Leitung, vervollständigten das Pensum des Tages. Auch einige Hockeyschläger — dieses reizvolle Spiel findet neuerdings in der Abteilung gleichfalls eifrige Pflege — traten in 'Aktion. Ueberall zeigte sich eine erfreuliche Regsamkeit, die wohl mit auf den Anreiz des bevorstehenden großen jüdischen Sportfestes, das gelegentlich des 5. Jüdischen Tnrntages in Berlin stattfinden tvird, zurückzuführcn ist. In Kürze ivird das geregelte Training für die große leichtathletische Prüfung chcr Berliner Sportwelt, den S tasctteu la uf Potsdam-Berlin, ausgenommen werden. Die Sportabteilung, die im vorigen Jahre bei dieser Konkurrenz verhältnismäßig günstig abschneiden konnte, wird auch diesmal die jüdischer Farben vertreten.; Heidelberg. Bereinigung jüd. Akademiker. Im Vordergrund ihrer Tätigkeit stand eine rege wissenschaftliche Arbeit, die das gesamte Bereinsleben vom Beginn des Semesters an erfüllte, und die Schaffensfreude in dieser Richtung erlahmte die langen Monate hindurch nicht, sodaß noch am Ende des Semesters mit derselben Lebendigkeit und allseitigen Anteilnahme ^gearbeitet wurde. Als die rühmlichste Leistung der B. I. A. muß bezeichnet werden, daß sic sich korporativ an den Hebungen des Talmudischeu Seminars beteiligt hat. — Allwöchentlich fanden wissenschaftliche Borträge statt, die die Mitglieder in lebhafter Anssprache bis in späte Abendstunden hinein beisammen hielten. Nach Art der - Zyklen über Bürgerkunde wurde ein Zyklus von Referat- und Diskussionsabenden eingeführt, in dem alle die praktischen Fragen des jüdischen öffentlichen Lebens unter Leitung des Bbr. Reallehrer Tuch au er behan- ' delt wurden. Die Aufklärungsgebiete erstreckten sich auf die Fragen jüdischer Erzieh,cng, der Gemeindebildung und Verwaltung, der großen jüdischen Organisationen >tmd Institutionen. Im einzelnen konnten in diesem Semester folgende Themen zn Ende geführt werden: 1. Cheder und; Religionsschule, 2. Schechitah und Gottesdienst, 3. Ritualbad und Äeerdigungswesen, 4. Armen- und Krankenfürsorge, 5. Ursachen, Wege und Ziele her Reform, 6. Erscheinungsformen der Reform, 7. Der Zionismus. Bbr. sind. math. I e i d e l sprach an zwei 'Abenden über das Theina: „Die Ueberlieferung des jüdischen Gesetzes", das j eine Fülle von Anregungen und Belehrungen 'bot. An allen diesen Veranstaltungen nahm "stets die vollständige Korona teil, wie überhaupt das Verhältnis der BnndKbrüder zu einailöer ein äußerst angenehmes und freundschaftliches war. Das zeigte sich auch in den Ber- CHOCOLADEN&CACAO Fabrik in BiessenhoFen. Bayer.Allgäu. 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