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Neue jüdische Presse · 1911-06-01 · Heft 22 (1.6.1911) · p. Seite 10

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
9 (1911)
Issue
Heft 22 (1.6.1911)
Date
1911-06-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Seite 1Ö. Florenz. Der König stattete der hiesigen Synagoge einen Besuch ab. Sturm. König Georg empfing in freundlichster Weise eine Deputation der hiesigen jüd i sch e »Gemeinde. Paris. Im Montmartic-Diertel ist ein Heim fnr jndische Emi g r antcii cingeweiht worden. Das Haus, das 160000 Frcs. gekostet hat, enthält 125 Betten und hat einen großen Garten. Es gewährt bis zu zehn Tagen kostenfreien Aufenthalt. Aus der Lehrerwett. Frankfurt a. M. Am 5. Juni rormittags 10 Uhr beginnt in der Aula der Realschule der Israelit. Rcligionsgcsellschast die G c n c r a l - V c r - fammlung des Bundes g c sc tz e s t r c n e r j Ü d. Lehrer Deutschlands. Es sind folgende Referate angesetzt: lieber den Einflus; des Lehrers auf die der Schule entwachfc„e Jugend (Oberlehrer Dr. Rothschild-Halbcrstadt), Versicherung der Privatbemnten (M. A. Locb- Frankfurt), Die Bedeutung der Elihurcdcn im Buche Jjob (Realschuldirektor Dr. Lange-Franksnrt). Berlin. Auch hier har sich nunmehr ein Lokalkomitee .der Tachkcinoni-Schnlc (Jaffa) gebildet und zwar mit folgenden Mitgliedern: Geh. Rcgicrimgsrat Pros. Dr. I. Barth (1. Vors.), B. Galewski (2. Vors.), S. Engel (Kassierer), Prof. Dr. A. Berliner, Prof. Dr. F. Blumenthal, Robb. Dr. W. Lcwy, Rabb. Dr. L i e b e r m a n n und Her m a n n S t r n ck. Das Komitee wird sogleich daran gehen, die Zahl der beitragenden Mitglieder in Berlin zu vermehren, was nmfo nötiger ist, als aus Mangel an Mitteln zu Beginn des neuen Semesters von 200 ncuangemeldcten Kindern nur 20 Aufnahme finden konnten. Anmeldung neuer Mitglieder an die Adresse des 1. Vorsitzenden (Louisenplatz 8) oder des 2. Vorsitzenden (B. Galewski, Kurfürstendannn 167/160) erbeten. Berlin. Im 68. Lebensjahre verschied Markus Reich, Direktor der Israelit. Taubstummenanstalt. (i>.) Posen. - Dr. Philipp Bloch, Rabbiner der Israelit. Brüdergemeinde, feiert dieser Tage seinen 70. Geburtstag. Hoppstädten. Zum Landrabbiner des Fürstentums Birkenseld ist Ferdinand Strastb u r g e r - Buchau gewählt worden. Pinne. Zum Rabbiner der hiesigen Gemeinde wurde Dr. Heinrich Baß freund, Sohn des Trierer Rabbiners, gewählt. Breslau. Nach dem „Jüd. Volksbl" ist die Frage der Bestätigung der vom Magistrat gewählten jüdischen Lehrkräfte nunmehr endgiltig gelöst lind -zwar im Sinne der städtischen Behörden. Der llntcrrichtsministcr hat kein Bedenken getragen, der Regierung die Bestätigung der gewählten jüdischen Lehrkräfte zu empfehlen mit der Maßgabe, daß denselben außer dem Religionsunterricht auch der Unterricht in andern Fächern in dem von der Schuldeputation bezeichncten Umfange zu übertragen ist. Daraufhin hat die Regierung die Anstellung der Lehrerin Frl. M n s ch c l bestätigt; die Bestätigung der Lehrer Adler-Antonienhüttc und Freundlich- Brombcrg steht unmittelbar bevor. Lemberg. Wie gemeldet wird, hat die Regierung die Verfügung von 1890, die von den R a b b i n e n die Absolvierung eines Gymnasinins fordert, dahin abgeändert, daß nur die vollständige Beherrschung einer der drei Landessprachen verlangt wird: Man merkt, daß die Wahlen vor der Tür stehen. Warschau. 20000 Menschen folgten der Bahre Rabbiners Jizchok Feigenbaum/ des ältesten, angesehensten und gelehrtesten Warschauer Rabbiners, bekannt auch als Herausgeber der talmudischen Monatsschrift „Schaarei-Thauro". In Rabbiner Feigenbaum ist ein Jdealrabbincr dahingegangen: patriarchalisches Aussehen, ungewöhnlich große Güte und Bescheidenheit als Mensch und ein gradezu phänomenales jüdisches Wissen. Er wurde verehrt bei allen Richtungen Und hatte keinen Feind. Wilna. Die Verordnung des Ministers Schwarz, die den privaten jüdisch en G y m n a s i c n die Rechte nimmt, ist/von seinem Nachfolger K ä s s o, der kein geringerer Jndenhasser als er ist. vorläufig a n f gr h o b c n worden. - ’' Aus de« Vereine«. Frankfurt a. SR. Der Verein „Mekize N i r d a in i m (1. Vors.: Prof. S i m o n s e n - Kopenhagen; 2. Vors.: Dr. A. F r e i m an n - Frankfurt), dessen Mitgliederzahl auf 505 angcwachsen ist, lieferte seinen Mitgliedern im Jahre 1910 folgende Werke: 1. Diwan des Jehnda Ha-Lcvi, Band 3 (Dr. H. Brody), 2. Kommentar des Eliezer uns Bcaugency zu den 12 kleinen Propheten (Dr. S. Poznanski), 3. Kommentar zum Mischnatraktat Aboth von Joseph ben Jehnda (Prof. Dr. W. Bacher), ÜguiiJfui$£g 4. Siddrkr Raschi (Rabb. Dr. I. Freimann). Anmeldungen und Beiträge (Jahresbeitrag 10 Mark) sind zu richten an Leo Mainz, Frankfurt, Uhlandstr. 46. Frankfurt a. M. Die Turnabteilung „M a k k a b i", die vergangenen Sonntag unter starker Betcilignng ihre Turntätigkeit aufgenommcn hat, teilt uns. mit, daß die Tnrnstnnden das nächste Mal ausnahmsweise auf P f i n g st -Montag, den 5. Juni er., verlegt wurden und zwar die Herrcnricge von 8—9 Uhr vormittags und die Damcnricgc von 9—10 Uhr in der Turnhalle, Webcrstraße ■ 38. Die regelmäßigen Turnstunden finden um dieselbe' Zeit allsonntäglich dort statt. Anmeldungen werden während der .Turnstunden entgegengcnommen; ebenso sind dort die Turnschuhe, die für das Turnen vorgeschriebe» sind, zu billigem Preise erhältlich. Hamburg. Am 10. Mai vcranstaltete die Ortsgruppe Hamburg-Altona der „Moria" im Logenhcim einen Vortragsabend, an dem ca. 200 Personen teilnahmcn. Julius R o s e n st o ck, der Vorsitzende, legte in seiner Eröffnungsansprache dar, wie in Palästina mancherlei Kräfte tätig seien, um die Entwicklung des Landes in wirtschaftlicher und geistiger Beziehung zu fördern. Leider stehe die Orthodoxie dabei vollkommen zurück. Was die Gesetzestrcuen der ganzen Welt bisher für Palästina leisten, sei nicht geeignet, die dortige zum größten Teile orthodoxe Bevölkerung von dem Einfluß der Rcforinbcstrebungen zu befreien. Man müsse dieses Problem mit modernen Mitteln anfassen, und zu diesem Ziel solle die „Moria" möglichst alle Gesctzestreuen der Welt zusammensassen. Durch diese Arbeit werde es hoffentlich dazu kommen, daß das heilige Land bald auch einem Teile der Wanderer ans dem Osten Europas Unterkunst wird bieten können. Sodann ergriff der Redner des Abends, Dr. N a ch m a n n Schlesinger, Direktor der Tachkcmonischnle in Jaffa, das Wort, um in ausführlichen und schwungvollen Schilderungen darznstellxn, wie im heiligen Lande, dem klassischen Boden der Religion, infolge der modernen Entwicklung ein so heftiger Kulturkampf entbrannt sei, daß im Lande der Thora die Thora bedroht sei. Deshalb sei es mit größter Freude zu begrüßen, daß die Gesetzestreuen in Europa erkannt haben, daß von ihrer Seite für Palästina noch nicht genug geschehen sei. Man müsse die orthodoxe Bevölkerung Palästinas wirtschaftlich selbständig machen, sei cs durch Landbau, Handel öder Industrie. Dadurch könne man sic den Einflüssen der Rcformbestrcbiingcn entziehe». Zn dieser Riesenanfgabe sei aber die Zusammenfassung möglichst aller Gcsetzcstrcuen nötig. Der sehr gelungen verlaufene Vortragsabend brachte der Ortsgruppe eine stattliche Anzahl von neuen Anhängern. Büro der Moria ist Hamburg, Woltmannstr. 7/9. Eingesandt. Nachklänge zur israelitischen Landessynöde. Unter dieser Ueberschrift versucht Herr R. -A. Spiegel in Tauberbi sch osshe i m in den politischen Tageszeitungen Badens mich als einen „unerhörten Verunglimpfer" unseres Landesfürste» vor breitester Oeffcntlichkcit hinzustellen. Derartige Angeberien von Juden gegen Juden (Mcsiroh) hat die jüdische Gesamtheit in allen Zeitläuften ihrer tvechselreichen Geschichte mit dem gesellschaftlichen Boykott beantwortet, damit ist das Vergehen des Herrn Spiegel genügend gekennzeichnet. Ich für meine Person. hätte nun eigentlich keine Veranlassung mehr, mich mit den Unterstellungen des Herrn Rechtsanwalt Spiegel zu befassen, umsoweniger, als ich die Gewißheit verbrieft in Händen habe, daß unser Groß- Herzog hinsichtlich der von Herrn S p i e g e l angezogenen Synodalvcrhaudlungcn die volle Wahrheit kennt und würdigt. Ferner hat mein Wahlbezirk mir seinen Dank für meine Tätigkeit auf der Synode votiert und mir sein volles Vertrauen ausgesprochen. Ich wurde'jedoch gebeten, im öffentlichen Interesse folgendes festzustellen: Was' zunächst die an die Synode gesandten T« l e g r a m m e betrifft, so glaube ich Herrn R- At-Spiegel gerne, daß dieselben der ureigensten Initiative ^hres Absenders entspringen. Es hat damit nämlich folgende Bewandtnis: Als die das jüdische Gesetz und jüdische Gruudamschauungcn entthronende Rcformpvlitik des Gr. Obcrrats, dessen Parteigänger Herr R.-A. Spiegel ist, durcki die bekannte Vorlage des Reformgebetbuchs zu einem wuchtigen Schlag gegen, das historische Judentum ansholtc, (wurde die gesamte badische In de »heit bis in das entlegenste Dorf in die höchste Erregung versetzt, und cs entbrannte der heftige Wahlkampf zur Synode des Jahres 1908, wo die . oberrätliche Vorlage zu Falle. kam. In jener Wahlkampagne war Herr N.-A. Spiegel mein Gegenkandidat im XVI. Wahlbezirk, wo er ansässig ist, und'den er bisher ver- SK. 22. treten hatte, wo er aber in jenem Mahlgang mst großer Majorität unterlag: Bei der nächste,, Synodalwahl 1911 kam seine Kandidatur über-! Haupt nicht mehr zur Aufstellung. Herr. R.-A. Spiegel hatte nun immer noch das Bedürfnis gefühlt, sich bei der Synode, der er seit ihrer Gründung augehört hatte, wenigste,,.: zu melden, und zwar 1908 durch einen Wahlprotest, den er, der unterlegene Gegner, in höchst eigener Person eiubrachte. Der damalige Präsident N.-A. Dr. Staadecker konnte jedoch konstatieren, daß der Protest nicht berechtigt war, und daß selbst tut Falle seiner Berechtigung ich iiiimer noch, nach Llbzug der Stimmenzahl der betressendc» Gclneindc, die überwiegende Majorität hatte. — Ans der Synode im Iahte 1911 meldete sich Herr R.-A. .Spiegel Iviedcrum und zwar diesmal ans telegraphischem Wege. Er erzählt in de,, politischen Blättern, daß das „patriotische Grfühl" die Absenkung der drei Telegramme veranlaßt habe. Das erste dieser Telcgrainnic kam von dem Bezirksältesten des Bezirks Tanberbischofshciin- Wcrtheim. Als solchen stellt sich uns Herr Spiegel vor. Das zweite kam von dein Synagogenrat i Taubcrbischofsheim. Als solchen stellt sich ans wiederum Herr Spiegel vor. Das dritte ka», von dem Synagogenrat in Wertheim. Ich besitze ei»! Schriftstück, worauf der Schwiegervater des Herrn Spiegel als Synagogenrat in Wertheim figuriert. In allen drei Telegrammen spiegelt sich also Familie Spiegel wieder. Ich konstatiere, daß im ganzen badischen Lande kein a n d c re r I n d c durch sein „patriotisches Gefühl" veranlaßt w u r d e, gegen meine Ausführungen eine Depesche an die Synode zu senden. Herr Spiegel legt mir zur Last, die Gr. Regierung zu derjenigen- Großherzogs Friedrich l. in Gegensatz gesetzt zu haben. Es ist unwahr, daß ich auch n n r m i t einem Worte von einem solchen Gegensätze gesprochen habe. Herr Spiegel hat ferner die Liebenswürdigkeit, mir zu insinuieren, ich hätte unseren Landcsfürsten „verunglimpft." Es ist für mich die höchst: Beleidigung, wenn »ran mir einen derartige» Gedanken auch mir zntraut, und cs ist unwahr, daß ich die Person unseres Landcsfürsten .guck) nur mit einer Silbe geil a n n t h a b c. Wahr ist vielmehr, daß ich an der Stelle meiner Rede, wo ich veranlaßt (war, von der Organisation der badischen' Juden zil fprcrfjcn, dieselbe als ein wertvolles Geschenk aus F ü r st e n h and bezeichnet habe und im Hochgefühl der Verehrung für Großherzvg Friedrich I., ihn als den väterlichen Freund seiner jüdischen U n t c r t a n e n feierte, der nns d>c Synodalverfassung gegeben hat. ' Das ist die Wahrheit. Alles andere ist politische Hetze. Heidelberg, den 26. Mai 1911. _. _ Dr. I. Simon. Kinder - Wäsche empfehlen in grosser Auswahl and allen Preislagen F. C. Strubberg & Co. 25 Nene Mainzerstrasse 25. Briefkasten. A. P., Elberfeld. Ilnbekannk. Spenden. Bei dem Frkft. . Jsr. Fannlicnbl. gingen für die Tachkeinonischnlc in Jaffa eilt: Dr. I. M. Salkind anläßlich der Verlobung seines Schwagers Ch. Zilva mit Frl. Jenny Geis 10,-.5. B. Salkind gratuliert Ch. Zilva zur Verlobung 1,— « N. Salkind gratuliert Ch. Zilva zur Verlobung 1,— ii 12,- Bereins-Kaleuder. Samstag. Verein „Mekor Chajii»",^ Uhr, Friedbcrger Anlage: Der Dekalog (Lehrer E»>- städter). Montag. Jwriah. Unterrichtsstunde fällt aus. Mittwoch. „M o n t e f i o r c" -- V e r e i n, 9 Uhr, Seilerstr. 22: lieber Photographie (Fritz Frank). Donnerstag. Jwriah, 9 Uhr, Herineswcg 2«: llntcrrichtsstundc. _._,__, mrter Bezugnahme auf unser Blatt bei unsere» Jusereuteu zu decke». Fraulfurtkr Israel. Familieublatt.

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