Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 10 (1912)
- Issue
- Heft 11 (15.3.1912)
- Date
- 1912-03-15
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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gttfcio. Das Müuzuvwese« tu Palästina. Von D. Tcrchauer. Wer mit der naiven Anschauung najchj Palästina kommt, daß unsere Art des Rechnens nach Adam Riese in der ganzen Welt gültig sei, der ist in einem Irrtum besangen. Der einfachste Araber wird ihn mit Hilfe des bis zur Genialität umständlichen Münzwesens spielend übers Ohr hauen. Das Geniale an dem dortigen Geldwesen ist zunächst; daß man nach Minzeinheiten rechnet, die es .gar nicht gibt. Man rechnet mit Piaster und Para, 1 Piaster gleich 40 Para, aber es gibt weder Piasternoch Parastücke. Doch HE, das stimmt nicht ganz. In Beirut bekam ich wirklich einige silberne Piasterstücke zu sehen. Da diese aber große Seltenheiten sind, sind sie im Preis gestiegen und gelten gleich 11/4 Piaster. Das gebräuchlichste türkische Geldstück ist das Aschari oder Metallik. Seinem Namen nach gilt es 10 Para. Tatsächlich nehmen es die Posten und die Regierrmg zu diesem Wert. Das Volk rechnet es zu 12x/s Para. Denn 10 Para wäre ja Lu einfach. Damit sind wir schon zu dem schwierigsten Gebiet gekommen, nämlich zu den Kursunterschieden. Es gibt Regierungskurs, Postcurs, Jerusalemer Marktkurs, Jaffaer Marktkurs und den Kurs verschiedener anderer Orte. Mit Hilfe dieser Kursunterschiede sim» die erstaunlichsten Rechenkunststücke möglich , So fvird z. B. viel nach, Francs gerechnet. Dja 1'Franc gleich 100 Centimes ist, glaubte ich, daß 4 Atarken a 25 Centimes 1 Franc kosten. Eines Tages kam mir ober der Zweifel. Ich hatte nämlich für eine 25 Centimes-Marke 4 MetallW bezahlt, für 1 Franc aber nicht 4 mal 4 gleich 16, sondern 17 Metalliks bekommen. Ich erzählte nun einem Fachmann von meiner Entdeckung und erhielt die lächelnde Erwiderung, ich solle meine Marken einmal am Postamt selbst kaufen. Ich tat das. Doch was erhielt ich für 1 Franc? 4 Marken und 8 Atetalliks! Ich hatte die folgende Gleichungen: a) (in der Stadt) 100 Cs. gleich 4 mal 25 Cs. und 1 Metallik; b) (an der Post) 100 Cs. gleich 4 mal 25 Cs. und 3 MetEW. Wie war die Rechnung zu erklären? Eine Marke zu 25 Centimes gilt 1 Piaster. Da nach Regierungskurs 1 Metallik 10 Para hat; so ist 1 Piaster gleich 4' Metalliks. Darum kostet eine Marke 4 Metalliks. Nwr gilt für gewöhnlich 1 Franc gleich 5 Piaster 18 Para gleich 218 Para, 1 iMtEik gleich ILVr .Para. Folglich ist 1 Franc gleich 17 Metalliks 5Vr Para. Die 5x/s Para bekommt man für gewöhnlich nicht, da es wie schon bemerkt, nur ganz wenige dieser Münzen gibt. Bei 2 Francs bekommt man, dann 1 Metallik mehr, also 35 MetallW. Aus der Post ist aber 1 Franc weniger wert, nämlich nur 4 Piaster 30 Para. Trotzdem bekommt man mehr dafür, da 1 Metallrk im Verhältnis noch weniger wert ist; nämlich 10 Para; d. h. man bekommt 19 MetEW für 1 Franc oder 4 Marken und 3 MetEiks. Wenn man nun schlau ist; kann man eine Postkarte für das Ausland im Werte von 2 MetallW umsonst haben. Man kaust eine solche gibt 1 Franc hin und bekommt 17 MetallW zurück. Diese gibt man in der Stadt wieder für 1 Franc aus, — und die Postkarte man umsonst! Nun meint man, daß die Post dabei verlieren würde. Das sieht aber nur so aus. Denn rechnet man nach, Piastern, so gibt ja die Post weniger für 1 Franc als man sonst bekommt. Sie hat also auch wikder gewonnen. Eine höhere Münze stelll der B i s ch l i k dar. Dieser gill nach Regierungs- und Poflckurs 2X/» Piaster, in Jerusawm 3 Piaster, in Jaffa 3 Piaster 5 Para. Man bekommt demnach in Jerusalem 9 MetallW für 1 Bischlik, in Jaffa 10. Die Folge davon ist; daß alle NffchlW nach Jaffa ausgewandert sind, während die MetEW nach Jerusalem wandern. Eine andere höhere Münze ist die Medschidi, von der es auch Teilwerte gibt; nämlich, % Medschidi, V* McLschidi und % Medschidi. 1 Medschidi gilt bei der Regierung 19 Piaster, bei der Post 20, in Jerusalem 23, iü Jaffa 23 Piaster 5 Para, in Haifa 23 Piaster 10 Para usw. Wenn einer nun durch die Post ein Paket bekommt und Zoll. bezahlen muß, dann schlägt die Post wegen Kursunterschiedes 1 Piaster darauf. Vermutlich bezahlt aber die Post nicht in Medschidis, sondern in andern Münzen, so oaß der Piaster eine Nebeneinnahme für die Post bedeutet. Eine schwierige juristische Frage entsteht unter solchen Verhältnissen z. B. in solgeuoem FE: Ich führe für eine lleine Reisegesellschaft die Kasse. In Jerusalem wechsele ich 20 Francs gftich 109 Piaster in Midschidis um. In Jaffa gebe ich diese aus, und in Haifa rechne ich mit der Gesellschaft ab. Nach, welchem Kurs must nun abgerechnet werden? Doch damü ist die Mannigfaltigkeit der palästinensifchen Münzscherze noch nicht erschöpft. Es gibt auch noch russisches Geld: 1 Rubel schwankt im Werte zwischen 14 Piaster und 14 Piaster 10 Para. Dann gibt es sogenannte kleine Metalliks, die in Jerusalem wie ein gewöhnliches MetEik gerechnet werden, in Jaffa dagegen z. B. nur die Hälfte gelten. Mit Hilfe dieser verschiedenen Münzsorten muß man dmm eine geforderte Summe möglichst genau zu bezahlen suchen, was keine leichte Aufgabe ist. Die Regierung suchte zunächst diese Aufgabe zu erleichtern, indem sie 5- und 2l/2-Paraftücke eiuführte. Dazu benützte sie Geldstücke, die früher als ganze oder halbe Kupferpiaster gedient hatten. Ein solches Parastück gllt nicht ganz 2 Pfennig, ist. aber viel größer als ein italienischer Soldo, hat also mehr Metallwert als Prägungswert. Das hatten die Palästinenser .als geborene Finanzgenies bald. Heraus. Sie schmolzen die. Münzen ein und verkauften sic als Kupfer, so daß schon heute ein großer Mangel an solchen Münzen besteht. Aber die Pente wußten auch Zrankfurtet ZsraelitisHeA ZamMeMaü. dafür Rat. Mau nahm ruffische Kbpekenstücke, oder österreichische oder ungarische 2-Hellerstücke und gab sie für 5 Para aus. Ein Hellerstück gilt 2 Vs Para. Da diese nun nicht so zahlreich zu beschaffen sind, gaben verschiedene jüdische Wohltätigkeitsanstalte», die kleine Geldwerte fiir Almosen brauchten, kleines hebräisch bedrucktes Papiergeld im Werte von 2Vs Para aus. Solche Blättchen werden in der Nähe derartiger Anstalten auch anstandslos angenommen. Die vernünftigste Idee hätten die deutschen Tcmpelgemcindcn, eine Idee, die aber wohl wegen ihrer Einfachheit nur wenig Anklang und 'Verbreitung .fand. Sie prägten nämlich Geldstücke im Werte von 10, 20 und •JO Para oder 1 Piaster. Diese Münze» sind aber, wenig eingeführt. Dank diesenc komplizierten Mnnzwcsen ist es möglich geworden, daß unzählige Geldwechsler nur von diesem einträglichen Gewerbe lebe», zumal auch, noch für das Einwechseln von Kleingeld jedesmal eigenes Wechselgeld bezahlt werden muß. Es ist jedoch zu hoffen, daß die jungtürkische Regierung auch hierin Wandel schaffen wird. Endlich ein brauchbares Religionsbnch. Motto: Wisse, was du dem Epikuräer zu erwidern hast Es ist schon des öfteren von sachverständiger Seite ans der Mangel eines guten jüdischen Rcligwnsbuchcs hervorgchoben und der Wunsch nach, Schaffung eines solchen ausgesprochen worden. Daß es bis jetzt noch kein solches gibt, beruht offenbar daraus, daß es unseren Wissenschaftlern direkt unmöglich, schien, ein einigermaßen brauchbares Religionsbuch zu schasse». Trotzdem heute viele die Meinung vertreten, daß ein Religionsbuch überhaupt.nicht nötig sei, daß unsere Bibel allein unser Religionsbuch sein müsse, will es mir scheinen, daß grade für unsere gegenwärtigen Verhältnisse, wo an ein eingehendes Studium der Bibel im Volke leider nicht mehr zu denken ist, ein gutes Religionsbuch; das den Extrakt unserer heiligen Schrift in verständlicher Form enthält, ein Erfordernis ist So hat es ' denn auch zu unserer Freude, der weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannte, sack)- und sachkundige Seminarlehrer F e i n st e i n in Münster in Westfalen es unternommen, ein in jeder Weise einwandfreies, wirllich brauchbares Religionsbuch zu schaffen. Er hat diese Riesenärbeft. an die sich dis jetzt niemand herangewagt hat, beonnen und meisterhaft durchgeführt. Aus jeder Seite es Werkes spricht der ernste Volksdiener, der tüchtige Pädagoge, der Wissenschaftler. Das Werk, das am unserer Lehrerversammlung in Bremen besprochen wurde, fand den ungeteilten Beifall aller Mftglieder. Besonders wurde die edle Sprache und die streng logische Beweisführung des Buches gerühmt. Es ist für die Schüler höherer LehranstEen und die Hand des Lehrers bestimmt und entspricht auch, den Anforderungen hinsichtlich dieser Bestimmung. Ueber den Zweck, die Anlage und die Ausgestaltung läßt sich der Verfasser in der Vorrede folgenderniaßen ans: ,Mas den Verfasser veranlaßt hat, ein neues Rcligionsbuch zu schreiben, ist die Wahrnehmung, daß es noch kein Lehrbuch gibt, das geeignet wäre, den Schülern höherer Lehranstalten Mittel an die Hand zu geben, um die nnmer zahlreicher und heftiger werdenden Angriffe auf die Religion mit Erfolg zurückweisen zu können. Daß aber gerade dies nottut, beweist die Tatsache, daß gerade die studierende Jugend dem Glauben ihrer Väter teils indifferent, teils skeptisch gegenüber steht, und daß infolgedessen der Abfall in bedauerlicher Weise zunimmt. Der Hauptgrund für diese irreligiöse Gesinnung ist in der eifrigen Lekllire der Schriftsteller des modernen Unglaubens zu. suchen. Da der junge Mann auf diese Weise wohl die Einwendungen, die religiösen Wahrheiten, nicht aber deren Verteidigungsgründe kennen lernt, so bemächtigt sich schon frühzeitig seines Gemütes der düstere Zweifel und aus dem jugendlichen Zweifler wird bald ein entschiedener Leugner. — Um es gradeheraus zu sagen, ich halte die sich philosophisch gebärdende, moderne Aufllärung für weit gefährlicher für das Judentum, als für die mit welllichen Vorteilen ausgestattcten anderen Religionen. Hat doch das Judentum ganz andere Stürme als diese sporadischen Bekehrungen Überstunden. Unversehrt ging es aus der Periode der Massentanfen des Mittelalters hervor, die durch die grausamsten Zwangsmittel herbeigeführt wurden. Es wird auch die ungerechte und zurücksetzende Behandlung seiner Bekenner in der Neuzeit überdauern. Die Zeit der heftigen und stürmischen Polemik zwischen Mutter- und Tochterreligion ist vorbei. Sie durch polemisch gehaltene Religionslchrbnchcr wieder aufleben zu lassen, halte ich für nutzlos, da hierdurch der Abfall der dürren Blätter von der uralten Eiche doch nicht verhindert werden könnte. Wenn etwas gegen den Mfall geschehen soll, so muß es durch Bekämpfung des Jndiffcrentismus »ich des Unglaubens geschehen. Gegen diesen besonders muß mit den schärfften Waffen vorgegangen werden, und hierbei ist oft die beste Verteidigung der Hieb. Es muß gezeigt werden, wie Haltlos die Beweistümer ,dcr vermeintlichen Philosophie gegen die Grundwahrheiten der Religion sind, und welche Stützen diese im nüchternen Denken finden kann. Auf diese Weise Eein kann bei dem Heranwachsenden Geschlechte eine Versöhnung des Glaubens mit dem Wissen angebahnt werden. — — — Man befürchte nicht, daß durch die Abwehr des Unglaubens der Schüler erst recht mit diesem bekannt gemacht und somit ungläubig werden könnte. ,Aor dem Sklaven, der die Nr. 11. .Kette bricht, vor dem freien Manne erzittere nicht."! Dieser Dichtersprnch läßt sich auch ans die sklavische! religiöse Erziehung antvenden, die dem Schüler nicht gestattete, gewisse, in ihm auftauchende Bedenken gegen manche religiöse Lehre vorzubringen. —. Wehe, wenn er die Ketten des Schulzwanges abgcschnttclk und sich, ohne voni Lehrer. hierauf vorbereitet zu sein, dem freien Denken ergibt. Er wird sich dann kein Gewissen daraus machen, das ganze Religionsgebäude, das er mir als Gegenstand des unverstandenen Glaubens kennen gelernt hat, joic ein Kartenhäuschcn umznstürze». Wird jedoch der Schüler, selbstverständlich der reifere, angeleitet, die Rcligionslehren zwar mit gläubigem Gemüte, aber auch mit selbsttätigem Denken anfzunehmen, so wird er auch später bestrebt sei», diese mit Vernnnftgründen gegen alle Angriffe zu verteidigen. Er wird' dann wisse», was er dem Epikuräer zu entgegnen hat. Hierzu bedarf es jedoch eines Lehrmittels, ivelches soivohl in der Schule, als über diese hinaus in der genannten Richtung anregend wirkt. Diesem dringenden Bednrftiisse abzuhalten, ist das vorliegende Buch; das ans einer mehr als dreißigjährigen Praxis hcrvorgegangcn ist. bestimmt." Es wäre im Interesse der Erhaltung und Förderung des Judentunis zu wünschen, daß das Buch die größte Verbreitung fände. Ganz besonders ncöchtc ich auch die Jugendvereine darauf aufmerksam machen, dem Verfasser wäre es sehr erwünscht, wenn sich vor der Drucklegung schon eine Anzahl Subskribenten meldeten, um zu wissen', in welcher Höhe er die erste Auflage erscheinen lassen soll. Reflektanten wollten sich daher möglichst bald bei dem Verfasser melden. Lehrer Adolf Rothschild, Achim-Brenieii. Aus aller Wett. Großbritannien. London. In der „Times" ist ein von L. A l e x a n d e r, räsident des Jewish Board of Deputies, und laude G. Montcfiore, Präsident der Angl0- Jewish Association, Unterzeichnete Erklärung abgcdruckt, in der gegen das Vorgehen der russischen Behörden gegen jüdische Reisende aus England Protest erhoben wird. Die Erklärung wird in politischen Kreisen lebhaft besprochen und hat auch in Rußland Eindruck gemacht. Dies kann man ayi besten aus einem Hetzartikel der „Nowoje Wremja" ersehen, der sich mit Bezugnahme auf diese Kundgebung der englischen Juden in wüsten Schimpfereien gegen das „internationale Judentum" .ergeht, welches in die souveränen Rechne des russischen Staates eingreife. Die einzige Antwort, die Rußland darauf geben könne,,führt das vornehme Patriotcnblatt aus, sei eine allgemeine ausnahmslose Grenzsperre gegen alle Juden. ... Rußland. Petersburg. Die Verhandlungen gegen den Mörder Polizeimeister Liwkin — er hatte zwei jüdische Kaufleute, die sich gegen seine unerhörten Erpressungen, die er seit Jahren gegen die Juden übte, endlich beschwert hatten, kurzerhand' nicdergeschossen— ergab ein echt russisches Urteil. Liwkin wurde zu 3 Jahren Gefängnis und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt und hat außerdem den beiden Witwen eine monatliche Rente von je .20 Rubel zu zahlen. Kiew. Die Rituaimordaffäre Justschinsky hat im ganzen Sndwesten eine förmliche Epidemie von Ritualmordbeschuldigungen hervorgcrnfen. Nur der 'Wachsamkeit der sich überall bedroht fühlenden Juden ist es zu verdanken, daß stets die Grundlosigkeit des Gerüchts nachgewiesen oder sogar der Ursprung des Verbrechens erniert ivrrden kann. Den Gipfelpunkt der neuen Knust erreichte ' ein Vorkommnis i n Odessa. Dort verlockte eine gewisse Kupricnko ihrcic Mann, den sie loswerden wollte, in den leeren Raum einer jüdischen Bäckerei, veranstaltete mit ihm ein Trinkgelage, brachte .ihm dann, als er berauscht war, am Halse nrit einem großen Messer mehrere Schnitte bei und hängte ihn an einem Handtuch ans. Da lockte das Gestön des Gehängten Leute herbei. Kuprienkos Weib erhob nun ein Geheul, daß die Juden ihren -Mann anfgehängt hätten, „um. sein Blut für ihre Osterkucheu zu benützen." Der zum Bewußtsein gebrachte, schwer verloundete Kuprienko vermochte jedoch den ganzen Tatbestand aufzuklären, so daß damit eine neue Katastrophe verhindert wurde. Das bestialische Weib genierte sich aber nicht, den freche» Ausruf zu tun: „Wie konnte ich ahnen, daß er noch am Leben geblieben sei? Wäre er tot, so hätten sicherlich alle geglaubt, daß ihn dieJnden für ihre Mazzoth ermordet haben." Jtztzt ist die Kuprienko verhaftet, und ihr Mann dankt öffentlich den Juden fiir seine Rettung. Hintereinander werden soeben zwei Fälle — aus den Städtchen Rsistschew und Woroschilowka — gemeldet. In Rsistschew war ein Knabe, dm bei einer Jüdin Schwarz Unterrichtsstunden nahm, plötzlich fiir einige Tage spurlos verschwunden. Sofort hieß es, die Juden hätten den Knaben Leiseitegeschafft und zu rituellen Zwecken abgeschlachtet Die Aufregung war in beiden Lagern außerordentlich' groß und die Stimmung besorgniserregend. Unerwarteterweise tauchte der Vermißte mit abgefrorenen Beinen wieder ans; aus Furcht vor Bestrafung ob einer von ihm zerschlagenen Lampe hatte er sich in einem großen Faß tagelang versteckt gv-