Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 9 (1911)
- Issue
- Heft 13 (31.3.1911)
- Date
- 1911-03-31
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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©rite iö HeMksüvber Kratz^sKes ZpnWtzyKlatt. Nr. 13 Kranlfnrt a. M. Dos mit der „Weiblichen Fürsorge" verbundene Heim des I ü d. Frauenbundes (Vorsitzende: Bertha Pappenhcim), eine Institution, die sich besonders sittlich gefährdeter Mädchen in erzieherischer Weise annimmt, hatte im abgelaufenen Jahre zu seinen 9 Insassen 12 Neuaufnahmen zu verzeichnen. Die Zöglinge waren teils Kinder, teils erwachsene Mädchen, auch vorübergehend Mutter mit ihren Säuglingen. Don den Entlassenen traten 4 in häusliche Stellungen ein, eine nahm wieder ihren Beruf als Kontoristin auf, andere kehrten ins Elternhaus zurück. Frankfurt a. M. Dcr Verein zur Bekleidung bedürftiger israelitischer Knaben (Vorsitzender: Raphael M. Kirchheim) bekleidete im vergangenen Jahre 2t6 Schulknaben und 112 Jünglinge, wofür er 7836 JL verausgabte. Ferner verausgabte er für Stiefel 2638 JL Berltu liebet die Notiz betreffs Häuserbau in Kasr-Saba teilt Herr I. Turoff, dcr bekannte Sekretär des Vereins „Esra", berichtigend init, daß die Mittel dazu nicht vom Hilfsvercin der deutschen Juden, Ivelcher mit der Kolonisation Palästinas nicht zu schaffen hat, sondern voni Kolonisationsvercin „Esra", Verein zur Unterstützung ackerbautreibender Juden in Palästina und Syrien gewährt werden. Berlin. Die Frauenabteilungen des Jüdischen Turnvereins Bar Kochba veranstalteten ani 21. Marz im Rcstanrant Ticrgartenhvf eine gut besuchte öffentliche B c r s a m »ilung. Fräulein Dr. Grete Ehrenberg gab vom ärztlichen Standpmlkt aus ein gehaltvolles Referat über „die Hygienische Bedeutung des Frauenturnen 8." Unter allen Leibesübungen sei das Turnen das geeigncste Mittel, den grauenkörper gesmid kraftvoll, elastisch und schön zu machen. Dann sprach Fräulein Betti Cger über „das moderne Turnen dcr jüdischen Frau." Die gewandte Rednerin fand treffende Worte über Ursache und Ziel der jüdischen Turncrei und forderte zu aktiver Mtwirkung an dieser positivsten jüdischen Frauenarbeit auf. Die beiden Referate wurden durch die folgenden turnerischen.Vorführungen einer aus 12 Damen. bestehenden Riege des Bar Kochba glänzend illustriert. Zunächst wurde unter Musikbegleitung eine Gruppe von Freiübungen schwedischer Art gezeigt, die in ihrer Art plastisch wirkten und zugleich einen hohen ästhetischen Genuß boten. Welche Kraft und Gewandtheit in ihnen steckt, bewiesen -die Turnerinnen im ausgezeichneten Turnen am Barren. Die Veranstaltung, die' von den Frauen-Abteilunge» des Bar Kochba vorbereitet und geleitet wurde, zeigte, daß das Frauenturnen im Bar Kochba auf einer Stufe steht, die allen modernen Anforderungen gerecht wird, und daß den Damen iin Bar Kochba' eine selbständige Stellung mit den weitesten Arbeitsmöglichkeitcu eingeräumt ist. Berlin. Der Verein für jüdische Krankenpflegerinnen (Vorsitzender: Louis Sachs), dessen Schwesternheim sich Augustastratze 17 befindet, schloß sein abgelaufenes Vercinsjahr nrit 79 Schwestern und 17 Lehrschwestern. München. Die Vereinigung Jüdischer Akademiker (im B. I. A.) übte auch im verflossenen Semester ihrem Grundsätze „Tauroh im derech erez" getreu sowohl die Pflege des Torahstudiums, als auch wissenschaftlicher Arbeit durch Vorträge aus den verschiedensten Gebieteil des Judciituins, Diskussionsabende und die Fuxenstunde; ferner die Pflege der Geselligkeit durch regelmäßige gemütliche Vereinsabende, gemeinsame Spaziergänge und sportliche Veranstaltungen. Bon Vorträgen in den beiden letzten Semestern sind zu bemerken: Das Alter der Mischnah. Die Bedeutung des' Judentums in der Gegenivart. .Mendelssohn. Die Bedeutung des Tragverbots am Sabbat. Größe und Zusammensetzung der isracl. Bevölkerung zur bibl. Zeit. Zionismus uiid Judentum. Wein, Weib und Gesang in der heiligen Schrift. Das jüd. Strafrecht im Vergleich .zu andern Strafrechtstheorien. Der Charakter der jüd. .Ethik. — Die Tekonaus des Rabbenu Gerschon. Warum ist die jüd. Religion' nicht von der jüd. Nation zu trennen. Der Kindesglaubc in der Erziehung. Der jüdische Gruß. Pürimgedanken, Referat, gehalten auf der wohlgeluiigenen Purimfeier, in dem im Anschluß an die Lehren der Purimbegebenheit hingewicsen wurde auf die Bedeutung der V. I. A., die Bedeutung des Zusammenschlusses der Gleichgesinnten in dcr Treue zum angestammten Judcntnm für die Erhaltung dieses Judentums. - . Möge ' die Tendenz der V. I. A. jeden, der sich zu ihr bekennt, veranlassen, Förderer ihrer Idee zu sein. Anmeldungen (bczw. Anfragen) erbeten an S. Levi, Lehramtskand., München, Münzstraße 8. Nürnberg. Jüdische Arbeitsstätte und B r o ck e n s a m m l u n g „P e a h". — Ein Dameukomitee unter Leitung von Frau Dr. P h. M ü n z - Kissingen, veranstaltete ain 19. März ein W o h l - tä tigkeitsfest zum Zwecke des weiteren Ausbaues der „Peah". Das Fest begann nachmittags 4 Uhr mit vorerst mehr für Kinder berechneten Aufführungen und ivurde bis gegen 3 Uhr früh durchgeführt. Dr. PH. M ü n z - Kissingen und Bankier W. Ottensosser hatten zwei Prologe verfaßt, ebenso Frau Dr. Feilchenfeld-Fürth ein Festspiel. Die Durchführung des ganzen Progranimes, das außerdem noch Kabarettborträge um» faßte, war glänzend und unterhielt das Publikum — es mögen gegen 700 Personen gewesen sein ausgezeichnet. — Die Veranstaltung ergab einen Ueberschuß von 2100 JL ' Granüenz. Das Casp er Lachmann'sche Provinzial-Waisenhäus (Vorsitzender: Justizrat Steinhardt-Danzig) veröffentlicht seinen 8. Rechenschaftsbericht. Danach erzog die Anstalt iin abgelaufenen Jahre 17 Knaben und 14 Mädchen. Das Vermögen der Anstalt beträgt 252 000 JL; die regelmäßigen Einnahmen sind zurückgegangen. Aus der Lehrerwett. Berlin. In der jüdischen Mädchenschule wird der Nachfolger Direktor Dr. Guttmann' s, der die Direktion der jüdischen Knabenschule und des Lehrerseminars übernommen hat, Oberlehrer Dr. Spanier -Münster. Fräulein JdaZuckcr und Fräuleiii Schönlank treten in den'Ruhestand. «itzunge». Welch seltener Verehrung sich der in hohem Greisenalter verschiedene Distriktsrabbiner I nr a n n e l A d l e r erfreute und welch' harmonisches Verhältnis hier zwischen den. verschiedenen Konfessionen herrscht, davon war die Beisetzung des Heimgegangenen ein beredtes. Zeugnis. Der Bayer.' Kaiupfgenosscnverein, dessen Ehrenmitglied der Verstorbene war, war mit Musik und Fahne erschienen. In der Synagoge sprachen Stadt- Pfarrer M e b s, kathol. . Prediger. ,.L a m.p e r t, Bürgermeister Grass und die beiden Rektoren der Mittelschulen neben Distriktsrabbincr Dr. .Stein- Schweinsurt, Distriktsrabbincr Dr. .B am berge r- Kissingen, Kultiisvorstand B e n j a in i n S t e r n und Lehrer Bamberg er. Auf dem Friedhofe in Höchberg, wo geniäß seiner letztwilligen Verfügung die irdischen Ueberreste des Verstorbenen beigesetzt wurden, widmeten Nachrufe: Distriktsrabbiner Bamberg e r - Würzburg, Dr. Tachauer - Würzburg, Stadtverordn. JosephFromm -Frankfurt,.Oberlehrer S t o l l - Würzburg und Julius Mayer- Kitzingen. Posen. Die Stadtverordneten beschlossen eine Resolution, daß der Magistrat bei der An - stellung der Lehrer im Bolksschuld ie n st e nur die pädagogische Tüchtigkeit ohne Rücksicht aus die Konfession berücksichtigen solle. Hamborg. -Oberlehrer Dr. I. Unna von der Talmud-Thora-Realschule ist an die städtische höhere Mädchenschule in K a t t o w i tz berufen worden. München. Rabbiner Dr. Werner, der bei der 90jährige Geburtstagsfeier des Prinzregenten zur Hoftafel und Galatheatervorstcllung eingeladen war, erhielt das Bild des Priiizregentcn mit folgendem Schreiben: Mein lieber Rabbiner Dr. Werner! Zu meinem neunzigsten Geburtsfeste habe» Mir Rabbiner Bayerns in unwandelbarer Treue und Ergebenheit innige Segenswünsche dargebracht. Für diese loyale Kundgebung, die Mich mit Genugtuung erfüllt hat, spreche Ich Meinen aufrichtigen und herzlichen Dank aus und bitte Sie, diesen Dank den übrigen Unterzeichnern der Adresse zur Kenntnis zu bringen. Dabei verbleibe Ich mit huldvollen Gesinnungen. München, den 18. März 1911 Ihr wohlgeneigter Luitpold Prinz von Bayern. (L)Wronke. Lehrer Friedlaender,der41 Jahre amtiert hat, tritt ani 1. April in den R u h e - stau d und zieht nach Zoppot. Jerusalem. Der seit einigen Jahren hier wohnende Rabbiner Jakob Z w i S ch o e n in a n n, der lange Jahre in Pittsburg und in Brooklyn (Amerika) amtierte, ist plötzlich ve rschieden. Er hat in der vor Jerusalem liegenden Kolonie „Achawa" eine Synagoge erbauen lassen. Bunte Chronik. Ist das „Okapi" identisch mit dem „Thachasch" der Bibel? Von S. M. Perlmann-London. (Schluß.) Ich will nun Zitate aus deni Talmud bringen, die erweisen, daß das „Okapi" wahrscheinlich identisch ist mit dem „Tachasch", wie ihn die Talmndisteu nach ihren Traditionen beschreiben, . . . Talmud Bobli, Traktat Sabbat pag. 28a sagt Rabbi Joseph, auf die gestellte Frage, ob das „Tachaschtier", welches zu Moses Zeit gelebt hat, (d. h. ein später Unbekanntes), ein reines oder ein unreines Tier Ivar: „Das ist außer Frage, denn es ist uns gelehrt ivorden, es durften nur Felle von reinen Tieren zu gottgewidmeten Gebrauchszwecken benutzt werden." Da ward eingewandt: „Rabbi Nehemia hat gesagt, daß inr Tabernakel eine Decke aus „Tala-ilon" oder „Kala-ilon" (Wie- Ffankfnrt a. Bf. 42 Grünestrasse 42. 3. Strausser, Import «oo südoiiaiinlieD StiaosiWcio niiRoiher. — Detailverkaiif zu Engros-Preisen. — Verlangen Sie Auswahlsendung. JPeter Xtümens, leka Allerheiligen^ i. Itasgs&ttaese empfiehlt sein reichhaltiges Lager in Gigappen u* Oigapetten in allen Qualitäten nnd Preislagen. 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