Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 9 (1911)
- Issue
- Heft 18 (5.5.1911)
- Date
- 1911-05-05
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 Mankfurirr ArMMiWS ZimÄittMM. ffk. 18 «in, der nicht wie der Jngcndbnnd von großen Organisationen .ins Lebe» gcrnsc», sonder» Pen sich die Mädchen selbst, aus eigener Initiative bc- Lründet und bereits jo weit gebracht haben, diesem Verein spendet niemand etwas. . Und eines ist noch zu bemerken. Es ist ja eigentlich nichts Sonderbares dabei. Die jungen .Mädchen aus den orthodoxen Kreisen halten sich zum' größten Teil von diesem Verein fern. Bei den jungen Leuten der orthodoxen Partei ist cs ja ähnlich; aber sie haben doch wenigstens den „Mvntefiore - Verein", wo sie sich weiter bilden können; jedoch die jüdischen Mädchen dieser Kreise, wenn sie die Schule verlassen haben, so hört auch zumeist jedes' Lernen, jedes jüdische Lernen Mif. Sich in eigenen Vereinen zu organisieren, dazu können sic sich - scheinbar nicht aufraffcn. . in die allgemeinen, deren Existenzberechtigung heute kaum noch einer bestreitet, wollen sie nicht ein- 'treten, und so bleiben sie ohne jede Fortbildung. . Noch bei. einem anderen Teil der jüdischen Jugench hat der Gedanke der Organisierung meist keinen Einlaß gefunden. — bei den Studenten. Aus der alma mater gibt cs keine Gesamtorganisation aller jüdischen Studierenden. Man machte kürzlich den Vorschlag, akademische Gruppen des „Zentral - Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens^ auf interkorporativer Grundlage zu gründen. Damit tväre wenig gewonnen, denn es' ist ja nicht der Hauptzweck der Jugendbünde gegen Haß und Vorurteil zu käinpfen, sondern vor allen Dingen, sich selbst auszubilden! Und eine Organisation die das als Hauptsache bezweckt, muß auch an den Universitäten geschaffen neiden! Kurz gesagt: wir brauchen eine jüdische Freistudentcn schaft. Nur ein winziger Bruchteil jüdischer Akade- 'miker ist in Verbindungen, speziell in jüdischen Verbindungen organisiert, die allermeisten Juden sind Freistudenten! Sie hören fast nichts, zum großen Teile gar nichts vom Judentum, — und das aber muß geändert toierden, zum Besten der deuffchen Juden heit. Personalien u: Kleine Mitteilungen. Frankfurt ä. M. Am 1. Mai feierte Fräulein Sara Diesenbronncr ihr 25jähriges Dienstjubiläum als Oberin des v. Rothschild'schen Kinderhospitäls. Von Freifrau Wilhelm von Rothschild an diese, -damals ncugeschafsenc Gründung berufen, gelang es Frl. Diesenbronners rastloser Energie und liebevollen Hingabe, das Kinderhospital zu einer llciuen Musteranstalt zu entwickeln und dort ganz im Sinne der edlen Stistcrin eine Fülle des Guten zu schaffen. Eine endlose Reche von Kindern verdankt dem Aufenthalt im Kinderhospital nach oft jahrelangem Siechtum die wiedererkangte Gesundheit, und manches arme Kind lernte dort zum ersten Male seines Lebens froh zu werden. Wieviel,'Liebe Frl. Diefenbronner gesät, zeigte der gestrige Festtag. Zahllose Briefe und Telegramme brachten chr Grüße und Glückwünsche ihrer ehemaligen Pfleglinge, und auch die edle Stifierin der Anstalt bezeugte der wackeren Oberin ihre Zufriedenheit und Anerkennung. Möge die (Erinnerung an diesen Ehrentag Frl. Diesenbronner mit neuer Kraft und Schaffensfreude erfüllen, damit sie noch lange ihrem segensreichen Wirken erhalten bleche! ' N. N. Frankfurt a. M. Am [10. Mai. dem Tag- .an dem 40 Jahre seit dem Frieden zu Frankfurt verflossen sind, wird des Abends ßi/» Uhr in der Gemeindesynagoge der Israel. Religionsgesellschaft eine gottesdienstliche Feier mit Fest predigt stattsinden. Frankfurt a. M. Die Naairicht einer jüd. Zeitung, daß in Stettin ei» gctaufterJude als R e i ch s t a g s k a n d i d a t aufgestellt. ist, ist, wie uns aus maßgebenden Kreisen des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüd. Glaubens mit» geteilt wird, unzutreffend. Berlin. Anläßlich Dre Au slellung iks Grabsteins für ihren verewigten Geschäftsführer M. A. Klausner veranstaltet die Deutsche Konscrenzgemeinschaft der Alliancce Israeli t e Universelle am 7. Mai, vormittags 12 Uhr auf dem Friedhof Weißensee, am Grabe des -Entschlafenen, Feld lg 1, eine Gedenkseic.v. 1 Ulrichstein. Die Eheleute Mar tus Reiß IV. begingen bei guter Gesundheit die goldene Hochzeit. Veuthen. Im Alter von 80 Jahren verschied Sanitätsrat'Dr. Mo ritz Mannheimer, Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde. Mannheim. J ak ob Sl'iauß, der blkannte Mannheimer Dialektdichter, ist —- erst 50 Jahre alt —- verschieden. (L.) Posen. Jsaac Pleirn er, durch seine echt jüdische Frömmigkeit eine Zierde unserer Gemeinde, ist in 'hohem Greisenalter heimgegangen. Er hat ein Alter von 77 Jahren - erreicht. - ' , Wie«. Dr Frankfurter. Kustos der Universitätsbibliothek und Experte für jüdische- Angelegenheiten im UnterrichtsMinistermm, erhielt in Anerkennung seiner Verdienste nm. die humanistische Bildung in Oesterreich das Offizierskreuz des' gr iechi scheu CrI vser-O rde ns. Tr. M «ritz Haas, und Dr. Robert Porges 'sind 'zu D irc kt o ren der städtischen Kinder Heilanstalten ernannt norden. Budapest. Der Ewjahrg-Freiwittlge Rüben SzMatame, von, Berns jkantor, nahm sich infolge Peinigungen seitens seiner Kameraden das Leben. — E r n st M e z e y, einer der genialsten ungarischen Schriftsteller, tvurde vom Verein ungar ländischer Journalisten zum Ehrenmitglied gewählt. — Der berühmte. Philologe Pros. Dr. I. G v l d - z ieher wurde zum Dire k ti o usr a t der uugar. Akademie ernannt und Prof. Leopold Fejer-Klauseuburg mit dem Großen Preis der uugar. Akademie ausgezeichnet. Zioni. Preßburg (Ungarn). Hier verschieden dieser Tage Jakob N e n m a n n, langjähriger Repräsentant der orthod. Gemeinde, und der angesehene Grundbesitzer Albert Popper, dem eine Woche früher seine Frau im Tode vorangegangcn lvar. — In Baja drangen zwei unbekannte Täter in das Gebäude der Israel. Kultusgrmeinde ein und raubten es aus. Die Wertheimkasfe blieb unversehrt; dagegen verbrannten die Einbrecher die Hauptbücher der . Chewra 5kadischa. Der Schaben beträgt 1090 Kronen. Tie Gendarmerie, hat die Recherchen eingekeitct. London. 'Der Kunsthändler Charles Wertheimer hinterließ ein Vermögen von etwa 15 Mill. Mark, wovon 10 Millionen, wenn die darauf ruhenden Rentcnpflichtcn erloschen snld. Londoner W o h l tä t ig ke i tsa n st al t c n ». Hospitälern zugute kommen dürften. Wertheimer verfügte den Verkauf seiner großen Samm», luugen. Poltawa (Rußland). Die große Synagoge ist abgebrannt. Der Schaden wird auf 200 000 Rubel geschätzt. Rew-Aork. Jetzt erst liegt das vollständige Personalverzeichnis der Lei dem' Fabrikbrande vor einigen Wochen nmgekoMMenen 145 jüdischen Mädchen vor. Sic standen meist im Alter von 15—25 Jahren. — Der in Schenectady N.-Nam 7. April verstorbene Kaufmann Samuel Meyers hintcrließ eine halbe Million Dollar für Wohltät ig keitszweckc, darunter auch Bee träge von je 5090 Dollar für verschiedene jüdische Institutionen. Kapstadt (Südafrika). Hier starb — 76 Jahre alt — Isidor Fr ied länder, ein alter Deutsch-Afrilaiier und Mitarbeiter deutscher Blätter. Aus de« Vereinen. Frankfurt a. M. Vom Büro des Vereins „Montesivre" E. B. wird »ns mitgetcilt: Der „Verein zur Pflege der idealen Interessen jüdischer junger Leute „Mvntefiore" hat bereits seit langen Jahren, den Wünschen seiner Mitglieder Rechnung tragend, Tn rnkurse eingerichtet. Dies: von geprüften Turnlehrern geleiteten Kurse erfreuten sich stets eines regen Zuspruchs und hatten gute Erfolge zu verzeichnen. Der Verein beabsichtigt, in diesem Sommer den Turnkursen auch T u r n s p i e l r i c g e n anzugliedexn und. steht vor dem Abschlüsse seiner schon seit längerer Zeit gepflogenen Unterhandlungen, die auf die Beschaffung hierzu geeigneter Plätze gerichtet sind. Wie sich von jeher bereits Mitglieder zu gern e in s a m e n A u s f lügen zusammengeschlossen haben, so sollen, nunnrehr gemeinschaftliche Ausflüge von Vereinswegen organisiert werden. Das Büro des Vereins erteilt jede weitere gewünschte Auskunft. Frankfurt a. M Israelitische Wohl» f.a h r t s k a s s e. Die Mitgliederversammlung, die ani 3. Mai stattfand, wählte an Stelle des am 2. Mai verstorbenen langjährigen Vorstandsmitgliedes Abraham Adler, Gerson Frohmann-Hollän? der. Siegfried Herzfald wurde wiedergewählt. Das Sterbegeld wurde auf Jk 500, der Bei? trag für 1911/12 auf 14 festgesetzt. \ / Die Israelit. Wohlfahrtskasse hatte Ende 1910 370 ordentliche -und' 68 außerordentliche Mitglieder und ein Vermögen von. 27 608 Jk Berlin. Die Hauptversammlung des - Kolonisationsvereins „Esra" rvähltefür'den ' verstorbenen^ Dr. Hirsch 'Hildesheimer Dr. B ieberfeld in den Vorstand. . - Hambnqg. Der Israelis. Feuerung§- verein von 1855 (Vorsitzender: Hermann Rüben 1 vereinnahmte 1810 1064 Jk an Scgäten uiid Geschenken und 3486 Jk an Mitgliederbeiträgcn.- Er konnte-wiederum' in - hohem Matze seiner Aufgabe,, armen jüdischen Familien_Feuerungsmaterialien..zst geben,. -genügen. — •.'•'• ' Der- Isralit.-Humanitäre Franenv c re iu 'hielt eine Versammlung ab, in der mit? geteilt würde, daß der Vorstand' -nunmehrim Solbad Scgeberg ein eigenes Hach^ erworben hat. Das streng religiös geführte Heim liegt von Tannen xingsüm eingeschlossen, hat 14 große Zimmer, Bor« und Hintergarten und entspricht allen Anforderungen der Hygiene.. Die Leitung des Hauses hat. eine in der Krankenpflege nstsgcbildete Schvester übernommen. Cs erhalten wir tschaftlich schlecht gestellte Mädchen auf vier Wochen unentgeltliche Ausnahme, ebenso Knaben und Mädchen, die noch nicht s ch wl p f l i ch t i g sind. Das' Erholungsheim soll bereits am 15. Mai eröffnet iverden . und in vier Abteilungen je 20—24 Insassen anfnchmeü. Hamburg. Auf Veranlassung der'Palästina- Kommission der Freien Vereinigung für die Interessen des orthod. Judemt u m s fand. im hiesigen Logenheim eine offen tl i che 'V er s am m l ung statt, die glänzend besucht war. Es sprachen Dr. M. Aster bäch- Petach Tikwah -und I. Rosen heim-Frankfurt am Main über die Bedeutung eist cs'guten Schulwesens für die palästinensische Judenhcit. . Dr. Auerbach zeigte, daß Palästina. in eine Epoche wirtschaftlichen Aufschwungs eingetretcn ist, loie matt ihn sonst nur in Industrieländern findet. Leider habe der kulturelle Aufschwung nicht mit dem wirtschaftlichen Schritt gehälte», da 3/i der 800 000 Seelen zählendeu Bevölkerung aus den niedrig stehenden Fellachen besteht^ Die übrigen 200 000, die den wirtschaftlich stärksten und wichtigsten Teil des Landes darstellten, -seien Juden. Und von diesen wieder beschäftigten sich etwa 8000 mit der Landwirtschaft. Obgleich große und weite Strecken des Heiligen Landes gegenivärtig öde Ländereien seien, so sei Hoffnung vorhanden, daß durch die Jassä-Jerusalem-Bahn,, Haisa-Damaskus-Bahn, Hodschasbahn und vor allein durch die Bagdadbahir - neue Wirtschafts- und Kulturwerte geschaffen lvürden. Zur richtigen Ausnutzung dieser Werte gehöre aber, daß vorher, die palästinesische Bevölkerung auf wirtschastlick)em Gebiete selbständig gemacht ivcrde. - Dies könne nur durch Schulen geschehen, in denen nicht, nur Bibel und Talmud, sondern auch die. profanen Wissensgebiete — und zwar nach dem Lehrplan der deutschen Volksschule. — gelehrt werden. Dazu gehöre aber eine tatkräftige Unterstützuilg der deutschen - und der hambnrgischen Jlldenschaft. Gegenwärtig bcständeii sechs' solche Schulen i» Palästina, weitere gedenke man cinzurichten. Die mit lcbhästcm Beifall aufgeiioiiniicnen Ansführnngen wurden von Herrn R o s e n h e i in ausgiebig ergänzt. Oberrabbiner Dr. L e r n e r (Altona) und einige andere Herren wiesen ebenfalls' mit einigen cnlpfchlendcn Worten auf die gesunde Idee hin. Hamburg. Der Jsraeiit. Mieteverein von 1828 (Vorsitzender: Martin M. Heilbut) verausgabte i»r abgelaufeneii Jahr wiedcriini über 5000 Mark an Mietszuschüssen. — ' Iw 3 üb. Jugendbnnd sprach. Leopold Landau über die Falaschas. GaUtngen. Der Jahresvericht des Friedrich- Heim für israeß Sieche und arme Kranke (Vorsitzender: Rcchtsanw. Dr. Kasftwitz- Freiburg) giebt ein . erfreuliches Bild. Die Zahl der Mitglieder ist von 752 auf 1188 gestiegen. Der Vergrößerungsban. wurde im Mai eröffnet. Das Heim hatte am Jährcsschluß 42. Insassen. Aus der Lehrerwelt. «.Berlin. Am letzten Sonntag verabschiedete sich Professor Berliner als Dozent des. Rabbinerseminars von seinen Kollegen und Schülern. Er. gab in seiner letzten Vorlesung einen Uebcrblick über alle Vorlesungen, die er gehalten. Dr. Hoffman», der Rektor des. Seminars, sprach daraus Worte .des Dankes und Abschieds. ..Homburg.v. D. H. Der hier wohnende Lehrer- Veteran Stamm, von 1849 bis 1900 in Dierdorf amtierend, seierte seinen 80. Geburtstag. Münster'i. W. Dr. Mansbach. Prediger der.. jüd. Gemeinde, feierte, .'sein 50jähriges A.mtsjubiläum. ift.) Posen.Jn 'G r ä tz' tritt'Lehrer Bosch' in den Ruhestand. — In .Bart sch in feierte Kantor R. .Bauer -am-1.. Mai sein' 50jähr. AmtSj.ubiläum und 7.0.i Geburtstag. . ... Aus der zlouistischeu Beweguug.? -Frankfurt a.M. -Die zwecks- Gründung,eiykr .-Ttj r.n»b t e,i lstü'g', ver'änstäftet'e Dersämmlung.ioer Z io n i sti schc n ' F'Ng^irbßvn'p'p'e s-wcrr' -stärk besucht "nÄ. ' verlief'^'sehr angeregt. ' ' ' ' ' " .: sDäs Rijeräk - hielt - L.- .P e r l nintt e-r: -Redner zeigte,- ivelch.. große Anzahl . hcldeirstarker' Männer biis jüdische Antike, hervövgebracht' habe, und lvarf b(nm einen Blick auf. die.. physische'" Konstitution der Jilden "in ber . Gegemmkrt.' Nach"Ansick)t ma'ßkstbender.'.Mediziner..und..Statistiker sei der Phozentfaß(>Kee.J!nden.. .an, aMik -'MchrHMK ^biq. -aris -Mangel an körperlich»: x Arbeit -entstehen,-- 'wie Zuckerkrankheit, fernere äst- Geistes-: mrd, Nervenkrankheiten ein nnherhLltirismäßig .-hoher,.....An Hand der . Statistik - wies,-. Redner-nach, . daß-dies aus der -abnormen Wirtschaftsstellstng der Juden herrühre, die das weitaus größte Kontingent znm Handelsgewerbe, akadem. Bernsen, zur Großstadt«