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Neue jüdische Presse · 1911-05-12 · Heft 19 (12.5.1911) · p. Seite 11

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
9 (1911)
Issue
Heft 19 (12.5.1911)
Date
1911-05-12
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 19. Beile it WanHstMk AriMtWes MmMeMM. sech zehn Zeilen, das herrliche y.Reformjndcntum" in einer Zeile behandelt. Aber wenn man ernst sein will: wir wissen nicht, ob das neue Resormjudcntmn Ludwig Geigers, samt Christbaum, in der Geschichte des Judentums auch nur die eine Zeile erhalten wird; und der Zionismus wird trotz Geigers Betrübnis (nebbich!) wahrscheinlich mehr als 16 Zeilen erfordern." Zürich, 8. Mai. Die jüdisch-nationale Verbindung „Maccabäa" veranstaltete vergangenen Montag ihre Autrittskneipe. Ein Buiidesbruder aus Bern war erschienen, der im Namen der Berner Gesinnungsgenossen warme Grüße übcrbrachtc. Unter den verschiedenen Reden wurde u. a. yervorgehoben, welch' große Vorbereitungen die Verbindung für den nächsten Zionistenkongreß trifft. PariS. Dr. Max Nordau hielt vor einer Versammlung von tausend Menschen einen zionistischen Vortrag. In der Diskussion sprach u. a. der hochangesehenc Universitätsprofessor Basch, ein Schüler Lombrosos. Er erklärte, vor 2 Wochen noch nichts vom Zionismus gewußt zu hüben, durch die Worte Nordaus sei er jedoch zum Zionismus bekehrt worden. Er entrichtete vor den Augen der Versammlung unter gewaltigem Beifall den Schekel, ' Aus -er Lehrerwelt. Frankfurt a. M. Der Verein akadem. gebildctcrLehrer verweigert den Oberlehrern der beiden jüdischen Realschulen die ordentl. Mitgliedschaft und will ihnen nur die außerordentl. Mitgliedschast gewähren. Ein Grund für diese merkwürdige Bestimmung weiß er nicht anzugeben: doch die Bemühungen aus dem Kreise seiner Mitglieder, diese Bestimmung auszuhvben, .waren bis jetzt vergeblich. Frankfurt a. M. Die Generalversammlung des Bundes gesetzestr. jüd. Lehrer Deutschlands findet Montag, den 5. Juni (Pfingstmontag), vormittags 10 Uhr in der Aula der Realschule zu Frankfurt a. M., Tiergarten 8. statt. Frankfurt a. M. Ganz im Stillen beging Professor Dr. G. Fink das Jubiläum seiner 25jährigen Lehrtätigkeit an der hiesigen Realschule der Religionsgesellschast. Herr Dr. Fink ist einer der angesehensten - und tüchtigsteil Dozenteil Frankfurts und tvcgen seines bescheidenen und vornehmen Wesens in weiten Kreisen Kreisen — auch in den nichtsrommen, obwohl er streng orthodox ist —. beliebt und geschätzt. Dr. Fink ist mehr als ausgezeichneter Pädagoge und Mathematiker, er ist Gelehrter und als solchen finden wir ihn als Mitarbeiter literarischer Revuen Deutschlands wie Englands, so u. a. der literarischen Beilage der Frankfnrtcr Zeitung. Auch in der Oeffentlichkeit tritt er bisweilen auf, lind überall — in Schrift wie in Wort — ist nur Gediegenes von ihm zu entnehmen. Aus einer sehr geschätzten jüdischen Gelehrtenfamilie stammend, verfügt Dr. Fink nicht nur über reiches profanes Wissen, sondern auch über überaus reiches jüdisches Wissen. Es erübrigt sich nach all dent Gesagten, hiuznzusügen, daß Prof. Dr. Fink von seinen Schülern geliebt und hochgeachtet ist und mit seiner eignen Person den Schülern das schönste Beispiel liefert. Es möge ihm daher vergönnt sei», sein segensreiches Wirken bis zum hohen Alter fortzusetzen. Ans Westfalen. Die von Rabbiner Dr. Brader nach Recklinghausen cinberufene Konferenz der dem „Verein zur Wahrung der relig. Interessen des Judentums in Westfalen" unterstellten Lehrer war fast vollzählig besucht. ' Rabb. Dr. Brader hielt die Eröffnungsrede. Das Judentum Westfalens stehe und falle mit der jüdischen Schule. Der auf gleicher Basis tätige Lehrer sei es, der dem Rabbiner in dem schweren und oft entniutigcnden Kampfe gegen Unglaube und Unwissenheit wieder neue Schaffenskraft gebe. Hier tu Westfalen müssen Rabbiner und 'Lehrer 'gemeinsam den Gcistespftug in der thvradürren .und steinigten Erde ziehen, um das von Vorgängern Gepflanzte zu erhalten und neue Sämenkörnchen in die nur mit Einsetzung der ganzen Persönlichkeit gezogenen Ackerfurchen zu streuen. Mit besonderem Nachdruck betonte Redner, daß zwar immer die Qualität des Wissensstosses der Quantität vorzuziehen sei, — er wolle aber gleichtvohl nicht versäumen, zu warnen, den nur spärlich und mit einigen Stunden zugemessenen Religionsunterricht stofflich ins Uferlose zu erweitern. Die Devise müsse sein: „Wenig, aber gut." Es gelte, den Blick der jüdischen - Jugend wiederum cruf die Hochburg der jüdischen Ideale zu lenken. In überzeugender und packender Weise plädierte Redner sodann für die Schaffung eines einheitlichen Lehrplanes unter Berücksichtigung der in Westfalen in Betracht kommenden 3 Schulsysteme, der Volks-, der Religions- und der Filialschule. In Anbetracht der verschiedenartigen Verhältnisse, unter denen jeder einzelne Lehrer zu arbeiten habe, könne das auf jeder Stufe zu erreichende Ziel nur ein ganz bescheidenes sein, und deshalb schlage er zur Ausarbeitung einen N o r m alminiin alle h r p l a n vor. Einstimmig wurde diesem Vorschläge beigestimmt. Zur Ausarbeitung dieses Normalminimallehrplänes wurde eine Kommission eingesetzt, die die Fertigstellung des Lehrplanes im Plenum innerhalb von zwei Monaten durchführen soll, um ihn bei der nächsten, Ende Juni ds. Js. stattfindenden Versammlung zur Diskussion zu stelle». Die Anregung, eine Einheit auch beiden Schulbüchern herbciznführcn, wurde lebhaft begrüßt. 'Aus Opportunitätsrücksichten wurde aber eine diesbezügliche Aussprache für eine spätere Bersainmlung zurückgestellt. Den Beratungen schloß sich ein gemütliches Z n s am m e n s c i n bei Kaffee und Kuchen an. Rabbiner Dr. Brader sprach hierbei über die Hastora vom 8. Tage Pesach. Auch unterhielt man sich über die Berufstätigkeit des Lehrers. Hier wurde besonders hcrvorgehobcn, daß der Schiur- Vortrag eine Ivunde Seite sei. Der Rabbiner wies darauf hin, daß der freie Bortrag immer mehr Anhänger finde, doch möge man nicht über die bisherigen Lern - Scforim lieblos den Stab brechen. Die Gedanken in ihnen müßten nur von dem Schiur-Vortragenden verarbeitet und dann aber frei vorgetragen werden. Der Midrasch soll dabei aus pädagogischen und didaktischen Gründen möglichst im Vordergründe des Vortrages stehen. Kleinsteinach. Am l. Mai beging Lehrer R. Sichel sein 50 jährig es Amtsjnbil ä u m. Pletz. Dr. Arthur Löwenstamm-Breslau wurde zum Rabbiner der hiesigen Gemeinde gewühlt. s. Schwetz a. Oder. Am 2. Mai verschied Rabbiner Dr. Viktor Nordheim er, geboren in Emden rmd seit 1886 in Schwetz amtierend. Aufruf! Urffet dem furchtbaren, niederschmetternden Eindrücke, welchen die in Ergebenheit gefertigte israelitische Kultusgemeinde Tachau schmerzlichst getroffen, erlauben wir uns, an Ihr mitfühlendes Herz zu appellieren. Am 28. April l. I. wurde durch einen verheerenden Brand der in der Judengasse gelegene, altehrwürdige Tempel bis in den Grund vollkommen zerstört. In tiefster Seele gerührt stehen wir Tachauer Juden vor den Ruinen unseres im Jahre 1818 erbauten Gotteshauses. Die heilige Stätte, an welcher durch den frommen Sinn unserer Gemeinde noch täglich der Morgen, und Abendgottesdienst abgehalten wurde, ist leergevrannt, eine trostlose Schuttmasse. Allein nicht nur der Tempel, sondern auch die anderen vier Häuser der Gemeinde, in welchen die Wohnungen der beiden Funktionäre, die Schule, das Sitzungslokal und das rituelle Bad untergebracht waren, wurden durch den Brand vollständig vernichtet. Unsere Gemeinde ist sebr arm und durch sehr hohe Kultuslasten bedrängt; wir stehen vor einer finanziellen Katastrophe, wenn wir nicht die m'ldr Unterstützung edler Glaubensgenossen in reichlichem Maße finden. Wir klammern uns an diese Hoffnung, daß es uns gelingen möchte, die sichtbaren Stätten unserer Glaubensübung, namentlich das Gotteshaus und das Bad, bei weitgehender Selbstbesteuerung in bescheidener Ausführung wieder aufzubauen. Jede Gabe fördert ein edles Werk zur Ehre Gottes und unseres Volkes. Tachau (Böhmen), am 30. April 1911. Isr. Kultusgemeinde Tachau: S. Strauß, Vorsteher. Dr. M. Wohl, Rabbiner. ^Spanisches Importhaus^ Colom 8 Me Hauptgeschäft Zell 14—16, Telephon 10 801. ¥lliiIeJBahnhofplat»12,TeL12423. Ia. span. Orangen, pr. Feigen, Rosinen, Datteln, Nüsse, Bananen,Birnen, Ia. span.Weine. Billige Preise, reelle Bedienung. SO Täglich Eingang frischer Ware. UU 3E Lieferung frei Hane. lögle’s Bettfedera-Rcimgungs-flnstalt Str ohsäekeu. Matratzen-Stepperel gegr. 1848. 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