Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 9 (1911)
- Issue
- Heft 19 (12.5.1911)
- Date
- 1911-05-12
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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19. Seite 12. Er war ein bedeutender Sprachforscher und Geschichtskenner des Judentums. ««Vapest. In Ober-Wisch au verschied im Alter von 73 Jahren Oberrabbincr Samuel Günzler, eine Kapazität auf dem Gebiete des „Chvschen Mischpot." Oberrabbiner Günzler war bis ju seinem 35. Jaljre Kaufmann. Budapest. Die Israel. Kultusgemeinde hat für den Pcnsionsfond ihrer Gemcindebcamtcn 50000 Kronen als Jahresbeitrag ins Budget eingestellt. Bon der Stadt wurde zur Deckung des Religionsunterrichts der 28304 jüd. Schüler (15 898 Knaben. 12 406 Mädchen) 100 000 Kr. in Aussicht gestellt. Zioni. Rom. Der König hat den Großrabbiner von Kreta, Abraham Eblagvn, der seinen Sitz in Kanea hat, zum Cavalier des Kronenordens ernannt. Bunte Chronik. Die Million des Barons Hirsch und Pobjedonoszew. Wie erinnerlich', hat der Dumäabgcordnetc Graf Uwarow bei der Beratung des Etats des Heiligen Synods die Enthüllung gemacht, daß, Baron Hirsch, dem verstorbenen allmächtigen Oberprokuratvr Pobjedonoszew eine Million Rubel - zum Geschenk gemacht habe, um von ihm die Aufhebung beS jüdischen Ansiedlungsrayons zu erlangen. Bon einem Eingeweihten erfährt man mut folgende interessante Einzelheiten: Baron Hirsch hatte den Plan gefaßt, große jüdische Bolksmassen aus Rußland nach Argentinien zu befördern, um sic dort zu kolonisieren. Da aber nach den russischen Gesetzen die ohne Erlaubnis der Regierung auswandernden Personen immer als russische Staatsangehörige betrachtet werden, so daß .die Militärpflichtigen als Deserteure verfolgt werden, hatte Baron Hirsch, um die in Rußland zurückgebliebenen Angehörigen solcher Emigranten vor Verfolgungen zu schützen, beschlossen, die jüdische Auswanderung zu legalisieren. Zu diesem Zwecke knüpfte sein Vertreter in Petersburg, der bekannte Eisenbahnkönig Samuel Poljakow, Unterhandlungen mit der russischen Regierung an. Er riet Baron Hirsch, dem' allmächtigen Pobjedonoszew eine Million Rubel zum Geschenk zu machen, um seine Unterstützung in dieser Sache zu erwirken. Pobjedonoszew na hin auch, das Geld an —, Ivie er sagte, für Kirchen und Schulen —i und sagte Baron Hirsch seine Unterstützung zu. Er teilte das Anliegen des Barons Hirsch Alexander III. mit, und es wurde beschlossen, das Werk des Philanthropen zu unterstützen. Aber weder Pobjedonoszew noch Alexander III. haben i h r e Z u s a g e n e i ngehalten. Rach Empfang der Million legte die russische Negierung Baron Hirsch die größten Schwierigkeiten in den Weg. Die Negierung verlangte, es möge» nur ganze Familie», auch Greise, Krüppel und Kranke, auswandcrn, was die Aktion sehr erschwerte. Pobjedonoszew hatte dein Baron Hirscki auch versprochen, es werde den Jude» gestattet werden, sich auf dem flachen Lande als' Ackerbauer anzusiedcln, nach Empfang des Geldes aber wurde diese Zusage gebrochen; die drakonischen Wotznrechtsbeschränkungen des Grasen Iguatiew blieben zu Recht bestehen, Stoch mehr: auf Vcrlaiigcu der Regierung mußte Baron Hirsch in der Petersburger Rcichsbank 200 000 Rubel deponieren, damit die Kosten bestritten werden könnten, falls jüdische Auswanderer die Rückbeförderung nach ihrer Heimat verlangen sollten. Aber keiner der jüdischen Enigranten hat von den russischen Konsulaten in Amerika bei der Rückwanderung nach Rußland irgendwelche Unterstützung erhalten, so daß auch die 200 000 Rubel des Barons Hirsch bei 'der russische» Regierung verblieben sind. Das ist die lehrreiche Geschichte der Million des Herrn Pobjedonoszew. . . „R. I. K." Die jüdische Gemeinde Heusenstamm. Unter "den jüd. Gemeinden des' Kreises Offenbach ist Wohl Heusenstamm, deren Existenz über 400 Jahre zurückgreift, eine der ältesten. Eng verknüpft mit der Zeitgeschichte der Gemeinde ist zugleich ihr Verhältnis' mit den damaligen Herren von Heusenstamm (Husestam). Worein von Hagen und den später residierenden Grafen von Schönborn. Vor kurzem hat nun der Gräfl. v. Schönbornsche Sekretär und Aktuar Roth ein Schriftchcn „Zur kirchlichen Verfassung" herausgegeben, worin er auch mit einigen Federstrichen der jüdischen Gemeinde gedenkt. Die 'Juden fanden ums Jahr 1650 einen Annehmer an dem Herrn Cronstetten, einem toleranten und alten Frankfurter Patrizier. Gegen ihn beschwerte sich ein gewisser Kaplan Ephippiarius, daß er nick)t allein 2 Lutheraner, sondern auch 15 Paar Inden in das Gericht aufgcnoinmcn, die fast stärker seien, als die katholische Gemeinde mit ihren Kindern. Innerhalb Jahresfrist habe er der erwähnten Jndenschast erlaubt, gleiche nächst der Kirche und dem Pfarrhaus eine jüd. Schule zu erbauen. Gegen diese Schrift rechtfertigte sich Cronstetten glänzend und legte dar, was cs hicrinit für ein Bcwandnis hatte. Im Jahre 1829 waren noch 89 Inden am Platze, deren Zahl allmählich wieder zurückging. Der vom Grasen von Schönborn frei überwiesene Bcgräbnisplatz kan» auf 250 Jahre seines Bestehens zurückblickcn. Er lag anfangs frei und bildete Jahrhunderte lang ein lohn wabohu, bis endlich anfangs 1850 freiwillige Geldsainiulnngen, wobei sich Baron W. v. Rothschild, Mayer und Gustav Schwarzschild, Salomon Levy u. a. hervortaten, es dahin brachten, daß eine Mauer gebaut werden konnte, sodaß der Friedhof etwa 1857 durch den Rabbiner Dr. F-ormstcchcr cingewciht werden konnte. L. Vereins-Kalender. Samstag. Verein „M cTo r Cyaji m", 4</i Uhr, Hörsaal Friedbergcr Anlage: Mikro-Vortrag (Leopold Oppenheimer). —■ R. P. Bc th-Ham idrasch, 6 Uhr, Hinter der schbucn Aussicht 11: Vortrag (Rabbiner Simon Bengis-Lappiencn). Montag. Jwriah, 9 Uhr, Hermcsweg 27: Unterrichts kursus. Donnerstag. Jwriah, 9 Uhr, Hermeswcg 27: Unterrichtskursus. Spenden. Bei dem Frankfurter Israelit. Familienblatt gingen ein: Zion. Stammtisch 1 Oclbamn auf den Namen Leop. Perlmutter, anläßlich der Errichtung der Turnabteilung der Jugendgruppe - 6.—. Jk Jtteder’s mechanische und Drucklaf t - Teppich - Reinigung. Tel. 4642. Inh. Heinrich Trosch« Bergerstr. 149. ■ —Rücklieferung nach 24 Stunden. Touristen-Au züge aas einfarbigen and gemusterten Lodenstoffen, in allen beliebten k'a^ons, in jeder Grösse zu Mk. 16.—, SO.—, 35-, 38.—, SO. , SS —, SO -, 60.— * aus weissen und gemusterten Flanellstoffen zu Mk. SO.—, S5.—, SO , SS — 40—, 45.— Tennis-Hosen Mk. 5 14 »-Westen Mk. 3 'h —15 Ziüster-Saccos Mk. 3—37 Pelerinen Mk. 11—35 W ettermäntel Mk. 17—SO ^este, billige greise. Gustav Carsdi & Co. Liebfrauenstrasse 8—SO und Neue Krame 27. In Höchst a. 91.; Königsteinerstrasse 5. Wasch- und Bleichanslalt „Taunus“ Inhaber: Ebh. 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