Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 10 (1912)
- Issue
- Heft 11 (15.3.1912)
- Date
- 1912-03-15
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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SM 14. FraÄfuMr Israelitisches; FamilimKatk. Nr. 11. ianpaltungen, - die ausschließlich der Geselligkeit dienten. In Unterhaltungsabenden und Kneipen, in Ausflügen und Spaziergängen in ' die Berge des Neckartals kamen sich die Bundesbrüder näher, gebend und nehmend fühlte -sich; jeder Wohl im Kreise unserer Bereinigung. Als Ferienpräside wurde gewählt: cand. chem. Moritz Weinberger (Weberstr. 6), der bereitwilligst jede gewünschte Auskunft erteilen wird. München. Der Verein „Mekor Chajim" hatte anläßlich seiner Uebersicdelung in ein neues Lehrlokal (Herzog Zwdolfstr. 11/0) zu einem Festessen eingeladen. Wenn auch die Vorbedingung zu einer „Sudoh-schel Mizwoh" an und für sich schon günstiger ist, als die einer gewöhnlichen Feier, so war doch der schöne harmonische Verlauf der Veranstaltung nur möglich, dank des einmütigen Zusammenarbeitens der Mitglieder. Für das wirklich vortreffliche Essen sorgten Damen unsrer Herren Balbattim, während die Bedienung in freundlicher Weise von einigen jüngeren Damen unserer Mitglieder übernommen wurde. Neben den meisterhaften Ausführungen unseres verehrten Rabbiners Dr. Ehrentreu und einer Eröffnungsrede unseres Vorsitzenden, wechselten Violin- und Klaviervorträge unserer jüngeren Mitglieder mit Tischreden unserer Herren Balbattim. Ein 'Tischlied — verfaßt von einem jungen Vereinsmitglied und ein ulkig gehaltenes — Die Schmerzen und Wünsche des Vereins schilderndes Couplet — füllten die Stunden rasch aus. — Die neuen Bereinsräumc befinden sich im Parterre. Ein besonderer Lesesaal mit jüdischen Zeitschriften bietet Mitgliedern und Njchtmitgliedern Gelegenheit, sich in zwecknäßiger Weise zu beschäftigen. Auch zu den wöchentlich achtmal stattfindenden Schiurin: sind gerade in München weilende Gesinnungsfreunde herzlich willkommen. Wollen wir wünschen, daß dieser so verheißungsvolle Anfang in den neuen Räumen, der die Fähigkeit und Aufopferung unserer Balbattim wie auch der jüngeren Mitglieder dargetan hat, unserem Vereine, der' den Limud- Hathoroh auf feine Fahne geschrieben hat, neue Freunde und Gönner wirbt. Au dieser Stelle sei unseren Herren Dozenten, Sr. Ehrw: Herrn Rabb. Dr. Ehrentreu, Kantor Rötter, Kantor Löwh, Dr. Rafael Levi, Lehrer Strauß, Salomon Levi, für ihre selbstlose allseits anerkannte Tätigkeit im Vereine unser Dank ausgesprochen. Eingesandt. Zaum tauw in der Religionsgesellschaft. Regolim - Wanderfeste, nennt die Tauroh die Zieste Pesach, Schowuaus und Sukkaus, weil an ihnen sich alle erwachsenen Männer des jüdischen Reiches in Jeruscholajim zusammenfanden. Wenn nun auch der offizielle Aoeck dieser Regolim der war, isch kematnas jodau, je nach Vermögen im Tempelheiligtum eine Spende darzubringen, so geht man wohl mit der Annahme nicht fehl, das sie nicht nur zum Geben sondern auch! zum .Revuen willkommene Gelegenheit gaben. Als .Familienfeste, als die wir unsere Jomim tauwim feiern, tonnten sich! die Zusammenkünfte in Jeruscholajim nicht gut entwickeln, da ja Frauen und Kinder meistens in der Heimat blieben. Um' so mehr werden daher die Jomtow- Tage ,iu Jeruscholajim zum Lernen, 'zum gegenseitigen Gedankenaustausch, zu guten Anregungen, die in der Heimat Verwirklichung finden solllen, Verwendung gesuchten haben. Die Wanderfestr Waren dann herrliche Riesenkongresse und die geistige Ausbeute für alle Teilnehmer unschätzbare Güter, wichtige Fundamente für die Entwicklung jüdischen Geisteslebens in den Landgemeinden. Auch für uns in Frankfurt haben die Jomim taiNvim den Charakter von Wir »der festen in gewissem Sinne behalten oder wieder gewonnen. Die Söhne, die sich eine Existenz irgendwo im Reiche oder im Auslande gegründet haben, kommen zu denr Jomim tauwim nach Frankfurt, um ihre Angehörigen zu sehen und sich an dem schön entwickelten Kehilloleben zu erfreuen. Und die 'Kaufleute, die der Kampf ums Dasein das Jahr über zwingt, stets auf Reisen ihren: Berufe nachzugehen, auf Jomtow kehren sie nach Hause zu ihrer Familie und ihrer Kehilloh zurück. Wie ist cs aber mit der geistigen Ausbeute bestellt, die der Jomtow in Frankfurt bietet? Leider muß mau konstatieren: Sie ist beinahe gleich null. Die Vereine und Stiftungen und Lehranstalten für Talmud-Tora haben ihre Pforten geschlossen. Sie machen Ferien und gönnen ihren Dozenten und Hörern über die Feiertage für einige Wochen Ruhe. Die privaten Zirkel, wenn sie nicht ebenfalls pausieren, sind exklusiv und führen ihr löbliches Tun so Ml und geräuschxlos aus, daß der Außenstehende bon ihrer Existenz meist überhaupt nichts ahnt^_Die Vorbereitungs-Schinrim zu dem offiziellen chakachischen Dortrag, ohne die ein Erfassen des Gegenstandes unmögliche ist, sind schon lange vor dem Feste beendet. Bestenfalls kommt man zum Genuß einer Predigt. Jm übrigen ist das Programm für die Jomtowtage mit dem Besuche der Synagoge, einer strapaziösen Besuchstour und Essen und Trinken erschöpft. Im Ganzen kann man sagen: es werden die besten Gelegenheiten für eine Aufsrischung wahrhaftjüd. Geisteslebens zu wirken, verpaßt, und von der langen Reihe von Tagen der Muße, die oft durch das Zusammenfallen mit den christlichen Feiertagen 9 bis 12 Tage ausmachen, kann man kaum mehr erzählen, als „ich habe wieder mal in einer besonders schönen Synagoge gebetet." Gerade in einer Stadt, die wie Frankfurt a. M. das Glück hat, eine große Anzahl für das überlieferte Judentum begeisterter wichtiger Gelehrten zu besitze,:, kann und muß es deshalb' anders werden, ziunal ü: einer Zeit, in der es einerseits mehr denn je zu einem Bedürfnis geworden ist, „bei ma schetoschiw laepikaures", andererseits Mach durch« eine alle Zeit und Kraft in Anspruch nehmende Berufstätigkeit. das Jahr über zu solcher Orientierung für viele nur wenig Gelegenheit vorhanden ist. Wenn diesen Zellen das Glück Geschieden sein sollte, daß die berufenen Persönlichkellen die vorstehenden Anregungen auf den Grad ihrer Berechtigung prüfen, dann haben sie ihren Zweck reichlich erfüllt. Isch Jehudi. Auf Selle 97 des Buches: „Die Sprachen der Inden" von Dr. Heinrich Loewe findet sich folgende Bemerkung: „ . . . jener oft zitierte Ausspruch eines dogmatisch-liberalen Fanatikers in Berlin: „das Hebräische als Gebetssprache ist Gotteslästerung", .... Es liegt mir außerordentlich viel daran, den Ursprung dieser Aeußerung festzustellen. Wann und wo ist sie gefallen? Wer ist Ihr Urheber? Wo findet sich' darüber etwas gedruckt? Für eine aufllärende Mitteilung würde ich sehr dankbar fein. Dr. Felix Goldmann, Rabbiner, Oppeln. Soweit wir uns erinnern, ist ein derartiger Ausspruch vor etwa zehn Jllhren seitens eines der führenden Berliner Liberalen gefallen. Es war das gelegentlich des Dr. Eschelbacherschen Wunsches, das hebräische Gebet „Uwo le' zijann ganel" an Stelle eines deutschen zu sprechen. D. Redakt. Kunst «nd Literatur. Zweites Jahres - Supplement 1910/1911 (Band 23) zu Meyers Großem Konversations-Lexikon, sechste, gänzlich neubearbelletc und vermehrte Auflage. 1005 Seiten Text mit 994 Wbildungen, Karten und Plänen im Text und auf 90 Bildertaseln (darunter 9 Farbendrucktafeln und 7 selbstständige Kartcndeilagen) sowie 3 Textbeilagen. In Halbleder gebunden 10 JL oder in Prachtband 12 JL (Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien). Die Bedeutung des Konversations-Lexikon bedarf keiner Worte. Nur eines fehlte bisher diesem Nachschlagewerke zu seiner Vollkommenheit: das Aktuelle auf jedem Gebiete mußte es unberücksichtigt lassen. Diese Krone zu seiner Vollendung hat es nun in der Einrichtung der Ergänzungsbände erhalten. Vor uns liegt das zweite Jahres-Supplement des Großen Meyer. Machen wir einige Stichproben darin! „S y r: e n." Da lesen wir u. a.: ,Jm Jahre 1910 begann der Bau der 102 km langen Bahn Tripolis— Homs, die gleich der von Haifa nach Damaskus die Bedeutung Beiruts noch mehr vermindern wird. Seit Einführung der allgemeinen Wehrpflicht für alle Bekenntnisse in der Türkei nimmt die Auswanderung christlicher Familien und namentlich junger Leute nach Nord- und Südamerika sehr zu, besonders aus Syrien (wöchentlich oft 400—500 Familien), wogegen die Regierung energisch einzuschreiten sucht." Ueber den bekannten Misrachisten Hermann Struck finden wir folgendes verzeichnet: „Radierer und Porträtmaler, geb. 6. März 1876 in Berlin, besuchte zuerst einige Privatateliers, dann (1895—1900) die dortige Kunstakademie. Seine Lehrer waren Max Koner (Malerei) und Hans Meyer (Radierung). Später unternahm Struck ausgedehnte Studienreisen, die für chn wichtigste 1903 nach dem Orient (Palästina). Er radierte n. a. die Bildnisse Gerhard Hauptmanns und Richard Dehmels sowie mehrere landschaftliche Folgen: Studienblätter aus Palästina, Vom Rande Berlins, Venezianisches Skizzenbuch. 'Die vollständigste Sammlung seiner Werke besitzt das Großherzogliche Museum in Weimar. S., der in Berlin wohnt und Mitglied der Londoner Sociech of Painter-Etchers and Engravers. ist, genießt als Radierer bereits einen hohen Ruf. Er schrieb: „Die Kunst des Radierens" (Berlin 1908). Ein Katalog seines graphischen Werkes, von A. Fertloge und' K. Schwarz, ist im Erscheinen begriffen. (Berl:)." Bezüglich der geplanten Frankfurter Universität heißt es: „Die schon lange für Frankfurt geplante Universität, eine Stistungsnniversität, soll mildern Sommersemester 1914 eröffnet werden. Sie .wird nur drei Fakultäten erhalten, eine juristische, eine philosophische und eine medizinische. Die Stadt soll zu der Universität keine wesentlich höheren Aufwendungen machen, als sie es heute schon für die akademischen Einrillungen und die medizinischen Anstalten tut. Die Gesamtkosten werden 'Durch die Versetzung unseres Herr» Rabbiners in den Ruhestand wird die Rabbinatsstelle innnserer Gemeinde zum 1. April d. Js.'fre: und soll baldmöglichst wieder besetzt werden. DaS Anfangsgeh all beträgt 4500 Mk. jährlich und steigt von 3 zu 3 Jahren um je 500 Mk. bis zum Höchftbetrage von 6000 Mk. Für die Erteilung des Religionsunterrichts an den höheren Schulen sind außerdem bisher cr. 260 Mk. jährlich vergütet worden. Nebeneinnahmen find vorhanden. Die Pensionsversicherungdes Rabbiners und die Fürsorge für seine Hinterbliebenen sind sötzungsgemäß gewährleistet. Akademisch gebildete Theologe» deutscher Reichsangehörigkeü werden gebeten, ihre Meldung mit Lebenslauf und Zeugnisse bis zum 1. April d. Js. an den Unterzeichneten gelangen zulasten. - Tilsit, dm 25. Februar 1912. L» Vorstand der M-Synagoip-GBinBiDilt. Dr. Rosenkranz. Zur selbstständigen Führung meines kleinen Haushaltes (3 Personen) suche per 1. April ein tüchtiges Fraulein gegen hohen Salair. Dasselbe muß perfekt in der Küche sein und die Pflege meines 8 jähr. Töchterchens mit übernehme». Dienstmädchen vorhanden. Genaue Offerten mtt Bild und Gehallsansprüchen erbeten an Fra« Josef Schloßsteiu, «elseukirchen, Florastr.24. Iwei Lehrlinge mtt Berechtigungsschein zum Einjährig-Freiwilligen-Dienst, wewen zum 1. April a. cr. oder früher gesucht. ■. Stern, Güseukirche«, Gsengroßhandlung. 58 W, Gr. 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Gehallsansprüchen. Bild erbeten. leraasii Wedel, Greifswald. Hamburgs) wird jüngerer, ansehnlicher, groß gewachsener kommis gesucht, der,sich später ür die Reise eignet. Souuabends geschl. Off. mtt Bild und Gehaltsansprüchen unter ll. I). 9997 an die Ann.-Exped. Rudolf Masse, Hamburg. " ' Um bietet sich tücht. jg. Mann m ca. 12 Mille Vermögen durch Einheirat in Likörfabrik mit Weinhandlung, in größerer Residenzstadt Norddeutschlands. Branchttenntnisse nicht unbed. erforderlich. Gefl. Off. mögl. mit Bild unter 1214 an die Expedition des Blattes. Für Verwandte, 23 I., Wirtschaft!. erz.. ans. Erscheinung, 30000 M.Mttgist, suche Heirat mtt relig. Herrn. Off. unter R. 10 an die Exped. o. Bl. Gebildete ältere Dame, die 9‘/* I. den Haushalt ihres kürzlich verswrbenen Chefs zur gevild. ält. Herrn. Offert, an 8. Stern, Dortmund Westerbleichstt. 3.! 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