Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 9 (1911)
- Issue
- Heft 13 (31.3.1911)
- Date
- 1911-03-31
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 13 - lFcankfMer UraelMsches FamMeiÄatk. Seite 11. scl oder' Marder) war, —. und diese Tiere sind doch unrein. Darauf die erläuternde Entgegnung.: „Die Decke hatte'nur eine mit diesen Tieren ähnliche Färbe, war aber nicht aus den Fellen dieser unreinen Tiere angefertigt". Und Rabbi Joseph fügte -hinzu: „Demnach ist die Ueberschung des Onkelos, der ,>Thächäsch" mit „sossgawnä" überseht, so zu verstehen: „soß-gawna" gleich „farbenentzückend?' — Talmud Babli, Traktat Sabbat 28b heißt es: Rabbi Meier hat gesagt: „Das „Thachaschtier", welches zu Moses Zeit gelebt hat, war ein eigenartiges Geschöpf, und die..Gelehrten waren unschlüssig, ob "es 'zur 'Tiergcvttnii'g "voer - Biehgattung gehörtes Es hatte ein Horn, an der Stirn und ist nur zu jener Zeit von Moses entdeckt'worden; MoseS benutzte sein Fell zum Tabernakelban, und darailf verschwand es>," — Talmud Jernsaleyzi, päg. 18a-bringt fölgeiidc Äiskiission: „Was' ist unter „Thachasch" zu verstehen? Rabbi Jehudah .sagt: „Tainun", das soll die Farbe der Decke bezeichne», Rabbi Nehemia sagt: „Galaktaniä" d. h. „Wiesel" oder „Marder"; ans deren Fell die-Decke gemacht worden;'alle anderen (Rabbincn) sagten: „Es soll trohl ein Tier gemeint sein, aber nur ein reines Tier." — Im Midrasch Tanchuma (Abschnitt Thrnmah) heißt es: „Rabbi Jehudah sagt: Das „Thachasch" war ein reines, großes Steppenticr, hatte ein Horn an der Stirn und war sechsfarbig." Er deutet demnach die Uebcnsehung des Onkelos ,:saß-gawna" lvie „seß-gawna" gleich „sechsfarbig". Rabbi Neheinia sagt: „Das Tier war ein Wunderding, es ist nur-zum Tabernakelban geschaffen worden und wurde sofort, als seine Mission erfüllt ivar, von der Welt genommen." — Im Midrasch Koheleth (Paragr. SO) ist folgendes zu finden: „Was soll man unter „Thachaschfelle" verstehen? Rabbi Jehudah sagt: „Altania" (blanfarbig), Rabbi Neheinia sagt: „Glaktania" („Wiesel" oder „Marder"). Ans diesem geht hervor, daß fast alle Talmudisten im „Thachäschtier" nur ein „reines" schönfarbiges Tier mit ein e in Horn an der Stirn gesehen haben. — Alle diese Zeichen treffen beim Okapi auffallend zu, obwohl das Tier als verschwunden gegolten hat.. Ich will noch einige nachträgliche Bemerkungen aus meiner Korrespondenz mit dem Zoologen Georg Krause,' hinzüfügen. Es ist sür-.inich.'zweifellos,/Büß die Kommentatoren,. die das Wort ,',Thachasch" (Plural „Th'choschim") 'für einebestimmte Farbe nehmen (darunter mcch die Septuaginta,- Vulgata -und' Josephns, Antiqn. HI, VI, I) ebenso irregcgangen sind wie die andern, die das Wort init Dachs (Lnthe'rZ und die meisten) oder Seekuh (Dr. Julius Fürst) überseht haben. — Gegen die ersten, spricht die hebräische Grammatik-, . denn es . müßte , dann heißen (Cxod. 25, 5) ,,We' Auraus me' Tochoschim", ebenso wie bei den gefärbten Widderscllen ,,We' Äluraus Elinr me' Odomim", und in Ezekiel 16, 10 ist es überhaupt undenkbar, „Thachasch" mit Farbe zu nehmen. Die sich streng an die Grammatik haltenden Kommentatoren, wie Jban-Ezra und Raschi, haben darum einfach das Wort unübersetzt gelassen und sich darauf beschränkt, zu sägen: „Thachasch" heißt ein zu jener Zeit bekanntgewesenes Tier. — Gegen die lehteren, die mit „Dachs" oder „Delphin" übersehen, spricht entschieden der jüdische Geist. Es wäre rvidersinnig anznnehmen, daß Moses, gleichzeitig mit den strengen Vorschriften über „Rein" und „Unrein" für den Schmuck des Tabernakels, des heiligen Hauses Gottes, Felle unreiner Tiere verwendet haben sollte. — . Maßgebend sind für mich die bei „Okapi" und „Thachasch" gleichen Kriterien. Diese sind „Wiederkäuer" „Gespaltene Hufe" (Die beiden Kennzeichen des reinen Viehes). „Die hornartige Erhöhung äin Kopfe" — sodaß die Tradition von einem Horn sprechen konnte-) — und „schöne Farbe". Daß das „Tachasch" buntfarbig gewesen sein mußte, istunzweifelhaft, denn sonst würde auch dieses Fell zur Verschönerung gefärbt worden sein, wie das Widdersell gefärbt worden ist (Exod. 25, 5). Z Bemerkenswert ist, daß Luther in Exod. 25, 5 „Thachasch" mit „Dachs" und in Ezekiel 16 10 mit „semmisch" überseht hat. -) Wobei die Phantasie ein bischen mitgeholfen haben mag, und zivar, um dem Wundertiere „Thachasch" und dein legendären Opfertier von Adam gleiche Attribute znznschreiben. Denn Rabbi Jehudah (Traktat Sabbat 28b), anlehnend und kommentierend eine Stelle in den Psalmen Davids (Kap. 69), sagt: „Der Stier, den Adam als erstes Opfer dargebracht, hatte nur ein Horn." Kunst und Literatur. Zn den von Dr. B. Wach st ein und Dr. A. Landau herausgcgebenen -,J üdisch'enPrivatb r i e f c n aus dem Jahre 1619" (Wien und Leipzig, Verlag Will). Branmüller) ist ein Nachtrag erschienen, welcher auf Grund der neuerdings gelungenen Entzifferung der in zivei Briefen anftretcnden Geheimschrift dereinzigen in Privatbriefcn jener Zeit nachweisbaren, diese Briefe wiedergibt. Der Nachtrag des einend Briefes betrifft die Aufnahme eines größeren Darlehens, der andere die Empfehlung eines jungen Mannes als Bräutigam. Iules Huret: Bayern und Sachsen. (In Deutschland IV. Teil.) Deutsch von N. Kuchlich. Verlag Albert Langen in München. Brosch. 4 JL Geb. 5 M: ' Dieser vierte Teil von Hnrets Büchern über Deutschland bedarf nach der überaus günstigen Kritik, die den ersten 3 Teilen, besonders dem 3. „Berlin" zuteil geworden, eigentlich gar keiner Empfehlung mehr. Allch in diesem Band, in dem Huret Bayern mit seiner kuitstliebenden Hauptstadt München und seinem leichten, angenehmen Leben, sowie «achsen mit seiner mächtigen Industrie und seinem harten, hastenden Erwerbsleben schildert, zeigt Huret dieselben Vorzüge, die wir an seinen früheren Büchern zu schätzen gelernt haben: den angenehmen Stil, die geistreiche und klare Darstellnngsart und — sein Hanptvorzug — den scharfen, durchdringenden Blick, der das Wichtige und Interessante so sicher zu treffen weiß. Die H a g a d a h aus A e g y p t e n. Israels Bedrückung in Aegypten nach den dortigen zeitgenössischen Inschriften in kurzer populärer Form geschildert von Rabb. Dr. S i g m. I a m p e l. Schwedt a. O. Nebst Bildern der betreffenden Pharaonen und ihrer interessantesten Denkmäler. 44 Seiten. 1911. Frankfurt a. M., I. Kanffmann. Schon die Tatsache, daß unsere biblische Ueberlieferung über die Knechtschaft in Aegypten berichtet, müßte für den Historiker die Echtheit dieser Tradition Heweisen. Mit Recht sagt ein berühmtcr Acgyptologc, „daß selbst, wenn die ägyptischen Denkmäler die Knechtung Israels nicht bestätigen würden, es dennoch lächerlich wäre, . einem so stolzen und selbstbewußten Volke, >vie Israel cs war, zuzutrauen, daß es sich willkürlich einen so gräßlichen Schandfleck angeheftet hätte." Andere Völker, die ihr Vaterland ' liebten, wollten noch nicht einmal ihre Herkunft aus einem anderen Lande zngeben; — so haben sich z. B. die Acgyptcr stets als Ureinwohner ihres Landes bezeichnet, trotzdem sie asiatischen Ursprungs sind. Da man jedoch gern dem „anserwählten Volke" seinen „Nimbus" nimmt, so dürjpn wir uns über, die Bestätigung des biblischen Berichtes auch durch zeitgenössische ägyptische Inschriften freuen. Unsere Hagadah bleibt die alte, tvenn wir sie nach den ägyptischen Inschriften rekonstruieren, — doch cs ist gut, tvenn man diese „neue" alte Hagadah in den weitesten jüdischen Kreisen kennen lernt. Vereins-Kalender. Freitag. Verein ,Mekor Chiajim," S1/* Uhr, Langestr. 18: Zwanglose Zusammenkunft. — „M ontefiore"-Verein, SVs Uhr, Seilerstraße 22: Zwanglose Zusammenkunft. — Samstag. Verein „Mekor Chajim", Uhr, Hörsaal Friedberger Anlage: Mikro-Vortrag; 12 Uhr: Sefer Schemucl (Prof. A. Weyl). Sonntag. Verein „Tiferes Bachnriin", 8i/z Uhr, Hermesweg 27: Jjob-Schiur (Rabb. Dr. Horobih). Dienstag. Zionistische Vereinignng- S3/-i Uhr, Kursaal Milani: Referate (Dr. Siegfried Schwarzschild und Saly Geis). fertige Anzüge in eleganter Form, aus neuesten Stoffen* Für: Herren . . Für. Jiiuglinge . 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